Ableger Wintereinfütterung

  • Moin Leute,


    Ich will so in ca. 2 Wochen meine Ableger auf Überwinterung überprüfen. Da das Wetter im Moment so angenehm ist, überleg ich, schon vorher, also jetzt, die letzte Wintereinfütterung mit Apiinvert zu machen, damit es gut aufgenommen wird.


    Ich hatte die 2 Jungvölker aus dem Juni wegen extremem Futtermangel vom Juli bus September gut gefüttert, aber es muss laut letzter Inspektion im September noch was hinzu, es ist auch noch gut Platz. Sie haben beide ca. 9 ausgebaute DNM Rahmen. Es gab in beiden im September ein paar Kilo Futter


    Frage, da ich ungern im Oktober 2 mal komplett öffnen will: ist es ratsam einfach so zu füttern? Wenn ja, wie viel Apiinvert? Wenn nein, nehmen sie dann auch noch gegen Ende Oktober Futter an?



    Danke!

    Sarah

  • Warum wartest du damit so lange? Wieviel ist denn nun Futter drin? Das kann doch niemand hier erraten. Wenn nicht jetzt, wann willst du die Völker dann nochmal öffnen?
    Schau rein wieviel da ist und handel entsprechend!
    Meine Völker sind alle fertig. Bei mir ist üblicherweise Mitte Oktober die letzte Chance mittels Adamfütterer nochmal zuzufüttern.

    Denkst du nicht auch, die Welt - und ich meine - natürlich die eine - dreht sich längst von alleine....


    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • ...muss laut letzter Inspektion im September noch was hinzu, es ist auch noch gut Platz...ist es ratsam einfach so zu füttern? Wenn ja, wie viel Apiinvert? Wenn nein, nehmen sie dann auch noch gegen Ende Oktober Futter an?

    Willkommen, Sarah, in Deinem 1. Imkerjahr!

    Im September verbrauchen Völker i.d.R. mehr Futter als sie eintragen. Das Gesamtgewicht Deiner Beuten dürfte seit der letzten Inspektion also abgenommen haben. Wiegen bringt genauere Ergebnisse, ansonsten evtl. grobe Anhaltspunkte nach Stockwaage in Deiner Nähe mit vergleichbaren Trachtverhältnissen -> suchst Du hier:

    http://www.bienenkunde.rlp.de/…=5PW3P32TF7&p4=HY3576SY58

    Folglich: Jetzt das warme Wetter nutzen zum Füttern, nicht länger abwarten. Es wird ohnehin nicht mehr viel abgenommen.Ggf nur kleine, angewärmte Portionen anbieten, die tagsüber abgenommen werden - nachts ist es zum Füttern mittlerweile wohl zu kalt. Ggf. am späten Nachmittag bei Wärme kurz kontrollieren, wenn der Fütterer ganz oder fast leer ist. Dann Wiegen und Gewicht der noch zu füllenden Futterwaben (FuW) hinzufüttern (eine volle FuW DNM wiegt 2,5 kg; 1 l Apinvert = rd. 1,4 kg):

    http://www.imkerverein-ravensb…rs08Gewicht-Honigwabe.pdf

    Nur so viel auffüttern, daß den Bienen Platz für den Wintersitz im ungefüllt bleibenden Wabenwerk und den Wabengassen des jetzigen Brutnestes bleibt. Du mußt nicht alle Waben inspizieren - > Sind Randwaben frei, dann paßt noch Futter hinein. Besser jetzt reichlich einfüttern, als im Frühjahr notfüttern.

  • Ja, sofort mit Apiinvert füttern. Das ist vielleicht deine letzte Chance. Wenn es in zwei Wochen um die 10 Grad hat nehmen die kein Futter mehr ab. Zudem wenn vorhanden die Zarge mit ausgebauten Waben füllen. Das ausbauen der Waben braucht zu lange und kostet den Bienen zusätzlich Energie. Das Brutnest ungestört lassen.

