Brutfrei im November

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    p.s.: Es fehlte die Quellangabe zum SV-Ausschuß (Protokoll der Sitzung vom 13.6.17 Zf. 5 zu Oxalsäuredihydrat 5,7%, S. 2 Abs. 4 und S. 3 Abs 2):

    https://www.bfarm.de/SharedDoc…_blob=publicationFile&v=1


    d2dum : Es würde sicher vielen Imkern etwas nützen, wenn Du in Verhandlungen mit dem SV-Ausschuß die Empfehlung für die Erweiterung der OX-Standardzulassung auf die Sublimations-Anwendungsform erreichen könntest.

  • Wenn ich im Spätherbst 50% Infektionsrate in den kleinen Brutnestern habe, kann ich die eine Wabe auch komplett entnehmen. Damit habe ich die gewünschte Brutfreiheit und kann die Restmilben mit einer wie auch immer gearteten Behandlung bearbeiten, oder gar nichts weiter unternehmen.


    Was spricht grundsätzlich gegen, ein Verlust von 2-300 Brutzellen, wenn ansonsten durch den Befall doch weiter Varroa und Infektion verbreitet werden.


    Eine mögliche Sublimation ändert nix an der fehlenden Brutfreiheit.


    Liebe Grüße Bernd

  • Was spricht grundsätzlich gegen, ein Verlust von 2-300 Brutzellen, wenn ansonsten durch den Befall doch weiter Varroa und Infektion verbreitet werden.


    Eine mögliche Sublimation ändert nix an der fehlenden Brutfreiheit.

    zu 1.: Dagegen spricht die damit verbundene massive architektonische Störung des Wintersitzes und des Zehrweges, die der Bien jetzt nur schwer oder gar nicht mehr reparieren kann.


    zu 2.: Die Sublimation kann bienenunschädlich mehrfach angewendet werden und bietet darüber hinaus die ebenso einfache wie zuverlässige Möglichkeit, aus dem Behandlungsabfall von 2 aufeinanderfolgenden Behandlungsschritten die Effektivität der Behandlung bzw. die Anzahl der im Volk verbliebenen Restmilben hochzurechen. Kleingartendrohn hat die Faustformeln dafür hier abgeleitet (PDF in #48):

    Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung

  • Welche Störung wiegt schwerer?

    Sublimationsblockbehandlung über 7x3 Tage oder eine gescheite Entnahme 1. Brutwabe und den Rest zusammen schieben?


    Keiner verlangt das bei kalten Temperaturen.


    Das ist zumindest ein Punkt darüber nachzudenken, anstatt wieder jede Menge Chemikalien zu verabreichen. Hier geht es nicht um einmslige, sondern mehrfache Behandlung/Störung.


    Liebe Grüße Bernd

  • Ich geh' dann doch mal zurück zum Thema.

    PLZ 864..

    Weit entfernt von Brutfreiheit. Am 05.11. wegen Gewichtsverlust in 2 Völkern nachgeschaut, da waren es bei beiden noch zwei ganze Brutfelder in allen Stadien inkl. Stifte auf einer dritten (Dadant).

  • Welche Störung wiegt schwerer?

    Sublimationsblockbehandlung über 7x3 Tage oder eine gescheite Entnahme 1. Brutwabe und den Rest zusammen schieben?

    Die Zerstörung der Wintersitzarchitektur wiegt m.E. eindeutig schwerer. Außerdem: Ein auch nur handtellergroßes Brutnest erstreckt sich bei kugeliger Ausdehnung auf drei Waben, nicht nur eine.


