Ratten am Bienenstand

  • Hallo,


    ich habe an mehreren Bienenständen Probleme mit Ratten. Nein, da liegen keine Futterwaben rum. Und es war auch noch keine Ratte in einem Bienenvolk. Aber in einer leeren Beute, in einem Stapel Gitterböden etc. habe ich Rattenkot gefunden. An den Ständen gibt es Eichen, Haselsträucher und ja, in der Nähe auch Komposthaufen.


    Der Komposthaufen meiner Eltern war über 25 Jahre rattenfrei, aber jetzt, seit wenigen Jahren kommen die Mistviecher immer wieder. Ich habe es am Anfang mit Fallen versucht, aber die Tiere sind wirklich so gerissen wie immer gesagt wird: nachden eine Jungratte von einer Schlagfalle erwischt wurde, fand ich die Falle immer wieder mit Erde bedeckt. Die anderen haben die Falle gezielt unschädlich gemacht.

    Irgendwann habe ich dann doch zu Gift gegriffen, danach war ein paar Monate Ruhe, bis es von vorne losging. Dieses Jahr hatte mein Gartencenter einige Zeit lang kein Rattengift, das hat die Bekämpfung verzögert. Jetzt war es auf einmal wieder da, sah aus wie immer. Ich habe es letzte Woche ausgelegt, und es verschwindet immer wieder nach kurzer Zeit. Eigentlich hätte es mittlerweile gewirkt haben müssen. Aber die Ratte scheint noch putzmunter zu sein und holt sich weiter ihre blauen Häppchen ab.


    Habe deshalb gerade mal die alte Packung mit der neuen verglichen: Beide Verpackungen, rote Plastikdosen, sehen gleich aus. Aber auf der alten steht "Bayer Garten Racumin", auf der neuen "Protect Home Rodicum". Beide enthalten als Wirkstoff Coumatetralyl, aber die alte Packung enthielt 375 mg/kg, die neue enthält 27 mg/kg!

    Was für eine Verar***e! Ja, ich weiß, der Hersteller kann da nicht viel für, es gab vermutlich irgendeine Gesetzenänderung, weshalb es im Sommer eine Zeitlang auch gar kein Produkt zu kaufen gab. Und jetzt ist nicht mal mehr ein Zehntel der Wirkstoffmenge drin! Natürlich zum alten Preis... Defacto hat sich der Preis also vervierzehnfacht... und ob es überhaupt noch wirkt erscheint mir gerade fraglich.


    Ich könnte k*tz*n.... X(

  • Tach auch, Re-Mark!


    Ich lese in deinem Beitrag verständlichen Frust und erahne Unverständnis bzgl. der Ursache für die aktuell immer wiederkehrenden (massiven?) Rattenpopulationen.

    Bis auf den hgienisch sicherlich außer Frage stehenden Rattenkot in leerem Material am Stand finde ich allerdings kein klar formuliertes Problem. Oder überlese ich`s?!

    An meinem Stand gibt`s auch seit Jahr und Tag immer Ratten, mal mehr, mal weniger. Nicht schön, nicht gut, aber offenbar (nicht mein Grund und Boden) auch nicht dauerhaft zu ändern. Probleme mit den Bienen machen sie mir *toi, toi, toi* aber nicht.

    Lediglich im letzten Herbst und auch Winter `17/`18 war offenkundig eine entsprechend große Population dort vorhanden, sodass die dort lagernden Nüsse, Kürbisse und auch mein imkerlicher Futterteig :eek: sehr nachhaltig angefressen wurden. Als on top auch noch meine Imkerklamotte zernagt wurde habe ich dann doch mal deutlich nachgefragt ob eine gewisse Bestandsreduktion nicht im Interesse aller sei. War sie. :wink: Dementsprechend wurden Lebend- wie auch Schlagfallen eingesetzt (Gift verbietet sich ob der dortigen Katzen) und in wenigen Wochen knappe 10 (Jung-)Ratten entfernt. Da sind sie aber nach wie vor.


    Ich lagere, wenn auch unabhängig davon, seit Jahren alles "Sensiblere" für die Imkerei (Bekleidung, Schleier, Schaumstoff, etc.) in 2 stabilen Plastikkisten oder im Falle des Kleinkrams in einem stabilen, geschlossenen Holzhängeschränkchen und fahre bisher gut damit. Allerdings lagert dort bis auf kurze Zeit auch nie Beutenmaterial, welches irgendwie einladend wirken könnte.


