Brutfrei im November

  • Das Signal ist nicht "Frost" wie bei einigen Pflanzen genau bei 0 Grad. Das Signal ist "zu kalt" um wirtschaftlich zu brüten. Das kann auch über 0 Grad liegen.

    Der Brutstart findet dann bei genau so kalten Temperaturen, oder noch darunter statt. Das ist auch nicht sehr wirtschaftlich, aber unbedingt erforderlich, wenn man den Blühbeginn manschaftsstark mitmachen will. Zurzeit ist brüten für die meisten Völker Energieverschwendung. Bei normaler Trachtlage, ohne blühende Senf- oder Phaceliafelder, dürfte jetzt oder in ein zwei Wochen in fast allen Völkern keine Brut mehr zu finden sein.

    Ich erkenne das mittlerweile recht treffsicher beim Blick durch die, bei mir vorhandene, Folie, ohne große Störung des Volkes. Das muss man aber üben.

    Der Brutbeginn ist stark abhängig von der Größe des Volkes, dem Futtervorrat, dem Beutenmaterial und dem Standort. Da sind die Bienen sehr flexibel und dieser fällt bei weitem nicht bei allen Völkern auf die Wintersonnenwende.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Das Signal ist "zu kalt" um wirtschaftlich zu brüten. Bei normaler Trachtlage, ohne blühende Senf- oder Phaceliafelder, dürfte jetzt oder in ein zwei Wochen in fast allen Völkern keine Brut mehr zu finden sein.

    Ich erkenne das mittlerweile recht treffsicher beim Blick durch die, bei mir vorhandene, Folie, ohne große Störung des Volkes. Das muss man aber üben.

    Der Brutbeginn ist stark abhängig von der Größe des Volkes, dem Futtervorrat, dem Beutenmaterial und dem Standort.......

    Deine ersten beiden Sätze erklären es treffend.

    Falls Bienen auf den Winter zu fast keinen Brutstopp einlegen, dann kann es auch auch an diversen Unstimmigkeiten wie z. B. Varroaschäden im Volk hindeuten.

    Wenn sie mit der Brut beginnen, erreichen die Werte im Inneren der Wintertraube 35 Grad, selbst wenn draußen minus zehn Grad, aber für die Bienen eben schon eine enorme Leistung hinsichtlich Energie / bzw. Futterverbrauch wobei wir wieder auf deine ersten Sätze kommen.....

  • Habe am Dienstag bei noch relativ milden 10-12 Grad die Winter-OX-Sprühbehandlung durchgeführt. Alle Völker sind schön stark und waren bis auf zwei Ausnahmen sogar ziehmlich freidlich. Fazit:


    - 7 von 12 Völkern absolut brutfrei


    - 3 Völker mit minimalen Brutresten, 1 davon aber schon mit offener Bruter (fettere Maden dabei)


    - 2 Völker hatten noch erheblichere Mengen an verdreckelte Brut, aber keinerlei OB und wenig Stifte. Diese Kandidaten werde ich Mitte/Ende der kommenden Woche wenn die VB ausgelaufen ist träufeln.

  • Wenn es im Januar so richtig knackig kalt wird, schrumpft die Traube sehr eng zusammen und in ihrer Mitte entsteht leicht Bruttemperatur, welche zur Anlage von etwas Brut gerne genutzt wird. (verschwendet wird ja nix)

    Im zusammenhang mit zunehmender Tageslichtlänge könnte man das als "Start" werten oder als Auslöser.....

    Wann die Völker aufhören zu Brüten ist wohl genetisch in ihrem vererbten Brutrythmus begründet.

    Italiener neigen zum Durchmachen, Carnicas eher nicht, zu sehen wird meist ein Mischmasch, auch am selben Stand, sein....

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Wenn es im Januar so richtig knackig kalt..

    Italiener neigen zum Durchmachen, Carnicas eher nicht, zu sehen wird meist ein Mischmasch, auch am selben Stand, sein....

    Bei einer Trachtlosigkeit gehen Carnica massiv aus der Brut, wobei eine Buckfast munter weiter brütet. (Eigene Erfahrung durch Vergleiche)

    Wie ist das bei einem Kälteeinbruch? Gibt es da auch Unterschiede?

  • Im Frühjahr, wenn das Nest zu stark ausgeweitet wurde verputzen meine die Brut die bei einem Kälteeinbruch nicht versorgt/gewärmt/gepflegt werden kann... je nach dem sogar ganz wie dieses Jahr:(

    Das, denke ich, ist im Hertbst nicht anders.

    Die die keine Brut haben, gut is...

    Die, die wenig Brut haben, bringen den Rest durch und gut ist.

    wobei eine Buckfast munter weiter brütet.

    Das kannst pauschal auch nicht sagen.

