Preise von ein Honigglas im Osten

  • Hallo liebe Bienenfreunde,


    Wie teuer sollte mann ein Honigglas 500g glas im Osten so machen ? Und wieviel den Pfand


    Gruß Daniel

  • Hallo Daniel,
    was ein Glas Honig kosten soll, ist eine relativ schwierige Frage. Es kommt immer darauf an, was dir dein Honig selber wert ist. Falls ich richtig tippe, hast du in deiner HP das Glas Honig für 2,50 € angeboten, da könnte man einerseits sagen, das ist teuer, wenn in bestimmten Internetauktionshäuser von deutschen Imkern 3 x 500 gr Glas ab 1 € angeboten werden und dann evtl., wie schon öfters geschehen um 3,50 - 4 € zum Kunden gehen, wobei der Verkäufer dann noch Einstell - und Verkaufsprovision in Höhe von fast 1 € zu zahlen hat, auch ein Biolandimker verschleudert dort seinen Honig, ich biete dort auch seit einem Jahr meinen Honig an, aber zu anständigen Preisen und muss nur die Hälfte von dem verkaufen, was diese "Billiganbieter" verschleudern um auf deren Erlös zu kommen. Abererseits könnte man sagen, dass du deinen Honig zu billig verkaufst, andere verlangen mehr. Ich mache dies nicht mit, der Kunde sagt sich nämlich auch, wenn ich so billig deutschen Honig erwerben kann, muss damit etwas nicht stimmen. Das sind aber die dummen Imker, die den deutschen Honig noch unaktraktiver machen, solche gehörten aus Gründen der Solidarität ihre Bienenhaltung verboten, wenn ich solch ein wertvolles Naturprodukt so
    verschleudere, das ist gröbste Mißachtung der Bienen und deren Produkt
    gegenüber, wäre genauso, als ob du für 1 EUR Stundenlohn schuften müsstest.
    Es wird aber in der Landwirtschaft, wozu ich auch Imker im weitesten Sinne zähle, keine so dumme Menschen geben, wie es unter den Imkern der Fall ist - Landwirte haben Hirn oder meint ihr, es würde ein Landwirt den Liter Milch um die Hälfte des jetztigen Preises verschleudern, die wissen was Solidarität ist, die haben auch, wo ich jetzt auch die dummen Imker ein wenig in Schutz nehmen muss, eine Interessenslobby die knallhart die Preise hochhält und keine "Schlafhauben" in den Verbandsspitzen dulden, die wären gleich abgewählt, da sind Bauern knallhart, wenn es um ihre Interessen geht. Nochdazu muss man bemerken, dass bei der Milch stetige Überproduktion herrscht und wir Imker erzeugen nur 20% unseres Verbrauchs in der BRD selber, der Rest muss eingeführt werden, wenn ich an das denke, steigt mir so eine Wut hoch, vielleicht sieht aber der eine oder andere Imker dies nicht so. Übrigens bin ich kein Landwirt, habe aber vor deren "Arbeit" und vor allem vor deren Interessensvertretern auf die man nur neidisch als Imker schauen kann, höchste Achtung und man kann nur sagen, die machen ihre "Arbeit" sehr gut.

