Milben sind wieder da

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    Zug ist abgefahren. Entweder sie kommen durch, oder nicht. Dein Varroamanagement war nicht gut. Warum und wieso kann ich Dir nicht sagen, aber empirisch isses bewiesen :)


    Ich würde bei Brutfreiheit behandeln, und mir für nächstes Jahr was anderes vornehmen. Passiert, Kopf hoch. Vermutlich kommen sie auch lässig durch den Winter. Viel Schaden richten die Milben jetzt nicht an. Ich drücke die Daumen!

    Welch bezaubernder Beitrag, ich bin entzückt!! ;)

    Wo Rase Recht hat, hat er nunmal Recht - meine Meinung -

  • Zug ist abgefahren. Entweder sie kommen durch, oder nicht. Dein Varroamanagement war nicht gut. Warum und wieso kann ich Dir nicht sagen, aber empirisch isses bewiesen :)


    Ich würde bei Brutfreiheit behandeln, und mir für nächstes Jahr was anderes vornehmen. Passiert, Kopf hoch. Vermutlich kommen sie auch lässig durch den Winter. Viel Schaden richten die Milben jetzt nicht an. Ich drücke die Daumen!

    Welch bezaubernder Beitrag, ich bin entzückt!! ;)

    Wo Rase Recht hat, hat er nunmal Recht - meine Meinung -

    Ich kann nichts Gegenteiliges an meinem Beitrag erkennen. 👍

  • Ich würde nicht einfach kampflos aufgeben und auf Brutfreiheit warten...

    Das mag aber auch daran liegen, daß meine Bienen nie wirklich brutfrei sind. Ich schaue aber auch jetzt nicht mehr in die Völker, obwohl das scheinbar grad modern wird?


    Jetzt auf Brutfreiheit warten, das dauert noch an die 4 Wochen. Mindestens, wenn's überhaupt so weit kommt.

    In dieser Zeit verdoppelt sich die Milbenmenge. Was hat das Warten also für einen tieferen Sinn?


    Jetzt werden keine Winterbienen mehr erbrütet?

    Was denn sonst? Natürlich wird jetzt gebrütet und Völker mit vielen Milben brüten um so mehr, weil sie den Schaden ausgleichen wollen.


    Als Bedampfer würde ich jetzt ganz einfach handeln. Und bei 6 pro Tag wäre ich dennoch zuversichtlich, daß es das Volk überlebt, wenn ich mit der Dampferei nicht zu faul bin und dran bleibe...


    Ist aber nur meine Meinung ;)


    Alex

  • Hallo Kikibee,


    gibt es einen "Trick", um die Brutfreiheit zu erkennen, ohne die Rähmchen rausnehmen und betrachten zu müssen?

    Mit einem gewissen Maß an praktischer imkerlicher Erfahrung kann man Brutfreiheit abschätzen. Dazu dienen meist mehrere Indizien, an denen der Imker zum richtigen Zeitpunkt im Jahreslauf seine These aufstellt und bei mangelnder Erfahrung ggf. überprüft, z.B.:


    - Volksstärke und Gesundheitszustand des Volkes ausreichend oder muß noch etwas aufgeholt oder gar gegen Krankheitsverluste angebrütet werden?

    - Gemülldiagnose (solange noch Brutzelldeckel fallen, schlüpft Brut)

    - Fluglochbeobachtung (Polleneintrag -> Brutaktivität; Pollenquellen im aktuellen Flugkreis vorausgesetzt)

    - Kondenswasser in der Beute oder gar auf der Windel/Brutnestwärme spürbar

    - Ansteigen des natürlichen Varroafalls mit jungen und unreifen (hellen) Milben -> Restbrut schlüpft, Varroen haben kaum noch Unterschlupfmöglichkeiten in offener Brut


    Es gibt also nicht den einen geheimen Trick, sondern das gehörige und an der Praxis erprobte Maß an Erfahrung, das mehrere Indizien beobachtet, miteinander in Beziehung setzt und bewertet.

  • Da ich nicht bedampfe, sondern sprühe, habe ich zwangsläufig einen Einblick in den aktuellen Zustand meiner Völker. Und sie sind brutfrei. Jetzt. Anfang November. Wie rückblickend mehr oder weniger die letzten vier Jahre auch. Was sie in vier Wochen machen, weiß ich nicht, denn dann bin ich lange durch mit dem Behandeln. Ich weiß aber auch von meinen ersten beiden Jahren, dass sie sehr, sehr zeitig wieder mit dem Brüten anfangen können, besonders in warmen Wintern. Damals dachte ich, dass sie "noch brüten", inzwischen tendiere ich zu "schon brüten". Dabei möchte ich sie dann nicht stören.


