Ableger + Varroabefall - Welche Behandlung im Oktober?

  • Noch ergänzend: Meine Erfahrungen mit Ablegern und Milchsäure sind eher bescheiden.

    Ich habe keine wissenschaftlichen Testreihen durchgeführt, aber Ableger, die ich vergangenes Jahr ausschließlich mit MS behandelt hatte, hatten im September eine zu hohe Varroabelastung, insbesondere im Vergleich zu jenen, die ich seinerzeit mit AS behandelt hatte.

    Dies zeigte sich später ganz deutlich bei der Restentmilbung mit OSX im Dezember (MS Behandlung im Sommer= sehr hoher Milbenfall, AS Behandlung im Sommer = deutlich niedriger Milbenfall), sowie in der Auswinterungsstärke.


    Dieses Jahr sehen (bisher, der Winter kommt ja erst noch) alle Ableger, die mit OSX im brutfreien Zustand besprüht wurden, gut aus. Ausnahmen waren meine TBE Brutscheunen, die eine AS Behandlung im Semptember brauchten.


    Grüße

    Ralf

  • Es ist Oktober.

    Punkt.

    Der Zug ist abgefahren.

    Siehe Beitrag von Wald und Wiese!


    Selbst die offiziellen Empfehlungen sprechen doch bei der Fallzahlermittlung jetzt davon, dass dann eine Winterbehandlung brutfrei ansteht.


    Mit OX Dampf kann man die Anzahl der freien, ansitzenden reduzieren aber der angerichtete Mist in der Brut bis hierher ist nicht beeinflussbar und passé

    Effekte werden in Kürze sichtbar ggf

    Mit AS rein würd das nicht besser....

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Es wäre möglich "diesen Bienen!" zu helfen, und das OHNE den Bienen mit Säuren den Pelz zu verbrennen oder den Magen zu verderben sprich die noch mögliche Lebenslänge zu verkürzen.

    Die viel gepriesene Winterbehandlung macht übrigens nix anderes, also Lebenslänge verkürzen.

    Man könnte so denken: jetzt pfui bäh mit Langzeitwirkung bis November einhängen und die Winterbehandlung fehlen lassen.

    Duck und wech

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Die Winterbienen sind erbrütet [...]

    Es ist Oktober.

    Punkt.

    Der Zug ist abgefahren.

    Ok, ist ja einerseits richtig. Aber ich würde dann doch gerne mal wissen: was sind das denn für Bienen, die z.T. gerade 'in der Mache' sind? In manchen Völkern kann ich aktuell mehrere tausend Brutzellen sehen. Eine Dadant-Brutwabe hat AFAIR 8000 Zellen. Wenn ich z.B. nur zwei Waben, zu einem viertel bebrütet sehe, dann sind das 4000 Brutzellen.

    Da sind keine so festen Grenzen zwischen Sommer- und Winterbiene. Und keine so festen Stichtage. Die Bienen brüten so lange sie wollen und können. Vor allem so lange sie Pollen eintragen.

    Das kann durchaus bis Dezember sein. Es kann auch schon Mitte Oktober durch einen Frosteinbruch beendet werden. Wissen wir noch nicht.


    Ja, der Zug ist abgefahren, aber einzelne Züge beschleunigen noch, er kann geschmiert werden gegen Abnutzung, und er kann immernoch entgleisen...


    Grüße,

    Robert

  • Steht doch da, was hast du denn nicht verstanden?

    Jetzt habe ich dein Posting noch dreimal gelesen, und erst jetzt dämmert mir, was du aussagen willst. Mit 'pfui bäh mit Langzeitwirkung einhängen' ist vermutlich Bayvarol o.ä. gemeint. Ok, da siehst du mal, ich bin so gründlich auf Säuren und Thymol als mögliche bzw. diskutierte Behandlungsmittel fixiert, dass ich die synthetischen Akarizide gar nicht auf dem Schirm habe.

    Du könntest recht haben, dass das in dem beschriebenen Fall eine Option wäre. Nicht für mich, aber generell schon.


    Grüße,

    Robert

  • Ja, ist es

    Oder wie oben gesagt mit Dampf im Block den Druck wegnehmen


    Die aktuellen hatten oder haben schon ein Problem und das ändert man nicht und mit gar nix

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Es ist noch gutes Wetter vorhergesagt, die brüten noch, bzw verstärkt weil die gegen den Bienenschwund? ankämpfen. da schonend ein paar Virenverteiler abmurksen ist nicht unbedingt kontaproduktiv.

    Den jenigen, die schon einen Virenschaden haben, sage ich nach OX Wirkung einen früheren Tot voraus.

    Ich mag Säuren überhaubt nicht mehr zu fortgeschrittener Jahreszeit.

    Mein Ziel, nach wiederholter Befallskontrolle so arbeiten das eine Winterbehandlung überflüßig ist.

    Schön ist/wäre es wenn die Bienen bezüglich Milben bischen mitarbeiten

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Mit einer Oxalsäredampf Blockbehandlung (5x alle 4 Tage oder 6x alle 3 Tage) bekommst Du die Milben auch zu dieser Jahreszeit unter die Schadschwelle ohne die Bienen weiter zu schädigen. Inwieweit die Winterbienen durch Faktorenkrankheiten geschädigt sind, erschließt sich erst im Frühjahr. Ich wäre da aber nicht so pessimistisch.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Auch wenn jetzt schon Schaden entstanden ist würde ich keinesfalls, wie teilweise empfohlen, aufgeben.


    Es sind zu viele Milben drin und die gehören raus. Punktum.

    Jetzt noch zuwarten ist, als würde man das brennende Haus nicht löschen weil es morgen eh regnet.


    Es muß JETZT was getan werden. Ich würde mit OX bedampfen und zwar so lange, bis "nichts" mehr fällt. Ab dem Tag, an dem du mit dem dampfen anfängst, haben die Bienen wieder eine Chance gesunde oder zumindest gesündere Winterbienen zu erbrüten. Diese Chance wird mit jeder weiteren Bedampfung besser und besser.


    Darum wäre ich - bei sofortiger konsequenter Bedampfung - sehr optimistisch daß es das Volk über den Winter schafft. Nur der Futterverbrauch wird sehr hoch sein, da sie noch länger brüten werden. Da - möglicher Weise! - die aktuell vorhandenen Winterbienen nicht so alt werden, erbrüten sie halt entsprechend mehr neue Winterbienen.


    Einfach probieren...

  • Ich behandle in dieser Zeit, wenn die Milbenfallzahl 10/Tag überschreitet. Falls das bei einem Volk der Fall sein sollte, behandle ich die mit einer Milbenfallzahl >5/Tag auch gleich mit.

    Nach meiner Erfahrung machen Völker mit einer Milbenfallzahl >10/Tag im Oktober einen Steilanstieg der Milbenfallzahl und kollabieren dann. Die Ursache für diesen Steilanstieg vermute ich im beobachteten plötzlich stark gesteigerten Ausräumverhalten.

    Nach meiner Beobachtung kann man das meist mit einer OS-Blockbehandlung verhindern.

    Gruß Ralph