    Der große Unterschied der Darreichungsform Sublimation besteht darin, daß dabei OX nur äußerlich an die Bienen kommt, nicht systemisch wirkt und sie nicht imkerlich gezwungen werden, OX gegen ihren Willen aufzunehmen mit den bekannten, auch subletalen Nebenwirkungen. Sublimierte OX können sich die Bienen rein mechanisch wieder abputzen, was beim Träufeln nicht und beim Sprühen nicht uneingeschränkt geht. Deshalb ist Sublimation die mit Abstand bienenschondenste Darreichungsform und Winterbehandlungsart. I.ü. eine Blockbehandlung jetzt max. 4 x 3 Tage dauern und noch dazu ein sicheres Diagnoseinstrument dafür liefern, wieviele Restmilben im Volk verblieben sind (s. #73) - kann also bei geringem Milbenabfall vorzeitig beendet werden.

  • Wenn ich manche Beiträge lese, dann verstehe ich auch Veganer die keinen Honig essen. Die essen keine Produkte wo Tiere leiden, bzw. ausgebeutet werden und mittlerweile wächst mein Verständnis für sie immer mehr.

  • Der Lobgesang auf die Sublimation... Dann sorgt doch für eine Zulassung, wenn ihr nicht ohne imkern könnt?


    Hier wird die architektonische Störung höher angesetzt, als ein mehrfach angewendete Gift? Natürlich wirkt auch dieses systemisch. Nur weil man Arsen in kleinen Dosen anwendet, ist Arsen nicht ungiftig. Nur überlebt man das eher. Und die Bienen sind kurzlebig, ob sie jetzt nicht 9 Monate, sondern nur 7 Monate alt werden. Ist für die Überwinterung unwichtig, da hier nur 5-6 Monate überlebt werden müssen. Ich kann also nur jedem abraten, die Nase bei der Sublimation in die Beute zu halten, wir leben etwas länger.


    Eine Entfernung einer Wabe gerade bei diesem noch recht warmen Wetter ist überhaupt kein Problem für die Bienen. Sie können sich gut an veränderte Situationen anpassen. Wenn der Baum umfällt, in dem sie gehaust haben oder wenn Wachs brüchig durch die Kälte wird, überlebt das Volk auch solche Sachen, solange Futter am Volk ist. Nur wenn es in der Wintertraube sitzt und die Außentemperaturen keine Korrektur der Position zulassen, dann stirbt das Volk ohne Futter. Die Bienen können sich sehr gut anpassen, sonst wären sie schon lange ausgestorben..


    Ich werde am Freitag schauen, ob ich mit Milchsäure behandeln kann und die Völker brutfrei sind. Ja, ich ziehe Milchsäure vor und das besprühen jeder einzelnen besetzten Waben. Ich mach das seit Jahren erfolgreich. Im Anfang habe ich geträufelt doch da kam es immer zu starken Totenfall am Ende des Winters und sogar zu Völkerverlusten. Sublimieren ist nicht zugelassen bei uns und da ich meinen Honig verkaufe, halte ich mich an die Vorgaben.


    Jeder muss selber wissen, wie er die Völker durch den Winter bringt. Wenn man aber unbedingt auf eine hier nicht zugelassene Methode zurückgreifen muss, um erfolgreich zu überwintern, spricht das nicht gerade für den Imker. Just my 2 cents.

  • Um den Wintersitz wird schon immer zu viel Hype gemacht. Viel wichtiger ist Futter, wenig Milben und ein warmer Deckel über dem Volk. Leer werden die Waben von alleine, je länger der Winter dauert.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • .......Eine Entfernung einer Wabe gerade bei diesem noch recht warmen Wetter ist überhaupt kein Problem für die Bienen. Wenn der Baum umfällt, in dem sie gehaust haben oder wenn Wachs brüchig durch die Kälte wird, überlebt das Volk auch solche Sachen.....



    Klar, dieser zitierte Baum fällt bei manchen Imkern anscheinend jetzt noch jede Woche um. Dr. Liebig definiert Störung der Bienen so: Wechselhafte Witterung? Das Wetter? Wenn der Imker nicht stört, gibt es keine Störungen, egal wie Witterung und Wetter verlaufen. Wer eine Stockwaage hat weiß genau, wenn Tracht ist und man werkelt an den Bienen, dann ist die Tagesausbeute sehr sehr schlecht.

