Varroatoleranz im Laufe der Zeit

  • Hallo zusammen,


    für einen Vortrag bin ich auf der Suche nach Informationen über die Varroatoleranz im Laufe der letzten, sagen wir, 20 Jahre.

    Hierbei geht es mir um die Empfehlung der Institute was den Milbenfall im Herbst angeht. Wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, waren das vor ca. 15 Jahre noch 5 Milben pro Tag ? Wer kann sich hier noch genau erinnern oder hat vielleicht auch Unterlagen? Aktuell befinden wir uns ja (nach Institutsangeben) bei 1/2 Milbe pro Tag...


    vielen Dank schon im Vorraus

  • Na ja, bei Varroatoleranz oder Varroaresistenz kann man schon Fortschritte in den Erkenntnissen in den letzten 30 Jahren sehen und Du musst vor allem die Tätigkeiten und Fortschritte international betrachten. Deutsche Institute haben sich damit nur in den letzten paar Jahren beschäftigt und deren Fortschritte sind bis jetzt relativ gering - aber sie sind seit kurzem dabei. Da haben manche deutschen Imker mehr zum Thema beigetragen und sind schon länger dabei. Aber:

    Hierbei geht es mir um die Empfehlung der Institute was den Milbenfall im Herbst angeht.

    Der "Milbenfallschadgrenze" im Herbst hat nichts damit zu tun. Auch diesbezügliche Empfehlungen der Deutschen Institute habe damit gar nichts zu tun, die passen eher zum Thema "Wie sind unsere Bienen empfindlicher gegen die Varroabelastung, bzw. deren Sekundärbelastungen, geworden" oder zum Thema "Wachsende Resistenzerhöhung der Varroen durch Deutschen imkerlichen Behandlungspraxis" - dazu muss man aber mindestens die letzten 40 Jahre betrachten...


    Nur so ein paar Gedanken... - zu welchem Thema möchtest Du jetzt Informationen?


    Gruß

    Franz

  • Na ja, bei Varroatoleranz oder Varroaresistenz kann man schon Fortschritte in den Erkenntnissen in den letzten 30 Jahren sehen und Du musst vor allem die Tätigkeiten und Fortschritte international betrachten. Deutsche Institute haben sich damit nur in den letzten paar Jahren beschäftigt und deren Fortschritte sind bis jetzt relativ gering - aber sie sind seit kurzem dabei...

    Na, dann schau mal in diesen Tätigkeitsbericht 2000, auf die Seiten 4 u. 5; dort steht, womit jenes Institut 1996 zu obigem Thema begann!



  • OT an

    Und? Irgend was verwertbares dabei herausgekommen?

    20 Jahre sind doch schon was.......


    Das "know how" ( Mit doch posiven Ergebnissen) ist!! gaanz sicher wo anders "erarbeitet" worden!

    Bin wirklich gespannt wann sich jemand die fremden Federn an den eigenen Hut steckt.

    OT wieder aus










    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

  • Am Hut ist ja noch kenntlich, daß ein anderer dafür entfedert wurde. Am eigenen Gefieder fallen fremde Federn dann weniger auf, zumal das Publikum bei Forschern auch Forscherfedern erwartet...

  • Hallo Franz,


    ja mir ist durchaus bewusst das es Erfolge gibt bezüglich der Toleranz und auch der Resistenz. Das betrifft aber meiner meiner Meinung nach nur Völker, die durch entsprechende Haltung in ihren positiven Eigenschaften gestärkt wurden, z.B. durch Einzelaufstellung, harter Selektion etc.


    Die Empfehlung der Schadschwelle im Herbst zeigt meiner Meinung nach, wie die Widerstandsfähigkeit der Biene eigentlich im Laufe der letzten Jahrzehnte gesunken ist. Gegenüberstellend sehe ich die DIN-A4 - Seite der zugelassenen Bekämpfungsmittel... da läuft ja irgendwas falsch.


    Danke für die Antworten übrigens :-)

  • Das betrifft aber meiner meiner Meinung nach nur Völker, die durch entsprechende Haltung in ihren positiven Eigenschaften gestärkt wurden, z.B. durch Einzelaufstellung, harter Selektion etc.

