CO2 Tester, Vergleich Anfang September zu Mitte Oktober

  • Guten Morgen zusammen,

    ich bin vorgestern noch mal mit dem CO2 Tester stichprobenartig an einige Völker, als Vergleichsstudie zu einer ersten Messung Anfang September.


    Ausgangslage der Völker:

    Wenn Ableger, dann wurde selbiger im brutfreien Zustand mit OSX besprüht, wenn Wirtschaftsvolk, dann TBE mit Fangwabe oder OSX Ende Juni, Anfang Juli.


    Anfang September sah es wie folgt aus:

    Alle Völker brachten beim Test entweder 0 oder 1 Milbe zum Vorschein, was mit den Beobachtungen auf den Windeln korrelierte (0 - 1 Milbe pro Tag).

    Es gab ein paar Ausreißer, was die Windel betraf (mitunter 2-4 Milben pro Tag auf der Windel, im CO2 Test 1 Milbe pro Test), welche ab Mitte September dann noch einmal mit AS behandelt wurden.


    Den CO2 Test führe ich wie folgt durch:

    Probebienen in den Tester, Tester wiegen, Betäuben, schütteln, auswerten.

    Anhand der Wägung lässt sich relativ genau bestimmen, wie viele Bienen in der Probe sind, daraus lassen sich die Prozenzahlen ableiten.


    Mitte Oktober dann Folgendes Bild beim CO2 Test:

    • Ein WV hat 16 Milben (entsricht 3,6% Befall der Probebienen) in der Probe, Brutfläche noch handtellergroß, Königinn vorhanden. Wurde nur mit TBE und Fangwabe behandelt
    • Anderes WV 9 Milben (entspricht rd. 2,5% Befall der Probebienen), hat noch geschätzte 1500-2000 Brutzellen. Ebenfalls nur TBE mit Fangwabe.
    • Noch ein WV hat 6 Milben, was auch etwa zwischen 3-5% Befallsgrad der Probebienen entspricht (genaue Zahlen gerade nicht im Kopf), bei vielleicht ebenfalls 1000-2000 Brutzellen. Keine TBE, dafür regelmäßig Brut entnommen (insgesamt 4 Waben diese Saison, plus Drohnenrahmen) zur Ablegerbildung, einmal AS im Juli.
    • Letztes WV, auch mit TBE und Fangwabe behandelt, plus einmal AS im September: Tatsächlich 0 Milben im Tester - vor lauter Skepsis Test wiederholt, ebenfalls mit 0 Milben.
    • Ableger, 1 x mit OSX bei Brutfreiheit sowie einmal mit AS: Ebenfalls 0 Milben im CO2 - Zählrohr.

    Bei keinem Volk konnte ich Hinweise auf DWV oder Anzeichen auf eine Paralyse (so weit ich die erkennen könnte) erkennen, die Völker sind ruhig, haben Futter abgenommen, Volksstärke mag ich nicht verbindlich einschätzen, weil tagsüber unter Bienenflug begutachtet.


    Jetzt zu meiner Frage:

    Es sind immer Milben im Volk, so weit so gut.

    Ich hadere jetzt aber mit mir, ob ich die o.g. Kandidaten behandeln soll oder nicht.

    Ich könnte die bedampfen, und zumindest beim erstgenannten Volk, welches kaum Brut hat, scheint das die naheliegenste Option.


    Wenn behandeln, dann wird der Tipp hier im Forum vermutlich auf Blockbehandlung lauten.

    Meine Herangehensweise wäre dann: 7 Mal, alle 4 Tage.


    Aber vielleicht besteht ja bei dem Befallsgrad bis Dezember auch überhaupt keine Notwendigkeit?


    Meinungen sind willkommen :-)


    Herzliche Grüße

    Ralf


    PS: Ja, ich treibe da ziemlich viel Aufwand, jaaa, die erfahrenen Imker werden da vermutlich die Augen rollen. Aber das ist die einzige Möglichkeit, wie ich meinen inneren Monk ruhigstellen und Daten (sprich: Erfahrung) sammeln kann... und ich brauche das zum ruhig schlafen. Schließlich will ich die Bienen ja nicht unter meiner Unerfahrenheit mehr als notwendig leiden lassen.

  • Ich würde immer eine Winterbehandlung mit OS machen - zum einen bekommt man so die bestmögliche Ausgangslage für das Folgejahr und man kann die eigene Diagnostik aus dem aktuellen Jahr überprüfen. Ich habe heuer auch nur einmal behandelt (vornehmlich TBE mit OS) und aufgrund der geringen Abfallzahlen auf die 2. Behandlung verzichtet auch wenn es schwer fiel, auf die eigene Diuagnostik zu vertrauen. Daher bin ich nun besonders gespannt was die Winterbehandlung ergibt; die werde ich mit dem Schieber gut auswerten!


    M.

  • Moin Ralf,


    mach doch mal eine Behandlung und vergleiche dann den Milbenfall mit deinen CO2-Ergebnissen.

    Eigentlich lohnt eine Behnadlung jetzt nicht mehr. Ausnahmen wären nur wirklich stark vermilbte Völker.


    Gruß Jörg

  • Würde ich auch so machen. Aber nur Dampf! Alles andere wird mehr schaden als nutzen.

    An den Bienen, die jetzt da sind und noch in den verdeckelten Zellen, kannst du eh nix mehr ändern. Der Zug ist abgefahren.