    Die alten Imker hätten dir so auf die Finger gehauen, wenn du im späten Oktober oder November noch an der Bienen gearbeitet hättest. Die Bienen bereiten sich doch nicht umsonst für den Winter vor. Warum kitten die schon meist im Oktober jede Ritze in der Beuten aus, warum verrkitten die Rähmchen!

    Warum verkitten die das? Weil sie ihnen Spaß macht oder? Ja verdammt weil sie Ruhe haben wollen und sich auf den Winter vorbereiten.

    Ich vergleiche das immer so, wenn jetzt einer vor dem Winter ständig in mein Haus eindringt, obwohl er nichts zu suchen hat, schmeißt mir in der Speisekammer alles durcheinander und ordnet es nicht genau so hin wie ich es gehabt habe, es ist alles locker, obwohl ich es festgeschraubt habe, es wird kalt in der Bude und meine Kinder frieren, das erzeugt Stress und macht krank und so gibt es den Bienen auch! Die Bienen gehen mit Sicherheit an den dauernden Störungen eher ein als an der Varroa. Schade, für viele Menschen gibt es keine Natur mehr, keine Regeln an die man sich halten muss, da wird einfach die Natur den Menschen angepasst und das ist für mich keine Imkerei im Sinne der Bienen. Tiere sollte man, besonders als Hobbytierhalter artgerecht halten, D.h. für mich so wie es die Natur vorgibt. Meine Hühner gehen zum Beispiel gehen jetzt mit der Tageslichtabnahme auch besser aus der Eiablage, aber deswegen mache ich Ihnen auch im Stall kein Kunstlicht.

    Nach der Erzeugung der Winterbienen, das ist August, September da kann man einfach nicht mehr viel machen, da stirbt auch ein Bienenvolk nicht mehr an der Varroa und die Winterbehandlung ist für mich unerlässlich und da ist es egal ob ganz Brutfreiheit oder eine Handvoll Brut, größere Brutflächen werden sie bei mir an Weihnachten sicherlich nicht haben, anscheinend brüten sie aber bei anderen Imkern voll durch, das wäre aber unnormal und das könnte ganz andere Gründe haben, eventuell sind die Bienen schon irgendwie Varroa - oder oder virengeschädigt, dass sie nicht aus der Brut gehen und da hilft auch das oftmalige Nachschauen nicht. Die Bienen wissen normalerweise wann sie aus der Brut zum gehen haben, das ist die Natur, die es perfekt eingerichtet hat und ihnen das Überleben sichert und durchbrüten steht nicht im Programm der Naturgesetze.

  • Die alten Imker hätten dir so auf die Finger gehauen, wenn du im späten Oktober oder November noch an der Bienen gearbeitet hättest. Die Bienen bereiten sich doch nicht umsonst für den Winter vor. Warum kitten die schon meist im Oktober jede Ritze in der Beuten aus, warum verrkitten die Rähmchen!

    Warum verkitten die das? Weil sie ihnen Spaß macht oder? Ja verdammt weil sie Ruhe haben wollen und sich auf den Winter vorbereiten.

    Alte Imker schleuderten auch munter aus dem Brutraum was geht.

    Alte Imker hatten das Gefühl, je dunkler die Wabe, desto besser.

    Alte Imker haben noch nie 20 °C im November erlebt.


    Nichts für ungut, aber auch der Bienengesundheitsdienst und unser Institut empfehlen für die Winterbehandlung die Kontrolle auf Brut und gegebenenfalls die Verschiebung der Winterbehandlung oder die Brutentnahme. Egal bei welcher Applikationsform der Oxalsäure.

    Wenn dafür die Chance im November besteht, bei angenehmen Temperaturen, so ist das bestimmt um Welten besser als im Dezember bei einstelligen Temperaturen.