SB-Verkaufsstand

  • Habe auch seit zwei Jahren ein kleines Verkaufshäuschen vor der Tür stehen. Wir wohnen in einer Anliegerstrasse, also eher wenig Durchgangsverkehr.

    Schick Fotos ;)

    Du hast das Zauberwort mit den zwei t vergessen – nein, nicht «aber flott!», sondern «bitte» :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Aber Respekt vor deiner Coolness, dass du 20% Diebstahl einfach so abtust. Ich bin ja eher so der Null-Toleranz-Typ.


    Ich finde daher auch, dass du mit deiner lockeren Toleranz von derart viel Diebstahl diesen auch förderst, weil du die Leute regelrecht daran gewöhnst, dass es risikolos möglich ist. Du erziehst die Leute dazu, Diebstahl als Kavaliersdelikt zu sehen. Langfristig auch woanders, nicht nur bei deinem Honig.

    Hallo hornet, einfach so tue ich das nicht ab, das ärgert mich schon jedes Mal aufs Neue. Die Frage ist nur, gibt es eine - für mich - bessere Alternative? Und die Antwort ist zumindest momentan nein. Ich sehe das wie von WFLP unten beschrieben, als eine Art systembedingte Vertriebskosten. Ärgerlich, aber gehört leider dazu. Vor den Totalverlusten habe ich eigentlich keine Angst, die Hemmschwelle hierzu ist doch nochmal eine ganz andere: Mit Bolzenschneider anrücken und loslegen ist eine andere Nummer als mal eben ein Glas einstecken, vor allem wenn keiner kontrollieren kann ob man nicht zuvor die Kasse gefüllt hat. Ausschließen kann man es natürlich nicht, aber der Totalverlust wäre mit maximal (22 Gläser á 6€ =) 132€ + 20€ Materialschwund zumindest auch nicht existenzbedrohend. Wenn auch sehr bitter.


    Das mit der Erziehung halte ich ehrlich gesagt für überzogen und zu weit gegriffen. Wer da ein Glas nimmt und nicht zahlt weiß genau was er tut, dazu wird er nicht von mir erzogen. Ich halte es ehrlich gesagt auch nicht für angebracht von heutzutage zu sprechen. Ich denke nicht, dass früher alles und dieses im Speziellen wirklich besser war. Mein Opa sagte mit knapp 90 mal, dass heute eigentlich so ziemlich alles besser sei als früher. Und der war (sogar ziemlich lange) früher dabei ;-)


    SK-Honig schrieb:

    Ich würde noch einen Gewährverschluss anbringen!


    Hallo Susanna, da hast du sicherlich recht, das werde ich für kommende Saison auch sicher machen. Leider war schon aller Honig im Glas und etiketiert bis ich auf die Idee mit den SB-Ständen kam. Sonst habe ich allen Honig direkt verkauft, wo ich den Gewährverschluss als nicht zwingend notwendig erachte da ich in diesem Fall für den Honig garantieren kann. Ich habe mal einige Gläser nachträglich mit Gewährverschlüssen versehen, aber das sah ziemlich fürchterlich aus weswegen ich es gelassen habe. Wer Bedenken hat, muss den Honig daher leider stehen lassen.


    Bienenhummel schrieb:

    Einige Fragen:


    - wie ist dein Stand gegen Regen geschützt?


    - was machst du bei Frost?


    Hallo Bienenhummel, dass sind gute Fragen. Gegen Regen ist der Stand nicht geschützt, da kann es schon drauf regnen. Allerdings ist die Box dank Klarlack wasserfest und in der Box selbst konnte ich bisher noch kein Wasser feststellen, die ist innen trocken. Frost war bislang noch kein Thema, da die Anlage innerstädisch direkt an einer Hauswand steht, wo es kaum einmal frieren wird (kommt in unserer Ecke ohnehin nur selten vor). Kommt doch wieder ein Phase strengen Frostes wie diesen Winter, werde ich die Box dann auch nicht befüllen. Das gilt auch für Hitzeperioden wie in diesem Sommer Andi_Sonne . Die Boxen wurden erst nach der großen Hitze eingerichtet, so dass ich das Problem glücklicherweise noch nicht hatte. Da beide (eher zufällig) direkt an der Nordseite von Häusern stehen ist direkte Sonneneinstrahlung zum Glück auch nicht gegeben.


    AX_EL schrieb:

    Kannst du noch ein paar Bilder von der Gliederkette machen und hier einstellen, damit man sieht, wie die durch die Kiste und die Pflanzsteine geführt ist und insbesondere wie sie die Geldkassette sichert?




