Mietbienen - sehe ich kritisch - ihr auch?

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    Mit Steuerberatern kenne ich mich bestens aus, da ich mit denen in den letzten 20 Jahren zusammen gearbeitet habe. Ich habe selbst mal den Gedanken gehabt, den Steuerberater zu machen.
    Aus der Erfahrung heraus müssen die sich mit ganz anderen Dingen rumschlagen.

    Das Wort Erdnuss ist in der Branche ein Tabu.
    Der Bankmanager der das Wort in den Mund genommen hat, hat zurecht fünf Jahre bekommen. Die Frage ob das normal ist, stellt man sich besser nicht.

    Solange die Ausgaben für die Firma betriebsbedingt sind, ist das alles im rechtlichen Rahmen. Marketing hat eben nicht immer was mit messbaren Erfolgsgrößen zu tun.

    Als jemand der für etliche Firmen Plan Ist Abweichungen auch im Bereich Marketing gemacht hat, weiß das die Wahrnehmung hier sehr subjektiv ist.

    Allerdings sind die Wirkung von Markennamen und Image jedem bekannt.
    Wer als Firma den Snob Effekt für sich nutzen kann, ist immer auf der Sonnenseite.

    Manchmal verdeckt man die eigenen Unzulänglichkeiten, indem man das Gegenteil fördert.

    Die Frage ist hier glaube ich mehr, ob das moralisch und ethisch Vertretbar ist.

    Solange es den Bienen gut geht, ist mir der Rest egal.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Wenn das Finanzamt die Ausgaben für unverhältnismäßig hält, fängt das Problem an.


    Und bei solchen Mondpreisen wäre ich derselben Meinung. Aber sicher sind die Summen (für die Bienen) trotz exorbitanter Höhe noch nicht mal auffällig, wenn die Firma nur groß genug ist.


    Grüße Ralf

  • Hallo zusammen,

    ne, das mit dem Finanzamt ist „quatsch“ ... zumindest solange es nur ein paar Beuten sind und die Firma eine entsprechende Grösse hat. Bei einer one man show die 20.000,- für Bienen zahlt werden sie sicher hellhörig. eine Firma mit egal, 100 MA, entsprechend Umsatz und Steuern jeden Monat, da wird beim FA kein Hahn danach krähen.

    Zusätzlich wird dies ja von der Firma beworben und öffentlich gemacht.

    Wie ich Steuerprüfungen von mir kenne, lässt sich der Prüfer das höchstens noch zeigen weil es ihm gefällt und interesse da ist ... so aus der Sicht der bezahlenden Firma ...


    ABER!!!!


    Ich könnte mir vorstellen, dass der Prüfer hinterher mal beim Imker anklopft! Wenn ich solch eine Geschichte machen würde. Ich also quasi meine Bienen prostituieren würde :D:saint:, würde ich persönlich dies beim FA als zusätzliche einkunft anmelden. so kann keiner einem ans Bein pinkeln und die Sache ist sauber!


    lg

  • ABER!!!!


    Ich könnte mir vorstellen, dass der Prüfer hinterher mal beim Imker anklopft! Wenn ich solch eine Geschichte machen würde. Ich also quasi meine Bienen prostituieren würde :D:saint:, würde ich persönlich dies beim FA als zusätzliche einkunft anmelden. so kann keiner einem ans Bein pinkeln und die Sache ist sauber!


    lg


    Und das kann durchaus problematisch werden!

    Die Einkünfte aus der Imkerei (landwirtschaftliche Urproduktion) stellen per se erstmal kein Gewerbe dar, wenn man den Honig selbst erntet und vermarktet.


    Für diese Art der Imkerei (Vermietung von Bienen) kann die landw. Urproduktion wohl nicht mehr in Betracht genzogen werden... Pro Volk ca. 1.200 EUR im Jahr Einnahmen... Bei einem Honigpreis von 10 EUR/kg müsste das Volk 120 kg bringen - utopisch.


    Es könnte also sein, dass aus den "Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft" schnell "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" werden... denn die Honigerzeugung steht hier nicht mehr im Vordergrund... Und da gibt es andere "Spielregeln"...


    Ich selbst bin kein Steuerberater, aber bevor ich Bienen in diesem Stil vermieten würde, würde ich mich erstmal mit einem Steuerberater, der sich mit der Imkerei auch steuerlich auskennt, befragen...