    Eher, das junge B Queens eher als Alte B Queens und beide eher als C Queens, spät Brut pflegen.

    Ruttner berichtet das hiesige Meliferas im Herbst nochmal einen (geringen) Gipfel im Brutrythmus haben ( zb.Heidebiene), Bruder Adams Biene wohl auch, das war ja die Biene die er für die seine Spättracht selektiert hat.

    Vielleicht kommt daher auch die Denke.

    Im Mediterranen Raum legen die Völker nach der Sommerhitze und Brutlosigkeit wieder los und bekommen wieder besonders oberwasser wenn es auch noch geregnet hat.

    Das die bei diesen eher milden Temps dort duchbrüten ist ja auch klar.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

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    W. Churchill

  • Heute Nacht hatte es -4 Grad und der erste Schnee liegt auf den Beuten. Wenn auch nur 1-2 cm, aber immerhin. Fühlt sich echt wie Winter an :)


    Würde es nun 3 Wochen kalt bleiben, müsste in 3 Wochen (10.12.) kaum noch verdeckelte Brut drin sein. Frühestens.


    Da es aber ab kommenden Wochenende schon wieder wärmer werden soll (kein Frost in der Nacht, tagsüber +7 Grad), werden sie wohl wieder mehr stifteln. D.h. theoretisch wäre das Mininum an verdeckelter Brut etwa 9 Tage später, also so um den 03.12. herum?


    Womit wir nahe an Franz Xavers "Nikolaus" herum wären :)


    Fazit: je nach Wetterlage so um den 03.12 bis 10.12 herum wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt.

  • Nur mal so als kleiner Denkanstoss (und im Sinne einer weiteren, indirekten Rückmeldung zur Ursprungsfrage, wo die Völker überall schon brutfrei seien):


    http://www.bienen.ch/aktuelles…ng-jetzt-aktuell-347.html

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Dr V. Schneider hat in ihrer Dissertation übrigens erwähnt, daß die Tochtermilben innerhalb von einem (!) bis 20 Tagen wieder in Brutzellen absteigen, um sich ihrerseits zu vermehren (S. 8 letzter Satz):

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf

    Um genau zu sein: Das gilt nur für Altmilben.

    Jungmilben brauchen eine Reifezeit, in der sie nicht in die Brutzelle absteigen. Die entsprechende Veröffentlichung habe ich jetzt leider nicht parat.

    Gruß Ralph

  • Kleingartendrohn : Das ist eben (m)eine Frage! Wenn der Reifungsfraß von Jungmilben wesentlich verkürzt sein kann, gar nur auf 1 Tag, dann würde das die scheinbar abgesunkene Varroa-Toleranzschwelle von Bienenvölkern erklären können. Weitere Frage wäre dann, inwieweit wir Imker durch die immer perfektere Anwendung von TAM die Milben genau auf diese Eigenschaft hin (Verkürzung der Reifungsfraßphase) ausgelesen haben. Wenn ja, wäre dies ein weiteres Argument dafür, biotechnische Behandlungsmethoden zu präferieren, wie Du das ja in der Vorbemerkung zu Deinem TBE-Konzept bereits erwähnt hattest.

  • Weitere Frage wäre dann, inwieweit wir Imker durch die immer perfektere Anwendung von TAM die Milben genau auf diese Eigenschaft hin (Verkürzung der Reifungsfraßphase) ausgelesen haben.

    Das würde aber nur bei Behandlungsverfahren gelten, die nicht im brutfreien Zustand angewendet werden.

    Dann wären alle Verfahren zu präferieren, bei denen die Brutfreiheit künstlich hergestellt wird (TBE, Käfigen der Königin) und die Winterbehandlung.

    Interessanterweise propagieren die Toleranzzüchter aber gerade den Verzicht auf die Winterbehandlung.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Interessanterweise propagieren die Toleranzzüchter aber gerade den Verzicht auf die Winterbehandlung.

    Und viele Imker wagen das nicht (ich eingeschlossen) und argumentieren dagegen: Wer genau beobachtet, erkennt die Völker mit hoher Varroalast und die Ursachen dafür. Es sei daher eher eine Frage des persönlichen Geschmacks oder der eigenen Ethik, ob man als Imker die Drohnen solcher Völker ausschneidet oder auf deren vorroabedingte Schädigung, gar den Zusammenbruch der Drohnenpopulation in solchen Völkern hinarbeitet.

  • Hallo Wolfgang,


    Für einen Züchter besteht der Sinn des Weglassens der Winterbehandlung darin, dass er im nächsten Jahr mit einer höheren Varroalast in das Jahr startet. Damit sieht er früher im Jahr (und deutlicher), welche seiner Völker am ehesten in der Lage sind, den Milbenbefall niedrig zu halten (und daher für die nächste Generation in Frage kommen)


    Gruß

    Ludger