Varroatoleranz im Laufe der Zeit

  • ...Honigertrag an erster Stelle zu stellen .

    Ist eben auch wie der Milchertrag , Hochleistung ......frappant die Parallelen .

    Daß ist so offensichtlich unzutreffend, daß die behauptete Parallele sich als überdehnter Spannungsbogen erweist und auf den In-Verkehrbringer zurückschnippt. Wir wissen ja nicht, womit Du Deine Bienen fütterst, um Honig zu gewinnen. Die meisten hier dürften Futter-Holen und -auswahl den Bienen überlassen und sie allenfalls näher an Trachtquellen heranfahren, die ihre Bienen bevorzugen - ihnen also quasi ein Stück Flugstrecke abnehmen. Nicht zu vergleichen mit der computergesteuerten Zwangsernährung von Hochleistungskühen.

    Ich habe allerdings vor Jahren einmal von einer Imkerreise in ein europäisches Nachbarland gehört, bei der voller Stolz die Gewinnung von Himbeerhonig vorgeführt wurde, den die Bienen herstellen mußten aus simplem Futtersirup - mit industriellen Industrie-Aromen himbeermäßig aufgehübscht. Solche "Innovationen" zählen nicht beim Honigkübelindex. Die Vorführung fand - wenn ich mich richtig erinnere - ohnehin zu einem trachtlosen Zeitpunkt statt, einer Zeit also, in der der Honigkübelindex ohnehin nicht anwendbar ist.

  • Wenn alle anderen dann die üblichen Winterverluste einfahren - sofern sie die 50kg hatten und alle meine Völker den Frühling erleben fragt es sich dann schon welches Konzept einem mehr anspricht .

    Du darfst das nicht auf ein Jahr / Winter herunterbrechen.

    Ergo hat der Imker der seine Verluste fährt nächstes Jahr keine vollen Honigräume, also passt die Gleichung wieder. Auch gibt es beim Überwintern nicht nur schwarz/weiß, tot/lebendig.

    Wenn du in einer trachtreichen Region mit guter Früh- und Sommertracht nur 20kg pro Volk hast obwohl andere Imker um dich herum evtl. das doppelte haben, würde ich mir aber Gedanken machen woran das liegt.


    Gruß Chris

  • Betriebskonzept - Varroakonzept

    Ich nehme überhaupt nicht in Anspruch weder das eine noch das andere seelig machende oder bessere zu haben als andere und deshalb predige ich auch nichts und rede anderes klein denn früher oder später wird es mich wohl auch erwischen .

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Hallo ribes

    Genau ! Wie Du erwähnst , selbst der Honigindex als Kriterium wird ständig verfälscht . Meine werden nur nach der Ernte aufgefüttert . Habe keinen Raps vor der Tür und ich wandere mit den Völkern auch nicht . Etwaige 50 Kg von anderen nicke ich gerne wohlwollend , fragend ab .

    Gruss Markus

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Wenn alle anderen dann die üblichen Winterverluste einfahren - sofern sie die 50kg hatten und alle meine Völker den Frühling erleben fragt es sich dann schon welches Konzept einem mehr anspricht .

    Wer Rekordernten einfährt und regelmässig hohe Völkerverluste hat, macht definitiv was richtig und definitv was falsch. In der Realität wirst du das kaum wo antreffen! Habe ich auch 2 besuchten Berufsimkern so nicht gesehen...

  • Auch klar

    Ich glaube einfach nicht an die Eierlegendewollmilchsau , auch wenn sie von einigen

    in Aussicht gestellt wird - Natur funktioniert nicht so .

    Alles wird erkauft , abgetauscht zu Lasten von etc .

    Ich denke das wird bei der Varroa und dem Konzept ihr zu begegnen nicht anders sein .

    Ich lasse mich jedoch gerne überraschen .

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Passendes Inserat , soeben nachgelesen :


    Vorgeprüfte Buckfastkönigin 2018 , Mutter 70% VHS zum Preis von : 300 SFr.


    Man gönnt sich ja sonst keinen Spass oder wenn es nicht so tragisch wär - zum schlapp lachen .

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Ich muss meinen Senf auch noch dazu geben.