    In ca. 2 Monaten steht schon die Winterbehandlung an und dann kommt schon der Weihnachsmann8|8|

  • Die Völker reduzieren jetzt ihre Brut und damit sind weniger offene Zellen direkt besetzbar von der Milbe. Sie sitzt länger auf den Bienen und damit sollte sich die Anzahl der Milben sowohl im Tester, als auch auf der Windel erhöhen. Aber dieser Werte lassen keine Rückschlüsse auf den wirklichen Milbenbefall zu. Es ist ein Dynamischer Vorgang die Brutreduktion zum Winter, da kann mal wieder etwas mehr Brut angelegt sein und dann wieder weniger, also starke Schwankungen auch für den Milbenfall. So wurde mir von Guido Eich vor Jahren erklärt nach einem Vortrag mal erklärt, weil ich das Gleiche im Herbst zum Winter bemerkt hatte. Die Völker sind damals gut durch den Winter gekommen, trotz eines starken Milbenfalls. Natürlich habe ich die Winterbehandlung gemacht und dort fielen auch bis zu 100 Milben.

    Ich weiß allerdings nicht, ob es dazu noch neuere Erkenntnisse und Untersuchungen gibt...


    Nur aus Neugier, das WV mit Null Milben, hat es Brut?

  • Wir haben Mitte Oktober, was versprichst Du Dir jetzt noch von einer Behandlung????

    Ganz naiv gesagt: Was jetzt an freigesetzten Milben da ist, zu dezimieren.


    Es ist so ein Bauchgefühl, dass der Winter so mild wird, dass da die brutfreie Zeit entweder ganz oder nur sehr kurz ausfallen wird. Da wäre ich über jede Milbe froh, die ich aus dem System nehmen kann.


    Ein anderer Grund wäre zumindest eine einmalige Behandlung zwecks Messung:

    Was fällt dann, und wie ordnet sich das im Verhältnis zu den anderen Messungen/Zahlen ein?

    Das ist also mehr so ein Forschungsding.


    Grüße

    Ralf

  • Danke für die Info..


    Sicher kannst du jetzt Behandeln, aber ohne Brutfreierheit ist nichts optimal. Verdampfen oder mit Milchsäure sprühen, sind zwei Möglichkeiten, die ich sehe. Es gibt aber sicher noch andere.

    Wenn ich wirklich Sorgen hätte, würde ich die kleine Brutmenge rausnehmen, also TBE und dann Behandeln. Dann wäre das Mögliche getan. Aber für so einen Eingriff brauche ich jetzt schon einen sehr guten Grund. Und die Winterbehandlung würde ich auch nicht wegfallen lassen, auch wenn ich jetzt behandeln müsste.


    Viel Erfolg.

  • Zu Deinem Bauchgefühl sollte aber auch die Kosten-Nutzen-Analyse gehören: Welchen Preis zahlst das Bienenvolk dafür, noch Milben rauszuholen, von denen ein Teil altersbedingt eh unvermehrt im Winter eingehen wird? Womöglich einen königinnenlichen Preis...

    Zudem rettest Du ja nur einen Teil der Puppen, der bisher noch einen geringen Schaden durch die Milbe genommen hat und davon nun befreit wird - und schädigst womöglich andere/ältere Puppen fatal (ich nehme mal an, Du würdest nun AS einsetzen wollen...).


    Zähle doch einfach vor der Winterbhandlung noch mal...aber selbst in einem milden Winter und in der Stadt haben meine Völker immer eine brutfreie Zeit vor Weihnachten gehabt; die nur zu erwischen ist die echte Kunst.


    M.

  • Aber für so einen Eingriff brauche ich jetzt schon einen sehr guten Grund

    Da triffst du genau den Nagel auf den Kopf :-)

    Ich drücke es mal anders aus: Mangels Erfahrung kann ich nicht einschätzen, ob und wann Gefahr in Verzug ist - und damit der "sehr gute Grund" vorhanden ist.

    Deswegen die relativ akribische Bestandsaufnahme, damit dann, wenn im Frühjahr etwas tot ist, ich zumindest nachvollziehen kann, woran es ggf. gelegen hat.


    Ich habe oben die Befallsgrade in Prozent ausgedrückt. Ich meine mich zu erinnern, dass alles unter 5% eigentlich unkritisch ist, aber spontan habe ich die Quelle dazu nicht gefunden, oder eine gegenteilige Aussage.

  • Ich wollte mir auch einen CO2-Becher zulegen, habe es aber sein lassen, nachdem ich folgendes in der Schweizerische Bienen-Zeitung gelesen habe:


    Mit einem Durchschnitt von 92,4 % von den Bienen entfernter Milben ist die Effzienz der Puderzucker-Methode gut und konstant. Von den Stichproben wiesen 29 der 33 eine Effzienz von über 95 % auf. Lediglich drei ergaben eine Effzienz von unter 80 %.
    Die CO2-Technik hingegen wies mit durchschnittlich 49,5 % entfernter Milben eine geringe Effzienz und eine sehr geringe Konstanz auf. Lediglich 8 der 32 Stichproben kamen auf eine Effzienz von über 95 %, während 22 bei unter 80 % und 12 sogar unter 25 % lagen.
    Wie diese Resultate zeigen, ist die CO2-Methode unzuverlässig, die Puderzucker-Methode liefert dagegen zuverlässige Angaben zur Anzahl der in den Stichproben enthaltenen Milben.