    Über die Giftkonzentrationsthematik in o.g. Präparaten äußere ich mich an dieser Stelle lieber nicht, bin inhaltlich allerdings ganz bei dir.


    Schöne, feiertägliche Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ach je, bei uns in der Gegend haben sie auch eine Riesenpanik wegen der Ratten geschoben. Das ging bis zum Bürgermeister und zurück; schließlich haben sie den ganzen Müllstand aufgebuddelt, die ausgegrabenen Viecher teilweise mit Schaufeln erschlagen und nun alles schön mit Pflaster versiegelt und unter Entfernung von Bäumen und Sträuchern (unter Ignoranz der Gesetzgebung zu Vogelschutz) wieder neu hergestellt. Die teuerste Rattenbekämpfung aller Zeiten.


    Kurze Zeit später waren sie wieder da nachdem die Leute weiterhin hirnlos Futterplätze in Form von verschüttetem Müll anlegten.


    Würde auf die Bekämpfung nicht so viel Zeit verschwenden - Kisten ordentlich stapeln und verschliessen damit sie nicht dort Unfug treiben und natürlich Futterstellen beseitigen sofern vorhanden. Habe sie selber nur gelegentlich und nur kurz zu Gast da der Kompost einfach nicht genug hergibt...da ist die Kanalisation interessanter!


    M.

  • Guten Morgen

    Unserem Hausgrundstück gegenüber liegt ein Bauernhof mit hundert Rindern, hundert Pferden, offen gelagertem Kraftfutter und Silageplattformen. Die Unordnung und die Versteckmöglichkeiten sind sprichwörtlich. Gegen die Ratten wird aus Kostengründen nichts unternommen, nicht einmal Katzen werden geduldet. Entsprechend werden größere Mengen Wanderratten in die Nachbarschaft emitiert.

    Da hilft bei uns nur größtmögliche Ordnung und absolute Rattenfutterfreiheit auf dem Gelände.

    In speziell gebauten Köderkisten "reiche" ich kleine käufliche Beutelchen mit Paste aus Rattengift. Diese sind in der Kiste festgenagelt, damit sie nicht in der Gegend rumfliegen oder Katzen sie rauskratzen können.

    Die Kiste selber ist aus Holz gebaut. Lichte Maße (ca.): 50cm x 30 cm und 6 cm hoch. Sie hat einen Deckel und ist mit Vorhängeschloß verschließbar und außerdem ist sie mit einem riesigen GIFT-Totenkopf gekennzeichnet.

    Als Eingang werden in die Schmalseiten der Kiste, in eine Ecke pro Seite die Eingänge von 5x5cm gesägt. Die Köder werden auf der gegenüberliegenden Langseite befestigt.

    Die Kiste wird geschützt an einer Rattenrennbahn plaziert und regelmäßig kontrolliert.

    Wer ganz vornehm ist, verkneift sich das Beködern im späten Frühjahr und frühen Sommer, wenn kleine Igel in der Gegend rumflitzen.

    Übrigens ist die Rattenbekämpfung eine öffentliche Aufgabe. Zuständig ist das Ordnungsamt. Angeblich werden regelmäßig und großflächig Kontrollen auf Rattenbefall vorgenommen und diese bei Bedarf im öffentlichen Auftrag bekämpft. Der private Grundstückseigentümer kann auch zu eigenen Bekämpfungsmaßnahmen, auch durch den kostenpflichtigen Kammerjäger, gezwungen werden.

    Nach Auskunft meines Rattengiftlieferanten ist die Abgabe von "wirksamen" Rattengift nur noch an Personen mit PschM-Sachkundenachweis oder Personen mit Erlaubnis zum "Töten" (z.B. Jäger und Angler) erlaubt.

    Waidmannsheil ...Klaus

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Ich halte Hühner, wobei mein Bienenstand diagonal höchstens 15 m vom Stall entfernt ist, aber ein Rattenproblem hatte ich bis letztes Jahr nie.

    Mittlerweile waren sie trotz Gift immer noch da und haben sogar die Hühnernester des Nachts als Schlafplatz belegt. Trotzdem, dass der Boden des Hühnerstall betoniert ist und sogar eine Grundfest hat, haben sie sich immer wieder reingefressen.

