Ableger + Varroabefall - Welche Behandlung im Oktober?

  • Es macht niemanden arm, sich fürn Fuffi ne gute Schutzmaske zu kaufen, und es eben nicht auf den Versuch mit Langzeitschäden ankommen zu lassen.


    Wenn man sich 100€ inselbegattete Königinnen kauft aber an einer Maske spart, dann kann man da gerne noch mal drüber nachdenken, ob man noch alle Rähmchen im Kasten hat...

  • Ich verdampfe mit Teelichtverdampfern. Dabei komme ich nur mit der kristallinen Oxalsäure in Kontakt, überhaupt nicht mit Oxalsäuredampf. Als Schutz reichten mit Handschuhe (Latex Einmalhandschuhe) und eine Brille. Die Brille dient nur dazu, zu vermeiden, dass ich versehentlich mit den Oxalsäure kontaminierten Handschuhen ins Auge fasse.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Die Temperatur im Teelichtverdampfer ist ungesteuert, vielfach zu hoch und führt zur Zersetzung der OXS. Dabei entsteht Ameisensäure, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Manch' einer hält die genannten Substanzen auch für die am Ende tatsächlich wirksamen Agenzien.;)


    Wie auch immer, die Dosierung muss stimmen. Und wieviel am Ende als kondensiert OXS-Staub, als AS, CO oder CO2 in der Milbe ankommt, ist aus meiner Sicht damit schon recht unübersichtlich.

  • Die Temperatur im Teelichtverdampfer ist ungesteuert, vielfach zu hoch und führt zur Zersetzung der OXS.

    Das halte ich nicht für das Problem. Auch beim Varrox ist die Temperatur ungesteuert. Gibt man die OS auf den Verdampfer, bevor man erhitzt, ist das aber kein Problem, weil eine kritische Temperatur erst erreicht wird, wenn die OS ohnehin verdampft ist.

    Die Frage ist eher, ob der Teelichtverdampfer heiß genug wird und die OS in angemessener Zeit verdampft (genauer: sublimiert).


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Temperatur im Teelichtverdampfer ist ungesteuert, vielfach zu hoch und führt zur Zersetzung der OXS. Dabei entsteht Ameisensäure, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Manch' einer hält die genannten Substanzen auch für die am Ende tatsächlich wirksamen Agenzien.;)


    Wie auch immer, die Dosierung muss stimmen. Und wieviel am Ende als kondensiert OXS-Staub, als AS, CO oder CO2 in der Milbe ankommt, ist aus meiner Sicht damit schon recht unübersichtlich.

    Wenn Du Wasser erhitzt um es zu verdampfen, kannst Du z. B. mit einem Gasbrenner einige hundert Grad an deinen Topfboden bringen. Das Wasser wird sich bei normalem Luftdruck kaum über 100° erwärmen lassen. Die Energie, die eingebracht wird, wenn das Wasser schon 100° hat, führt dazu, dass das Wasser verdampft. Auch der Dampf hat bei Normaldruck nicht über 100°.


    Wenn Du Oxalsäure sublimieren willst, wird Dir das nicht gelingen, wenn Du diese in einen Verdampfer mit 157° einbringst. Da verdampft lediglich der Wasseranteil des Oxalsäuredihydrats. Eine vernünftige Sublimation beginnt, wenn der Verdampfer etwa 190 Grad hat. Ich habe das getestet, indem ich Oxalsäuredihydrat in ein Gefäß einbrachte, das in Thermoöl eintauchte. Dann habe ich das Thermoöl langsam erhitzt.


    Ich gehe davon aus, dass die Oxalsäure analog zum Wasser, bei Normaldruck nicht über 157 Grad erhitzt werden kann, weil sie sich der weiteren Erwärmung durch Sublimation entzieht.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

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    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Es wäre möglich "diesen Bienen!" zu helfen, und das OHNE den Bienen mit Säuren den Pelz zu verbrennen oder den Magen zu verderben sprich die noch mögliche Lebenslänge zu verkürzen.

    Was meinst du damit?

    Bayvarol Streifen

    ja da geht es dann schneller, nicht mit den Varroen, aber mit den Immen.

    http://freunde-fachzentrum-bie…8-08_S9_08-260_08-283.pdf

  • Die Temperatur im Teelichtverdampfer ist ungesteuert, vielfach zu hoch und führt zur Zersetzung der OXS.

