Varroatoleranz im Laufe der Zeit

  • Na, wenn es so einfach wäre. Dann hätten wir lange schon die tolerante Biene hier. Oder glaubt irgendwer, dass alle Imker sofort nach bekanntwerden behandelt hätte? Nein, es wurde nicht behandelt und viele Imker haben sehr lange einfach abgewartet und gezüchtet.... und das nicht nur in Deutschland. Doch die Ergebnisse sind ...überschaubar.

    Gerade die dunkle Biene hätte sich super ausbreiten können, wenn sie etwas varroafester gewesen wäre, doch hat sie irgendwie nicht.


    Har Die Cerana ist der richtige Wirt der Milbe. Und wenn ich jetzt den Fuchsbandwurm und den Schweinebandwurm noch aus der Tasche holen muss, na, ich lasse mal, aber es gibt Fehlwirte und da stirbt der Parasit mit seinem Fehlwirt irgendwann ab. Und genau das passiert bei einem Bienenvolk von hier und es ist genau das, was mit einem Ökosystem passiert. Zu viele Milben im Volk, sind einfach zu viel.

    Nur die Cerana hat Mechanismen entwickelt durch den Einfluss der Milbe. Und die Milbe unter dem Druck der Cerana.

    Merkwürdig, dass du einerseits hoffst, dass sich unsere Bienen unter dem Einfluss der Milbe so verändern das sie eine ausreichende Toleranz erwerben. Andererseits streiten du ab, dass die Cerana eine Anpassung gegen die Milbe aufweist. Ist schon sehr widersprüchlich 😎


    Anscheinend werden die Befürworter des Nichtbehandelns hier immer mehr. Doch da ich Geduld habe und so etwas schon vor 20 Jahren ohne Nachhaltigen Erfolg blieb, bin ich einfach gespannt.

  • Mit der Wissenschaftlichkeit ist das so eine Sache. Ich behaupte mal, dass sich ökologische Wechselbeziehungen niemals bis in jedes Detail hinein ausrechnen lassen. Wenn solch detailierte Kenntnisse Voraussetzungen fürs Handeln sein sollen, dann ist Stillstand.

    Langfristig will die Wissenschaft natürlich Erklärungen finden. Aber wer mit erhörte Dinge für wahr hält, arbeitet nicht wissenschaftlich.


    Der wesentliche Punkt, für den in diesem Kontext eine wissenschaftliche Ausbildung nützlich ist, ist: korrektes Beobachten. Selbst mit dem passenden Handwerkszeug ist es nicht einfach, objektiv und vorurteilsfrei zu sein. Ohne ist es ungleich schwieriger.


    Braucht man dafür zwingend Biologen? Natürlich nicht, aber die haben das halt (hoffentlich) gelernt ...

  • Hallo zusammen,


    ich hab mich das letzte Jahr mal durch diverse Untersuchungen zur Toleranz bzw. Resistenz gekämpft. (Im Anhang mal ein paar dieser Studien, gibt noch haufen mehr.)


    Wie gesagt, ich bin kein Biologe. Aber alle gefundenen und untersuchen Varroaresistenen Völker hatten schon einige Gemeinsamkeiten:


    1. Sie haben sich alle ohne Varroabehandlung durch Imker entwickelt.

    2. Die Virenbelastung lag bei allen untersuchten Völkern unter denen von bewirtschafteten Völkern.

    3. Bestimmte Eigenschaften waren ausgeprägter, z.B. der Schwarmtrieb.



    Für mich ergibt sich da schon ein Bild:

    Hier wurde ja schon mal im Thread über das Parasit-Wirt-Verhältnis gesprochen. Hier meine ich nicht die Milbe, sondern die Viren die ja letztendlich für das Ableben der Völker verantwortlich sind. In der Natur würde sich ein Gleichgewicht einstellen, virulente Stämme bringen den Wirt um, weniger virulente ermöglichen dessen überleben. Da wir aber ständig Rähmchen tauschen und die Völker nebeneinanderstellen findet eine ständige horizontale Infektion (zwischen den Völkern) statt. Untersuchungen zeigen wohl, das bei einer vertikalen Infektion (über Schwarm) eine geringere Virulenz ausgeprägt ist. In dem Bericht von Mordecai ganz unten konnte eine nicht lethale Variante des Deforming-Wing-Viruses in varroaresistenten Beständen nachgewiesen werden.


