Schwarmtrieb bei Buckfast Bienen

  • Hallo liebe Kollegen,


    Letztes Jahr habe ich mir Leistungsstarke (F1) Carnica Kö. besorg, damit habe ich drei Ableger gebildet, diese wurden auf 10 ZW überwintert. Am 04.04 nun die erste Erweiterung (nur Mittelwände). Am 02.05 Abspergitter + Honigraumzarge (nur Mittelwände). So viel zur Vorgeschichte der Völker.


    Nun haben alle drei Ableger Schwarmzellen angelegt, und mussten durch ein Zwischenableger-Verfahren ans Schwärmen gehindert werden. (bis auf ein Volk der breits geschwärm hatte)


    Was soll daß mit der Schwarmstimmung ? zum bauen hatten sie doch genug ! und die Kö ist Leistungsstark.....ja ok das Wetter wars wohl :wink: 
    Die o.g. geschichte veranlasst mich dazu ernsthaft mit den Gedanke auf Buckfast umzusteigen zu beschäftigen. Daraus ergeben sich für mich aber etliche Fragen:


    - Wie ist denn die Schwarmstimmung be der Buckfast ?
    - Wie sieht es den aus wenn man in einen Carnica Gebiet ohne Buckfast Völker standbegattung machen möchte. Was kommt dabei raus ?
    - Wie ist die erste Kreuzung Buckfast x Carnica, es wird von mein Verein ständig irgendwas von Stecher usw. erzählt trifft das zu ?


    Vielen dank im Voraus für eure Antworten !




    _________________
    Apicultura, que Hobby !


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Bauer am 2002-05-18 18:35 ]</font>


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Bauer am 2002-05-18 18:36 ]</font>

  • Hallo,


    auch auf die Gefahr hin, daß mir jetzt Befangenheit oder auch "Schleichwerbung" vorgeworfen wird möchte ich ein paar ANmerkungen dazu machen.


    Es war auch die ausgesprochene Schwarmträgheit, die mich zur Buckfast "trieb". Ich glaube mittlerweile die wissen gar nicht wie man schwärmt :smile: Für das "Warum" gibt es mehrere Erklärungen auf die ich aber hier nicht eingehen möchte. Ich sollte aber anmerken, dass ich nicht nur mit Dadant imkere sondern auch mit Zander und zwei Bruträumen etc. Angezogene Schwarmzellen habe ich seit 1997 nicht mehr gehabt. Deshalb schenke ich mir die Schwarmkontrolle bei den Buckis. Und sollte eine schwärmen, dann "ist sie gut weiter" wie wir in Bayern zu sagen pflegen. So einfach ist das mit der Selektion auf Schwarmträgheit (aber bitte nicht mit der Carnica probieren :smile: ).


    Bei der Standbegattung von Buckfastköniginnen im Carnicagebiet erhält man eine Biene mit zwei Drittel Buckfastanteil. Dabei überwiegen die Eigenschaften der Bucki meistens. Die Schwarmträgheit nimmt leicht ab. Die Sanftmut verändert sich nicht. Die Nachkommen sehen immer noch aus wie Buckis (lederbrauner Ring).


    Natürlich ist auch die Bucki den allgemeinen Vererbungsregeln unterworfen. Es kann also immer Ausreisser nach beiden Richtungen geben. Hier heisst es Augen auf.


    Leider wird das "Stecher-Argument" immer noch ins Feld geführt. Hauptsächlich wegen des Versuches von Dr. Pechhacker in Österreich. Er legte vor Bienenvölker Kissen, die mit einer übelriechenden Chemikale getränkt waren. Danach wurde ausgezählt, bei welchen Völkern die meisten Stiche gesetzt wurden. Das waren die Völker mit Buckfast/Carnica-Kreuzungen. Ich möchte den Wert dieses Versuches absolut in Frage stellen, denn wo ist bitte die Analogie vom Abwehrverhalten gegenüber einer Chemikalie und der Behandlung durch den Imker. Die Versuche von fünf deutschen Bieneninstituten haben gezeigt, dass sich die Sanftmut durch Buckfasteinfluss nicht verschlechtert und das ist auch meine Erfahrung. In unserem Ort hat vier Jahre lang niemand gemerkt, dass ich die Buckfast halte. Bis ich bei der letzen Versammlung mal die Katze aus dem Sack lies.


    Bin ja gespannt, was so alles noch für Kommentare kommen...

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  • Hallo Reiner,


    Danke für deine Antwort.


    Deine aussage nach muss ich dafür sorgen -wenn ich weiterhin die volle Schwarmträgheit de Buckfast erhalten will- daß ich möglichst auf kreuzungen verzichte. Nach Bruder Adam sollte sich die Schwarmträgheit der nachkommen der ersten Kreuzung Bu.-Ca. wieder verbessern, kannst Du diese Aussage bestätigen ?


    Zum Thema Stecher, bei Kreuzungen Bu-Ca., der von Dr. Pechhacker dargestellt wird, kann ich nicht viel sagen. Ich kann es einfach nicht beurteilen.


    Ich könnte ja auch versuchen die Carnica Völker sehr schwach über den Winter zu führen und dann darauf hoffen daß sie nicht Schwärmen aufgrund der Volksstärke.....


    Das Problem ist aber daß wir hier nur Früh- und Sommertracht haben, d.h. für mich: die Völker MÜSSEN sehr stark ausgewintert werden damit sie noch was eintragen !