    Ich habe ein Interesse an einer möglichst frühzeitigen Behandlung, da ich es gerne bei einer relativ späten TBE und einer frühen Winterbehandlung belassen möchte. Ich werde daher weiterhin in der ersten Novemberhälfte mal in die Völker sehen, und, wenn möglich, bei diesem Öffnen auch gleich behandeln. Ein kleines Restchen verdeckelte Brut stört mich dabei nicht, auch wenn ich das zu vermeiden suche. Übrigens tragen alle meine Völker auch noch etwas Pollen ein, ein eindeutiges Indiz für Brutfreiheit ist das nicht. (Eher dafür, dass sie davon noch nicht genug Vorrat haben, es ist auch kaum was drin.)


    Wie gesagt, ich spreche vom Rheintal im südlichen Hessen, woanders mag das anders sein. Master Tom berichtet übrigens aus Dresden, dass seine Völker momentan auch brutfrei sind.

    Wer guckt, der braucht nicht vermuten. Und wer sich dann auch noch merkt, was er sieht, der kann gezielter gucken... Ich hasse black boxes!

  • ...Varromed kaufen.

    ... konnten hier schon einige Völker gerettet werden.



    Varromed hat auch bei sachgemäßer Anwendung subletale Nebenwirkungen, die leider in den Anwendungshinweisen nicht benannt sind

    Meinst du den Königinnenverlust? Hat das die Ameisensäure nicht auch?


    Als Notfalllösung aber sicher brauchbar. Soll ja nicht eine andere Anwendung ersetzen!

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Die von Master Michel auch.

    Die stehen auch relativ warm, und sind wie in den letzten Jahren brutfrei.

    Brutbeginn war in den Vorjahren immer recht pünktlich zur Wintersonnenwende.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • rase hat recht.

    Jetzt sind bereits die Winterbienen ausgebrütet und wenn diese Bienen unter vielen Milben ausgebrütet wurden, dann sind sie geschädigt. Auch wenn man jetzt dann die Milben komplett entfernen könnte (was nicht geht), sind viele Bienen bereits geschädigt worden und es lässt sich dieser Schaden nicht mehr beheben. Dann hängt es von der Volksstärke ab, ob das Volk durchkommt.

    Das bisschen Brut, was bei einigen noch drin sein mag, wird bei hoher Milbenlast keine gesunden Winterbienen bringen, sondern mehr Milben und geschädigte Bienen.


    Aber noch eines, wenn das Volk gerade aus der Brut geht, dann ist die Windel höchst ungenau und liefert falsch hohe Ergebnisse. Erst wenn keine Brut mehr im Volk ist, wird es wieder einigermaßen beurteilbar, aber nur wenn man die Vordaten berücksichtigt. Die Windel ist nur ein Hilfsmittel mit einem hohem Fehler! Also bitte nicht unüberlegt handeln.

  • 1. Meinst du den Königinnenverlust? Hat das die Ameisensäure nicht auch?


    2. Als Notfalllösung aber sicher brauchbar. Soll ja nicht eine andere Anwendung ersetzen!

    zu 1. Nein

    zu 2. Nein. Varromed ist eine OX-Formulierung auf Zuckersirupbasis, also Träufelbehandlung. Obwohl die Anwendungsvorschrift das ein wenig verschleiert: Jetzt um diese Jahreszeit hat man damit nur einen Schuß frei, der muß dann sitzen (=Brutfreiheit). Jede weitere Anwendung ist zuviel und verkürzt die Lebensdauer der Bienen enorm (Verlust von Volk + Kö.).


    Aber auch die einmalige Anwendung dürfte schädliche Nebenwirkungen haben, auch wenn sie nicht tödlich sind (subletal). Dazu gibt es eine entsprechende Dissertation von Dr. Saskia Schneider:

    https://d-nb.info/1080171177/34

    deren Ergebnisse in #20 stark verkürzt und auf ein anderes Träufelpräparat bezogen zusammengefaßt wurden:

    Oxybee

  • Wo es hier angeschnitten wurde: Windeldiagnose.

    Ich habe beim vermeintlichen Brutnest braune Wachskrümel. Ich vermute mal, das sind die Zelldeckel? Also schlüpft da zumindest noch was?


    Ausserdem sehe ich auf den Windeln mitunter Wachsschuppen (sieht aus wie kleine Glassplitter).

    So richtig Wabenbau wird derzeit ja kaum stattfinden, höchstens ggf. Verdeckelung, nehme ich mal an.

    Anders gefragt: Sind diese Wachsschuppen ein Hinweis auf Brutaktivität?


    Pollen auf den Windeln hat massiv abgenommen, bei allen Völkern. Ich kann aber nicht sagen, ob das auf mangelndes Pollenangebot oder mangelnde Brutaktivität zurück geht.

  • Ok aber dann verstehe ich aber nicht, warum in Donaueschingen beim Vortrag vom Heidelberger Institut das Mittel ebenfalls als Empfehlung zur Sprache gekommen ist.


    *vielleicht habe ich es dort auch falsch verstanden, weil ich mich zu sehr auf meinen Kuchen gestürzt habe* ;)


    Mir ist klar, dass es jetzt einfach Langzeitversuche benötigt, 18 Monate sind nicht viel aber bei der Dissertation usw. wird doch auch eher mal vermutet als bewiesen?

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)