    Aus diesem Grund habe ich vor vier Wochen meine Hühner verschenkt und mittlerweile den Stall saniert. Ich konnte die Eier nicht mehr essen da es mir so gegraut hat. Ich habe keinen Komposthaufen, das Futter war Ratten sicher verpackt und im Stall hatte ich einen Futterautomaten frei schwebend aufhängen, aber die Biester sind furchtbar hartnäckig.

    Habe noch mal vieles nachbetoniert und den Stall rundherum auf eine Höhe von 20 cm die Holzbretter mit Blech versehen, Von oben herab habe ich noch mal den dünnmaschiges Gitter gezogen.

    Mittlerweile bin ich noch am überlegen ob ich mir heuer oder nächstes Jahr wieder Hühner zulege oder ganz mit der Hühnerhaltung aufhöre. Am Bienenstand habe ich diese Biester gottseidank nicht, aber wie schon einmal geschrieben, hatte ich soviele Mäuse, dass sie mir letztes Jahr die Hälfte meiner Bienenvölkern benistet hatten. Mittlerweile geht man meine Katze immer mit wenn ich an dern Bienen arbeite und ich hoffe doch, dass das für die für den heurigen Winter denen eine Warnung ist.

    Die Abgabe von "wirksamen" Rattengift ist nur noch an Personen mit Sachkundenachweis erlaubt, aber so viel kann man nicht auslegen, das es die Ratten bekämpfen würde. Vor einigen Wochen hat meine kleine Bengal ein Päckchen Rattengift auf die Terrasse geholt und zerbissen und das an einem Sonntag. Noch nie vorher hat eine meiner Katzen Rattengift gefunden. Bin dann gleich zum befreundeten Tierarzt gefahren der konnte sie mit Gegenmittel behandeln. Mittlerweile habe ich Köderfallen wo nur die Ratten das Gift holen können.

    Mittlerweile habe ich keine Ratten mehr, denn die kann man riechen.

    Auch eine Katze oder Perlhühner mit ihrem Geschrei sollen Ratten nicht vertreiben können. Der wirksamste Schutz sollte anscheinend ein Terrier sein, aber das tue ich mir auch nicht mehr an, beziehungsweise wenn sie nichts mehr an Nahrung finden werden sie verschwinden, so wie bei mir derzeit.

    Eckelige Viecher, ich hasse Ratten.

  • Ja die Anzahl von Mäusen dieses Jahr ist enorm.

    Durch meinen Umbau von meinem Schuppen habe ich einen alten Holzschrank entsorgt. Hier waren 4!! Nester drin und unglaublich viel Sche..... Sollte ich in den nächsten 2 Monaten Hantavirus bekommen, weiß ich woher ;)

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Ich habe in einem Betrieb mit großflächiger Tierhaltung gearbeitet.

    Da dort immer Futterreste waren hatten wir natürlich ständig Ratten.

    Das einzige was in meinem Bereich geholfen hat, war ständig Rattengift auslegen.

    Das habe ich in 2m langen KG Rohren mit Enddeckel gemacht, das lose Rattengift rein, senkrecht gestellt dass alles Gift am Deckel war und die Röhre parallel an eine Wand gelegt, die Öffnung leicht nach unten. Am Anfang alle 2 Tage kontrollieren, dann auf 1 Woche, 2 Wochen, bis zu 6 Wochen ausdehnen und das feucht gewordene Gift verwerfen und nachlegen.

    Hat auch bei hohem Rattenbesatz und Tier-; bzw. Vogelhaltung geholfen.


    Jäger

  • Hey, auf dem Avatar sind DREI PRJT - wenn ich mich da an meine beiden Hündinnen entsinne, die hätten aus dem Betrieb gar nicht mehr nach Hause gewollt! 8o

    Gab`s keine, wurde nach Schermäusen gegraben aus zwei Richtungen.


    Spaß beiseite - solange genug Winkel und unerreichbare Ecken bleiben plus Futter, wird auch das nichts.

    Wenn das mit dem Gift funktioniert, OK. Ist es eine gut funktionierende Kolonie, dann läuft auch die Giftaufnahme angeblich schon mal nicht mehr, weil sie das irgendwie checken.


    Letztlich ist es wie mit der Varroa - frei wird man nie.

