Mietbienen - sehe ich kritisch - ihr auch?

  • Zitat

    ...ist eine stolze Summe, welche da verlangt wird... 199 Euro mal 12 sind 2388 Euro im Jahr für im Schnitt 20kg/Volk (Durchschnitt hier für Standimkerei), gibt einen Kilopreise von 119.40 Euro.

    Und bei so wenig besuchen bin ich auch skeptisch, dass da wirklich alles korrekt gemacht wird

    Ja, ich finde das auch fast schon unverschämt teuer. Ungeachtet dessen, ob die Firma das absetzen kann oder nicht.

    Aber was wäre denn in Euren Augen eine angemessene Besuchshäufigkeit und eine angemessene Aufwandsentschädigung, damit man jemand eine Auskunft geben kann, wenn an gefragt wird?

  • Jeder hat da seine Sicht und sollte mal kalkulieren:

    Pauschal 2 Besuche / Monat. Man kann weniger, aber mit Extras auch mehr.

    Bei 3 Völkern und 10 km Anfahrtsweg rechne ich 30 Min. Fahrt mit Vor- und Nachbereitung und 10 Min./Volk - somit 1 Stunde pro Besuch; 24 Std. im Jahr. Als Experte darf man m. E. 60 €/Std. ansetzen. Hinzu kommen Materialkosten für Futter Rähmchen, MW etc. von 50 € / Volk und eine Mietpauschale von 100 €/Volk.

    Das zusammengerechnet ergibt rd. 1900 € + Märchensteuer, somit ca. 2.100 €bei 10,7 % bzw. ca. 2.200 € bei 19 % MWSt.


    2000 Euronen dürfte einer Fa., die ihr Image werbewirksam aufpolieren möchte, so etwas wert sein. Ach ja, hier fehlt noch das "unternehmerische Gehalt" für den Imker, das noch Luft nach oben ließe. Es läuft ja, wie rase es so schön berichtet hat, nicht immer alles so glatt... Somit trägt der Imker noch das Risiko!


    Beste Grüße


    Rainer

  • Wenn jemand auf diese Weise seine Bienen "Vermarkten" kann, finde ich das völlig i. O. Ich sehe das weder kritisch, noch hätte ich Bedenken dabei.


    Auch halte ich den Preis für nicht überzogen, denn scheinbar gibt es ja einen Markt hierfür, der bereit ist, diese Preise zu bezahlen. Das ganze nennt sich dann Marktwirtschaft. :)


    Ich denke auch andere Imker würden diese Gelegenheit ggf. wahrnehmen, wenn ihnen sich solche Gelegenheiten bieten.
    Ich wünsche jedenfalls allen, die sich für irgendein Vermietungsprojekt entscheiden, gutes Gelingen und viel Glück dabei.

    Bestäuberbienen irgendwo gegen Bestäubungsprämie eingesetzt ist ja auch eine Bienenvermietung. Wenn dabei nicht diese Beträge zu erzielen sind, ist das ein anderes Thema.

    Gruß
    Bernhard

  • Hey Rainer,

    genau so und NUR SO geht eine ehrliche Kalkulation für solch ein Geschäft. So betrachtet ist eine Beute bei einer Firma platziert schon fast unrentabel!!! Vergessen hast du bei der Anfahrt noch den Benzin und die Abnutzung des Fahrzeugs ;)

    Grundsätzlich, JA, es ist ein Hobby - ABER - warum nicht damit etwas Geld damit verdienen.

    Steuern zahlen???? Ja, bitte gern!!!! Ich zahle immer gerne Steuern, denn dann verdiene ich auch gut!! :daumen:

    Das Größte Problem: Es gibt Kollegen die nicht richtig rechnen können und versuchen einem das "Geschäft" kaputt machen - selbst wenn es nur der NEID ist …



    In diesem Sinne …


    LG

  • Das Größte Problem: Es gibt Kollegen die nicht richtig rechnen können und versuchen einem das "Geschäft" kaputt machen - selbst wenn es nur der NEID ist …

    Neid ist letztlich das Eingestehen einer persönlichen Niederlage. Langfristig wird das aber pragmatische Modelle nicht verhindern.

  • Die Kalkulation ist nicht schlecht, aber vielleicht rechnen andere halt so: "Die Bienen habe ich so und so, der Firmenplatz ist für mich nur ein (kostenloser) Stellplatz den ich auch nicht anders anfahre wie meinen anderen und nen Abnehmer für den kompletten Honig habe ich damit auch." Kann mir vorstellen, dass manche einfach die Untergrenze bei dem Honigpreis (sagen wir 10€/kg) ansetzen plus ggf. Steuer, das wären dann ein paar hundert Euro pro Volk. Lohnt sich aber dann auch nur wenn es mehrere Völker sind und man den passenden Freiraum hat, z.B. Völker austauschen, Ableger aufstellen, etc.