    Meine Völker sind alle eimgefüttert. Bei einigen Ablegern hatte ich schon Probleme mit Futterabnahme.
    Viel Glück von der deutschen Seite der Niederländischen Grenze.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ich füttere zwei späte Ableger derz. mit Futterteig, den ich auf und zwischen die Oberträger gepresst habe. Da die Ablegerkiste nur 6 Waben fasst und keine zusätzliche Futtertasche, erschien mir die Variante machbar. Das Futter wird gut abgenommen und eingelagert.


    Mit Futtertrog/-zarge kann es bei dem milden Wetter die nächsten zwei Wochen noch funktionieren. Am besten 2 - 3 Liter Portionen angewärmt und Spur legen.


    Viel Erfolg!

  • Hi!


    Das Wetter bei Dir ist doch optimal in den nächsten Tagen. Die nehmen Dir locker ein Kilo Futter am Tag ab, sodass du bis zur nächsten Woche fünf bis sieben Kilo leicht verfüttern kannst.


    Da schon ein paar Kilo im Volk sind sollte dies dannreichen! Im Zweifel kann man im Februar immernoch nachfüttern.


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • wie gut das Sarah, Marco und ich gemäßigten Klimazonen leben, weil in anderen Gegenden im Februar nix mit Futterabnahme ist, da.dann dort Dauerfrost herrscht.
    Nur was ist, wenn wir auch mal einen der seltenen Winter haben. Dann verhungern und erfrieren die Bienen gleichzeitig.
    Deswegen verlasse ich mich nicht darauf. Ganz im Gegenteil. Ich habe eigentlich zu viel eingefüttert. Ich will in 2019 Ableger machen und dafür nutze ich dann die übrig gebliebenen Futterwaben.

    Freier Imker

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    Neutral und unbelastet.

  • wie gut das Sarah, Marco und ich gemäßigten Klimazonen leben...Nur was ist, wenn wir auch mal einen der seltenen Winter haben. Dann verhungern und erfrieren die Bienen gleichzeitig.

    Hier verbrauchen die Bienen umso mehr Fiutter, je wechselhafter das Winterwetter ist bzw. je milder - um so früher beginnen die Völker das Brutgeschäft und müssen dann die Temperatur von 28 auf 38 Grad hochfahren und -halten. Das kostet mehr Futter als in der Wintertraube bei Dauerfrost ohne Brutnest.

  • ..Dann verhungern und erfrieren die Bienen gleichzeitig.

    Hast du schon mal erfrorene Bienen gesehen?

    Ich noch nicht.

    In der aktuellen Bienenzeitung stand, dass sie schon mal ein Bienenvolk -80°C ausgesetzt haben. Im Zentrum waren immer noch 30°C. Allerdings nur für einen Tag.

    Trotzdem eine beachtliche Leistung.

    Also ausreichend starke Völker und Futter nicht zu knapp. Dann passiert nix im Winter.

  • Also ausreichend starke Völker und Futter nicht zu knapp. Dann passiert n ix im Winter.


    Da sind wir uns absolut einig. Alles Andere ist Murks.

    Ja, erfrieren tun die Bienen und zwar in dem moment wo kein Futter mehr im Volk ist.

    In dem Moment haben die Damen keine Möglichkeit mehr zu heizen. Ob die dann zuerst verhundern oder erfrieren ist dann Haarspalterei. Da möge sich jeder seine eigen Meinung bilden.

    Freier Imker

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    Neutral und unbelastet.

  • Moin!

    Ist fast schon wieder ein Grund zu schimpfen:

    S. Oben.

    Es ist absolut die bessere Option, die Völker egal welcher Art Mitte September auf fertigem Endgewicht zu haben!

    Wer junge, noch aktivere Einheiten hat, kann bei passender Temperatur noch Tagesbedarf nachreichen per Fütterung.


    Aber so späte Futterdefizit-Überlegungen können ein dicker Haken sein, wenn das Wetter dann doch nicht mitspielt. Auch mit nettem Herbst nehmen manche nur noch schwer was ab.

    Nächstes Jahr früher fertig sein!!!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper