Brutfrei im November

  • Warum ich das mache:

    -- weil ich noch keine Jarhzehnte Erfahrung habe

    -- weil ich Zusammenhänge erkennen will

    -- weil ich nur ein sehr kurzes Fenster von Brutfreiheit habe und die gilt es zu erwischen für eine legale Varroabehandlung

    Ich habe nicht:
    -- alle Waben angesehen

    -- alle meine Völker aufgemacht

    -- gründlichst nachgesehen, um auch den letzten Stift zu sehen

    -- bei kalten, nassen Wetter die Völker geöffnet, sondern bei warmen 15°C und Flugbetrieb

    -- eine einzige Wabe umgehängt


    Was habe ich erkannt?

    -- je mehr Pollen eingetragen wurde, desto mehr Brut

    -- Kondenzwasser hatte keines der Völker unter der Folie

    -- wo das Brutnest ist, sodass die erste gezogene Wabe die Pollenwabe war und ich max.3 Waben pro Volk ansehen habe


    So, und was mache ich, wenn es keine Brutfreiheit mehr diesen Winter gibt? Dann werde ich OS sprühem und jede Wabe einzeln in die Hand nehmen müssen!

    Ich habe alles getan, um die Störung im Volk so gering wie möglich zu halten!

    Außerdem erhoffe ich mir in Zukunft, dass ich dann so viel erkenne und gelernt habe, dass ich das nachschauen nicht mehr nötig ist!


    Natürlich kann ich meine Völker jetzt auch zulassen und einfach im Dezember ins blaue bei kalten Temperaturen(falls es die tatsächlich noch gibt) OS träufeln und hoffen es wird gut gehen!

    Die letzten Jahre aber haben gezeigt, dass bei mir spätestens Anfang Dezember schon wieder Brut angelegt wurde!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Warum muss man jetzt die verkitteten Waben rausnehmen?

    Warum muss man die schon angelegten Winterzehrwege ( Öffnungen manch untere Waben ausgebissen) eventuell umsortieren?

    Warum muss man jetzt wissen was im Bienenvolk los ist?

    Welche Maßnahmen sind jetzt noch sinnvoll, um den Bienen das " über den Winter zu kommen" zu erleichtern?

    Weil man unbedingt jede einzelne Milbe erwischen will (und muss)! Weil man nur einen Schuss hat. Der nächste kann einen selber treffen. Dabei ist es so einfach. Man verdampft (Blockbehandlung) und gut isses. Nicht zugelassen heißt ja nicht automatisch verboten. Inzwischen bedampft ja gefühlt jeder! :)

  • Wenn die Völker bis E. Oktober überlebt haben, dann ist es gut.

    Die gefährlichste Zeit ist August / September bei der Winterbienenerzeugung.

    Für mich ist der wichtigste Zeit wo ich noch mal mit Oxalsäure fühle ist meist um Weihnachten und da wird nur der Deckel abgenommen.

  • Warum muss man jetzt die verkitteten Waben rausnehmen?

    Warum muss man die schon angelegten Winterzehrwege ( Öffnungen manch untere Waben ausgebissen) eventuell umsortieren?

    Warum muss man jetzt wissen was im Bienenvolk los ist?

    Welche Maßnahmen sind jetzt noch sinnvoll, um den Bienen das " über den Winter zu kommen" zu erleichtern?

    Weil man unbedingt jede einzelne Milbe erwischen will (und muss)! Weil man nur einen Schuss hat. Der nächste kann einen selber treffen. Dabei ist es so einfach. Man verdampft (Blockbehandlung) und gut isses. Nicht zugelassen heißt ja nicht automatisch verboten. Inzwischen bedampft ja gefühlt jeder! :)

    Doch nicht zugelassen bedeutet in der Lebensmittelherstellung verboten. Und wir ernten Honig. Wenn man sich da nicht an die zugelassenen Methoden hält, dann ist man, wie der Bauer, der mehr Gülle auf den Acker fährt oder einfach nicht zugelassene Pestizide nutzt. Das will doch auch keiner? Wo zieht man die Grenze? Warum dürfen Imker die Gesetze ausser acht lassen, fordern aber von anderen eine strikte Einhaltung?

