Varroatoleranz im Laufe der Zeit

  • Ich habe dem Zuchtobmann von NRW zugehört. Der hat klar gesagt, dass an mehreren Orten in Europa varroaresistente Buckfastvölker vorhanden sind, die ohne Behandlung durch den Menschen dort überleben.

    Damit gibt es die Resistenz.

    Die Züchter haben dann einen Versuch gemacht, wobei Schwestervölker von diesen Völkern an 6 unterschiedlichen Standorten aufgestellt wurden. Leider muss man sagen, dass zwar die Völker am Heimatstand immer noch resistent waren, jedoch an den 6 Standorten alle Völker verstorben sind. Somit handelt es sich nicht um eine reine genetische Resistenz, sondern wahrscheinlich um standortbezogene Faktoren, bzw. multifaktoriell, die es den Völkern dort ermöglichen, die Milbe zu bekämpfen.

    Ich hatte bezweifelt, dass es eine Resistenz geben könne, das wurde widerlegt.

    Ob aber jemals diese Resistenz rein genetisch ausreichen wird, um die Varroa in Schach zuhalten. Das halte ich immer noch für arg schwierig. Jedoch wurde mir erklärt, dass die kleinen Schritte in der Zucht, sich nach und nach steigern können und man nur passende Verfahren zur Selektion bräuchte.

    Ob da der Nadeltest, Varroazählen etc wirkliche Aussagekraft haben, war nicht klar. Weil dieser zum Beispiel bei viel Tracht oder wenig Tracht beim gleichen Volk unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Damit haben wir kein festes Mass für die Varroatoleranz, nur indizien.


    Es war eine Herausforderung, als kleiner Hobbyimker, der jahrelange dachte, dass er eigentlich seinen Stil gefunden hat, jetzt nochmal sich fortzubilden und der Blick über den Tellerrand war heftig für mich.


    Entgegen der Aussage von rase, bin ich also nicht vom Saulus zum Paulus geworden und auch nicht schwanger, nur habe ich jetzt ein anderen Blick auf das Geschehen und muss auch eingestehen, wenn ich falsch liege.

  • Je böser, desto mehr Varroamilben!

    Das finde ich einen guten Hinweis, den ich bei meinen Völkern auch schon beobachten konnte.

    In mehr als 20 Jahren habe ich nur einmal eine Königin wegen "Bissigkeit" austauschen müssen.

    Auf den Hinweis hin, sollten durchaus im Frühjahr Völker auf Varroa untersucht werden, wenn sie besonders angriffslustig und nicht wabenstet sind.

    Das denke ich mir oft, wenn Empfehlungen zur Umweiselung gegeben werde oder wenn die Umweiselung nicht funktioniert.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Völker deren Futter zu Ende geht können im Frühjahr auch sehr aggressiv sein....

    Das kann man aber ohne großen Aufwand sofort sehen und nach einer Notfütterung brauchen sie wegen Stechlustigkeit definitiv nicht umgeweiselt werden.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Ich kann bei mir bestätigen, das Völker die mit der Varroa mächtig zu kämpfen haben, aggressiver sind. Keine Stecher oder das sie einen groß verfolgen, aber ohne Schleier würde ich da nicht dran rumhantieren.


    Vielleicht hält sich daher obige Annahme.


    Liebe Grüße Bernd.