Erste offizielle Ernte mit Vermarktung :-)

  • In der Vergangenheit hatte ich schon häufiger mal erwähnt, dass an der Schule meines Sohns eine Schulimkerei aufgebaut wurde. Man hatte mit Einraumbeuten angefangen, diese aber zu Anfang dieser Saison gegen Segeberger getauscht, weil die Einraumbeuten alles andere als optimal für die Schulimkerei sind und waren. Das Projekt ist von Bingo-Lotto Niedersachsen unterstützt worden und so konnten hochwertige Gerätschaften gekauft werden. Die TeilnehmerInnen der Imker-AG mussten selbstverständlich die Hygienekurse belegen und für die Vermarktung musste auch ein Unternehmen gegründet werden. Innerhalb einer Schule ist das aus rechtlichen Gründen wohl nicht anders möglich.


    Dieses Jahr nun war es dann soweit:

    Der erste Schulhonig aus der Schulimkerei konnte abgefüllt und verkauft werden. Auch in der Mensa wird er im Rahmen eines Programms gesundheitsbewusster Ernährung und Nachhaltigkeit angeboten und laut dem Mensaleiter auch sehr gut angenommen. Ich will da jetzt nicht lügen oder Märchen verbreiten, aber nach den Informationen, die ich habe, ist das TGG in Leer eines von ganz wenigen Gymnasien, wenn nicht sogar das einzige in Deutschland, was eine eigene Imkerei betreibt. Da ich als Elternverteter das damals mit angeleiert habe, bin ich auch etwas stolz darauf, dass das alles trotz Anlaufschwierigkeiten in die Gänge gekommen ist :)


    Achso... Nicht so genau auf die Etikettierung achten, die Etiketten sind von der AG gemeinsam mit Schülern im Kunstunterricht entworfen worden und ethalten alle Pflichtangaben. Sie sind nicht mit Schablone oder Messschieber aufgeklebt und haben noch keinen Gewährverschluss. Das wird alles laufend weiterentwickelt und ist im Fluss. Zudem wird das alles in Zusammenarbeit mit der örtlichen Lebenshilfe umgesetzt :thumbup:




    Gruß Andreas

  • Moin Andreas,


    das hört sich richtig gut an! Ich wurde auch angesprochen und gefragt, ob ich an meiner Schule ein ähnliches Projekt auf die Beine stellen würde. Da ich mich selbst für die Segeberger Styropor (DNM) entschieden habe, würde ich diese Beutenart heute auch mit in dieses Projekt nehmen. Innerhalb des Lehrerzimmers wurden allerdings auch schon positive Erfahrungen mit der Einraumbeute (Segeberger Styropor 1,5) gemacht und diese dementsprechend vorgeschlagen. Dann würde ich mich natürlich erst einmal bedeckt halten und von anderen lernen.

    Man hatte mit Einraumbeuten angefangen, diese aber zu Anfang dieser Saison gegen Segeberger getauscht, weil die Einraumbeuten alles andere als optimal für die Schulimkerei sind und waren.

    Magst du mir trotzdem einmal die Gründe für die Umstellung nennen?


    LG

    Christian

  • Klar doch:

    Die Einraumbeuten, so, wie auf dem ersten Foto halbwegs erkennbar, sind aus Ton und OSB, bzw. Filmplatten oder Multiplex gebaut und daher erstmal sehr schwer. Zudem haben sie ein ungünstiges Wabenmaß und sind deshalb sehr hoch, was auf festen Böcken eine fast unüberwindliche Arbeitshöhe für die heutzutage recht kleinen Schüler bedeutet. Darum hat der verantwortliche Lehrer (ein Imkerkollege) das System umgestellt.


    1,5DNM sollte noch praktikabel sein, aber 1,0 DNM scheint wohl für diesen Zweck am Ehesten geeignet, egal, ob Segeberger oder vergleichbar aus Holz. Vllt. wären sogar Flachzargen als HR für den Schulbetrieb noch sinnvoller. Die Ernte fiel im ersten Jahr deshalb auch kaum nennenswert aus, da die Ernte systembedingt recht schwierig war. Eine rein arbeitstechnische Überlegung also, die das naturnähere System ohne Kunststoff nach etwa 1,5 Jahren sinnvollerweise überwog.


    Der Honig jedenfalls geht weg, wie warme Semmeln. Sowohl im Eigenverbrauch durch die Mensa, als auch im freien Verkauf an Schüler oder Interessierte. So wie es jetzt aussieht, wird sich die Schulimkerei bald selbst tragen, nachdem sie gefördert worden ist. Die Teilnehmer der AG sind jedenfalls mit Freude und Spaß bei der Sache und es gab bisher noch keine Schadensmeldungen durch Stiche oder allergische Reaktionen :thumbup:


    Die Schule ist übrigens ziemlich in der Stadtmitte und es gibt viel Grün drumherum, sowohl normale Stadtvegetation mit alten großen Bäumen, als auch viele Gärten drumherum. Ob man aus den Bienenvölkern mittlerweile auch Unterrichtsinhalte abgreifen konnte, weiß ich jedoch nicht. Ich weiß nur, dass man für fast jedes Fach irgendwelche Arbeitsgrundlagen entnehmen kann.


    Gruß Andreas

  • Ich will da jetzt nicht lügen oder Märchen verbreiten, aber nach den Informationen, die ich habe, ist das TGG in Leer eines von ganz wenigen Gymnasien, wenn nicht sogar das einzige in Deutschland, was eine eigene Imkerei betreibt.

    Also wenn man " honig aus eigener imkerei am gymnasium " eingibt , dann kommen da schon ein paar Ergebnisse ;).

    Dennoch ein Grund stolz zu sein :daumen:. Glückwunsch zu einem solch gelungenen Projekt :p_flower01:.

  • Werde ich mal machen, ist doch spannend, ob und wieviele Gymnasien sich dazu durchringen, so etwas selbst durchzuziehen. Ich hatte bisher immer nur Schulimkereien eingegeben oder gesucht, speziell nach Gymnasien aber noch nicht. Darum war ich auch vorsichtig mit der Aussage :saint:


    Gruß Andreas

  • Ui... gerade mal etwas ausgiebiger mit der richtigen Suchkombination recherchiert, da hageln die Treffer plötzlich... Da sind doch etliche Gymnasien mit eigener Schulimkerei, auch in Niedersachsen. Hätte ich jetzt nicht erwartet. Eins sogar in der Nachbarstadt... 8)

    Die meisten allerdings im südlicheren Deutschland. Ist aber auch egal, das läuft scheinbar alles eher im Verborgenen, bzw. nicht unbedingt im Vordergrund. Deshalb findet man sie mit einfacher Suche auch nicht.


    GeeBees :

    Fördermittel sogar vom KM, bzw. Partnerorganisationen über Hannover! Die haben eine extra Seite für Schulimkerei eingerichtet. Wusste ich bis gerade eben auch noch nicht.


    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,

    prima, wenn so ein Projekt mal richtig ins Laufen kommt. Es werden immer mehr Schulen, die teils sogar die Imkerei in den Unterricht integriert haben.

    Warum muss für die Vermarktung ein Unternehmen gegründet werden?

    Meine AG am Gymnasium Unterrieden besteht jetzt seit 11 Jahren, ohne ein Unternehmen zu sein. Würde ich auch so nicht hinbekommen. Die AG trägt sich schon lange selbst, Überschüsse werden in ein Schulimkereiprojekt in Tansania gesteckt. Ohne Unternehmen!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Warum muss für die Vermarktung ein Unternehmen gegründet werden?

    Weil die Schulen, das oft nicht tragen wollen.

    In Frage kommt hier übrigens auch ein Verein (z.B. der Schulförderverein). Solche Schülerfirmen werden im Rahmen von Bildung als Satzungszweck von der Finanzverwaltung bis zu einem Umsatz von 35.000 Euro pauschal als steuerbegünstigte Zweckbetriebe behandelt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Was sollen die Schulen tragen?

    Allein im Schulhaushalt weiteren Einnahmen/Ausgaben verwalten zu müssen, ist für die Schulverwaltung eine Zumutung. Das sind Beamte!

    Man muss bedenken: Lehrer sind Menschen, die erst im Pensionsalter aus der Schule kommen!


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wir verwalten uns selbst. Ich führe ein Kassenbuch, die Imker AG hat ein Bankkonto, alles unabhängig von der Schule!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi