Brutfrei im November

  • Stimmt, Stabilbau da war ja was. :)

    Aber auf eine Schätzung würde ich mich trotzdem nicht verlassen, wann habt ihr denn normalerweise da oben eure ersten Frostnächte!?

    Darauf achte ich ja erst seit ich Bienen habe, also habe ich erst Erfahrungen aus zwei Wintern. Da gab es Ende November/Anfang Dezember kurz Frost aber auch nicht mehrere Tage hintereinander. Richtig kalt wurde es erst im Januar/Februar.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker

  • Ich hab mich sogar mal jetzt bemüht und meine Bücher durchgesehen, selbst da steht in fast allen drinnen das bis Ende Dezember locker behandelt werde kann.

    War mir so gar nicht mehr in Erinnerung… :/

    Es "kann" bis 31.12. Man muss aber nicht drauf warten. Die Empfehlung und das Datum wurden hier letzten oder vorletzten Winter schon mal auf Herz und Nieren geprüft. ;)

    U. a. in dem Thread Varroabehandlung in Zeiten des Klimawandels.

    Es nützt alles nichts, man muss seine eigenen Rahmenbedingungen kennen und dann individuell entscheiden, wann und wie man die Winterbehandlung angeht.

  • Hier im westlichen Brandenburg hatten wir letzte Woche 2 Nächte mit mäßigen Frost, -2°. Die Bienen sitzen aber noch locker und fliegen mittags bei Sonnenschein und die Beuten sind in den vergangenen 30 Tagen 2 - 4kg leichter geworden.

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • Jeder muß für seine Gegend UND Stand den Temperaturverlauf verfolgen- die 14 Tage Prognosen (Rückblicke!) geben den Trend schon ganz gut.

    ...

    Ein Min/Max-Thermometer erfaßt die realen Extrema am Stand bis zum nächsten Kontrollbesuch- bis jetzt kein Frost, 10-11.11. waren die kältesten Nächte (2°C).

    :thumbup:


    Frostnächte sind hier vor Mitte Januar Mangelware.Träufeln in einen lockeren Bienensitz ist eher nicht effizient genug; da sind andere Anwendungen von OXS besser geeignet.;)


    Brutfreiheit als Voraussetzung für eine effiziente Behandlung ist m.E. ein Ziel, das anzustreben ist. Aber es gibt halt Sachlagen...


    Hat man z.B. bei der Behandlung noch 1000 verdeckelte Brutzellen mit 3 % Milbenbefall, so vermehren diese sich in 30 Zellen und es schlüpfen ggf. 50 Milben. Diese bilden die Basis für die weitere Entwicklung des Milbs in diesem Volk, können dann, wie wir wissen, innerhalb der Frühjahrsentwicklung leicht auf einen stark überhöhten Milbenfall schon im April/Mai führen. Nur, man sieht diesen nicht, selbst wenn man prüft (Auswaschmethode), weil über 50 % zu diesem Zeitpunkt in der Brut sitzen.


    Haben wir Befallszahlen solcher Völker ? Wohl kaum, denn wir haben ja alle gelernt, dass der Bien im FJ dem Milb voranbrütet und sich stärker vermehre. Das stimmt aber nur, wenn die Milbenpopulation im Febr. bei < 10 statt > 50 liegt.


    Abhilfe schafft eine frühe TBE, z. B. im Mai, am Besten mit Fangwabe, die dann im verdeckelten Zustand verworfen wird. Damit habe ich - aus Gründen des Formatwechsels oder zur Schwarmverhinderung - sehr gute Erfahrungen gemacht. Da sind dann im August / Sept. zwar auch Milben drin, aber keine Ausreißer, die noch im Okt. traktiert werden müssen.

  • Deichkind kannst du denn auf Erfahrungsberichte von Kollegen aus deiner Nähe zurückgreifen, also welche die wirklich Völker geöffnet und Waben gezogen haben?

    Bei mir wäre es noch zu früh für die Winterbehandlung, die Völker pflegen alle noch ca. Espressountertassen große Brutflächen.

  • welche die wirklich Völker geöffnet und Waben gezogen haben?

    bisher nicht, scheint niemand zu tun (oder verrät es nicht im Verein). Habe neulich mal nachgefragt in der Gruppe. Deshalb bin ich gespannt auf Beemax Behandlungszeitpunkt der ist klimatisch ja recht ähnlich.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker

  • Deichkind haben deine Beuten eine Windel im Boden?

