Rohwachspreise, was ist es wert?

  • oder hat da jemand die Gelegenheit genutzt, das Gleiche, nur teurer weil angeblich besser,

    Anders herum: besser, weil teurer. Das hat sich ja unstrittig verbessert. Also für den Anbieter. Mach es sehr teuer (besser noch sehr sehr teuer), dann muß es ja gut sein!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die schwarzen Schafe gibt es auf beiden Seiten. Deshalb Umarbeitung des eigenen Wachses und Rücklieferung des selben. Gute Adressen sind hier ja einige genannt.


    Gruss

    Ulrich

  • Das Wachs soll entseucht werden bei 160° im Thermoölbad. Die Besonderheit dabei ist, dass das Entseuchen chargenweise gemacht wird, wie angeliefert wurde. Also für das Entseuchen werden die Wachslieferungen nicht vermischt. Wenn es vom Imker vorher getrennt war, wird das Wachs auch nach Altwabenwachs und Entdeckelungswachs/Honigraumwachs getrennt. Ankauf würde ich zum fairen Preis, aber nur in großen Chargen machen, mit Analyse des angelieferten Wachses

    Auch die Eintragung der Eigenwachsumarbeitung beim BMEL möchte ich ordnungsgemäß durchführen.

    Was haltet ihr von der Idee?

    Ich denke es gibt einen Markt für das Umarbeiten kleinerer Mengen. Die meisten Umarbeiter verlangen recht große Mindestmengen,

    Auch Biozertifizierung könnte interessant sein, weil es da noch weniger Anbieter gibt,

    Wenn Du die Chargen nicht vermischt, dürfte Entseuchen nicht so wichtig sein. Bei Gießformen sollte hier auch die Desinfektion der Geräte kaum eine Thema sein.

    Was hat es denn mit der Eintragung der Eigenwachsumarbeitung beim BMEL auf sich?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Dass da generell so etwas wie "Goldgräberstimmung" entstehen wird, war doch abzusehen.


    Gruß Andreas

    Dass zu meinem Plan auch negative Kommentare kommen, habe ich erwartet. Im Endeffekt mache ich nichts anderes als viele andere Umarbeiter. Aber würdest du behaupten, dass der Markt gesättigt ist? Soviel ich gesehen habe, haben gerade die großen Umarbeiter relativ ähnliche Preise, weil ähnliche Anlagen, ähnlicher Aufwand und alles ist durchkalkuliert. Bei den kleineren ist es gefühlt wie bei den Imkern, die meisten bekommen den Preis, den sie verlangen. Er sei jetzt übertrieben hoch oder niedrig.

    Hätte ich die Möglichkeit, würde ich nächstes Jahr mit einer eigenen Imkerei anfangen und der eigene Wachskreislauf war fest eingeplant. Selbstgebaute Anlagen waren auch schon geplant. Wenn ich diese jetzt schon anfertige, wo ich die Möglichkeit habe, und damit dazu beitragen kann, dass es mit den eigenen vier Wänden und damit auch der Imkerei schneller klappt, willst du mir das übel nehmen? Von mir aus kannst du das gleiche machen.

    Früher oder später werde ich definitiv Bienen haben, die wohnliche Situation lässt es aktuell leider nicht zu. Sonst wäre ich jetzt nicht mit Maschinenbau, sondern mit Beutenbau beschäftigt :)

    WFLP : Biozertifizierung steht noch nicht fest bei mir, muss mich erst noch mehr mit den rechtlichen Themen auseinandersetzen.

    Die Entseuchung ist fest eingeplant, weglassen würde ich sie nur auf Anfrage. Günstiger wird es dadurch sicher nicht für den Kunden. Immerhin muss ich danach die Sporen von den Anlagen entfernen, die sonst beim Entseuchen vorher schon abgetötet werden. Ich will schließlich nicht, dass die nächste Charge nach dem Entseuchen durch das Gießen wieder kontaminiert wird.

  • TheAlf , wenn Du Dich ernsthaft mit dem Thema befasst, empfehle ich die Grundlagen der Qualitätssicherung ebenfalls zu erschließen. Nicht einmal allein wegen der Qualität, die ohne Frage wichtig ist, sondern um sich zu differenzieren vom Rest. Solange die sog. großen Wachs-Umarbeiter keine Chargenbezeichnungen mit Herstelldatum einführen sowie Nachweise durch unabhängige Dritte (Analysenlabor) über die Rohstoffqualität und die Endproduktqualität liefern, ist es nach wie vor Vertrauenssache.


    Für eine durchgehend geprüfte und nachgewiesene Qualität sind aus meiner Sicht ausreichend Imker bereit, mehr zu zahlen. Das ist dann eine Differenzierung gegenüber der "Umarbeitung auf Vertrauensbasis".


    Meine Meinung


    Rainer

  • Die Frage ist ja völlig falsch gestellt. Es müßte heißen, 'was ist mir/dir/uns das Rohwachs wert?' Der Marktpreis liegt irgendwo zwischen 5,50 und 8€, jedenfalls deutlich unter 10. Was das Umarbeiten kostet weiß man auch in etwa, der Rest ist für das Pony der Tochter vom Umarbeiter.


