Imkern-in-der-stadt-bedroht-wildbienen-population

  • Hallo Bieneninteressierte,

    vermutlich haben wir in unseren Reihen wenige, die auch die Zeitschrift "Mein schönes Garten" lesen? Bin im Netz auf folgenden Artikel: http://www.msn.com/de-de/lifes…r-BBNFm0b?ocid=spartanntp gestoßen.

    Sieht nach aufkommendem Gegenwind nach der Hype "Stadtbienen" aus.

    Schönen Feiertag LGK

    Honig wohnt in jeder Blume, Freude an jedem Orte, man muss nur, wie die Biene, sie zu finden wissen. Heinrich von Kleist

  • Muß man als Imker über jedes Stöckchen springen, welches einem vorgehalten wird?

    Dieser erwähnte Beitrag sagt doch klar aus, dass vom "Stadtimker" keine Gefahr für die Wildbiene ausgeht.
    Die Überschrift dient alleine um den Leser auf diesen Artikel zu ziehen.
    Als Stadtimker sehe ich das mit großer Gelassenheit. Sollte ich darauf angesprochen werden habe ich hier vor Ort hinreichend Beispiele warum die Honigbiene in der Stadt keine Gefahr für die Wildbiene darstellt, weil Nahrung für beide Arten hinreichend vorhanden ist.

  • Wer das so sieht ist selber schuld!

    Die Ursachen sind benannt. Der Stadtimker ist nur eine. Wilddieben sind Brut- und Futterspezialiszen. Deshalb ist eine Förderung aller Wildbienenarten garnicht möglich. Die beste Förderung ist gezielte Förderung einzelner Arten durch NATÜRLICHE LEBENSRÄUME. Das was immerzu angeboten wird fördert nur sehr wenige Arten. Oft auch Schmarotzer durch Massentirhaltung!!!

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wildbienen contra Honigbiene, die Sechste!


    Wer es nicht besser weiß, möge sich schlau machen. Das Grundproblem ist die fehlende Nistmöglichkeit in Städten, denn dort ist so gut wie kein Brachland mehr (, bei den Grundstückspreisen!). Und Gärten, Parks und Straßenrand ist "gepflegt". Wer sich die Mühe macht, z.B. eine oder viele geleerte Konservendosen mit gut 10 cm langen Bambusröhren zu füllen, diese mit einem Gitterdraht darüber und Kabelbinder befestigt und das dann an einen warmen Standort platziert, wird erleben, wieviel Wildbienen dort gerne nisten. Und das muss dann auch über den Winter hängen bleiben; denn viele Wildbienen überwintern als Puppe und schlüpfen im zeitigen FJ.


    Mal probieren und nicht jeder journalistisch notgefüllten Lücke folgen.


    Meine Meinung.

  • Die eine Büchse, das ist der richtige Ansatz.

    Und kein Geld für vorgefertigte Nisthilfen ausgeben!! Selbst was machen und etwas aus der Erst-Besiedlung lernen.

    Z.Bsp.: Himbeerruten stehen lassen und unterhalb eines Knotens abschneiden, so auch mit Brennnesseln verfahren. U.v.a.m.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Der Artikel ist gequirlter Quark... es ist ein derart komplexes Thema, das kann man nicht so simpel zusammenfassen. Eine Farce, der Imkerei nun die Folgen einer durch die Landwirtschaft und Flächenversiegelung ausgeräumten Natur in die Schuhe schieben zu wollen! Die Konkurrenz wurde bisher nur in wenigen, sehr speziellen Konstellationen nachgewiesen....alternativlose Massentracht einer speziellen Futterpflanze; da könnte man sich eigentlich fast freuen wenn man sowas in der Stadt überhaupt mal hat (Linde, Robinie und Co. sind das nämlich nicht...).


    Wer bei der schönen Tagung in Kassel dabei war (Biene, Hummel, Falter & Co.) hat gut gezeigt bekommen, wo die Ursachen liegen und dass in den Städten vornehmlich Generalisten vorkommen. Für die Spezialisten gibt es nämlich oft kaum das Passende zu beissen - wer hat denn noch die Zaunrübe, Wegwarte, Witwenblume & Co. im Garten?

    Wer hat überhaupt hier noch einen Garten?


    Insgesamt kann man froh über den Imkernachwuchs sein, der dank Honigbiene über den Tellerrand schaut und anfängt, auch etwas für die wilden Bienen zu machen. Nur dank dieser Begeisterung kommen sowas wie Bestäuber- und Bienenstrategien zustande, die sich mehr und mehr Städte und Kommungen selber auferlegen und dafür öffentliches Grün umgestalten und Anreize schaffen, dass auch die privaten Flächen verbessert werden und neue Grünflächen auf Dächern & Co. geschaffen werden. Und das werden üblicherweise Flächen für die wilden Bestäuber und keine Phaecelia- oder Ringelblumenfelder!


    Und wenn mehr Leute die Erkenntnis bekommen, dass es auch einfacher ist, den Balkonkasten vernünftiger zu gestalten als da nun noch eine Beute hinzuquetschen, ist es auch ein Gewinn für die Imkerei an sich.


    M.