    Das halte ich nicht für das Problem. Auch beim Varrox ist die Temperatur ungesteuert. Gibt man die OS auf den Verdampfer, bevor man erhitzt, ist das aber kein Problem, weil eine kritische Temperatur erst erreicht wird, wenn die OS ohnehin verdampft ist.

    Die Frage ist eher, ob der Teelichtverdampfer heiß genug wird und die OS in angemessener Zeit verdampft (genauer: sublimiert).


    Wolfgang

    Der Teelichtverdampfer ist so konstruiert, dass die Verdampferpfanne so wenig Masse hat, dass die von dem Teelicht eingebrachte Energie ausreicht, ca. 2 g Oxalsäuredihydrat zu sublimieren. Das dauert etwa 10 Minuten, bis die Sublimation beginnt und ist dann nach etwa einer halben Stunde abgeschlossen. Von den 2 g kommen vermutlich weniger als die Hälfte bei den Bienen an. Der Rest bildet einen Niederschlag in der Leerzarge. Die Menge, die bei den Bienen ankommt reicht aber völlig aus.


    Deine Frage, ob der Teelichtverdampfer heiß genug wird und überhaupt funktioniert, ist durch inzwischen tausende Anwendungen die funktioniert haben, beantwortet. Inzwischen wird das Verfahren auch von Profis, die die Teelichtverdampfer in 3stelligen Stückzahlen einsetzen angewandt. Das Prinzip stammt von einem bekannten Bienenwissenschaftler. Ich habe nur das Stövchen so optimiert, dass die Energie des Teelichtes zu Sublimation ausreicht.


    Der verzögerte Start der Sublimation hat den Vorteil, dass ich den Kasten schon lange geschlossen habe bevor Oxalsäuredampf entsteht. Wenn ich gegen den Wind arbeite, komme ich nie mit Sublimat in Kontakt. Dadurch ist das Verfahren sehr anwenderfreundlich und ich brauche keine Schutzausrüstung wie bei einem Gasangriff im Krieg. Mir reichen Einmalhandschuhe. Eine Brille trage ich sowieso ständig.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Was wäre denn Deine Alternative, so am 3.10.?

    In die Verlegenheit jetzt noch behandeln zu müssen komme ich gar nicht. A. August da ist bei mir Behandlungsbeginn angesagt. Was soll man jetzt noch machen, da die meisten Winterbienen schon erbrütet sind? Hat man zuviele Varroen in den Völkern gehabt, dann sind sie ohne hin schon geschädigt und dann hat man ein Problem.

    Jetzt zu behandeln ist suboptimal, aber ich würde an einem schönen Tag der ja diese Woche noch kommen soll (Temperaturbereich 5-15°) die Völker mit Milchsäure besprühen. Die auf den Bienen sitzenden Varroen kann man so alle erwischen, da die Milchsäure einen hohen Wirkungsgrad hat (bei zweimaliger Besprühung > 90 % und die Brutflächen sind auch nicht mehr groß (zumindestens bei meinen Völkern), sodass hier am wenigsten Schäden, beziehungsweise zu starke Vermehrung zu befürchten sind. Natürlich muss ich eine Winterbehandlung um Weihnachten mit Oxalsäurebeträufelung machen, damit die Bienen im Frühjahr einen wenig varroaträchtigen Start haben, hier zählt wirklich jede Milbe die man weniger hat zum Überleben im Herbst.

    Franz Xaver aus Niederbayern

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von honigmayerhofer ()

  • Was wäre denn Deine Alternative, so am 3.10.?

    In die Verlegenheit jetzt noch behandeln zu müssen komme ich gar nicht. A. August da ist bei mir Behandlungsbeginn angesagt.

    Wie genau hilft jemandem mit einen Volk, was JETZT grade verreckt, diese Aussage? o_O - gut, für's nächste Jahr denn :)

    Zitat

    Was soll man jetzt noch machen, da die meisten Winterbienen schon erbrütet sind?

    Das war seine Frage, ja. :) Ich sach, Bayvarol, weil 'ne andere Chance seh ich nicht. Weil:

    Zitat

    Jetzt zu behandeln ist suboptimal, aber ich würde an einem schönen Tag der ja diese Woche noch kommen soll (Temperaturbereich 5-15°) die Völker mit Milchsäure besprühen. Die auf den Bienen sitzenden Varroen kann man so alle erwischen, da die Milchsäure einen hohen Wirkungsgrad hat (bei zweimaliger Besprühung > 90 % und die Brutflächen sind auch nicht mehr groß (zumindestens bei meinen Völkern), sodass hier am wenigsten Schäden, beziehungsweise zu starke Vermehrung zu befürchten sind.

