Bienenzucht im Winter möglich?

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    Unter den "richtigen" Voraussetzungen wirst du es eventuell zwar schaffen etwas "Königinnenartiges" zu "produzieren", aber dann hast du eine Königin ohne Drohnen.


    Lass den Bienen im Winter ihre Ruhe, die buckeln das ganze Jahr.


    Gruß Chris

  • Hallo Olikun,


    nein, das ist soweit ich weiß nicht möglich, da es schon allein dem natürlichen jahreszeitlichen Rhythmus unserer hier lebenden Bienen widerspricht.

    Ich bin jedoch nicht sicher, wie sich das (hypothetisch) bei Bienenarten aus anderen Klimazonen darstellen würde.


    Gruß Stefan


    PS: Lass dich nicht verunsichern, viele große Theorien begannen mit vermeintlich dummen Fragestellungen. :-)

  • Im Winter darf man aber auch mal rumspintisieren und verrückte theoretische Fragen stellen. Es gibt ja durchaus Imker, die den Aufwand betreiben, ihre Völker im späten Winter oder sehr frühen Frühjahr in wärmere Gefilde zu karren, zu genau demselben Zweck. So blöd ist die Frage also nicht und vermutlich wurde sie auch nicht zum ersten Mal gestellt.

    In Kanada gibt es Imker, die mit solchen Hallen die Winterruhe verkürzen. Ob aktiv Frühling veranstaltet wird, weiß ich nicht.

    Ich gehe davon aus, dass man zwar Tageslängen und Klima simulieren kann, nicht jedoch die dauerhafte Versorgung mit hochwertigem Futter. Zuckerwasser gibt Energie, aber sonstige Inhaltsstoffe fehlen. Honig wäre vermutlich besser. Für die Aufzucht von Jungbienen braucht es vor allem Pollen. Müsste man also entsprechend bevorraten und darbieten.


    Wenn es hier in Deutschland einfach und wirtschaftlich wäre, würde es vielleicht schon wer machen. Im Gesamtpaket braucht der Imker aber auch mal eine Pause. Für den Rücken, für die Familie, für Urlaub, für die Weihnachtsmärkte und ggf. für's Hirn.


    Einen schönen Restsonntag wünscht

    Kikibee

  • ich blicke schon schwer im normalen Jahresverlauf bei den Bienen durch und werde jedes Jahr vor neuen Herausforderungen gestellt. Wie soll ich dann in künstlicher Umgebung die Bienen lenken (können)?

  • In der Theorie braucht's zur Vermehrung (von Zucht rede ich nicht) von Königinnen mindestens


    - ein starkes Volk in der Aufwärtsentwicklung bzw. einen Sammelbrutableger mit vielen Jungbienen, die gerade geschlüpft sind,

    - eine top Versorgung mit Nektar und Pollen und diese stetig und dynamisch, d.h. kontinuierlich sich verbessernd,

    - die richtigen Licht- und Temperaturverhältnisse, am besten mit dynamisch verlängerten Tageslängen,

    - und am Ende natürlich Drohnen, die sich seit ca. 40 Tagen entwickelt haben, damit sie geschlechtsreif sind oder man greift auf künstliche Besamung zurück, so man es drauf hat.


    Bestimmt habe ich noch einiges vergessen...


    Sofern man solche Verhältnisse über den Winter schaffen kann, besteht die theoretische Möglichkeit der Vermehrung.


    Ob unter den Bedingungen die Bienen dann tatsächlich Königinnen ansetzen, musst ausprobieren.


    Viel Erfolg!

  • Hallo Olikun,

    die kurze Antwort - theoretisch ja. Unsere europäischen Honigbienen sind in der Lage, in tropischen Verhältnissen das gesamte Jahr durchzubrüten und geben auch den bei uns üblichen Jahreszyklus auf. D.h. sie produzieren das gesamte Jahr Geschlechtstiere. (Königinnen und Drohnen)


    aber praktisch - nein. Bienen beziehen ihre Resourcen aus einer recht großen Umgebung und lassen sich nicht in eine Halle einsperren. Daran sind z.B. die frühen Versuche zur kontrollierten Begattung gescheitert, wo man versucht hat mit Flugzelten die Königinnen mit den passenden Drohnen zusammenzusperren. (Außer du schaffst es eine Zone mit einem Durchmesser mit mehreren 100m komplett zu klimatisieren und mit entsprechenden Lichtverhältnissen und Blütenangebot auszustatten.)


