Brutfrei im November

  • Aus der minimal schlechteren Auswinterung gegenüber der unbehandelten Kontrollgruppe aber zu schlussfolgern, dass man lieber auf die Oxalsäureträufelung verzichtet, halte ich aber - zumindest ohne dichte Kontrolle des Varroabefalls - für falsch, denn die weitere Entwicklung der Völker, bis nach der Sommerernte wird hier nicht berücksichtigt.

    Danke für die Studie, sie ist interessant! Was ich etwas doof daran finde ist die Tatsache, dass die Völker nur an der Brutfläche beurteilt werden im Frühling und kein Wort über die gesamte Volsstärke verloren wird.

    Diese Studie hat zwar deutlich tiefere Völkerzahlen dabei, versucht aber die gesamte Volksstärke zu beurteilen.


  • Bei den Temperaturen jetzt juckt es mich ja, die Brut zu kontrollieren und ggf. MS zu sprühen. Dumme Idee oder sollte das ok sein?


    Bei den Temperaturen bietet sich MS einfach an. Aus meiner Sicht für die Bienen viel schonender als die Behandlung bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt (da man da die Wintertraube auseinanderreißt, Kühle und Unruhe ins Volk bringt). Ob da noch auslaufende Brut vorhanden ist, fällt für den Behandlungserfolg nicht signifikant ins Gewicht (ich hatte das letztes Jahr mal getestet). Wenn nach der MS-Behandlung weniger als 1000 Milben fallen, kann man sich eine weitere Behandlung sogar sparen.

  • Also bei mir sind noch die letzten Wochen Jungbienen geschlüpft, bei mir fliegen sich immer noch welche ein. Ich denke wenn das Wetter so bleibt, werden wieder kleine Brutnester errichtet, bei mir wurde gestern gelber, weißer orangener und blauer Poller eingetragen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...die Gruppe OAG und die Kontrollgruppe G sehr nahe beieinander liegen...

    hochgradig hypothetisch... nicht ansatzweise so festzustellen.

    Vivajohn : Ein Mißverständnis: Die Kontrollgruppe ist nicht G (Glycerin ohne OX), sondern K.

    Der Arbeitsaufwand bei den Schauvolk-Versuchsreihen ist enorm gewesen (s. Kap. II). Die Vorversuche (Diplomarbeit) hatten ja ergeben, daß OAG (OX mit Glycerin) etwas besser bienenverträglich ist als OAS (OX mit Zuckerlösung). Mglw. sind deshalb die Schauvolk- OAS-Reihen wegen des im limitierten Zeitraum nicht leistbaren Arbeitsaufwandes weggelassen worden? Wer den Realbetrieb an Unis mit Doktoranden und den ihnen übertragenen "Nebenaufgaben" kennengelernt hat, kann das sicher nachvollziehen.


    Das Versuchsdesign kann man kritisieren. Aber hypothetisch sind die Ergebnisse nicht, auch nicht bei den Laborbienen. Schließlich lebten/starben auch die in den 2 unterschiedlichen Versuchsgruppen und der Kontrollgruppe unter definiert denselben Bedingungen - bis auf die untersuchte OX-Konfrontation, die ja gerade Untersuchungsgegenstand war.


    I.ü. bestätigen wissenschaftliche Auswertungen von Vollvölkern gerade das Gegenteil Deiner Schlußthese, nämlich die vergleichsweise geringere Bienenverträglichkeit und mehr als 50% schlechtere Auswinterung bei Träufelung bzw. Sprühbehandlung gegenüber OX-Bedampfung. Am Versuchsdesign der Fischermühle an 1.509 imkerlich betreuten Versuchsvölkern wird man dabei schwerlich vorbeikommen (s. Tab. 7 auf S. 6 + S. 7):

    http://www.imkerei-fischermuehle.de/fix/doc/OS0110.pdf

    Wobei an diesen Zahlen besonders interessant ist das auffällige Mißverhältnis von Brut und erwachsenen Bienen im März:

    Bei Annahme der Auswinterungsstärke der bedampften Völker = 100% ergab sich für:

    - das Sprühen mit OX: 104% erwachsene Bienen (wobei der Winterverlust mit reichlich 18% um mehr als 2,5 x höher war als beim Bedampfen mit 7%) und nur 44% der Brut

    - das Träufeln: 87% erwachsene Bienen zu nur 43% der Brut

  • Vivajohn: Ein Mißverständnis: Die Kontrollgruppe ist nicht G (Glycerin ohne OX), sondern K.

    G und K sind beides Kontrollgruppen. G ist die Kontrollgruppe für OAG und K für OAS

    Der Arbeitsaufwand bei den Schauvolk-Versuchsreihen ist enorm gewesen (s. Kap. II). Die Vorversuche (Diplomarbeit) hatten ja ergeben, daß OAG (OX mit Glycerin) etwas besser bienenverträglich ist als OAS (OX mit Zuckerlösung). Mglw. sind deshalb die Schauvolk- OAS-Reihen wegen des im limitierten Zeitraum nicht leistbaren Arbeitsaufwandes weggelassen worden? Wer den Realbetrieb an Unis mit Doktoranden und den ihnen übertragenen "Nebenaufgaben" kennengelernt hat, kann das sicher nachvollziehen.