    Ich weiss, es ist ja nur Oxalsäure, die ja im Grunde beim träufeln und sprühen zugelassen ist und in vielen anderen Ländern genutzt wird, toleriert oder zugelassen ist. Aber in anderen Ländern sind auch noch andere Pestizide zugelassen und andere Düngemittel etc.... Soll der Bauer mit der gleichen Argumentation kommen? Es tun doch alle? Und wir haben dann noch mehr Rückstände in unseren Lebensmitteln?


    Jeder muss für sich entscheiden, wie er behandelt. Aber es gibt keinen Grund für das Sublimieren, da sind die anderen zugelassenen Behandlungsmethoden völlig ausreichend.


    Ich diskutiere da nicht, sonst müsste ich über alle Gesetze diskutieren. Nur weil die Kontrolle fehlt, ist es nicht erlaubt.

  • Imkern heißt, den anvertrauten Bienen höchstmögliche, sie nicht behindernde und vor allem naturnahe Unterstützung angedeihen zu lassen und naturnah heißt eben zu überlegen, wie es bei Ihnen wäre, wenn sie wild lebend wären.

    Wenn ich jetzt noch immer in die Völker schaue ist das nicht nötig. In einem, im Baum lebenden Bienenvolk schaut doch auch niemand nach. Pollen? Was will man da jetzt schauen, verändern?. Die haben vorgesorgt und wissen auch wo der hingehört! Futter? Die Bienen wissen wo Sie ihre Futtervorräte einlagern müssen, besser als der Imker. Futterkontrolle auf Gewicht? Ja durch Anheben der Beuten. Kontrolle der Brut - warum? Wir haben doch auch früher bei dem Kühen nicht permanent eine Trächtigkeitsuntersuchung alle paar Wochen durchgeführt und überprüft ob das Kalb noch da ist. 3 Wochen nach den ersten Frösten kann man sicher sein, dass Sie ziemlich aus der Brut gegangen sind (ein kleines Brutnest ist fast immer im Volk). Um diese Jahreszeit ist es schon zu kalt um die Beuten zu öffnen, die Bienen können die Bruttemperatur mangels Außentemperatur und Bienenmasse nicht mehr so einfach halten. Meistens A. Dezember haben wir diese Fröste und so ist eine Behandlung um Weihnachten zeitlich nicht falsch, außerdem wird man ohnehin nie alle Varroen erwischen, sonst hätten wir diese schon ausgerottet. Das Wort Brutfreiheit halte ich für nicht angebracht

    Ich führe an einem wärmeren Sonnentag, wenn meine Beuten von der Sonne angestrahlt werden eine Beträufelung mit OS durch, hier ist auch gewährleistet, dass die Bienen etwas aktiver in der Beute sind und so für eine schnellere Verteilung sorgen. Wichtig ist dann im März die Beuten durch Anheben auf Vorräte zu überprüfen, da kann es so manche Überraschung geben.

    Natürlich will ich niemand vorschreiben wie er seine Bienen zu behandeln, aber es sollte ein kleiner Denkanstoß sein.

    Habe ich noch was vergessen?

  • Woher weiß ich die Entwicklungszeiten der Bienen, 16, 21,24 Tage?

    Natürlich durch das Lesen vieler Bücher und Zeitschriften!

    Ich habe hier einen Link angehängt, natürlich wenn man den Bieneninstituten nicht glaubt, solche Leute soll es geben dann muss man es selbst herausfinden.

    Der Verfasser dieser Masterarbeit hat sogar die Brutfreiheit kontrolliert!

    Siehe Seite 20 Restentmilbung, steht ganz am Schluss!


    https://www.jagsttalimkerei.de…erarbeit_DanielPfauth.pdf

    Franz Xaver aus Niederbayern

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honigmayerhofer ()

  • 3 Wochen nach den ersten Frösten kann man sicher sein, dass Sie ziemlich aus der Brut gegangen sind (ein kleines Brutnest ist fast immer im Volk). Um diese Jahreszeit ist es schon zu kalt um die Beuten zu öffnen, die Bienen können die Bruttemperatur mangels Außentemperatur und Bienenmasse nicht mehr so einfach halten. Meistens A. Dezember haben wir diese Fröste und so ist eine Behandlung um Weihnachten zeitlich nicht falsch

    ...