    Und die Moral von der Geschichte? Das IF ist nur eine klitze-kleine Facette der imkerlichen Realität. Wer von diesem warmen Wind leben müßte, wäre eine arme Sau. Da das prognostizierte Massensterben auch nur im Internet stattgefunden hat, bleibt der Leidensdruck an der Basis ebenfalls überschaubar. Kann man doof finden, aber deswegen bleibt das Wachs halt gepanscht aber/und relativ preiswert. Ein paar Kriegsgewinnler machen noch solange es geht die mediale Angst zu Geld, aber wirklich was ändern wird sich nicht. Was, siehe Butsches Einwand mit Siff&Schrauben, durchaus auch am Publikum liegt.


    Mimimi, ICH BIN ABER GANZ ANDERS!


    Ja, kann sein, aber davon kann niemand leben.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Für eine durchgehend geprüfte und nachgewiesene Qualität sind aus meiner Sicht ausreichend Imker bereit, mehr zu zahlen. Das ist dann eine Differenzierung gegenüber der "Umarbeitung auf Vertrauensbasis".

    nachgewiesene Qualität

    Mehr bezahlt wird ja schon:)

    Nur mit dem 2en teil. also dem erwecktem Anspruch seitens der Imkerschaft, hapert es.

    Die Erwartungshaltung ist da.....

    Ich bin sicher lieber Rainer, wenn die deine Forderungen erfüllen wirds doppelt so teuer.

    Der Run aufs Imkern......, bzw. Jungimker zahlen eben ohne zu denken

  • Bei meinem Umarbeiter kann man selbst bestimmen, entseuchen oder nicht. Es kostet nicht mehr. Der zusätzliche Heizaufwand ist nicht so gross.


    Geuss

    Ulrich

  • Dass da generell so etwas wie "Goldgräberstimmung" entstehen wird, war doch abzusehen.


    Gruß Andreas

    Dass zu meinem Plan auch negative Kommentare kommen, habe ich erwartet. Im Endeffekt mache ich nichts anderes als viele andere Umarbeiter. Aber würdest du behaupten, dass der Markt gesättigt ist?

    ...

    Ich behaupte erst mal gar nichts, und mein Kommentar war auch gar nicht auf dich oder deinen Plan bezogen. Das steht doch "generell" im Zitat. Das war letztes Jahr schon abzusehen, dass es viele geben wird, die auf den Zug aufspringen werden. Den Plan haben und hatten schon viele Andere vor dir, nur dass das nicht von jedem hier auch kundgetan wird.


    Dass es Einzelkämpfer und "kleine Krauter" geben wird, ist nun mal mit dem Hintergrund zur Wachspanscherei umgangssprachlich Goldgräberstimmung. Das ist eine wertneutrale Feststellung, die nichts über Qualität oder Geschäftsmethodik aussagt. Man will ein Stück vom Kuchen, weil die Zeit dieses Geschäftsmodell ermöglicht. Soll doch jeder sein Glück versuchen, es ist niemandem verboten, diesen Weg zu gehen.


    Ob der Markt gesättigt ist oder nicht, weiß ich nicht und interessiert mich vordergründig nicht, weil ich jetzt eine Wachsmenge von meinen Bienen habe, die mich endlich motiviert, eigene MW herzustellen. So, dass sich der Aufwand für mich lohnt. Mein Wachs wird jedenfalls nur noch als Ausnahme in Zahlung gegeben. Wenn ich es nämlich nicht so sauber umgeschmolzen bekomme, wie ich es gern hätte.


    Mit was soll der Markt übersättigt sein? Mit Wachs oder Umarbeitern? Mir kommt es momentan gerade eher so vor, als dass es mehr Umarbeiter gibt, aber ungenügend Wachs, um kostendeckend damit zu arbeiten, wie in früheren Jahren vielleicht mal, als man noch nicht so genau hingesehen hat - ist nur meine Sicht anhand der Kommentare hier quer durch D.


    Gruß Andreas

  • Unser Orts-Verein hat 62 Mitglieder und ratet mal wieviele davon sich Sorgen um ihre Wachsqualität machen?

    So gut wie garkeiner!!!

    Ein Einziger läßt aus seinem Deckelwachs Mittelwände herstellen.

    3 Andere schmeißen ihr Wachs zusammen und teilen nach dem Umarbeiten die Mw, da wird aber auch alles zusammen verarbeitet (Deckelwachs, Hr-Wachs und Br-Wachs).

    Der Rest hat kein Interesse und tauscht ihren Schrott gegen verarbeiteten Schrott, solange die Bienen die ausbauen, und das funzt scheinbar, machen die nix anderes.

    Einsicht gleich null.

  • Hi,


    bei uns im Verein noch viel schlimmer.


    Ein Grossteil der Imker kümmert sich nicht um entstehendes Wachs.


    Weder Deckelwachs, noch sonstiges wird umgearbeitet oder abgegeben, sondern einfach entsorgt.


    Selbst wenn man Geld bietet, haben sie keine Lust das Wachs zu sammeln


    oder abzugeben. Sie wollen sich einfach nicht damit beschäftigen.


    Gruss Joachim