    All das zeigt mir, das die Bienen durchaus in der Lage sind ein gesundes Wirt-Parasit-Verhältnis einzugehen, wenn man sie nur lässt. Womit ich als Parasit aber eher die Viren meine.


    Ach übrigens, bei Ritter wurde ich übrigens fündig bezüglich meiner Anfangsfage:


    https://www.global2000.at/site….%20Wolfgang%20RITTER.pdf


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    E. T. Rinderer, L. I. de Guzman, G. Delatte, J. Stelzer, V. Lancaster, V. Kuznetsov, L. Beaman, R. Watts und H. J.W., „Resistance to the parasitic mite Varroa destructor in honey bees from far-eastern Russia,“ Apidologie 32, pp. 381-394, 2001.


    Y. Le Conte, G. de Vaublanc, D. Crauser, F. Jeanne, J.-C. Roussel und J.-M. Bécard, „Honey bee colonies that have survived Varroa destructor,“ Apidologie 38, pp. 566-572, 2007.


    T. D. Seeley, „Honey bees of the Arnot Forest: a population of feral colonies persisting with Varroa destructor in the northeastern United States,“ Apidologie 38, pp. 19-29, 2007.


    T. Seeley, D. Tarpy, G. S.R., A. Carcione und D. Delaney, „A survivor population of wild colonies of European honeybees in the northeastern United States: investigating its genetic structure,“ Apidologie 46 (5), pp. 654-666, 2015.


    G. J. Mordecai, L. E. Brettell, S. J. Martin, D. Dixon, I. M. Jones und S. D. C., „Superinfection exclusion and the long-term survival of honey bees in Varroa-infested colonies,“ The ISME Journal, pp. 1-10, 2015.

  • Hallo Tombee,

    zuerst 👍👍👍 für die zusammenfassenden 3 Positionen im obigen Beitrag.(wollte nicht alles zitieren)

    Auch Ritter hat doch in den Gegenüberstellungen ein paar gute Ansätze zur Wirkung einfacher imkerlicher Massnahmen zur Verbesserung der Beziehungen Wirt / Parasit gezeigt.

    In den Jahren habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht:

    1. keine äußeren Anzeichen von Virosen

    2. vergleichsweise wenig Milbendruck (Fallzahlen)

    3. keine auffällige Varroenzunahme im Spätsommer (durch Reinvassion)

    Das beruht nur auf Beobachtung.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Weil die Bienen auch aus anderen Gründen überleben können, z.B. weil der Züchter in Wirklichkeit bienentolerante Varroen und nicht varroatolerante Bienen gezüchtet hat; weil an seinem Standort wegen der Tracht- und klimatischen Situation längere Brutpausen entstehen; weil er in seiner Betriebsweise Faktoren nutzt, die die Milbenvermehrung dämpfen, ohne dass ihm das bewusst ist.

    Und da sind sicher noch weitere Gründe denkbar.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es gibt ein Varroatoleranzkriterium: Überleben.

    Aha!

    Und mit diesem notwendigen sowie hinreichenden Wissen-sowie Gegebenheiten-Vorsprung imkerst Du behandlungsfrei?

    Manne, bitte erhelle uns! Du weißt doch was, oder?


    Also die VSH Truppe Züchtet und Selektiert und Prüft. Das mit Erfolg, und die machen da kein Geheimnis draus.... (und versuchen kein Volk sterben zu lassen, und beglücken die Bienen der Nachbarn nicht mit Reisemilben von verreckenden Völkern )

    Die VSH völker stehen nicht isoliert, werden wie jedes andere mit den anderen eingesetzt etc.

    Nun du!

    Und bitte keine warme feuchte Luft ablassen.....Fakten bitte!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Und mit diesem notwendigen sowie hinreichenden Wissen-sowie Gegebenheiten-Vorsprung imkerst Du behandlungsfrei?

    Du denn? Und was hat überhaupt das eine mit dem anderen zu tun!? Deine Nebelkerzen-Rethorik ist soooo langweilig.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife