Frage zur Vereinigung

  • Hallo zusammen,


    kurze Frage zur Vereinigung: Wenn ich ein Volk auf das andere aufstelle (vom gleichen Stand), wieso suchen dann die neu zugekommenden Bienen nach dem ersten Ausfliegen nicht ihre alte Beute am alten Standort? Müsste man nicht theoretisch alle Flugbienen des umgestellten Volkes verlieren? Oder fliegen die sich neu ein irgendwie?


    Danke

  • Als Warre-Beuten-Nutzer mache ich Zargenableger. D.h. dass ich eine Zarge (obere) wegnehmme, das Restvolk um einige Meter verstelle und die Ableger-Zarge stelle ich an den bisherigen Standort des Volkes.

    Die Flugbienen, die unterwegs sind, fliegen in den Ableger und bleiben dort.

    Die Flugbienen, die im Restvolk verblieben sind, fliegen zu einem großen Teil auch zum Ableger.

    Am nächsten Tag , auch wieder um die Mittagszeit, wird das Spiel wiederholt. Die Standplätze werden getauscht.

    Die Flugbienen fliegen wieder überwiegend zu ihrem Standplatz, von dem aus sie ausgeflogen sind.

    Am nächsten Tag nochmal das ganze.

    So verteilen sich die Flugbienen auf Ableger und Restvolk.

    Die Flugbienen fliegen sich früh neu ein und fliegen zu ihrem Abflugsort zurück. Deshalb wird ja in dem beschriebenen Falle in der Hauptflugzeit umgestellt und so die fliegende Biene in die Irre geführt.

    Also beim Vereinigen spät abends vereinigen, morgens fliegen sich die Flugbienen neu ein und fliegen an den neuen Standort zurück. Die zusätzliche Veränderung des neuen Flugloches mit vorgebundenen Zweigen oder einer Hand voll Grashalme begünstig das neuorientieren noch.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Also, ich mache kein Gewichttraining mit meinen Beuten und dauernden Platztausch!


    Ich setze die Zarge einfach auf und stelle ein Absperrgitter vor das Flugloch! Fertig!

    Die meisten Bienen kapieren es, dass sie um 2m versetzt wurden und fliegen sich neu ein! Ein paar wenige unaufmekrsame fliegen allerdings zurück, kommen dann aber im Nachbarvolk unter!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • SK Honig hat damit alles gesagt.

    Kiste oben drauf, den Rest machen die Damen selbst.

    Das Ganze ausserhalb der Flugzeit, wenn dann möglich. Der Verlust von ein paar Flugbienen ist nicht so tragisch.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Hallo Tabatniz


    Wenn du zwei Völker vereinigst, bedeutet daß, das ein Volk ohne Königin ist und die Bienen sich weisellos fühlen und somit bei ihnen der alte Standort für sie nicht mehr überlebensfähig ist. Es findet eine Umstellung der Bienen mit der Annahme der neuen Königin statt. Das war kompliziert zu erklären, hoffentlich kann man das verstehen. Deshalb fliegen die Bienen nicht zu alten Standort. Bleiben beide Königinnen im Volk sieht das ganz anders aus.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Nö,
    Auch mit zwei Königinnen funktioniert das.
    Nach dem Highländerprinzip bleibt nur eine übrig.

    Ich habe das schon unzählige mal gemacht.
    Der Vorteil ist das die stärkere Überlebt und man spart sich das abdrücken einer Königin. Das sollte man natürlich nicht machen, wenn man umweiseln will oder eine bestimmte Königin behalten will.

    Zudem rede ich vom vereinigen von zwei Schwächlingen.

    Freier Imker

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  • Zwei Vereinigte Schwächling es geben einen jetzt stärkeren Schwächling. Spätestens im Frühjahr trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Königinnen, die es nicht geschafft haben im Vergleich mit anderen gleichzeitig gebildeten und gleichartig geführten Völkern, ein überwinterungsfähiges Volk aufzubauen, werden abgedrückt. Da kann die eine noch so tolle Abstammung haben und auf der allerbesten und teuersten Belegstelle gewesen sein.:wink:


    Schwächlinge daher immer einem Volk geben, was z.B. später gebildet wurde und deren Königin später begattet würde. Nur mal so als Anhaltspunkt.:u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich denke beide haben recht.

    In der Betriebswirtschaftslehre habe ich mal gelernt, dass zwei halb Tote Firmen noch lange nicht eine gesunde Firma ergeben.
    Aber man kann besser die Vorteile der beiden Firman nutzen.
    Mit einer größeren Bienenmasse sind die aus dem beiden Völkern gebildeten Einheiten wesentlich besser Überwinterungsfähig als zwei schwache Einheiten.
    Taugen allerdings beide Königinnen nichts, wird das neu gebildete Volk auch nichts bringen. Das kommt natürlich vor und wird nicht abgestritten.
    Die Chancen sind aber wesentlich höher zu überleben. Kommen die im Frühjahr nicht in Hufe, nutze ich meine Mini Plus Einheiten und weisel die um.
    Das mit den Grünen Daumen bei Königinnen ist so eine Sache.
    Da habe ich oft falsch gelegen.

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