Mietbienen - sehe ich kritisch - ihr auch?

  • Die Begründung liegt einfach darin, dass man Verantwortung für Lebewesen übernimmt. Ich bezweifele, dass ein Mieter mit fremden Eigentum so umgeht, als wenn es sein eigen ist.

    Ist ja keine Miete, ist mehr ein "Leasing". Die Bienen gehören einem nicht, man muss nicht dazu schauen, nur der Honig wird am Ende abgeliefert.


    Ist eine stolze Summe, welche da verlangt wird... 199 Euro mal 12 sind 2388 Euro im Jahr für im Schnitt 20kg/Volk (Durchschnitt hier für Standimkerei), gibt einen Kilopreise von 119.40 Euro.

    Und bei so wenig besuchen bin ich auch skeptisch, dass da wirklich alles korrekt gemacht wird.

  • Geschäftsmodelle sind ganz allgemein darauf angewiesen, dass Anbieter und Nutzer / Käufer sich über den Service / das Produkt - die Leistung - einig werden können.


    Macht eine Firma eine Werbekampagne für seine Produkte, sind schon mal deutlich höhere Summen im Spiel. Und wenn als "Werbeträger" z. B. Bienen und Honig genutzt wird, so ist das m. E. nur Teil der Werbeausgaben.


    Offensichtlich versprechen sich die jeweiligen Firmen einen positiven (Image)Effekt. Was ist daran so verwerflich ?


    Eine echte win-win Situation für Bienen, Imker und Firmen. Das Meiste lebt doch vom "hype" oder warum sollte man einen SUV fahren ?


    Meine Meinung.


    P. S. Wer sich ärgert, davon nicht profitieren zu können, muss auf die Suche gehen...

  • Hallo Stefan,


    ich besuche meine Völker auch nur etwa 8-9 mal pro Jahr. Wenn du die richtige Biene + Betriebsweise hast, sind viele Besuche und Eingriffe nicht notwendig... eher schädlich!

    Die Völker sollten so wenig wie möglich und so oft wie nötig kontrolliert werden!

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Es ist halt leider keine win-win Situation für alle - eher eine Lose-Win-Win - eben weil IMHO das Wohl der Bienen eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint - es sei denn jemand aus der Firma kümmert sich auch noch nebenbei. :(


    Bienenfuchs : Ich weiß - ist eine ketzerische Frage - aber was ist Deiner Meinung nach die "richtige Biene + Betriebsweise"?

  • AX_EL  
    Moin Axel,
    ich habe einen Werbebrief erstellt und verschickt an Adressaten von denen ich mir dachte, dass es von der Lage/Gelände her machbar ist.
    Der Grund dafür lag eigentlich, dass ich bei mir am Hauptbienenstand zu viele Völker auf einem Platz habe und die Bienenmenge in der Hauptzeit zu groß sein wird. Auch brauche ich Stellplätze für meine Ableger, die ich gerne außerhalb des Flugradius plazieren möchte, aber kein entsprechendes Grundstück gefunden habe.

    Mit dieser Lösung bin ich zufrieden. Das Ganze habe ich in einer Art Kooperationsvereinbarung festgehalten (jederzeit freien Zugang zum eingefriedetem Grundstück; Aufstelldauer, Annäherung von interessierten Personen an den Beuten auschließlich in meiner Gegenwart; Standortmeldung beim Veterinäramt; Übernahme von Honig usw.)

    Wie es dann nachher in der Praxis aussehen wird, wird sich zeigen. Habe bislang auch keinerlei Erfahrung damit.
    Gruß Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Es ist halt leider keine win-win Situation für alle - eher eine Lose-Win-Win - eben weil IMHO das Wohl der Bienen eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint - es sei denn jemand aus der Firma kümmert sich auch noch nebenbei. :(


    Bienenfuchs : Ich weiß - ist eine ketzerische Frage - aber was ist Deiner Meinung nach die "richtige Biene + Betriebsweise"?

