Milben sind wieder da

  • Zur Wärme:

    Erstens soll man sie nicht durchnässen, weder mit MS noch mit OS. Feiner glitzernder Sprühnebel drauf reicht.

    Zweitens geht das flott, und wenn man die Waben gleich wieder reinhängt und zusammenschiebt, dann bleibt noch viel Wärme in den Waben selbst gespeichert. Drittens macht man das bevorzugt, wenn eben keine Brut da ist. Dann ist ein kurzer Temperaturdip vermutlich auch nicht so tragisch.

    Und bei der Anwendung im Sommer ist es nicht wirklich kalt, wobei zur Anwendung im Sommer auch Brutfreiheit angesagt ist.


    Zur OS als Alternative:
    Ja, das probiere ich seit letztem Jahr aus. Es fallen viele Milben, vermutlich mehr als bei der Milchsäure. Allerdings verläuft der Milbenfall deutlich länger über die Zeit verteilt und ich finde es schwieriger zu bestimmen, was noch fallen wird. Bei der Milchsäure kann ich nach zwei Tagen sagen, ob ich nächstes Wochenende nochmal ran muss.

    Besser finde ich an OS vor allem, dass sie in anwendungsverdünnter Form offenbar wesentlich länger hält.

  • OS kann man auch prima sprühen, das ist wesentlich angenehmer für den Imker. 3%ig ohne Zuckerzusatz. Und es wirkt deutlich besser.

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Anforderungen bzgl. Arbeitsschutz beim Sprühen von OS deutlich höher als bei MS, u.a. Atemschutzmaske. Wenn man das missachtet, könnte es weniger angenehm für den Imker werden.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • ....Anforderungen bzgl. Arbeitsschutz beim Sprühen von OS deutlich höher als bei MS, u.a. Atemschutzmaske. Wenn man das missachtet, könnte es weniger angenehm für den Imker werden.

    Bei 3% hast Du 3g auf den Liter. Wieviel willst Du davon einatmen? Was genau befürchtet Du, weil richtig inhalieren kannst Du den Sprühnebel nicht? Rhabarber hat übrigens 460mg/100g :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich benutze bei beidem keine Maske, damit komme ich wegen der Brille nicht zurecht. Die beschlägt mir dauernd. Außerdem habe ich keine Lust darauf. Daher verlasse ich mich auf die Rauchsäule meines Smokers und meine Nase. Bei der Milchsäure merkt man eher, ob man was davon einatmet, weil sie einen starken Eigengeruch hat. Oxalsäure beißt "nur". Ich halte beim beim geringsten Anzeichen die Luft an, gehe ein paar Schritte in den Wind und lasse mich wieder freiblasen. Ohne entschiedene Windrichtung sprühe ich daher ungern. Mit geht es gut.


    rase : 3 % sind 30 g pro Liter.

    Ich glaube aber auch nicht, dass eine Kleinstimkerexposition da wild ist. Nur unangenehm, man muss ziemlich husten, wenn man mal mehr davon erwischt. Das unterlässt man bald von selbst.

  • rase : 3 % sind 30 g pro Liter.

    Ich glaube aber auch nicht, dass eine Kleinstimkerexposition da wild ist. Nur unangenehm, man muss ziemlich husten, wenn man mal mehr davon erwischt. Das unterlässt man bald von selbst.

    :thumbup:

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Dr. Gumpp hat das OX-Gefährdungspotential in seiner Dissertation eingehend untersucht und herausbekommen (vereinfacht gesagt): Bei imkerlicher Anwendung ist Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen, im imkerlichen Anwendungsfall max. 1/3 der MAK - noch dazu nicht jeden Tag und das sämtliche Berufsjahre lang = M(aximale)A(rbeitsplatz)K(onzentration):

    https://publikationen.uni-tueb…Varroatose.pdf?sequence=1

    Zitat S. 60:

    "...daß bei der sachgemäßen Anwendung beider Verfahren keine gesundheitsgefährdende, systemische Wirkung der Oxalsäure auftritt. Dies gilt wohlgemerkt, auch ohne daß der Imker spezielle organisatorische oder arbeitshygienische Schutzmaßnahmen ergreifen muß, wie z.B. das Tragen einer Atemschutzmaske."


    Trotzdem empfiehlt er vorsorglich die in diversen Anwendungsvorschriften genannte PSA (Handschuhe, Schutzbrille, FFP3-Maske).

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Ich benutze bei beidem keine Maske, damit komme ich wegen der Brille nicht zurecht. Die beschlägt mir dauernd.

    Das ging mir auch so mit den einfachen Masken.

    Mit der Art Maske ist nichts mehr beschlagen, da sie wirklich sehr gut abdichtet.

    Das ist bei den einfachen nicht der Fall.

  • Klitzekleine "Statistik" und definitiv nix neues. Ich habe beobachtet, dass bei Anwendung von Milchsäure 80-90 % der FALLENDEN Milben in den ersten beiden Tagen fallen, man erhält also schnell eine Rückmeldung. Der natürliche Varroatotenfall hat sich danach pi mal Daumen gedrittelt. Dieser wird nach gut zwei Wochen wieder erreicht. Wenn mit Milchsäure weniger als 30 Milben gefallen sind, lag danach der natürliche Totenfall unter 0,5-1 pro Tag und das reicht mir.

    Soweit meine privaten Schlüsse aus meinen Aufzeichnungen.

    Wie hast du davor und danach die Milbenlast gemessen?

  • Ich hatte nach dem Verdampfen direkt am nächsten Tag und in den Folgetagen die fiesen kleinen glitzernden Schalen auf der Windel liegen. Leider diesmal Notbremse, ich hoffe, es war nicht völlig zu spät.


    Zur "Exposition" ein Satz:

    OS hat den Vorteil, eindeutig am Geruch erkennbar zu sein, nur falls das noch nicht erklärt wurde. Bevor man das richtig lungengängig einatmet, sollte man es am moderig, fauligen Geruch wahrgenommen haben - ich kann es nicht besser beschreiben. Irgendwo zwischen Chlor und Faulgas mit Spritzer von Schwefel würde ich den Geruch ansiedeln. Wie das mit dem Aerosol beim Versprühen ist, weiß ich nicht. Beim Verdampfen ist es so.


    Gruß Andreas

  • Low tec und low sophisticated. Halbwegs durchgängig die ersten zwei Jahre den natürlichen Milbenfall alle paar Tage auf der Windel gezählt. Ich hatte dann einen guten Eindruck, was so runterfällt, wie sehr das von Behandlungen oder auch Temperaturschwankungen, Volksstärke, Brutzustand etc. abhängt.


    Ich muss nicht zwanghaft jede einzelne Milbe in meinen Völkern mit Nummer versehen, solange es allen dabei gut geht. Meinen Völkern geht es gut und ich mach mich nicht verrückt. Passt.