  • Einer unserer Berufsimker im Verein sagt bei solchen Gelegenheiten immer:

    Wie nennt man Leute, die nicht richtig schreiben können? - Legastheniker.

    Wie nennt man Leute, die nicht richtig rechnen können? - Imker!

  • Es ist immer eine Frage, womit ich mich zu vergleichen habe:

    - mit dem "neidischen" Nachbarimker (, der es für lau anbietet, weil es ja ohnehin da sein muss)

    - mit anderen Werbemaßnahmen von Firmen und deren Kosten/Nutzen-Verhältnis.


    Damit hat man die Preisspanne: von 100 bis 10.000 oder 10 Mio. und nun finde man den praktischen Kompromiss...


    Es ging um die Größenordnung 2 bis 3 Tsd. Euronen. Die sind m. E. gerechtfertigt und werden im praktischen Ablauf ja auch bezahlt !

  • Da hat wieder jemand ein goldene Geschäftsidee gehabt und umgesetzt, oder sehe ich das falsch?

    Wenn es ein fairer Deal ist, OK. Aber was ist an der Sache fair? Soweit ich das sehe nichts, es geht nur darum, "unter Schmerzen" zu verkaufen, bzw. mit dem schlechten Gewissen anderer Kohle zu machen.


    Das Dumme daran ist, dass viele peripher interessierte Leute diese Sache falsch verstehen, eben nicht als das, was es in der Realität ist (naturbelassene Gelddruckmaschine), sondern als ein Motto, unter dem man vermeintlich etwas "für Umwelt, Ökologie, Nachhaltigkeit" und natürlich den "eigenen Honig" tun kann.


    Ich habe das vor Monaten selbst irgendwann entnervt abgebrochen, weil eine Bekannte mich darauf ansprach und Bienen von mir für ihren Garten haben wollte. Das Interesse traue ich ihr wirklich ohne Abstriche zu, aber ich weiß, dass sie beruflich öfter unterwegs ist und unkalkulierbare Arbeitszeiten hat. Die hat das wirklich als eine andere Art von "Mitfahrzentrale" oder "car-sharing" begriffen.

    Ich habe ihr das damit ausgeredet, dass sie und ich einige kostenpflichtige Formalitäten und andere Aufwände zu erledigen haben, damit sie meine Bienen auf ihrem Grundstück aufstellen kann. Damals wusste ich nur vom Namen dieser Sache und dass es offenbar auf viel Resonanz gestoßen sein muss.


    Da hat ein Vorschreiber schon völlig Recht:

    Einen lokalen Imker oder Imkerverein damit zu befassen, brächte wesentlich mehr Nährwert für alle beteiligten, auch für die Bienen. Für lokale Unternehmen als Sponsoren und lokale "Bienendienstleister" wäre das evtl. eine wirklich sinnvolle Überlegung.


    Gruß Andreas

  • Das wäre ja ein geniales Geschäftsmodell...

    ULI

    Genieße das Leben.

    Sei Dankbar und Glücklich.

  • Da hat wieder jemand ein goldene Geschäftsidee gehabt und umgesetzt, oder sehe ich das

    Ich habe ihr das damit ausgeredet, dass sie und ich einige kostenpflichtige Formalitäten und andere Aufwände zu erledigen haben, damit sie meine Bienen auf ihrem Grundstück aufstellen kann.

    Welche kostenpflichtigen Formalitäten sind das? Ich kenne (aus Bayern) nur die Meldung ans Veterinäramt, vielleicht noch die Beantragung einer eigenen Betriebsnummer, falls das nicht über dich sondern über Sie als Neuimkerin laufen soll (was ja nicht der Fall sein muss). Dann vielleicht noch ein Attest fürs Wandern falls es ausserhalb deines Landkreises, dass ist aber nicht recht teuer.

  • Genau um diese Formalitäten ging es, das ist richtig. Und genau das hat sie wegen des gutklingenden Namens der Sache missverstanden, weil davon kaum oder gar nicht die Rede war. Denn das wird ja gezielt angeboten und ausgeführt, quasi ein Rundumsorglospaket. Es war (m)eine Ausrede, "ausgeredet" ist hier mal buchstäblich zutreffend X/

    Den gesamten Zusatzaufwand, der weiter vorn beschrieben wurde hätte ich gehabt, weil ich weiß, wie sie sich das alles vorgestellt hatte. Das wäre so ein Fall für einen Imker vor Ort gewesen, was sie allerdings nicht wollte und auch den Imkerkurs, damit sie wenigsten die grundsätzlichen Dinge schon mal von einer neutralen Person im Kurs vermittelt bekommt, wollte sie nicht.


    Gruß Andreas