  • Moin,

    Nistmöglickeiten sind das eine…

    Wenn dann die „Landschaftspfleger“ aller Sorten sogar jetzt noch auf den verdorrten Bahn- und Strassendämmen auch noch die allerletzten blühenden Pflanzen unbedingt schreddern müssen, kommt bei mir nicht mal mehr Wut auf - nur noch Trauer.


    Anstatt da, wo es nicht stört, einfach mal wachsen zu lassen, kann man ja lieber über die Landwirtschaft schimpfen.


    Grüße Ralf

  • Dieser erwähnte Beitrag sagt doch klar aus, dass vom "Stadtimker" keine Gefahr für die Wildbiene ausgeht.

    Nein, sagt er nicht klar aus, im Gegenteil. Er relativiert die Kernaussage, nämlich dass "Stadtimker" schlecht für die Wildbienen sind, nur ein wenig zum Ende hin. ("...nicht rein den Stadtimkern angelastet werden..." - nicht rein, aber hauptsächlich schon)


    Der Artikel ist auf so vielen Ebenen schlecht, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Die Autorin hat absolut keine Ahnung, und zwar nicht nur von Bienen, sondern offenbar auch von gutem Journalismus.

    Der Artikel ist ein richtiger Stimmungsmache-Text. ("Neuesten Meldungen zufolge..." - ach, was für Meldungen denn? Und dann auch noch 'neueste'?)


    In solchen Fällen ist es interessant, was der Autor/die Autorin (in diesem Fall Frau Hanninger) sonst noch so verbrochen hat. Lustig:

    https://www.mein-schoener-gart…ier-der-koeniginnen-33066

    Zitat: "Da jedes Bienenvolk sich früher oder später teilt, sind stets mehrere Bienenköniginnenlarven im Stock vorhanden."

    Es wird noch besser:

    "Das liegt an dem natürlichen Schwarmtrieb der Bienen, den ein Imker, der es auf die Gewinnung von Gelée Royale abgesehen hat, künstlich in die Länge ziehen kann. Er setzt dazu eine Larve in eine Weiselzelle, die deutlich größer ist als normale Waben. Die Ammenbienen vermuten also eine Königinnenlarve dahinter und pumpen Gelée Royale in die Zelle. Dieses kann dann nach einigen Tagen vom Imker abgesaugt werden."


    Jo. :/


    Grüße,

    Robert

  • Dass manch' ein Schreiberling es nicht besser weiß, ist aus meiner Sicht menschlich. Denn er/sie müsste ja etwas detaillierter in die unterschiedlichste Thematik einsteigen. - Zu aufwändig; man muss ja schnell 'was abliefern.


    Dass jedoch mit Halb-/Nichtwissen "Stimmung" gemacht werden soll, wird leider zunehmend üblich. Insofern - Stöckchen liegen lassen...

  • Re-Mark  

    Hallo Robert,

    nun komm mal schnell wieder runter und denke an Deinen eigenen Blutdruck.

    Ich mach bestimmt in der Imkerei nicht alles richtig, habe aber auch auf Grund meiner Lebenserfahrungen gelernt manche Dinge gelassen zu sehen und an solchen journalistischen Veröffentlichungen unter der Überschrift "...war stehts bemüht..." zu ordnen.

    Diese Artikel sind in "einfache Kost" für die breite Masse ein zuordnen und nicht für ein Fachpublikum gedacht. Ich bin mit meiner Hobbyimkerei ein sog. "Stadtimker" und komme in der Kleingartenanlage mit vielen Passanten über meine Bienen ins Gespräch. Somit bekomme ich auch Rückmeldungen über den vorhandenen allg. Kenntnisstand der breiten Bevölkerung im Thema Bienen.


    Ich denke, du überschätzt die Wirkung eines solchen Berichtes. Nachhaltigkeit ist da ebenfalls kaum beim Leser vorhanden, weil die meisten andere Probleme für wichtiger erachten.
    Nur der eindeutig in diesem Bienenthema vorbelastete Imker und der stark Bieneninteressierte der sich in dieses Thema vertieft hat, wird erkennen, welche journalistischen Unzulänglichkeiten im Thema, mit diesem Artikel publiziert werden.


    Meinen obigen Beitrag #3 habe ich daher begonnen:

    "Muß man als Imker über jedes Stöckchen springen, welches einem vorgehalten wird?"


    Nimm es gelassener und denke an Deine Gesundheit. Du wirst die Welt nicht ändern.

    Grüße von der Nordsee, aus Cuxhaven
    Bernhard

  • Moin, moin,


    das ist ja Teil einer Kampagne, scheint mir, und in Forst- und Naturschutzverwaltungen ist der Kenntnisstand mitunter nicht viel anders. Und dahingehende Beschuldigungen habe ich auch schon hören müssen.

    Eine Kollegin nahm sich das so zu Herzen, dass ich ihr die Unstimmigkeiten mühsam aufzeigen musste...


    Insofern muss man schon widersprechen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Das „Argument“: „Ist für die breite Mssse, und die haben eh keine Ahnung…“ habe ich in anderen Zusammenhängen schon oft gehört, aber es widerspricht sich selbst.


    Da unsere Journalisten gern die Pressefreiheit für sich beanspruchen, müssen sie auch sorgfältig arbeiten. Solch gequirlter Murks ist aber schon herausragend. Soo schlecht sind die Reportagen Gott sei Dank nur selten.


    Eigentlich müsste der Imkerbund protestieren.


    Grüße Ralf