  • Hallo Honigmayerhofer,


    im großen und Ganzen gebe ich dir recht und du sprichst mir in einigen Punketen aus der Seele aber das mit der Milch ist schon etwas anders als du es hier beschreibst. Wenn heute ein Bauer Milch ab geben möchte, dann muß er eine Quote oder Kontingent haben. Er kann nur soviel abgeben wie er im Kontingent hat und dafür gibt es eine Preisgarantie. Die Übermegen bekommt er sehr schlecht bezahlt. Die Milch hat einen Sogenannten Interventionspreis. Die Copa Gruppe Honig wollte auch so einen Interventionspreis also einen Garantieten Mindestpreis für Honig, aber das ist unter anderem damals vom DIB abgeleht worden. Wir in Deutschland haben über 80% Importhonig und bekommen es nicht fertig die paar Kilo zu anständigen Preisen los zu werden. Eine Schande für alle Imker! denn wer heute unter 5,- € seinen Honig an den Endverbraucher ab gibt der macht jedem Jungimker das Leben noch schwerer als er es jetzt schon hat mit dem geschenkten alten Müll der so super schlauen Altimker! Daniel mit 5,- € bist du überhaupt nicht zu teuer, du brauchst nur die richtigen Argumente und dann sind 5,- € zu billig! auch im Osten!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan,
    das die Milch kontigentiert ist entspricht der Wahrheit, das muss aber bei einer Überproduktion auch sein, du wirst doch nicht annehmen wollen, dass wir bei 20 % Selbstversorgung von Honig in der BRD eine Kontigentierung brauchen, außerdem kann sich ein Bauer jederzeit auf dem freien Markt Milchkontigent dazukaufen, um mehr Milch liefern zu können. Meine Nachbarn sind allesamt Bauern und haben die letzten Jahre schwer an Milchkontigent eingekauft, jeder so an die 50.000 - 80.000 kg, da mussten sie für das kg gut eine Mark bezahlen, aber es hat sich laut ihren Aussagen gelohnt, dass sie in dieser Richtung investiert haben.
    Dieser Milchmarkt ist seht gut ausgeklügelt, stell dir vor, beim deutschen Honig und unserem derzeigem (Nicht)Management gäbe es eine Überproduktion, da müsstest du als Imker noch einen Fünfer ans Glas kleben, damit der Verbraucher deinen Honig überhaupt nehmen würde. Ich glaube, es gibt nicht viele schlimmere Verkaufsstrategien in der BRD als den deutschen Honig - keine Lobby, keine Werbung, aber dafür jede Menge negativer Schlagzeilen, das ist die Werbung des dt. Honigs.

  • Hallo Franz-Xaver,


    zur Milch nochmal: die Kontigentierung ist wie die ganze Agrarpolitik für die gesammte EU gültig. Damals alls man einen Interventionspreis für Honig wollte war nicht die Rede von Kontigentierung. Die Kontigentierung für die Milch ist auch erst später hinzu gekommen. Frühr durfte abgeliefert soviel man produzieren kommte. Man darf nicht den Deuteschen Honigmarkt alleine sehen! In die EU kommt 50% Importhonig zu Preisen wie man eben innerhalb der EU nicht richtig kostendeckend produzieren kann! Die Import Zölle sind ja seit den Gatt-Verhandlungen so gut wie weg, und sollen bald ganz wegfallen! Desshalb gibt es ja auch die EU Förderung 1221/97, und keinen Interventionspreis. In der Sache mit dem Management für den "Echten deutschen Honig im DIB Glas muss ich dir voll zustimmen. Die Werbe Agentur, die für den DIB arbeitet, würde bei mir glatt verhungern, mit den Leistungen die die bis heute abgeliefert haben, weil ich die am wirtschaftlichen Erfolg beteiltigt hätte, und nicht auf Honorar-Basis.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Liebe Imker,
    ich habe mich bisher immer an den Preisen für Honig an den Preisen meinenr Imkerfreunde im Verein orientiert.
    Dieses Jahr werde ich den Preis wohl von 3, 10 Euro auf 3,50 Euro erhöhen.
    Denn auch der Zucker für die Einfütterung ist teurer geworden. Alle Kunden, die bisher meinen Honig gekauft haben waren damit sehr zufieden und würden keinen billigen Aldi-Honig mehr kaufen.Reiner Sorten-Honig kann noch teurer sein. Ansonsten kann ich nur sagen dass Qualität überzeugt und der Kunde den angemessenen Preis auch dafür zahlt.
    Man kann ja in der Werbung für eigenen Honig die Kunden auch noch auf die beschlagnahmten, weil verseuchten Honige aus China (Billig-Honig) hinweisen. Und unser Honig ist ein Naturprodukt.
    Viel Erfolg bei der Vermarktung
    Detlef

  • Hallo,


    nur so eine kleine Anmerkung. Ein Glas Langnese-Honig kostet - bei uns zumindest - 2,99 EUR. Meine Meinung: das kann nicht unser Preis sein, der darf schon (deutlich) darüber liegen.


    Schönen Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,Reiner,
    hat denn noch niemand eine echte Vollkostenrechnung gemacht und danach den Preis ermittelt?!?
    In unserem Bauernblatt geht's dauernd um sowas: was kostet Rasenmähen pro qm, was kostet ein ha Maishäckseln, usw.
    Profis, sagt was dazu! :smile:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Imkerkollegen,


    ich gehe davon aus, daß Langnesehonig oder anderer Honig zu 2,99 Euro +/- 10%Preisschwankung das Volkswirtschaftliche Preismittel für Angebot und Nachfrage an Honig allgemein in Deutschland darstellt.


    Honig direkt vom Imker stellt einen Marktanteil von ca. 20% dar. Wäre jetzt zu prüfen, welches Preismittel in diesem Marktbereich erzielt wird und wie weit er von 2,99 abweicht.


    Man bedenke das viele Imker ihre Überschüsse an Honigaufkäufer "verschleudern". Dieser Umstand drückt natürlich das Preismittel von deutschem Honig. Große Abfüllstellen sind ja mehr als der Imker im Direktverkauf den Gesetzen des Marktes unterworfen folglich auch ihr Preisgefüge. Sie werden im Schnitt nicht wesentlich von 2,99 abweichen.


    Wenn alle Daten über deutschen Honig bekannt sind, kann man daran arbeiten, den Marktanteil zu verbessern.


    Erste Möglichkeit wäre über den Preis. Meiner Meinung nach würde das nicht zum Erfolg führen, da man wesentlich unter 2,99 gehen müsste. Keiner will das.


    Zweite Möglichkeit wäre über Produktinformation. Hierzu müsste man wiederholt plakative Werbung in den Medien (Rundfunk/TV/Presse/Prospekte) machen.


    Und jetzt die Aufrechnung: Will man ca. 20 Millionen Haushalte über das Produkt "deutscher Honig von deutschen Imkern" informieren um den Marktanteil vielleicht um 10 % zu steigern und legt Kosten von 5 Euro pro Haushalt zugrunde, müsste man 100 Millionen investieren (entspricht etwa dem Werbe-Etat einer großen Deutschen Brauerei).


    Jetzt wäre zu klären, wer den erst einmal die 100 Mio. aufbringen will. Eine Firma mit Eigenmarke macht das sicher, da sie ja auch den Ertrag durch die Werbung abschöft. Ist aber der einzelne Imker gewillt in eine Kasse einzuzahlen, je nach Anzahl der gehaltenen Völker - ich denke nicht. 100.000.000,-- / ca. 1.000.000 Völker in Deutschland = 100,-- Werbebeitrag pro Volk.


    Das war nur eine Volkswirtschaftliche Betrachtung zum Marktanteil von deutschem Honig.





    _________________
    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: drohne2000 am 2002-05-28 23:29 ]</font>

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Dieter,
    Hallo Imker!


    Es gibt nun aber noch einen anderen Denkansatz! Den ich versuche zu folgen. Die 20% Marktanteil die wir ja haben könnte man ja auch so interpretieren, daß wir eine Nische füllen welche die anderen nicht bedienen; können; oder wollen! Ein wichtiger Aspekt dabei ist Honig direkt vom Imker. Das kann Langnese und CO. nicht bieten, auch wenn sie das Image gerne hätten, sie schaffen das nicht! Ein weiterer Aspekt den ich nun x-mal schon erlebe ist , daß vielen Imkern die es schaffen Honig direkt vom Imker an zu bieten in welcher Vertriebsform auch immer, der Honig oft viel zu früh aus geht. Honig ist aber Lagerfähig. Die mittlere Verweildauer von Honig in Geschäften liegt bei 9 Monaten (hab ich aus einer Studie) bis er zum Kunden kommt. Wenn man nun daraus einen Schluss folgern will, verkaufen die meisten zu billig. Zieht man nun noch Vergleiche mit dem Wein, hier gibt es viele Gemeinsamkeiten, so sollten wir auch von den Winzern lernen. Für gute Weine bekommen die im Vergleich zu unserem Honig 3 mal soviel. Und den Kult um guten Wein den sollten wir auch um den guten Honig anfangen! Erster Schritt dazu: Honig aus unbebrüteten Waben! der schmeckt einfach besser! Und es war schon immer teurer einen guten Geschmack zu haben! Noch mal ein Glas Honig vom deutschen Imker um 5,- € an den Endverbraucher ist die unterste Grenze!



