Innendeckel und Weichfaserplatte

  • Moin,

    Ich frage mich, wie rum der Innendeckel auf die Beute gehört.

    Gegeben ist ein Innendeckel mit Weichfaserplatte der auch als Bienenflucht fungiert. Nun soll diese ja auch diffusionsoffen sein und die überschüssige Feuchtigkeit in der Beute aufnehmen können und auch nach außen abgeben. Wie legt ihr solche Deckel auf die Beute? Logisch für mich wäre: Deckel ohne die Bienenfluchteinlage auf die Beute legen und darauf die Weichfaserplatte. Jetzt lese ich aber auch, dass viele die Weichfaserplatte direkt auf die Beute legen und dann den Deckel. Würde das nicht dazu führen das die W-Platte zu durchfeuchtet wird somit aufweicht und oder auch von den Bienen zerkleinert wird? Ich möchte die Plastikfolie im Winter nicht mehrdrauf haben um die Schimmelbildung zu verhindern.


    Gruß

    Martin

  • ganz oft habe ich gelesen, dass man die Folie nicht nutzt und nur die Weichfaserplatte direkt auflegt.

    Dieses Jahr habe ich das das erste mal so gemacht mit dem Ergebnis, dass die Bienen die Platte gewaltig bearbeitet und zerfleddert haben. Nun lege ich die Folie wieder dazwischen

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Im Erinnerung an meine Bauphysik-Kenntnisse lege ich die Weichfaserplatte immer auf den Deckel, egal ob Folie drunter.

    Karl

    Etwa 14 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Versuch's mal mit ner diffusionsoffenen Dach- und Wandplatte, wie sie im Holzbau eingesetzt wird. 8o
    Einfach mal beim nächsten Zimmermann nachfragen.

    Denkst du nicht auch, die Welt - und ich meine - natürlich die eine - dreht sich längst von alleine....


    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • BaarImker : Habe ich als Innendeckel. Wird im Winter angekittet und beim Öffnen bleibt dann gelegentlich etwas vom Deckel an der Beute hängen. Nicht viel, aber es wird immer rauer und summiert sich.

    Ich benutze daher Folie, solange ich keine Honigräume drauf habe. Also vom Einfüttern bis Ende März. Da ich mit Futtertaschen füttere, hat die Folie außerdem den Vorteil, dass ich sie nur bei der Futtertasche umschlage, über den Waben bleibt sie einfach drauf, dann zieht es dort auch nicht so rein.

    Bauphysikalisch tröste ich mich mit der Tatsache, dass es bei mir trotz Folie nicht schimmelt (und wenn es in schwachen Völkern doch mal schimmelt, dann nur weit weg von den Bienen und immer von unten her). Der Innendeckel ist über der Folie immer trocken und kann daher auch gut Wärme isolieren. Zur Tropfenbildung an der Folie kommt es bei mir nur gelegentlich bei massivem Füttern und bei einsetzender Brut im Frühjahr und dann nicht direkt über dem Brutnest, sondern nur daneben. Sorry, ich finde, die Diffusionsoffenheit des Deckels ist absolut überbewertet. Meine Beuten haben noch fünf andere Seiten zum Diffundieren. Mir ist eine ordentliche Wärmedämmung des Deckels lieber. Dann kondensiert dort auch nicht so viel.

    Wärend der Honigsaison kitten die Bienen nicht so viel und mir sind die herumfliegenden Folien zu viel Gefummel, also lass ich sie dann weg.

  • Hatte da keine Probleme feststellen können... Hatte die Deckel aber auch höchstens 3-4 Jahre im Einsatz und zwischenzeitlich haben sie den Besitzer gewechselt.
    Folien nerven mich mehr als sie nützen. Kein Mehrwert. Ich mache Völker nur noch auf, wenn ich auch was dran arbeiten und mehr als nur nen Blick reinwerfen will.
    Meine Deckel sind jetzt aus ner Sperrholzplatte mit Rahmen und aufgelegter Weichfaserplatte.
    Schimmel kann immer mal vorkommen, ob nun mit oder ohne Folie. Deutet meiner Meinung nach aber auch immer auch auf ein (zu) schwaches Volk bzw. zu viel Waben für zu wenig Bienen hin.

    Denkst du nicht auch, die Welt - und ich meine - natürlich die eine - dreht sich längst von alleine....


    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Hallo, meiner Meinung nach ist der Deckel,sobald wasserfest verleimtes Sperrholz in den Einsatz kommt, nicht mehr Diffussionsoffen.

    Auch glatt gehobelte Beutenwände sind nicht so atmungsaktiv wie es sich viele vorstellen. Hat Prof. Tautz mal erwähnt.

    Ich habe fast nur Styrodrur auf den Holzdeckeln.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Marcus,


    es geht darum, dass der Holzdeckel austrocknen kann, egal woher er feucht wird. D.h., die äusseren Schalen eines Gebäudes müssen die Feuchtigkeit besser durch lassen, als die inneren, sofern die Wärmequelle innen ist. Die Bienen propolisieren die Innenseiten der Beute, dadurch ist schon nur eine geringe Dampfaufnahme des Holzes möglich. Ist er aussen lackiert, wird es anfangen zu modern. Da ich keine schwarz propolisierten Innendeckel habe, ist bei mir eine Folie drunter. Und oben auf diesem Deckel ist eine Weichfaser oder Filzmatte. Keinesfalls Styropor oder Styrodur. Dann Abstandshalter für eine Unterlüftung des Aussendeckels.

    Hast Du eine Folie auf den Rähmchen, mag das gehen, optimal ist das nicht. Diffusionseinfluss auf das Wohnklima der Bienen wird total überschätzt. (Styroporbeute). Es geht dabei nur um den Holzschutz.


    Gruss

    Ulrich

  • Weichfaserplatten direkt auf dem Volk ist, ist für mich ein no go.

    Die Bienen zerfressen die Platten sofort.

    Die Platten kleben auf der Zarge und den Rähmchen sofort fest. Beim abmachen hat man die Reste dann überall.
    Die Platten saugen sich voll Honig, Wachs und Propolis.

    Nach wenigen Jahren werden die Brett hart. Die sind dann auch nicht mehr diffusionsoffen.

    Ich habe T120 Beuten die älter sind als ich. Bei der Aufarbeitung wanderten diese Platten dann direkt in den Mülleimer.
    Ich habe noch nichts besseres gefunden als Folie.
    Sorry.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Bei mir kommt auf die Rähmchen das Propolisgitter (damit sie das Metallgitter vom Deckel nicht zukitten), dann der Deckel und in den Deckel dann bei Bedarf die Dämmplatte. Durch den Verzicht auf Folie hatte im letzten Winter deutlich weniger Kondenwasser und Schimmelbildung auf den Rähmchen.


    Aber im Winter sollen die Bienen ja eher kalt sitzen, daher gebe ich die Dämmplatte erst Ende Januar/Anfang Februar rein, wenn sie wieder voll in die Brut einsteigen.

  • die äusseren Schalen eines Gebäudes müssen die Feuchtigkeit besser durch lassen, als die inneren, sofern die Wärmequelle innen ist.

    Das ist die Antwort auf die Ausgangsfrage.


    Und Kikki, betrachte dich als umarmt. Vielleicht glaubt man dir ja mehr als mir. Meine Beiträge sind ja destruktiv auch wenn ich das gleiche bestätigen würde und schon oft geschrieben habe, was du geschrieben hast.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • :u_idea_bulb02:


    Sch...,

    Mein Gedankengang war immer, dass die Seitenwände aus Holz diffusionsoffen sind.
    Eigentlich hätte ich mal selber darauf kommen können, da ich ja genug Beuten ausgeflammt habe. Das Holz ist nach ein paar Jahren derart mit Wachs getränkt, dass da nix mehr mit diffusionsoffen sein kann. Umso wichtiger ist es, dass der Aussenanstrich aus Lasur besteht, sonst fault das Holz von innen.

    Umso wichtiger ist damit der offene Gitterboden. Der Deckel und die Seitenwände lassen ja keine Feuchtigkeit raus und der einzige Weg ist dann noch nach unten. Damit habe ich, trotz der falschen Denkweise, alles richtig gemacht.
    Auch das ich ausser zur Behandlung mit Ameisen- und Oxalsäure den Bodenschieber raus lasse.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ja was ist denn das Ziel, was will ich denn mit dem Deckel erreichen? Für mich ist die Frage wie kann ich den Bien dabei unterstützen sein Brutnest schön warm zu halten. Dafür soll der Deckel gut sein. Ist dafür diffusionsoffen wichtig? Irgendwie schon, weil wenn nass, dann keine gute Isolierung. Aber geht es auch mit z.b Styropor? Ich denke schon. Dann gibt's wenig Kondenzwasser weil warm.


    Also ich würde den gegebenen Innendeckel mit den Löchern nehmen und die Weichfaserplatte drauflegen, damit sie nicht zernagt wird. Und keine Folie, weil der Bien über die Oberträger rübergehen will. Da liegt eben nix direkt drauf, keine Folie und keine Weichfaserplatte, da ist beespace.


    Aber wenn nicht alles gegeben ist? Wie soll ein guter Deckel aussehen? Zum Isolieren des Brutraums nach oben.


    Was ich jetzt habe ist der Deckel vom Weber mit einem Rahmen und darin eine Faserplatte (das war jetzt mal bei mir das Gegebene). Ich würde das jetzt nicht Weichfaserplatte nennen. Darauf habe ich drei Zentimeter Styropor aufgelegt. An den Ecken Holzklötzchen so angeschraubt, dass der Blechdeckel ca. 5mm unterlüftet ist, denn die Beuten stehen in der prallen Sonnne. Isoliert also gegen extreme Hitze und soll die Wärme innen halten, bei Normaltemperaturen unter 35 Grad. Und wie bin ich damit zufrieden? Es gibt im Winter etwas spackige Ecken in den Deckeln von innen. Also ich würde nicht von Schimmel sprechen aber leicht spackig, etwas schwarz, so leicht. Ist das ein Problem? Ich weiss nicht. Ich würde sagen dieser Deckel unterstützt das Ziel schon ganz gut.


    LG Ulrich