    Hallo AX_EL, leider habe ich nur noch dieses eine Bild hier, auf dem die Sicherung etwas zu erkennen ist. Immerhin sieht man die Löcher in der Kiste für Spanngurt und Gliederkette. In der Geldkassette sind auch bloß zwei Löcher mit der Bohrmaschine entstanden, durch welche Kette durchgeführt ist. Das Gleiche bei den Pflanzsteinen, einfach mit dem Steinbohrer zwei Löcher rein, links und recht, Kette durch und fertig :-) Das einzig halbwegs Wichtige ist, die Kette nicht zu kurz zu gestalten, damit die Kasse noch genügend Spiel hat um etwas angehoben zu werden. Sonst ist das Leeren der Kasse ein elendiges Gefrickel, vor allem wenn sie nach einem guten Tag mal voller Münzen liegt (oft auch voller Indianer, wenn scheinbar der letzte Cent zusammen gekratzt wurde).

  • Ich habe das Wort "heutzutage" sehr bewusst gewählt. Natürlich gab es Verbrechen schon immer und ja, Diebstahl ist für mich durchaus ein größeres Verbrechen, kein verzeihlicher Fehltritt, egal ob Honig oder Auto.


    Aber auf dem Land war das früher durchaus nicht so schlimm wie heute. Heute kann man kaum noch wo Haus und Auto unabgesperrt lassen. Das WAR früher definitiv anders, habe ich selbst noch so erlebt.


    Früher war die Mobilität niedriger, die Leute wohnten und lebten vor Ort und leichtfertig hat es da keiner riskiert, es sich mit genau den Leuten zu verderben, mit denen man womöglich noch Jahre nebeneinander leben musste.


    Heute kommen alle möglichen Fremden schnell von überall her mal hergefahren, leben nur kurze Zeit an einem Ort etc. Da ist der Bezug zum Anderen schwächer, die Hemmschwelle und das Risiko einfach viel kleiner, auch die soziale Kontrolle.


    Und sebstverständlich wollte ich nicht Opfer-Täterrolle vertauschen, das tun andere in unserem Land "besser". Aber ich meine schon, man bekommt, was man sät - wer es den Dieben einfach macht, schafft reale Gelegenheiten, die die Diebe erst zu Dieben "machen", das ist so und nicht nur ein Sprichwort.


    Und je öfter das passiert, desto mehr gewöhnt "man" sich dran, desto "normaler" erscheint es allen Beteiligten und die Haltung "ist halt so, ist nicht so schlimm, ist noch akzeptabel etc." verfestigt sich, obwohl es vielleicht mal bei "völlig inakzeptabel" begonnen hat. Wir sind ja schon so weit, dass Diebstahl nur noch als ein alltäglicher Kostenfaktor einkalkuliert wird.

    Und an dieser schleichenden Veränderung der Haltung zum Diebstahl haben neben den Dieben meiner Meinung nach auch die Opfer anteil, die es den Dieben bewusst viel zu einfach gemacht haben, dazu stehe ich, ohne @Llecter deswegen anzuklagen.

    Aber so ist halt die Wirklichkeit in meinen Augen. Und wohl auch in denen anderer, denn z.b. im Einzelhandel wird sehr viel Aufwand betrieben, um es eben genau nicht den Dieben allzu einfach zu machen.


    Mini-Kameraattrappe, Hinweis auf Videoüberwachung und Sprüchlein "jeder Diebstahl wird zur Anzeige gebracht" oder ähnliches könnte vielleicht den ein oder anderen abschrecken.


    Noch besser wäre halt, gelegentlich mal versuchen, so Leute zu überführen, das spricht sich zumindest im ländlichen Umfeld sehr wohl herum. Gegen Fremde hilft das natürlich nix.

  • Hallo @all,

    also bei mir kommen zwar erst im Frühling die Bienchen und wenn ich Glück habe im Herbst etwas dickflüssiges Gold, trotz allem habe ich eigentlich die Vermarktung meines Honigs schon geregelt.