    Die Völker mit hoher Varroalast brüten massiv dagegen an - die merken das ja auch! Die haben garantiert große, lückige Brutnester. Deswegen nutzt auch sprühen, dampfen, oder Schwammtuch nix, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt (oder als Milben unterm Zelldeckel steckt). Entweder brutfrei machen oder was systemisches, was beides nicht schön ist. Um diese Jahreszeit würde ich, - aber jeder so wie er meint. Deinen ersten Satz würde ich unterschreiben. Nur hätte hätte....


    :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo rase,

    ja du hast sicherlich Recht! Lieber mit Bayvarol dessen Wirkungsamkeit von der Uni Hohenheim in Versuchen als ungenügend erwiesen wurde behandeln, als mit Milchsäure, dessen Wirksamkeit im Temperaturbereich von 5-15° bei zweimaliger Behandlung über 90 % liegt.

    Dir großen Brutlücken mit den dann doch nicht so vielen geschlossenen Zellen bieten ja geradezu eine zweimalige Behandlung im Abstand von meinetwegen einer Woche an.

    Vielleicht kann man so das Volk noch retten. Man kann so eine Sprühbehandlung sogar im Winter bei Plusgraden machen. Der Wirkungsgrad bei einmaligen besprühen 80 € bei zweimaliger 90 % und wie gesagt ich würde eine Woche dazwischen lassen, dann kann man viel mehr Varroen, die inzwischen schlüpfen erwischen? Man kann es ja mal nachlesen:

    https://www.bienenjournal.de/f…arroabehandlung-klein.pdf

    Passt scho rase sogt da Niederbayer.😘

  • Die auf den Bienen sitzenden Varroen kann man so alle erwischen, da die Milchsäure einen hohen Wirkungsgrad hat

    Es tut mir leid, aber vom hohen Wirkungsgrad der Milchsäure bin ich keineswegs überzeugt. Und ich lese und höre häufiger Berichte von Leuten, bei denen gerade die milchsäurebehandelten Völker später Probleme kriegen. Ich habe gerade nicht die Muße, eine richtige wissenschaftliche Veröffentlichung zu suchen, die meine Meinung untermauert, aber wenigstens habe ich das hier auf die Schnelle gefunden:

    http://www.gestuet-marbach.de/…tag+2016+des+RP+Stuttgart


    Da kann man sich die Folien eines Vortrages von Thomas Kustermann, Fachberater Imkerei Stuttgart, vom Weissacher Imkertag 2015 runterladen. Auf Folie 26 und 27: da sieht man ein Beispiel. Sie haben erst Milchsäure gesprüht, Milben gezählt, und dann mit Checkmite nachgelegt. Ergebnis: die Milchsäure hatte nur 30% der Milben runtergeholt.


    Ok, das war keine zweimalige Milchsäurebehandlung. Aber da ist das nächste Problem der Milchsäure: man muss die Bienen ziemlich nass machen. Und das ist im Herbst und im frühen Frühjahr keineswegs so bienenschonend. Herr Kustermann hatte in dem Vortrag auch von ihren Beobachtungen nach einer Notbehandlung mit Milchsäure im Frühjahr berichtet, wonach die milchsäurebehandelten Völker wenige Tage (zwei Tage?) später nicht flogen, als alle anderen Völker aufgrund guten Wetters starke Flugaktivität zeigten.


    Milchsäure kann einen Wirkungsgrad von über 80% haben, aber oft genug liegt er viel niedriger, und selbst die Fachleute scheinen das nicht immer reproduzierbar hinzukriegen. Und so bienenschonend wie viele glauben ist sie auch nicht.


    Wenn es bei dir bisher geklappt hat - gut. Aber ich wäre sehr neugierig darauf, wieviel Milben nach einer Kontrollbehandlung mit einem wirksameren Mittel fallen würden.


    Grüße,

    Robert

  • Was wäre denn Deine Alternative, so am 3.10.?

    Vielleicht wäre das ja ein Anwendungsfall für das Spezialsalz südamerikanischer Herkunft? In Flüssigfutter aufgelöst, Konzentration 25 mmol/l, wenn ich mich richtig erinnere. 'Gegen die Varroa anbrüten' ist dann aber nicht drin, denn es kombiniert die Varroabekämpfung mit einem chemischen Brutstopp. Aber das tut Ameisensäure ja auch oft...


    Grüße,

    Robert