Honigentwicklung, Honigstrukturen

  • hi,


    nach einem guten Monat nach Abfüllung bilden sich in einigen Gläsern interessante Strukturen:


    bei einer Marge will der Honig nicht zusammenfinden und es entstehen, aus den "Einfüllwürsten", witzige "Skelettstrukturen" - die aber nicht jedem gafallen. Es kommt auch zu einer Trennung bzw. Flüssigkeitsbildung. Der Honig hat um die 16% (Probe aus einem Glas nach dem Abfüllen. Vor dem und beim Schleudern hatte ich nicht gemessen)

    Ich schätze, ich habe zu spät abgefüllt und in den "Wurst-Trennschichten" sammelt sich Flüssigkeit bzw. findet der Honig nicht zu einer Masse zusammen?


    bei einer anderen Marge trennt sich der Honig bei vielen Gläsern vom Glas. Er kristallisiert und schrumpft damit wohl?



    Was haltet ihr davon?

    Hattet ihr das schon Mal und wie entwickelt er sich weiter?


    juli

  • Hallo Juli!

    Typischer Marmorhonig:love:. Ich mag den so. Jedes Glas ein Unikum und kein Massenprodukt.

    Wichtig ist nur, das beim Wassergehalt von 16 % der nicht hart auskristallisiert. Dann kannst Du

    den so schwer verkaufen. Ist aber wiederum ein Super-Impfhonig.

    Das lösen vom Glas typisch für trockenen Honig, und auch für kalte oder unregelmäßig temperierte Umgebung. Nicht schön, aber auch nicht "schimmlig" - es entsteht dann "Blütenbildung". Einfach mal "guggle" - auch auf den "DIB-Seiten".

    Leider ist "Marmorhonig" ein Punktabzug bei der Honigprämierung....;)


    VG Ruth

  • ...kalte oder unregelmäßig temperierte Umgebung.

    Das habe ich versucht zu minimieren (Gläser + Honig mind. 24 h vorher gemeinsam in demselben Raum

    temperiert bzw. Gläser wärmer als den Honig gehalten) - mit nur marginalem Erfolg. Ist der Abfüllschwall zu groß (das Glas zu schnell gefüllt), entstehen solche Marmorierungseffekte bevorzugt bei mir, resp. eher in 500g-Gläsern als in 250g, da ich die kleinen Gläser mit langsamerer Einfüllgeschwindigkeit abfülle wegen der Überlaufgefahr. Gießt man einen Hobbock in den Abfülleimer, ist der Marmorierungseffekt dort noch besser zu sehen. Ich vermute, daß dies mit einer Schichtung unterschiedlicher Wassergehalte im Abfüllkübel zusammenhängt: Obere Honigschicht zieht Luftfeuchte an und verfärbt sich dabei dunkler, beim starkem Abfüllstrahl ensteht ein Sog, der Honig aus der dunkleren Oberflächenschicht mit nach unten reißt und im Glas nicht mehr homogenisiert.

    Dieser Marmorierungseffekt ist m.E. aber etwas anderes als die Blütenbildung bzw. deren Vorstufe auf den letzten beiden Fotos.


    rase : Wie entstanden Deine Unikate - mit Handabfüllung oder mit Flügelradpumpe? Bei einer Pumpe sollte ja eine Homogenisierung des Abfüllstrahls wahrscheinlich sein und meine Strömungsthese widerlegen?

  • Letztens noch ein paar Kartons Unikate nochmals durchs Melitherm gekippt. Man kann, muß es sich aber nicht schönreden.

    Ganz schöner Aufwand: alle Gläser öffen, in einen Eimer löffeln (fließt ja nicht mehr) ... etc. und nochmal abfüllen, evtl. neu etikettieren.

  • wobei "Marmorhonig" dann also ein handwerkliches Produkt/Artefakt ist (das Stichwort ist bei kuugel nicht zu finden):

    man kann die "Wurst"/den Strahl/der Strang aus dem Quetschahn, wie er sich im Glas abgelegt hat, noch erkennen.

    Ob vom Rühren her irgendwas nicht gut gelaufen ist? Oder hätte man bei einer schon so ankristallisierten Masse, nach dem Glasbefüllen, gleich 1-2 Mal mit dem Löffel umrühren sollen, um diese Stränge zu durchbrechen und eine einheitliche Kristallisation zu ermöglichen?

    Ja, schnell abgefüllt habe ich: Hahn auf, 4-5 Strahlkurven ins Glas gelegt und bei 450 g zu, pendelte sich bei 510 g ein. Dauer sicher keine 30 Sek..


    Und nach dem letzten Rühren/Stampfen hatte ich den den Honig nur 8 Std., nicht 1-2 Tage ruhen lassen. Das sollte man ja länger machen.


    Unschön finde ich besonders die im rechten Glas auf dem Boden deutlich zu sehene Phasentrennung (ist wohl Grund für Punktabzug): der zum Teil bis zu 0,5 cm starke, milchig-flüssig erscheinender Honigbereich. Das scheint sich aus den zusammenhängenden Trennschichten unten zu sammeln.


    Also sollte man den Honig schnell verkaufen/verzehren, bevor er zu hart wird.


    Bei 250g-Gläsern ists zumindest nicht zu so einer deutlichen "Phasentrennung" gekommen, wie oben auf dem rechten Foto.



    Zu einer "richtigen Phasentrennung" mit Gährungsgefahr wird es bei dem Wassergehalt wohl nicht kommen. Hygienisch also nicht problematisch. Zu einem einheitlichen Durchkristallisieren aber wohl auch nicht :( das hoffte ich so (Kerze anzünd) hier zu hören (in meinem jugendlichen Leichtsinn (3. Saison))


    Zum Ablösen vom Glas:

    Die letzten beiden Fotos haben mit der "Marmorierung" nichts zu tun. Sie kommen aus einer anderen Marge.


    Dank an euch


    LG

    juli

  • Warum?

    Weil die Leute in der Regel keine Dose mit Delle kaufen, wenn daneben das gleiche Produkt in einer einwandfreien Dose steht.

    Es ist nun mal so, dass der Kunde auch mit dem Auge entscheidet. Als Imker weiß man warum das so aussieht, als Kunde eher nicht, auch wenn der Imker dem Kunden drei mal erklärt warum das so ist.

    Einwandfreie Ware gegen einwandfreies Geld, so einfach ist das.

  • Wenn man den Kunden erklärt, woran das liegt und dass der Honilg mit Meliterm & Co nicht besser wird, vielleicht schon.

    Es ist selbst in der industriellen Lebensmittelproduktion inzwischen gängig, Produkte wie handgemacht aussehen zu lassen.

    Und Eurer handgemachter Honig soll aussehen wie industrieller?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wenn aber der ausblühenden Zucker genau deswegen zu sehen ist, weil mein Honig nicht aufgetaut wird?

    Doch, der Konsument muss aufgeklärt werden, damit er Qualität erkennt und sich der höhere Preis rechtfertigt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)