    Ich mache es immer so das ich nach den ersten Frostnächten, meist Anfang November, mehrmals in der Woche die Windeln auf Zelldeckel überprüfe und dann dementsprechend behandele. Allerdings ziehe ich zum behandeln auch Waben und das ist immer in der ersten Dezemberhälfte der Fall.

    Tut mir leid das ich dir nicht weiterhelfen konnte! :(

  • Ähm... ...das verstehe ich jetzt nicht.


    Sie sagt das Sie sprüht. Wenn Sie also nicht über die Oberträger sprüht (wovon ich erst mal ausgehe...), dann muss Sie alle Rähmchen ziehen.


    Auseinander reissen , hört sich für den ein oder anderen hart an. Ist aber genau das was dabei passiert!

  • Das ist hier die gängige Anweisung: zwischen Weihnachten und Neujahr.

    Hier läuft das auch so, wenn die Frau die so tut, als ob sie die meiste Ahnung hat, morgens um 10 frostige Wiesen sieht, wird in der Appgruppe verkündet in 3 Wochen wird behandelt Die Frau kennt sich aber leider nur damit aus, wo es im Frühjahr neue Völker und Honig im Hobock gibt......

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • Wann machst du die Winterbehandlung?

    Normalerweise grundsätzlich vor Jahresende, weil so vorgegeben. Ob diese dann den gewünschten Effekt hat, bezweifle ich (s. obige Rechnung).


    Hingegen wäre eine spätere Behandlung nachfolgend zu Frostperioden im Jan./Febr. sicher effizienter. Bei der Futterkranzprobe im Februar sind die Völker hier (!) durch die Bank brutfrei. Das wäre der richtige Zeitpunkt für eine Behandlung. M.E. wäre es auch vom Witterungsverlauf i.O., denn wir haben seit Jahren regelmäßig im Seengebiet einen langen, milden Herbst, wenig kalte Wintertage und ein sehr, sehr langes kaltes Frühjahr bis Ende April / Mitte Mai.


    Vergleicht man das mit früheren Wetterlagen und zugehörige Empfehlungen, kommt man zu ähnlichen Zeitabständen, die sich allerdings für unsere Region verschoben haben:


    - WB im Dez., Nektareintrag für die Volksentwicklung im März, April; zur Vorratsanlage ab Ende April

    - WB im Febr., Nektareintrag für die Volksentwicklung April, Mai; zur Vorratseinlsgerung ab Mitte Mai.


    Diese Beobachtungen und Vorgaben kann man nicht in Einklang bringen. Insofern bleibt nur die ineffiziente Behandlung, ob jetzt oder in 2 - 3 Wochen und frühe Kontrolle im April Mai auf Milbenbefall (Auswaschmethode, Drohnenbrutzellen öffnen). Dann muss man entscheiden, ob frühe TBE erforderlich ist.


    Ich habe keine Grenzwerte, probiere da auch noch. Jedoch kann ich feststellen, dass weder die Völker ein Problem damit haben, noch der Honigertrag nennenswert leidet; ist ja wie schwärmen der Brut. ;)

  • Ganz ehrlich, bei 4-10 Grad alle Bienen nass zu spritzen, verkittete Rähmchen zu ziehen, Unruhe damit ins Volk bringen und noch zu sagen "Es macht den Bienen nichts aus, mach ich Jahre lang so" zu sagen, fehlen mir die Worte.... Übrigens das verkitten machen Bienen nicht aus Spaß und das ich bei dieser Aktion noch die Königin erwische ist auch nicht gerade gering.


    Egal ob ich jetzt dafür angekreidet werde, aber für mich ist das Bienenquälerei.


    Nur weil die Bienen einiges abkönnen, heißt das nicht, dass sie keinen "Schaden" davontragen.

  • Hingegen wäre eine spätere Behandlung nachfolgend zu Frostperioden im Jan./Febr. sicher effizienter.

    Nein, eher nicht

    Die Bienen gehen zwar zu kälteren Temperaturen aus der Brut, aber Januar/Februar haben sie mit sehr großer Wahrscheinlichkit schon wieder mit Brüten begonnen. Da hilt der Frost nicht mehr. Da wird noch eingeschränkt, aber eher nicht mehr eingestellt.