Warum ist manches Wachs so dunkel und riecht unangenehm

  • Ich habe für die Kerzenproduktion mehrere Wachschargen gekauft und wundere mich, dass es teilweise sehr dunkel ist (eher olivgrün als braun) und auch nicht angenehm riecht (stechend). Das hat sich auch durch weiteres Klären nicht nennenswert geändert

    Ich habe es bisher nicht geschafft, solches Wachs zu erzeugen. Auch wenn ich alte Brutwaben aussschmelze, kommt das Wachs goldgelb aus dem Dampfwachsschmelzer und riecht nie unangenehm. Einen schönen Wachsduft bekomme ich nur bei Deckelwachs, aber so ein Zeug kam bei mir noch nicht raus.

    Was treiben denn diese Imker? Verfärbungen durch falsche Schmelzgefäße wären ja eine Erklärung. Erhitzen die das Wachs sehr stark?

    Sind die Waben 100 Jahre in den Völkern? Lassen die die Waben erst ordenlich angammeln, bevor sie sie einschmelzen?

    Ich habe letztes Jahr Wachs aus Trester (aus dem Waschkessel), der monatelang rumlag ausgeschmolzen. Selbst das war bis auf den säuerlichen Geruch, der nach einiger Zeit verflog, nicht so.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Beim Besuch eines Wachsverarbeiters wurde unserer Gruppe ein dunkler Wachsblock gezeigt mit der Ermahnung, so was nie anliefern zu wollen. Der Block sei wohl im Sonnenwachsschmelzer entstanden, wo bei hochsommerlichen Temperaturen und ungünstigem Schmelzer das Wachs so überhitzen kann und sich farblich dunkel verändert.

  • Von hier:

    http://www.bienen-nw.ch/wachsv…bienenwachs_leitfaden.pdf


    Zitat

    Beim Sonnenwachsschmelzer können zu hohe Temperaturen entstehen. Wenn das Wachs zu lange im Schmelzer bleibt wird es geschädigt und verfärbt sich dunkel. Überhitztes, dunkel verfärbtes Wachs kann nicht mehr gerettet werden.
    Bei allen Schmelzmethoden wird Wachs erhitzt und dabei gehen wertvolle Inhalt- und Aromastoffe verloren. Zu starkes und zu langes Erhitzen kann das Wachs sowohl sensorisch (Wachs wird dunkler) wie auch chemisch schädigen.

  • Hallo Wolfgang


    Das Wachs sehr beißend riechen kann, ist mir durch einen Imkerkollegen auch bekannt. Wie das zu Stande kommt kann ich auch nicht erklären. Kann auch nur vermuten, das da Beimischungen dabei sind, oder das Wachs vielleicht mit Säure behandelt wurde. Ein rauchiger Geruch des Wachses von MW, war bei Wachs aus Afrika bekannt geworden, sollte aber nicht schädlich sein.

    Ansonsten kannn ich deine Aussage nur bestätigen das bei mir auch aus den dunkelsten Waben, die es jetzt bei mir nicht mehr gibt, auch nur schöner gelber gut riechender Wachs rauskommt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ach Wachsmotten... 😂😂😂


    Ich kenne Kollegen, die schneiden Drohnenbrut. Wenn Du die lange genug verschlossen stehen läßt vor dem Schmelzen, muß Du schon ein echter Kerl sein, um das dann durchzuziehen. So in die Richtung 'stechend'?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...was Wachs dunkler werden läßt, sind i.d.R. die Honig-/ Futterreste, die im Sonnenwachsschmelzer - so war es bei uns - der Temperatur von 100 - 120 Grad ausgesetzt werden. Dabei verdunstet das Wasser und die Masse verflüssigt sich bis diese dann zu einer zähen Masse kandiert. Wenn diese erkaltet ist sie so hart, dass die bricht. Die Trennung von Wachs und dieser Masse erfolgt in Folge der Erkaltung. Leider läßt sich diese Masse nicht leicht vom sauberen, aber ebenfalls etwas erdunkeltem Wachs trennen. Selbst bei mehrmaligem Erhitzen so eines Wachses mit frischem Wasser, bekommt man das Wachs nicht mehr 'gelb'. Zitronensäure oder OS bringen diese färbenden Partikel ebenfalls nicht raus bzw. zur Bleiche.

    Das Wachs selbst bzw. die MW die daraus gewonnen werden, werden von den Bienen anstandslos ausgebaut.

    Das Erdunkeln des Wachses selbst durch eine zu hohe Temperatur, kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.


    Jonas

  • Mit dem Wachs stimmt definitiv was nicht.
    Da ich Drohnenbrut einschmelze und kenne ich den von Rase beschriebenen Geruch sehr gut, führt aber nicht zu grün verfärbten Wachs und der stinkt auch nicht.

    Den Geruch hat man nach einem Tag bei 30 Grad.

    Wachs den Konrad Adenauer schon im Radio gehört hat, ist mir auch bekannt. Der ist dunkel. Wachs aus jahrelanger Thymol und ALV Nuzung riecht streng nach dem Zeug.

    Das Einzige was ich mir vorstellen kann, ist das Wachs schimmelnd wochenlang im Eimer gestanden hat. Das riecht dann aber dann deutlich danach und die Mischung Wachs, Trester und Nektar/Honig/Futterreste ergeben den perfekten Nährboden für einen leuchtend.grünen Schimmelteppich.

    <X<X<X

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Das Probem ist nicht das Aufhellen. Ich habe es mit Ameisensäure versucht, das geht auch. und mir jetzt ein paar Kilo Zitronensäure bestellt.

    Ich aromatisiere das Wachs dann auch noch mit Düftöl. Die Kunden wissen ja eh nicht, wie gutes Wachs riecht.

    Ich wollte nur wissen, wie und warum manche Imker solches Zeug produzieren.

    Wozu soll denn das Erhitzen auf 140 Grad gut sein?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wachs aus jahrelanger ....... ALV Nuzung riecht streng nach dem Zeug.


    ...das kann ich nicht bestätigen. Bei unseren 10 Versuchsvölkern über 5 Jahre hin, ist der typische Geruch nach 2-3 Monaten nicht mehr wahrnehmbar. Das Thymol ist allerdings chem. nachweisbar und reichert sich nach meinem Kenntnisstand auch an.


    Wenn das bei Dir so ist mit dem streng riechen, dann hast Du defintiv was falsch gemacht in der Anwendung.


    Jonas