Brutfrei im November

  • Dr V. Schneider hat in ihrer Dissertation übrigens erwähnt, daß die Tochtermilben innerhalb von einem (!) bis 20 Tagen wieder in Brutzellen absteigen, um sich ihrerseits zu vermehren (S. 8 letzter Satz):

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf

    Um genau zu sein: Das gilt nur für Altmilben.

    Jungmilben brauchen eine Reifezeit, in der sie nicht in die Brutzelle absteigen. Die entsprechende Veröffentlichung habe ich jetzt leider nicht parat.

    Gruß Ralph

    Hab ihr in dem Zusammenhang den Artikel im letzten DBJ gelesen? Darin ging es um neue Untersuchungen zur Ernährung der Varroa und nebenbei auch um Fragen der Zwischenzeiten usw.

  • Die Varroa "trinken" keine Hämolyphe, sondern das Fett aus dem Fettkörper. Die hohe Vermehrungsrate wäre wohl mit der Hämolyphe ernergetisch nicht realisierbar. Und Die phoretische Phase kann nicht mehr mit Reifezeit o.ä. erklärt werden.

  • sondern das Fett aus dem Fettkörper

    Das englische Original sagt da was GANZ anderes, dort wird erwähnt das nachgewiesen wurde das sich die Varroen vom "Fettkörper" ernähren und nicht vom "Körperfett"! Das ist was ganz, ganz anderes...

    Steht auch so in der Zeitung. Da der Jörk wie auch ich kein Biologe ist, hat er es nur nicht ganz richtig wiedergegeben:)

  • … der Jörk …

    Das ist aber eine fiese Verkürzung des Namens. 8o

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • sondern das Fett aus dem Fettkörper

    Das englische Original sagt da was GANZ anderes, dort wird erwähnt das nachgewiesen wurde das sich die Varroen vom "Fettkörper" ernähren und nicht vom "Körperfett"! Das ist was ganz, ganz anderes...

    Auch Jörg spricht vom Fettkörper.

    Da es schon sooooo lange her ist, dass ich das mal gelernt habe, muss nun doch Wikipedia herhalten: Der Fettkörper ist ein eigenes Organ bei Insekten, von der Funktion her eine Mischung aus Leber und Fettgewebe. Außer Fett werden dort noch andere nahrhafte Moleküle wie Kohlenhydrate und Eiweiß gespeichert. Sollte also bestes Milbenfutter darstellen.

  • Habe mir gerade nochmal die Zeitung genommen:


    Der Fettkörper ist halt eine unregelmäßige weiche Zellmasse, die über die gesamte Körperhöhle der Biene verteilt ist. Seinen Namen erhielt er aufgrund der Fetttropfen in den einzelnen Zellen ... Die Zellen werden von der Hämolymphe umspült, mit der sie im ständigen Austausch stehen. Molekühle werden aus der Hämolymphe aufgenommen und andere abgegeben...usw.

  • ;(Sorry

    Alles gut!


    Ich wollte mit dem Beitrag eigentlich nur darauf hinweisen, dass viele der oft wiederholten Thesen schon etwas überholt sind.

    Die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus dem DBJ waren für mich sehr logisch. ZB. dass die Varroen nicht trinken, sondern das Opfer extern verdauen und dann aussaugen.


    Gruß Jörk

  • Der Fettkörper ist halt eine unregelmäßige weiche Zellmasse,

    Nicht ganz, der Fettkörper ist ein ORGAN, ohne das die Bienen nicht leben kann und das der Speicherung und Synthese von Stoffen dient. (Es ist doch ein Unterschied ob Dir ein Schädling nur Dein Körperfett wegnimmt ala Fettabsaugung, da kannst Du überleben - oder ob Dir jemand eine lebenswichtiges Organ klaut, da überlebst Du nicht...) ;-)

  • Es ist doch ein Unterschied ob Dir ein Schädling nur Dein Körperfett wegnimmt ala Fettabsaugung, da kannst Du überleben - oder ob Dir jemand eine lebenswichtiges Organ klaut, da überlebst Du nicht...) ;-)

    So simpel ist es wohl nicht. Der Fettkörper wird von der Milbe ja nicht amputiert, sondern "nur" allmählich reduziert und extern verstoffwechselt. Demnach müßten das Bienen mit großem Fettkörper eher verkraften als kleinzellig ausgebrütete oder mangelernährte Bienen - wenn man etwaige Infektionen der Bienen durch die Milben einmal von der Betrachtung ausklammert.