    Wenn du in den Wintermonaten mit dynamischen Bienenvölkern arbeiten möchtest, ist es sicherlich praktikabler, dass du für diese Zeit als Imker in Neuseeland oder Australien anheuerst. Das habe ich tatsächlich schon als Geschäftsmodell eines jungen Imkerpaars gehört, die auf diese Weise für ein paar Jahre Doppelschichte gefahren haben, um die benötigten finanziellen Rücklagen zu erarbeiten, um schnell den eigenen Betrieb hier in Deutschland aufbauen zu können.


    Überwinterung von Bienenvölkern in klimatisierten Hallen gibt es tatsächlich. Dies dient aber nicht dazu, um die Bienen vor der Zeit zum Brüten zu bringen. Statt dessen werden die Bienen knapp über dem Gefriertpunkt gehalten, um extreme Kältespitzen zu vermeiden und auch um vorzeitiges Brüten, induziert durch kurze warme Perioden zu vermeiden. Anschließende Kälteeinbrüche führen zum Ausräumen der Brut und kosten die Bienen insbesondere Proteinvörräte, die sie im Frühjahr ja aus den eigenen Körperreserven beziehen. Durch die Vermeidung beider Extreme, werden bei den Völkern die Winterverluste minimiert und sobald die Witterung stabil genug ist, dass nicht mehr mit Kälteeinbrüchen zu rechnen ist, können diese ungeschwächten Völker im Frühjahr gut durchstarten.


    Gruß
    Ludger

  • ist es den rein theoretisch möglich im Winter auch Bienen zu züchten? Natürlich nicht im freien sondern eher in einem großen Keller oder einer großen Halle?

    Natürlich geht das, sogar im Freien. Du musst den Winter nur in Südafrika, Australien, Neuseeland oder ähnlichem Land (Südhalbkugel) verbringen ;-) ... - da kann man sich doch einrichten :-) - ob Du dann den Zuchtstoff rauf- oder runternehmen kannst (austauschen) ist ein anderes Thema...

    (Sorry für deoppelten Post, Ludger war schneller ;-) )

  • eigentlich kein grund gleich beleidigend zu werden, auch wenn die frage vielleicht etwas anders ist wie du es gewohnt bist.

    Ey Mc Fly , jetzt aber mal ganz ruhig, denn:

    Zitat

    Aber dass ist leider in nahezu allen Foren dieser Art so. Kaum stellt ein Neuling eine "dumme" frage, kommt einer aus der Ecke geschossen und wird beleidigend.

    Wenn der Neuling sich dann versucht zu währen wird er von allen angegriffen... sinnlos sowas.

    !!!


    Echt mal. :) Warum steht 'dumme' eigentlich in Anführungszeichen? Die ist ja nicht vermeidlich dumm die Frage, sondern tatsächlich. Find ich trotzdem überhaupt nicht schlimm, ist geklärt und kann man jetzt zusammen drüber lachen. jürgie fand ich da eine gute Antwort, die hab ich jetzt garnicht so bös gelesen. Er hat doch Recht. Deswegen ist doch nicht Olikun automatisch doof.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von rase ()

  • Guten Morgen!

    Seit doch nicht so vorurteilsbehaftet.

    Gut, es ist für die alten Hasen eine gespinnerte Idee. Er hat auch die Antworten bekommen und kann sich seine Idee neu positionieren. Aber mal ehrlich, nicht nur in der Imkerei sind heute Standarts als g'spinnerte Idee gestartet. Ich bin noch zu jung um die Reaktionen bei der Einführung der Mittelwände, Magazienbeuten, künstliche Besamung usw. erlebt zu haben. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass die "Alten" damals die Hände überm Kopf zusammengeschlagen haben.

    Im aktuellen Fall sehe ich persönlich die Machbarkeit auch als kaum vorhanden an.


    Grüße

    Werner

  • Find die Frage jetzt eigentlich auch nicht so daneben...


    Ist insgesamt wahrscheinlich kaum praktikabel, man darf aber eben nicht vergessen: Die Abwärme anderer Quellen wird heute vielerorts auch für Tropenhäuser genutzt. Deren Grösse ist bisweilen beachtlich. Und auch innerhalb dieser Tropenhäuser ist Bestäubung ein Thema. Und da wirds dann auch mit der Biene interessant. Wohl kaum in einem wirtschaftlich nutzbaren Umfang. Fürs Hobby aber durchaus die eine oder andere Überlegungen wert, wenn auch vielleicht nicht zur Zucht.