    Dass da ein Riesenaufwand dahinter steht und das insgesamt eine gute Arbeit ist, steht für mich nicht in Frage. Nur die Auswirkungen der Interpretation auf die imkerliche Praxis stell ich in Frage.

    Ich ahne keine böse Absicht bei der Weglassung der Gruppe OAS, aber ich finde, sowas gehört in die Arbeit geschrieben!


    Die Versuche der Fischermühle sind ebenso interessant, hat aber auch Schwächen, wenn man diese genauer betrachtet. Wie bei der von mir verlinkten Studie, sind die Versuche über relativ wenige Völker gemacht worden (Ich beachte jetzt nur den direkten Vergleich mit dem Träufeln)

    1 Standort mit 8 Völkern über einen Winter zu beobachten ist wenig.

    Die zweite Schwäche ist aber wesentlicher... Es werden Völker verglichen, die nicht gleich stark Eingewintert wurden. Wenn man die Grafik 6 auf Seite 8 anschaut, ist der durchschnittliche Differenz der Versuchsvölker zwischen Einwintern und Auswintern sogar kleiner geworden.

    Die kleinere Brutmenge ist aber wesentlicher, da geb ich dir Recht! Das war auch bei anderen Versuchen nachzuvollziehen. Problematischer sehe ich es jedoch, daraus direkt die zukünftige Volksgrösse zu prognostizieren. Auch 7'600 Bienen könnten über 2'000 Brutzellen haben, so sie den wollten... Da fragt sich für mich eher, weshalb sie es eben nicht wollen... Zu anderen Jahreszeiten gilt eben auch, dass viel brütet, wer auch viel nachholen muss z.B.


    mfg Vivajohn

  • Hallo,

    ich hirne seit Jahren herum, wie man einen Behandlungserfolg in Prozenten angeben kann. Gerne wird die Nachbehandlung mit Perizin als Maßstab genommen. Perizin wirkt aber auch nicht 100%ig. Einzig bleibt die Abtötung und Auswaschung der Bienen übrig, ob man da auf 100% kommt ist fragwürdig.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Da wir das ja gerade in einem Nachbarfaden diskutieren: ihr seid hier OT😉. Kikibee wollte hier nur die Auflistungen der brutfreien (oder auch nicht brutfreien) Völker im November.

    Der thread hier ist mal wieder super interessant , auch die links (schon alles abgespeichert) sollte aber lieber hier weitergeführt werden, oder?

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Da wir das ja gerade in einem Nachbarfaden diskutieren: ihr seid hier OT😉. Kikibee wollte hier nur die Auflistungen der brutfreien (oder auch nicht brutfreien) Völker im November.

    Der thread hier ist mal wieder super interessant , auch die links (schon alles abgespeichert) sollte aber lieber hier weitergeführt werden, oder?


    Ging irgendwie alles aus dem hervor, was eigentlich nicht OT war:

    Kann jemand bestätigen das die Bienen nach Ox träufeln kurzlebiger werden?

    Wer das also zu früh macht (immehin einen Monat eher) könnte verfrühten Winterbienenabgang im Frühjahr feststellen?

    Ist dem so?



    Also bis jetzt nach wie vor meine Meinung:

    Auch mit Träufeln so früh wie möglich Behandeln, wenn man Brutfreiheit feststellen kann.

  • (…) möchte ich gerne einen Thread einrichten, der verfolgt, wann Völker wo in Deutschland im Winter nachgewiesenermaßen brutfrei sind. Also durch Nachsehen in den Völkern überprüft, nicht nur vermutet(....)

    3 Kisten, in allen wird noch gebrütet. Stand 07.11.18, Soltau, Lüneburger Heide.

  • Lt. Umfrage im Verein (im Mittel 300m NN):

    - ein knappes Drittel der Völker ist wirklich brutfrei, auch keine Stifte

    - ein reichliches Drittel mit verdeckelter Restbrut (hand-/handtellergroß), keine Stifte

    - ein sehr knappes Drittel mit kleinem Brutnest auf bis zu 3 W mit Stiften + Brut in allen Stadien.

  • Von 10 Völkern sind hier nur 2 brutfrei!
    Wirtschaftsvölker haben weniger verdeckelte Brut als Jungvölker!
    Nur bei einen Jungvolk habe ich Stifte gesehen!


    Und in einem sehr starken Volk, gab es noch einige wenige Drohnen!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Warum muss man jetzt die verkitteten Waben rausnehmen?

    Warum muss man die schon angelegten Winterzehrwege ( Öffnungen manch untere Waben ausgebissen) eventuell umsortieren?

    Warum muss man jetzt wissen was im Bienenvolk los ist?

    Welche Maßnahmen sind jetzt noch sinnvoll, um den Bienen das " über den Winter zu kommen" zu erleichtern?