    Habe ich noch was vergessen?

    Die "ersten Fröste" sehe ich leider bei uns als nicht so klar definierbar an. Hatte diesen Herbst etwa Anfang Oktober ein paar mal Eis auf Autoscheiben und etwas Rauhreif, ohne dass empfindliche Kübelpflanzen Schaden genommen haben. Einige Bienenvölker waren Anfang Oktober brutfrei, andere hatten noch Brut auf mehreren Waben. Vor kurzem hatten wir eine einzelne Frostnacht mit Schäden an Pflanzen, seitdem wieder lauwarme Nächte und tagsüber 10 bis 15°C (Ist das wirklich zu kalt zum Beuten öffnen?). Ich sehe mich da nicht in der Lage, Brutfreiheit von außen zu beurteilen, habe allerdings in den letzten Wochen keine Beuten geöffnet.

    Werde wohl kurzfristig mal Windeln unterschieben und u.a. schauen, ob helle Milben fallen, was wohl ein Indiz für Brut wäre. Ansonsten hoffe ich, dass wir bis Anfang Dezember noch ein paar aufeinanderfolgende Frostnächte und -tage bekommen sowie 3 Wochen später geeignete Temperaturen für das OS-Träufeln. Zu der Frage, bei welchen Temperaturen geträufelt werden sollte, widersprechen sich Angaben von OS-Lieferanten, Instituten etc. leider.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Einige Tage knackige Fröste (nicht Rauhreif), so zumindestens halte ich das. Drei Wochen nach diesen Frösten kann man davon ausgehen, dass die Bienenvölker brutfrei sind. Kleine Ausreißer wird es immer geben, aber die bestätigen die Regel und sollen niemanden daran hindern so zu verfahren!

  • Danke für den Hinweis auf die Masterarbeit! Ich habe diese jetzt nicht ganz durchgearbeitet und bezüglich Brutfreiheit im Winter folgendes herausgelesen:


    Es wurden 26 Völker einer Herkunft an einem Standort an einem Tag Anfang November eines Jahres auf Brutfreiheit kontolliert.


    Und welche Erkenntnis ziehst du damit für deine Völker?

  • Einige Tage knackige Fröste (nicht Rauhreif), so zumindestens halte ich das. Drei Wochen nach diesen Frösten kann man davon ausgehen, dass die Bienenvölker brutfrei sind. Kleine Ausreißer wird es immer geben, aber die bestätigen die Regel und sollen niemanden daran hindern so zu verfahren!

    Moin,

    wenn ich auf einige Tage knackige Fröste warte, kann ich im Raum HH wahrscheinlich erst Richtung Februar behandeln;-)))

    Ne, in Ernst. Es ist für mich hier im Norden derzeit echt schwer, herauszufinden, wann und ob Brutfreiheit herrscht.

    Ich glaube nicht, dass wir hier dieses Jahr, also bis Weihnachten, noch so ein paar Tage knackige Fröste bekommen.

    Letztes Jahr hab ich erst Weihnachten behandelt. Da waren die alle schon wieder in Brut. Zu spät? 6 von 7 Völkern haben überlebt, das eine hatte einen Königinnenverlust zu verzeichnen.

    Dieses Jahr werde ich eher Nikolaus anpeilen.

    Rainer/beemax (Plön) spricht jetzt schon von Brutfreiheit. Mitte November ist mir gefühlt noch zu früh.....

    In Stuttgart und in Niederbayern kann das schon wieder ganz anders aussehen....

    Dennoch schaue ich derzeit nur durch die Folie, wie die Völker aussehen. Und Schwitzwasser sagt mir, dass die noch in Brut sind...

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:


  • Und welche Erkenntnis ziehst du damit für deine Völker?l

    Dass ich nicht in BW wohne!

    Wie schon erwähnt mit Weihnachten behandeln liege ich sicherlich nicht falsch!

    Genau wegen dieser Erkenntnis ist es sinnvoll, dass nicht alle wie wild im November in ihren Völkern rumwursteln, sondern Imker wie SK-Honig strukturiert nachforschen und diese Ergebnisse in diesem Thread teilen, damit andere ihre Schlüsse für die Winterbehandlung ziehen können.


    Grüße vom Apidät