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Klar ist das Urproduktion. Die Leistung wird ja unmittelbar von den Bienen erbracht, ist bei Bestäubung nicht anders. Klar ist es eine Dienstleistung, aber die wird durch die Bienen erbracht :)


    Ich kümmere mich um die Bienen, so wie immer. Ob hier oder da ist doch latte.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Klar ist das Urproduktion. Die Leistung wird ja unmittelbar von den Bienen erbracht, ist bei Bestäubung nicht anders. Klar ist es eine Dienstleistung, aber die wird durch die Bienen erbracht :)


    Ich kümmere mich um die Bienen, so wie immer. Ob hier oder da ist doch latte.

    Wie schon geschrieben... du bringst deine Bienen in dem Falle nicht in eine Obstplantage und erhälst dafür eine Bestäubungsprämie... hier geht's um Marketing.... Die Firma wird es als Spende o.ä. deklarieren...


    Aber ich bin kein Steuerberater und eigentlich ist mir das auch Wurscht :) betrifft mich ja nicht ;)

    Eine gute Idee ist die Vermietung von Bienen dennoch... und der Preis von 100 EUR/Monat sehe ich als gerechtfertigt an... Arbeitszeit und sonstige Kosten werden so halbwegs gedeckt... nicht jeder möchte für 1 EUR/h arbeiten.

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Ich biete das ganze auch an und es wird angenommen.

    Ich stelle für 2 Monate zur Bestäubung meine Bienen wohin, der "Mieter" zahlt mir Summe xyz und bekommt dafür 10 Gläser Honig.

    Zudem bekommt er bei den Kontrollen, wenn er dabei sein möchte, noch "Bespaßung" (was auch mal ganz schön nach hinten losgegangen ist, weil der Mieter laufend Termine wollte, um dann mit ganzen Gruppen aufzumarschieren)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Für diese Art der Imkerei (Vermietung von Bienen) kann die landw. Urproduktion wohl nicht mehr in Betracht genzogen werden...

    Ich gehe auch davon aus, dass es sich hier steuerlich um eine landwirtschaftliche Nebenleistung handelt.

    Damit wird aber kein eigenständiger Gewerbebetrieb begründet, solange der Umsatz nicht über einem Drittel des Gesamtumsatzes und nicht nachhaltig über 51.000 Euro liegt.

    Die Überschüsse aus der Vermietung sind dann ein Sondergewinn nach § 13a Absatz 7 EStG. für die auch eine pauschalierte Gewinnermittlung gilt (mit 40% des Umsatzes).

    Da würde ich aber die Vermietung der Völker und den Verkauf des Honigs getrennt behandeln (müsste halt vertraglich so geregelt werden). Wenn man für das Kilo Honig 20 bis 30 Euro ansetzt, ist der Umsatz aus den Nebenleistungen ja nicht mehr sehr hoch.


    Wolfgang






    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Leistung erbringst Du, oder die Bienen?

    Und so etwas von Dir? Selbstverständlich erbringt ein verantworungsvoller Imker Leistungen, v.a. solche, die man im Mietmonat gar nicht sieht oder erahnt. Von den betriebswirtschaftlich sinnvollen Abschreibungen auf Material und Ausrüstung, den Fixkosten u.a. ganz zu schweigen... - um die angesprochene Bestäubungsleistung der Bienen erst zu ermöglichen.

    Oder anders gefragt: Welcher Handwerker kommt für 100,- EU (incl. Fahrtkosten) ein- oder gar mehrfach zum Kunden und arbeitet da jeweils eine angefangene 1/2h oder gar mehr (mit Kundenbespaßung)?

  • Siehe Wolfgang's Ausführung, dort sagt er zum finanz/steuertechnischen Part alles.


    Wenn du nur 25 Völker hast, die du für jährlich 2000€ vermietest, kommst man schnell auf Grund des imkerlichen Nebenerwerbs an die Grenze zum Gewerbebetrieb. An dieser Dimension sieht man, das die 5 Beutenvermieter sich um ihre Hobbyimkerei keine Gedanken machen müssen.


    Liebe Grüße Bernd

  • kommst man schnell auf Grund des imkerlichen Nebenerwerbs an die Grenze zum Gewerbebetrieb.

    Was ja auch nicht schlimm wäre. Man muss dann eben ein Gewerbe anmelden und die Einkünfte versteuern.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)