Bienenvolk bruetet nicht und wird ausgeraubt von Wespen

  • So, und nun ist es auch mal genug an Info bezüglich Futter für den Fragesteller.

    Der wollte ja schliesslich auch so ein wenig wissen, wie er die Lage generell und insbesondere wg der Brutlosigkeit des einen Volkes beurteilen soll.

    Er weiss nun, welche Füttermöglichkeiten es gibt und von welchen er besser die Finger lässt. Ok.

    Dann aber mal weiter.

    Was die gesundheitliche Situation betrifft, hat es insbesondere Empfehlungen zur Behandlung des brutfreien Volkes gegeben.

    Nichtsdestotrotz wissen weder er, noch wir, ob es all den Aufwand lohnt, sprich: wie die Verfassung beider Völker derzeit seriös einzuschätzen ist.

    Deswegen, und damit dem Fragenden nicht nur der Kopf schwirrt ob all der wegrennenden Antworten:

    kann er sich vorstellen, vielleicht doch noch jemand anderen mit kompetenten Augen und Sachverstand hinzuzuziehen???

  • Ich kann es nur nochmal wiederholen:

    Da ist kein Futter abgenommen worden im Volk 1, seit dem 18.9. gibt es überhaupt keine Brut, und die Wespen fliegen...


    Völker, die kein Futter abnehmen, keins drin haben und Wespeneinflug zeigen, sind definitiv nicht OK. Whatever

    Ursachenforschung ist müßig.

    Füttern und Warten auf Bruteinschlag ist ja nett gemeint aber sie nehmen doch nix, und was soll das jetzt noch bringen?

    Es ist Oktober und es wird kühl die nächsten Tage. Futter muss eigentlich schon drin sein! Nr 2 nimmt noch was.

    Also die mit Sirup oder 3:2 Zucker noch einfüttern.

    Wenn da keine Milbe gefallen ist in Nr 1 so brutlos, dann sollte die Varroa nicht im Vordergrund stehen. Aber man weiß es auch hier nicht.

    Bei der Bemerkung zur Oxalsäure Behandlung von Schievel, damit warten zu wollen, bis die Bestellung kommt, entsteht der Verdacht, weil erst von geplanter Winterbehandlung mit OX die Rede war, dass es sich hier um Ox zum Träufeln handelt.

    Damit wird bitte nicht sprühbehandelt!

    Dazu gibt es Oxuvar 5,7%.

    Mag sein, dass ich da falsch liege, kam mir so vor. Drauf achten, bitte.


    Ich bleibe dabei, dass ich die gelbe Königin abdrücken würde und die Bienen von Volk Nr 1 mit Nr 2 vereinigen. Dazu würde ich vorher die Beute wegstellen, alle Waben mit Futter noch in Volk 2 unterbringen. Reine Futterwaben an den Rand bzw überkopf und Leerwaben mit Futterkranz versuchen, ans Brutnest anzufügen. Vorher Rauch geben, dann alle Bienen von den Waben abfegen vor das Flugloch von Nr 2 mit einer Einlaufhilfe, weil es schon kühl ist (angelehntes Brett oder glattes Tuch ans Flugbrett).

    Das Vereinigte Volk dann weiter füttern, solange etwas reingeht.

    Jetzt haben sie dann noch Verstärkung und wenigstens ein bisschen Zeit zum Umorganisieren des Bienensitzes und Futter Umlagerung usw

    Dann beten

    Oder Aluhut

    Oder sowas

    :roll:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Junge junge, vielen vielen Dank fuer die ganzen Beitraege und vielen Ratschlaege. Ich versuche jetzt gerade aus der Fuelle eine Handlungsanweisung zu destillieren. :)


    Also, die Wespen kommen Mittlerweile nichtmehr rein. Ich vermute das war morgends, als es den Bienen noch zu kalt war und die Wespen schon Fit waren. Am Abend habe ich nachgeschaut und die Bienen nahmen Futter raus. Beim anderen Volk habe ich direkt die Tasche wieder aufgefuellt.

    Heute morgen war es den Wespen wohl auch zu kalt, ich habe keine einzige gesehen. Das Problemvolk, nennen wir es mal Volk Nr. 1, so wie das hier schon jemand gemacht hatte, hat auch die Haelfte von dem Sirup entnommen. Das Volk ohne Probleme, Nr. 2, auch schon wieder die Haelfte der zwei Kilo.

    Macht bei Volk 1 noch 11,25 Kilo, die ich reinkriegen muss, bei Volk 2 noch 8,8 Kilo. Ist das im Oktober ueberhaupt noch hinzukriegen?


    Oxalsaeure werde ich auf das Brutfreie Volk traeufeln, sobald sie diese Woche ankommt. Mal sehen ob es dann Milbenfall gibt.