    Mit meiner Antwort werden wir sicher vom Thema abschweifen... deswegen ganz kurz und bündig:

    - Buckfastbiene (belegstellenbegattet) in der Dadant-Beute (mod. nach ADAM). 2018 hatte ich 0 Schwärme und mehrere volle Honigaufsätze :D

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • ich besuche meine Völker auch nur etwa 8-9 mal pro Jahr. Wenn du die richtige Biene + Betriebsweise hast, sind viele Besuche und Eingriffe nicht notwendig... eher schädlich!

    Ist das eine Betriebsweise, die auf die Honigernte verzichtet? Allein dafür müsste ich drei- bis viermal an die Völker. Und vorher müssen ja Honigräume drauf. Für das Einfüttern auch mindestens zweimal. Selbst wenn ich keine Schwarmkontrolle mache, wäre da noch die Varroabehandlung.

    Musst Du uns näher erklären.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,

    ich halte halte dies für eine absolut top Idee ...

    unterm Strich ist das ja so, dass der Imker 200,-/Monat dafür bekommt, dass er die Bienen zu einer Firma stellt.

    Hier wiederum ist es dann ja auch egal ob sich diese Firma in einer Großstadt oder im Rapsfeld befindet. Sie zahlen für Image, evtl gibts auch die eine oder andere Vorführung. Für die Firma toll die das Image bekommt, für den Imker likerativ weil schönes Geld verdient wurde ...

    Sollte der Standort wirklich mies und ohne/wenig Honig Ertrag bringen, geht es sich noch locker aus, die versprochenen Gläser zuzukaufen ...


    win win win ...


    lg:daumen::daumen:

  • Ich weiß nicht, warum sich hier jetzt an den 9x festgebissenen wird.

    Ich finde diese Verdienstmodell weder abwegig noch Abzocke.

    Hier grenzen wir wieder an den Bereich der Selbstausbeutung des Imkers. Jedem seine Sache. Klar ist es besser den Nachbarimkerverein zu kontaktieren, doch welcher Wanderimker fährt 30x zu seinem Wanderstand?


    Wie schon meine Vorschreiber zum Ausdruck brachten, Imagekampanie , Werbekosten und das gute Gefühl auch mal etwas Gutes für die Umwelt zu tun ist doch nicht zu verurteilen.

    Der Service jedes Anbieters wird dann hoffentlich entscheiden, ob dies wieder nach Vertragsende verlängert wird.


    Hype hin oder her. Ich finde es prima und würde es auch machen, wenn ich Zeit + Ressourcen dafür hätte. Also übe ich mich in Selbstbeherrschung bis zum schwarzen Gürtel.


    Liebe Grüße Bernd

  • Naja für die Firmen ist das ne billige Methode Werbung zu machen. Guck dir nur mal an wie groß solche Artikel in den Zeitungen sind. Mit so einem Projekt kriegst du ganz schnell mal 4 Artikel in der Zeitung umsonst, guck dir nur z.B. mal Porsche an.


    Die 199€ im Monat sind dann Betriebskosten die noch Steuermindernd wirken. Das wichtige für die Firmen dabei ist ganz eindeutig die Medienwirksamkeit und das sie keine Arbeit damit haben.



    Das es billiger geht ist auch klar. Die Anzahl der Eingriffe ist nicht besonders hoch, aber öfter guck ich auch nicht in die meisten meiner Völker rein. Gut bei der Hälfte meiner Völker habe ich dieses Jahr nur einmal in den Brutraum geguckt. Selbst bei den Finishern habe ich nur nicht mehr als 4 mal reingeguckt. Lediglich die M+ und Prüfvölker werden öfter nachgeguckt.

  • Ich bin gerade im Schlafanzug und Fleece Jacke in mein Bienenhaus gegangen.
    Ich komme auf 15 Besuche laut Stockbuch in 2018. Da ist die Winterbehandlung statistisch schon eingerechnet. Natürlich geht das bei steigendem Risiko auf noch weniger.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Unser Steuerberater würde uns für verrückt erklären.


    Aber was so heute alles finanztechnisch abläuft, da sind dass dann wohl doch eher die berühmten „Erdnüsse“, um die man kein Aufhebens machen soll.


    Normal ist das aber nicht.


    Grüße Ralf