    Vielleicht sollte man da unter der Schadschwelle dann auch nichts tun?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Rattengifte dee zweiten Generation sind tatsächlich nur noch für Personen mit Sachkundenachweis zulässig.


    Ich kenne das Problem selber, hatte JN meinem Garten leider auch so Nachbarn die nichts anderes als Ratten füttern gemacht haben.


    Dieses Jahr hat der Kammerjäger jetzt fast 0,5 kg Gift durchgejagt. Es hat zwar gewirkt aber nach ein paar Monaten ging es wieder los. Diesesmal aber n neues Gift um keine Resistenzprobleme zu bekommen. Im November wird das Müllgrundstück dann endlich geräumt.

  • Rattengifte dee zweiten Generation sind tatsächlich nur noch für Personen mit Sachkundenachweis zulässig.

    Das ist doch aber schon lange so, oder?` Das Coumatetralyl gehört meines Wissens nach zur ersten Generation. Aber mal eben die Wirkstoffkonzentration auf ca. ein Vierzehntel reduzieren!?

    Was hat man sich dabei gedacht? Die Konzentration vorher wird schon ihren Grund gehabt haben.


    Sorry, als Privatmensch werde ich nicht alle halbe Jahr zweihundert Euro für den Kammerjäger hinlegen, nur weil irgendwelche Sesselfurzer der Meinung sind, 'Private' dürfen gar nichts mehr, außer bezahlen... :cursing:

    Ich kenne das Problem selber, hatte JN meinem Garten leider auch so Nachbarn die nichts anderes als Ratten füttern gemacht haben.

    Ein Stand ist in einer Art Schulgarten. Da gibt es wie gesagt Nussträucher und -bäume, außerdem jede Menge andere Obstbäume, Gemüsebeete, Komposthaufen, und hinter dem Zaun die übliche Großstadtumgebung mit Fußwegen, Mülleimern etc.

    Da habe ich tatsächlich keine Chance irgendwas an der Rattenpopulation zu ändern.


    Ein anderer Stand ist aber hinter meinem Elternhaus. Auch da gibt es Eicheln und Nüsse. Und einen Komposthaufen, natürlich bietet der Futter (kein Fleisch, kein gekochtes Essen, jedoch Obst- und Gemüsereste). Aber den gibt es schon ewig. Und trotzdem gab es dort dreißig Jahre lang kein Rattenproblem. Die werde ich dort nicht tolerieren.

    Diesesmal aber n neues Gift um keine Resistenzprobleme zu bekommen.

    Nachdem ich in letzter Zeit etwas über Rattengifte gelesen habe ist mein Eindruck: die haben fast alle den gleichen Wirkmechanismus (Vitamin K Antagonist, "Blutverdünner"). Man kann sie nach der Wirkstärke ordnen. Aber wenn Ratten gegen einen Wirkstoff resistent sind, dann sind sie automatisch auch gegen alle 'schwächeren' resistent.

    Ok, vielleicht hatte der Profi doch auch ein Mittel mit einem anderen Mechanismus...

  • Spaß beiseite - solange genug Winkel und unerreichbare Ecken bleiben plus Futter, wird auch das nichts.

    Die Winkel und Ecken plus den Kompost gab es auch die letzten dreißig Jahre schon. Aber keine Ratten. Warum jetzt?


    Wenn das mit dem Gift funktioniert, OK. Ist es eine gut funktionierende Kolonie, dann läuft auch die Giftaufnahme angeblich schon mal nicht mehr, weil sie das irgendwie checken.

    Es hatte letztes Jahr funktioniert. In dem Kompost ist jedenfalls (noch) keine große Kolonie. Bin nicht sicher, wieviele es so mindestens sind.

    Mittlerweile vermute ich, dass sie den Großteil der Köderpäckchen vielleicht erstmal 'auf Vorrat' irgendwo versteckt haben. Gibt ja genug Äpfel, Eicheln etc.


    Soweit ich weiß gab es mal 'ne Zeit, da hätte man einfach dem Nachbarsjungen das Luftgewehr in die Hand gedrückt und ihn ansitzen lassen. Aber heute würde dafür die Kripo kommen, und das Kind würde zum Therapeuten geschickt...


    Ich glaube, ich nehme mir nochmal die Fallen vor.


    Grüße,

    Robert