    Als jemand der für Firrmen Kenngrössen erstellen muss, ist mir der angesprochene Zwiespalt seit 20 Jahren bekannt.
    Als sichere Quellen sind in meinen Job die quantitativen Werte wichtig.
    Die direkt messbaren Grössen sind halt der Honigertrag, die Volksstärke, aber auch der Ausbau von Rähmchen etc.. Schwierig wird es immer bei den relativen Größen wzB der Honigertrag/ Volksstärke. Dies sind Kennzahlen mit einer Zeigerfunktion.
    Auch hat man oft Kennzahlen die zwar auf den ersten Blick als direkt messbare Größen erscheinen. Allerdings bringt der Honigertrag nur etwas im Vergleich zu anderen Größen. Ein Volk was im Jahr x 20 kg Honig gebracht hat, kann eine absolute Niete sein oder ein Top Volk. Neben der Abhängigkeit zum Jahr ergeben sich noch unendlich viele Einflussfaktoren, warum der Ertrag variieren kann.
    Trotzdem bleibt der Honigertrag eine der wesentlichen Kennzahlen. Sie ist einfach zu ermitteln und der Imker hat in seiner Betriebsweise, Gegend etc einen direkten Vergleich.
    Ein Züchter meinte mal zu mir, dass der Honigertrag ihn nicht interessiert. Bei der Flasche kauf ich nichts mehr, weil auch ich mir über den Honig natürlich mein Hobby finanziere.
    Was Anderes ist, wenn ich mein Augenmerk auf nur ein Zuchtziel richte wie die Varroatoleranz. Jetzt kommen wir dann zum Thema Gewichtung der gewünschten Eigenschaften. Wer nur Kuschelbienen haben möchte, hat eine ander Gewichtung als jemand der von dem Verkauf von Honig leben muss.

    Ganz schwierig wird es dann bei den qualitativen Kennzahlen.
    Es ist schon verdammt schwierig Freundlichkeit, Ehrgeiz oder Teamfähigkeit zu bewerten. Das schafft nur über Ableitungen zu bewerten. Nicht jeder der in dem Forum hier die meisten Likes im Verhältnis zu seinen Kommentaren hat, ist am Freundlichkeit zu überbieten.
    Spätestens wenn man sich das alles mal vor Augen führt, kann nachvollziehen, dass jeder unter einem guten Volk was anderes versteht.
    Fakt bleibt aber, dass der Honigertrag für die meisten "das" Kriterium bleibt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Hallo, ich mache es nicht gerne, aber ich wage es nochmal:

    - Eine 10.000 L-Kuh gebärt in ihrem Leben keine 10+x Kälber.

    - Sie schafft kaum mehr als 3 bis 4 Kälber in ihrem Leben

    D.h. Es gibt wenige 100.000 L- Kühe.

    So gibt es auch kaum 200 oder gar 250 kg Königinnen!

    Nach dem Umweiseln hat der Imker eine neue „Kuh“ im Stalle. Und die kann gerne mit ihrem Volk 50kg Honig bringen.

    Andersherum müsste man bei Kühen von einer „Stallleistung“ sprechen ohne zu erwähnen wieviele und aus welchen Gründen Kühe ersetzt wurden.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Bei der einen Belegstelle die ich in diesem Sommer besucht habe wurde die Wichtung der 5 Eigenschaften der Dröhnerichs angegeben, allesamt 20 % .

    Honig , Sanftmut , Wabensitz , Schwarmneigung , Varroaindex in Zuchtwert und Sicherheit des Zuchtwertes . Wir können uns die Diskussion über den Wunsch und die Realität der Zahlen sicher ersparen .

    Meiner Idee entspricht das jedoch absolut , was bin ich erleichtert :) .

    Also doch die Eierlegendewollmilchsau ? Mit nichten , Honig 25 Kg etc....

    Aber eben die 25 Kg nicht auf die Goldwaage legen , ich glaub der Nachbar hat diesen Sommer Raps angesät . ;):thumbup:

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Wichtung und Betriebsweise bei meinen 3 Nachbauern .

    2 hatten einen auf Milchwirtschaft ausgelegtes Konzept mit Holstein - der Supermilchkuh mit ihren Nebenerscheinungen, Ansprüchen und beide haben in diesem Sommer die Produktion wegen des tiefen Milchpreises eingestellt . Der eine der die Mischrasse hält , Braune Schweizerkuh - Milch Fleisch - Genügsam - Robust , hält sich . Zufall ?

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