    MfG Dante

  • Hallo,


    du kannst durchaus von deinen standbegatteten Buckis nachzüchten. Bis in die F3 bleibt der Schwarmtrieb unter dem der Carnica und ist leicht in den Griff zu bekommen (i.dR. tritt kein Schwarmdusel auf). Je höher natürlich der Carnicaanteil wird, umso höher wird der Schwarmtrieb. Eine Buckfastkreuzung wirkt immer Schwarmtriebdämpfend.


    Eine Rückkreuzung einer Buckfast x Carnica mit Buckfastdrohnen wirkt ebenfalls schwarmtriebdämpfend. Man stellt fest, dass diese beiden Bienenrassen recht gut miteinander harmonieren und ertragreiche, schwarmträge und sanft Völker ergibt.


    Ein bisschen anders sieht es mit der dunklen Biene aus. Die echte Dunkle ist nicht recht "kompatibel". Die Braunelle oder Alpenbiene, wie sie in Österreich teilweise gehalten wird ist im Prinzip nix anderes als eine auf niedrigen Flügelindex, schmale Filzbindenbreite und lange Rückenhaare selektierte Carnica mit den üblichen Stärken und Schwächen dieser Biene.

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  • Meine Carnica Bienen FeldwaldWiesenMischung (F4-5) schwärmen seit der ersten Generation hervorragend. Spätestens am 1. Mai fangen die ersten Zellen an zu wachsen. Heuer sind 80 Prozent in Schwarmstimmung gekommen. Nur die Schwachen und bei den geschröpften Völkern ist der Schwarmtrieb deutlich gedämpft. Das Ausbrechen bringt maximal 7 Tage Sicherheit vor dem Völkerwandern. Etliche Völker sitzen da schon in den Startlöchern. Am 7. Tag gibt es schon wieder einige gedeckelte Schwarmzellen.
    Grund genug über andere Bienenrassen nachzudenken.
    Gibt es neben den geschilderten Erfahrungen auch Berichte der Institute zum Schwarmtrieb der Buckfast Herkünfte?
    Von Kirchhain habe ich im Netz eher negatives gelesen. Der Schwarmtrieb sei gleichauf mit den Buckfast Bienen.
    Fazit: Wegen der Schwarmneigung besteht kein Grund die Bienenrasse zu wechseln.

  • Oh, doch!
    Ich imkere schon länger und jedes Jahr geht mir die Schwarmneigung mehr auf den Keks. Ich weisele dieses Jahr komplett um, sobald ich Königinnen kriegen kann, ich bin es nämlich absolut leid!
    Sobald der Schwarmdusel voll eingesetzt hat, gibt es kein Gramm mehr und auch MW werden nicht mehr ausgebaut. Dieses Jahr hab ich nur ein Wochenende nicht nachsehen können, weil mein Vater starb, und schon hab ich es nicht mehr im Griff. Das kann es aber nicht sein! Wenn ich mit Carnica Profi wäre, ich glaub, ich würd es ganz drangeben...
    Ich liebe die Imkerei (trotz Allergie), aber mir ist es jetzt endgültig zuviel geworden.
    Wenn die Buckis nur halb so gut wie ihr Ruf sind, hat sich die ganze Sache für mich schon gelohnt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Reiner,
    daß sich Buckfast und Carnica "gut vertragen" ist inzwischen bewiesen, obwohl es viele immer noch nicht wahrhaben wollen.
    Was mich bei der guten Kompatibiltät wundert ist folgendes. In einem Buch über die Buckfastzucht stand, daß Bruder Adam den deutschen Imkern gern das Geschenk einer Carnica-Einkreuzung gemacht hätte, die Kreuzungsprodukte ihm jedoch nicht gut genug waren, in den Buckfaststamm aufgenommen zu werden. Kannst Du dazu genaueres sagen? Was hat ihn nicht befriedigt?
    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    gerne versuche ich dir eine Antwort zu geben.


    Leider kannte ich Bruder Adam nicht mehr persönlich und konnte ihn hierzu nicht befragen :sad:. Wie du sicherlich weisst versuchte mit etwa 60 verschiedenen (!) Carnica-Herkünten eine Kombination. Jedoch stellt ihn keine zufrieden. Das heisst, in seinen Augen, war keine Kombination BESSER als der bisherige Buckfaststamm. Eine neue Kokmbination wurde ja nur dann zum Stamm erhoben, wenn sie in einer oder mehreren wichtigen Eigenschaften einen Fortschritt darstellte. Das gelang Adam nur mit den Carnicaverwandten von Athos und dem griechischen Festland. Er erreichte dadurch meines Wissens eine schnellere Frühjahrsentwicklung. Den größten Fortschritt erreichte er meist durch Einfügung einer bislang züchterisch wenig bearbeiteten Rasse, so z.B. Athos, Monticola oder Sahariensis.


    Was ihn an der Carnica immer störte, war die graue Verdeckelung der Honigwaben. Das mag kleinlich erscheinen, war für ihn als Wabenhonig-Produzenten sehr wichtig und ist auch heute noch in der Praxis gewiss nicht von Nachteil. Einige Linien der Buckfast zeigen dieses Merkmal heute noch. Auch der kaum zu bändigende Schwarmtrieb war für ihn ein Ausschlusskriterium.


    Ich hoffe, nix vergessen zu haben, sonst einfach nochmal posten!


    _________________
    Volle Honigtöpfe wünscht...


    Reiner Schwarz
    auch Systemweisel bei buckfast.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Reiner Schwarz am 2002-05-21 17:07 ]</font>

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