    _________________
    to bee or not to bee!


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Toyotafan am 2002-05-29 11:14 ]</font>

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Wenn ich mir das alles so durchlese muß ich sagen, daß ich froh bin in Österreich zu imkern. Bei uns ist der Preis für ein Kilo Blütenhonig deutlich höher (7,50 - 10 € !). Ich verlange € 7,50, bin damit sehr günstig, und habe keine Absatzprobleme. Natürlich haben wir nicht so große Massen abzusetzen wie in Teilen Deutschlands.
    Um eine Erhöhung des Preises zu erlangen müssen alle oder zumindest sehr viele Imker zusammenhelfen. Und das glaube ich ist nur sehr schwer zu erreichen.

  • Hallo Schrofi,


    wenn wir hier in Deutschland von einem Glas Honig reden, dann meinen wir das 500g Glas! die Kilogläser wie sie in Österreich vielfach benutzt werden haben zumindest in meiner Gegend Seltenheitswert. Auch Langnese hat hauptsächlich das 500g und 250g im Angebot. Mit knapp 3,- € beim Langnese bist du mit 3,75 € nicht weit weg und meiner Meinung nach eben zu billig!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Imkerkollegen,


    ich stimme der Aussage von Toyotafan zu, dass die Direktvermartkung vom Imker Nischen ausfüllt. Inwieweit in diesen Nischen ein Preis von 5,-- erziehlt werden kann, hängt meines Erachtens von der Sortenvielfalt ab, die man anbieten kann. Ich kann heuer nur Rapshonig und Sommerblütenhonig anbieten. Den letzten Waldhonig gab es bei mir vor über 10 Jahren. Da Rapshonig bei mir absolut in Massen vorkommt, bin ich froh, daß ich 3,50 erziehle. Hat aber Mühe und Arbeit gekosten, die Kunden dahin zu führen. Der größte Teil meiner Kunden ist "viel Honig Esser" mit bis zu 50 Gläsern pro Familie. Ich kann also bei solchen Kunden den Preis nicht noch versuchen zu steigern, da der Honig für dieses Klientel "Standartlebensmittel" bleiben soll.


    Mein Beitrag im Forum sollte eigentlich nur ein Denkanstoß für diejenigen Imker sein, die immer auf DIB etc. schimpfen und in ihm eine Werbe-, bzw. Vermartungsagentur sehen, ohne sich auch nur im geringsten darüber Gedanken gemacht zu haben, was ein Werbefeldzug eigentlich kostet, geschweige denn Eigeninitiative ergreifen.


    Ich will hier dem DIB in keiner Weise die Stange halten, es ist aber leichter über andere zu schimpfen, anstatt konkrete Vorschläge zu machen.


    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: drohne2000 am 2002-05-29 16:11 ]</font>

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Lieber Dieter,
    wo bleibt denn das ganze Geld, das der DIB einnimmt?
    Hauptamtliche Kräfte müssen bezahlt werden, das ja, aber ich sehe absolut keinen Gewinn für die Mehrheit der ganzen Kleinimker!
    Wir haben weder im Bundestag noch im EU-Parlament eine vernünftige Lobby, geschweige eine zeitgemäße und ansprechende Werbung für Deutschen Honig!
    Irgendwie habe ich den Eindruck, daß das Geld in ein großes schwarzes Loch fließt...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen