Ableger + Varroabefall - Welche Behandlung im Oktober?

  • Hallo zusammen,


    ich benötige einen Ratschlag bezüglich eines Ablegers, der bislang nicht "Varroa-auffällig" war, jetzt jedoch einen natürlichen Milbenfall von 8/Tag aufweist.


    Hier kurz die Beschreibung des Ablegers:


    - Zander, ca. 8 Waben gut besetzt.

    - Brut vorhanden auf ca. 3 Waben

    - Wurde bei Erstellung im brutfreien Zustand mit MS 15% behandelt, sonst keine Behandlung

    - Bereits aufgefüttert



    Wie soll ich weiter vorgehen?

    Noch dem Nassenheider Pro ab Mittwoch behandeln mit der Gefahr der Brut/Bienenschädigung?

    Oder Brutfreiheit abwarten und dann mit Oxalsäure sprühen?

    Oder...?


    Danke und Grüße

    Stefan

  • Zumindest einmal mittels Puderzucker oder CO2-Methode den Befall korrekt ermitteln. Falls möglich, wäre die Empfehlung des Vorschreibers eine adäquate Maßnahme um diese Zeit bei den zu erwartenden Temperaturen.


    Wer das nicht möchte/kann, dem bliebe bei hohem Befall aus der o.g. Ermittlung nur die komplette Brutentnahme. Dazu müsste der Befall aber schon hoch sein (> 10%).


    Meine Meinung


    Rainer

  • AS über Langzeitverdunster ginge noch, wenn das Wetter mitspielt. Oder dann auch ein Streifen MAQS. Wurde nur einmalig jetzt eine Gemülldiagnose durchgeführt oder war vor 4 Wochen allen super?

    Für Oxalsäure bei Brutfreiheit, also in 6 Wochen vielleicht, scheinen mit 8 Milben täglich zu viel.

    Gruß Wiebke

  • AS über Langzeitverdunster ginge noch, wenn das Wetter mitspielt. Oder dann auch ein Streifen MAQS. Wurde nur einmalig jetzt eine Gemülldiagnose durchgeführt oder war vor 4 Wochen allen super?

    Für Oxalsäure bei Brutfreiheit, also in 6 Wochen vielleicht, scheinen mit 8 Milben täglich zu viel.

    Gruß Wiebke


    Etwa Anfang September hatte ich weniger als 1 Milbe pro Tag. Die 8 Milben pro Tag fußen auf einer Aufwertung des Varroaschiebers über drei Tage (letzten Donnerstag bis Sonntag).

    Wegen MAQS: Ich hätte sogar die Möglichkeit kurzfristig einen MAQS Streifen zu besorgen. Wenn, dann nur einen Streifen rein, oder?


    Wegen der OS-Verdampfung: Hatte ich auch schon ins Auge gefasst, nur habe ich da kein Equipment zur Hand. Und auf die Schnelle wegen des Ablegers ad hoc einen Verdampfer zu kaufen, war mir dann zu viel.

  • Schwammtuch von oben wäre auch noch ne Möglichkeit. Das ist ein bisschen weniger temperaturanfällig. Wenn es am WE mal wieder wärmer wird...zack für 24h drauf und fertig. Ob jetzt noch 180ml AS durchgehen? Oder du nimmst gleich 85%.

  • Du kannst auch wie Liebig in aufgesetzter Zarge mit Teelicht OXS verdampfen.

    Aber immer beachten- Verdampfen ist eigentlich nicht zugelassen in D. ( musste ich jetzt leider noch der Form halber erwähnen)

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Bei mir ist das gleiche Problem auf getreten, wie bei chagall . Im August lag der Befall des Ablegers bei 0 Milben, Anfang/Mitte September dann aber plötzlich bei 7 Milben pro Tag. Die erste AS-Behandlung hat leider nicht zu einem ausreichendem Varroafall geführt, sodass ich am Wochenende eine zweite Behandlung gestartet habe. Ich hatte zunächst Bedenken bzgl. der derzeitigen Temperaturen, aber bei meinem gestrigen Blick auf den Dispenser schien schon ein großer Teil verdunstet zu sein. Ich werde nun Abwarten und dann in einigen Tagen die gefallenen Milben zählen. Wenn auch die Behandlung nicht ausreichend war, könnte man ggf. über den Tipp von honigbanane nachdenken... natürlich nur nachdenken, weil es ja verboten ist!