    Der Bauer meines Vertrauens hat seinen eigenen SB-Hofladen in welchem er seine Produkte usw. verkauft. Ich habe mit ihm gesprochen und ich darf dann meinen Honig bei ihm hinein stellen. Er hat in diesem Raum seinen Milchautomaten, Kühlschrank mit Eiern, Kartoffeln usw ... Mein Honig würde sein Sortiment perfekt abrunden :)

    Da das traurige Thema Diebstahl immer so eine Sache ist, hat er vor einiger Zeit eine Kamera installiert - was dies leidige Thema auf ein Minimum reduziert hat. Diese ist direkt über der angeschraubten Kassa und tut beste Wirkung :)

    Ich habe mit ihm 20% Umsatzbeteiligung ausgemacht, bringe ihm nach Absprache dann einige Gläser, er meldet sich dann rechtzeitig usw ... Lieber gebe ich ihm die 20% und allen ist geholfen. Weiter denke ich, der Kunde der beim Bauer direktkauft, ist eher der, der auch eher bereit ist für regionales etwas zu bezahlen ...

    Mal sehen, bis dahin...

    LG:daumen:

  • "Ich habe mal einige Gläser nachträglich mit Gewährverschlüssen versehen, aber das sah ziemlich fürchterlich aus weswegen ich es gelassen habe."


    Wieso das? Es gibt Verschlüsse (ich habe welche vom Netzwerk Blühende Landschaft), das kann man unabhängig vom eigentlichen Etikett aufkleben, ohne Problem.

  • Hallo Hornet, ich schätze und respektiere deine Meinung sehr, aber zumindest in dem Teil mit der Erziehung der Täter stimme ich nicht mit dir überein. Auch sehe ich mich hier bei den Diebstahlfällen schon der Opferrolle (habe deine Aussagen auch nicht als Opfer-Täter-Vertauschung interpretiert, dennoch vielen Dank für die Klarstellung), allerdings wäre es für mich ein noch größeres Opfer die Vermarktung über die Box einzustellen, solange ich noch kein anderweitig ausreichendes Vertriebsnetz aufgebaut habe.


    Leider steht die Box zwar auf Privatgrund, aber direkt angrenzend an den Bürgersteig. Eine Kamera-Attrappe scheidet daher leider aus, da diese zwingend auf öffentlichen Grund gerichtet sein müsste. Einen Dieb erwischen wäre zwar schön, aber ist nicht umsetzbar. Zum einen kann und will ich nicht ständig auf der Lauer liegen, zum Anderen zieht der clevere Dieb seinen Geldbeutel, spielt kurz an der Kasse und schon ist ihm nichts mehr nachzuweisen wenn man nicht grade nebendran steht oder er der erste "Kunde" des Tages war (und die Kasse noch leer ist). Den Satz mit dem Diebstahl zur Anzeige bringen werde ich dennoch hinzufügen, das kann nichts schaden - Danke für den Hinweis :-)

    happygerd schrieb:

    Ich habe mit ihm 20% Umsatzbeteiligung ausgemacht, bringe ihm nach Absprache dann einige Gläser, er meldet sich dann rechtzeitig usw ... Lieber gebe ich ihm die 20% und allen ist geholfen.


    Das ist natürlich eine schöne Lösung. Prinzipiell würde ich auch lieber 20 % Vertriebskosten an den Landwirt zahlen als 10 % an Diebe zu verlieren.


    jakobleipzig schrieb:

    Wieso das? Es gibt Verschlüsse (ich habe welche vom Netzwerk Blühende Landschaft), das kann man unabhängig vom eigentlichen Etikett aufkleben, ohne Problem.


    Danke für den Hinweis! Habe diese grade mal gegoogelt, das könnte tatsächlich genau das Richtige sein. Ich habe bisher nur lange, weiße Gewährverschlüsse verwendet, welche unter dem Etikett angebracht wurden und optisch leider für die Tonne waren. Ich vermute zwar, dass sie es tun, aber weißt du ob diese auch auf Metalldeckeln haften oder nur auf Plaste?

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  • Wenn sie haften wie die kleinen Aufkleber von Blühende Landschaften (und davon gehe ich aus), dann bekommst du die kaum wieder ab von dem Metalldeckel.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Das klingt ja nicht so gut. Hast du die "normalen" Aufkleber verwendet oder die Nassklebe-Version? Meine Etiketten sind aus Nassklebepapier, das löst sich eigentlich ganz gut. Hoffe, dass ist dann hier vielleicht ähnlich.

  • Wie wäre das, wenn du eine Funk-Türklingel mit dem Deckel verbindest?

    Also Deckel geht auf, im Haus dahinter klingelt es (so dass man es außen hören kann).

    Es ist zwar niemand Zuhause, das weiß der Dieb aber nicht... Es könnte jederzeit jmd am Fenster kleben oder die Tür aufmachen.