    In der Zwischenzeit weis man das alle Bausteine der Varroaresistenz (Hygieneverhalten, VSH, grooming, recapping, ...) genetisch weitervererbt werden und somit über Selektion stabilisierbar sind. Allerdings ist das sehr aufwendig, da die Vererbung "rezessiv additiv" ist. Das heißt für ein Merkmal sind mehrere loci zuständig und alle müssen "in place" sein damit sich das Verhalten zeigt... - soweit die laienhafte Beschreibung ;-) - Natürlich ist unbestritten das, wenn die Bienen gut versorgt sind und deren Immunsystem gestärkt ist, das sie bei höherer Varroabelastung überleben können - das bitte nicht verwechseln mit Varroarestistenz! :-)


    Die Empfehlung der Schadschwelle im Herbst zeigt meiner Meinung nach, wie die Widerstandsfähigkeit der Biene eigentlich im Laufe der letzten Jahrzehnte gesunken ist.

    Richtig... ;-(



    Vielleicht suchst Du Dir lieber einen Sprecher/Referenten für Deinen Vortrag, der das Thema kennt, auf dem aktuellen Stand ist und auch selber diesbezügliche Erfolge verbuchen kann... :-) ;-)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von FranzXR ()

  • Die Empfehlung der Schadschwelle im Herbst zeigt meiner Meinung nach, wie die Widerstandsfähigkeit der Biene eigentlich im Laufe der letzten Jahrzehnte gesunken ist. Gegenüberstellend sehe ich die DIN-A4 - Seite der zugelassenen Bekämpfungsmittel... da läuft ja irgendwas falsch.

    ...ja, da läuft etwas falsch. Aber was? Bzw. wenn wir schon wissen, dass etwas falsch läuft, warum versucht man nicht mal andere Wege zur Rettung der Bienen vor der Milbe? Warum immer nur ausgefahrene Wege immer wieder befahren?


    Nur mal so zum Nachdenken: Büchler schlägt vor, die Winterbehandlung wegzulassen...... traut sich das wirklich irgendjemand?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • In der "Bienen&Natur", Ausgabe 11/2018, gab's zu dem Thema einen Artikel von Dr. Hannes Bonhoff aus Schweden. Sinngemäß zusammengefasst zweifelt er die gängige Praxis des imkerlichen Umweiselns an bzw. sieht darin einen Auslöser der höheren Anfälligkeit gegen z.b. die Varroa. Lässt man das Volk unbeeinflusst durch Umweiselung leben, sterben und sich vermehren (schwärmen), können vorhandene genetische Eigenschaften, z.B. solche bzgl. Varroresistenz, eben vererbt werden und man bräuchte weniger oder gar nicht behandeln - so der Artikel. Schließlich hätten die Bienen auch schon vor dem Menschen die Anpassung an die äußeren Bedingungen, Krankheitserreger usw. erfolgreich hinbekommen.

    Soweit grundsätzlich klar, logisch und bekannt. Nur wieviel Lehrgeld (bzw. Lehr-Schwärme) müsste man zahlen, um dahin zu gelangen und v.a. gibt es überhaupt ein realistisches "Zurück"? Die Erklärung von FranzXR bzgl. der Vererbung spricht erstmal dagegen.

  • Sicher nicht. Nur sind das in den Kisten heute nicht mehr die Biens von vor zig Millionen Jahren sondern domestizierte Nachkommen derer. Und da finde ich die Frage durchaus berechtigt, ob man das nun so 1:1 projezieren kann.

    Den Wölfen im Mittelalter oder vorher hat auch keiner gesagt, was zu tun ist. Trotzdem kommt heute (hoffentlich!) keiner auf die Idee, nen Zwergpudel in der Tundra sich selbst zu überlassen. ;)

  • In der "Bienen&Natur", Ausgabe 11/2018, gab's zu dem Thema einen Artikel von Dr. Hannes Bonhoff aus Schweden.

    Der Autor schafft es leider nur, einen Gedanken im Artikel unterzubringen (nun ja, manche schaffen nicht mal das). Der zweite, der sich anschließen müsste, wäre: Woher kommen die Königinnen, mit denen umgeweiselt wird?

    Es wird zwar, wenn man das so formulieren will, das Volk durch umweiseln genetisch getötet, aber es kommt eine neue und hoffentlich bessere Genetik rein.

    Fazit: Ziemlich schlichtes Geseiere ohne jede Rücksicht auf imkerliche Belange und nicht mal der mühsam gefundene eigene Gedanke wird zu Ende gedacht.

    Auf solche Beiträge aus der Wissenschaft kann die Imkerei gut verzichten!


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)