  • Danke schon mal für die zahlreichen Tipps. :)

    Was niemand empfohlen hat, ist, einfach abzuwarten. Eine Brutentnahme wurde auch nicht als erste Wahl genannt. Daher werde ich auf jeden Fall in Kürze behandeln! Wenn möglich mache ich vorher noch eine Puderzuckerprobe.

    Bei Schwammtuch und OS mit Teelicht habe ich etwas Respekt, da ich das noch nie gemacht habe und aktuell auch mein Pate nicht da ist. Einen Verdampfer habe ich auch nicht zu Hand.

    Bleiben MAQS oder Nassenheider Pro. Ab Morgen sollen hier die Temperaturen wieder etwas höher werden.

  • Im August lag der Befall des Ablegers bei 0 Milben, Anfang/Mitte September dann aber plötzlich bei 7 Milben pro Tag.

    Das ist nicht auffällig, sondern typisch: Die Bienen gehen aus der Brut, der Milbenfall steigt.


    Was niemand empfohlen hat, ist, einfach abzuwarten.

    Doch, ich würde das empfehlen. In der Oberpfalz kannst Du schon im November mit Brutfreiheit rechnen. oder zumindest mit einem deutlichen Rückgang der Brut.

    8 Milben pro Tag sind jetzt nicht dramatisch (s.o).

    Aber wie beemax schreibt: Erst mal den Befall genauer ermitteln.

    Verdampfen ist eine gute Sache, aber bitte nicht mit Teelicht.

    Die Zeit, Bienen mit AS zu quälen, ist jetzt jedenfalls vorbei.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das ist nicht auffällig, sondern typisch: Die Bienen gehen aus der Brut, der Milbenfall steigt.

    Es mag ja sein, dass es durchaus öfter vorkommt, aber meines Wissens ist der Befall für September deutlich zu hoch, sodass eine Behandlung notwendig ist. Ich habe gelernt, dass die Schwelle zum Behandeln für Ableger im September bei >1 Milbe /Tag liegt. Abwarten halte ich daher für eher gefährlich. Allerdings bin ich noch ein Anfänger und kann daher nicht aus Erfahrung sprechen.

  • Ich habe gelernt, dass die Schwelle zum Behandeln für Ableger im September bei >1 Milbe /Tag liegt

    Das ist ja erst einmal auch richtig, ABER: Wenn in den drei Tagen, in denen die Windel drunter war, gerade besonders viel Brut geschlüpft ist, kann der Totenfall der MIlben auch mal temporär steigen, weil mehr Milben "freigesetzt" werden. Genauso kann ein sehr geringer Milbenfall über drei Tage gemessen mitunter auch nur abbilden, dass gerade besonders viel verdeckelte Brut vorliegt und wenig schlüpft.


    Mit der Puderzuckermethode einmal genauer nachzusehen ist sicherlich zunächst die beste Handlungsempfehlung (oder auch mit CO2, Auswaschprobe, whatever), weil so deutlich präziser der prozentuale Anteil aufsitzender Milben ermittelt werden kann.

    Und Prozentrechnung bekommt hier bestimmt jeder hon ;-)


    Grüße

    Ralf

  • Ich muss gestehen, dass bei mir diese Situation: "kein Milbenfall vor 4 Wochen und nun 8 am Tag" gar nicht aufgefallen wäre. Ich habe Anfang September gezählt, behandelt wo über der Schwelle und zähle nun erst wieder Anfang/Mitte November vor der OX Träufelung. Aber wenn nun wirklich so viele Milben sind, und es nicht zu kalt ist, dann würde ich wahrscheinlich behandeln. Hier an der Ostsee fällt das weg, nachts 4 Grad, da kommt mir keine AS mehr in die Völker. Das schadet zu stark, dann lieber Anfang Dezember behandeln.

    Ist alles nicht so einfach und eindeutig, aber so ist der Umgang mit Lebewesen.

    Alles Gute

    Wiebke

  • Wie soll ich weiter vorgehen?

    Nix machen, bis zur Brutfreiheit!

    Jetzt im Oktober zu behandeln ist doch völlig kontraproduktiv. Die Winterbienen sind erbrütet und wenn sie von der Milbe angebissen wurden (als Larven), so werden sie irgendwann spätestens im Dezember alle tot sein.

    Erst bei Brutfreiheit Oxalsäure-Behandlung durchführen.

    Alles andere ist vergebliche Liebesmüh! Entscheidend ist doch, dass die Völker gesunde Winterbienen erbrüten können, deshalb spätestens im Juli/Anfang August behandeln.


    Vielleicht aber sind gar nicht so viele Milben im Volk, auch Milben haben nicht das "ewige Leben".

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."