    Zu deiner Frage: Natuerlich kann ich mir Vorstellen noch einen erfahrenen Imker hinzuziehen, leider kenne ich keinen persoenlich. Also vielleicht meldet sich ja hier jemand aus dem Raum Kassel, ansonsten muss ich mal im Nachbarort rumfragen.


    Viele Gruesse

    Pascal / Schievel

  • Was hindert dich am vereinigen? Nachdem ich das 2x geschrieben habe, empfiehlt es nun auch beetic . Es ist doch besser, mit einem starken Volk zu starten, als mit 2 Mickerlingen, falls du Glück hast. Ich habe selbst vor 3 Wochen so einen Problemfall aufgelöst.

    Und wenn du mit Glück auf 10kg kommst, kannst du im Februar Futterteig auflegen.

    Also fass dir ein Herz und drück die Gelbe ab.

    Ich drück dir wirklich die Daumen.

  • Es scheinen ja nun keine richtigen Mickerlinge zu sein.

    Die unklare Sachlage bei Nr 1 ist halt, wieviele Winterbienen die hätten und ob sie nicht noch ggf sehr viel Masse verlieren und dann eingehen oder kümmern.

    Es könnte eine Hungerbrutpause gewesen sein, das wissen wir aber nicht.

    Wenn nicht, ist die Königin Murks und bleibt dort drin und sie kümmern auch.


    Falls was Gravierenderes vorliegt bei denen, wäre Vereinigen blöd. Das muss man immer dazu sagen, und, dass wir die Völker nur schriftlich kennen


    Je nach Lage und Wetterverlauf gibt es noch haarscharfe Möglichkeit, in beide was reinzubekommen und es zu beobachten. Die Bienen sollten auch wissen, dass sie nicht genug Vorräte haben und sich sputen

    Man kann auch im Oktober noch vereinigen prinzipiell.


    Ich kann das für Kassel nicht abschätzen.

    Ich für mich hier im Sauerland mit schon mehrfach Bodenfrost und in den nächsten Tagen 11° würde das Vereinigen vorziehen.


    Ich weiß aber auch, wie es als Anfänger mit zwei Schutzbefohlenen ist. Und dann noch aus einer "Problemfamilie" :cool:

    Man möchte halt alles behalten.


    Schwere Entscheidung!


    Der Fragesteller kann ja hier gegen Ende der Woche bzw weiter berichten oder Fotos machen.

    Dann wird es noch facettenreicher mit der Meinungsbildung :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Jo, also folgender Plan:


    Ich gebe den Bienen grade noch Zucker 3:2, da ich am Samstag nichtmehr los konnte um Fertigsirup zu kaufen. Momentan bekommen sie Zucker aus Taschen, das wird asap auf Sirup umgestellt diese Woche.

    Sobald sie dann den Sirup nichtmehr annehmen, versuch ich es mit den umgedrehten Gurkenglaesern direkt ueber den Bienen. Dafuer muss ich nur zuerst zwei Leerzargen besorgen.

    Sollte auch der nichtmehr angenommen werden, und in den Voelkern ist immernoch viel zu wenig Futter, vereinige ich die Voelker an einem schoenen Tag im Oktober.


    Das Apiinvert gibt es beim Raiffeisen oder?

  • Imkereifachhandel.

    Erreichbar wäre für Dich vielleicht Imkerbedarf Müller in Geisleden. Von Kassel gut 40 min.

    Ich könnte Dir aber auch was abgeben, wenn Du keinen Händler auf der Nähe hast.


    Gruss

    Ulrich

  • Macht bei Volk 1 noch 11,25 Kilo, die ich reinkriegen muss, bei Volk 2 noch 8,8 Kilo. Ist das im Oktober ueberhaupt noch hinzukriegen?


    Ich weiß ja nicht, wie gut deine Schätzung der Volksstärken ist, wenn das tatsächlich an die 10.000 Bienen sind, dann können die einiges stemmen. Mit mindestens 5000 Bienen kann ein Volk übrigens überwintern. Gesunde Winterbienen, wohlgemerkt. Ob deine das sind weiß man nicht, aber man kann ja erstmal schauen, wie sie sich machen.


    Ein Volk kann mehr als 3kg Invertsirup pro Tag aufnehmen. Und wenn es nur 1 kg pro Tag sein sollte ist es auch gut - der Oktober hat immerhin 31 Tage. Die Wetterprognose für die nächsten 10 Tage sagt für Kassel meist mehr als 15°C voraus.


    Oxalsäure träufeln macht mir etwas Sorge.

    Bei dem aktuell brutfreien Volk wäre es einfach eine sehr frühe Winterbehandlung. Und bei dem anderen?
    Man darf im Winter nur einmal träufeln, sonst schädigt es die Bienen zu sehr. Ich weiß nicht, ob die Träufelung jetzt im Herbst bei Flugwetter weniger kritisch ist, aber sie wirkt u.U. auch weniger gut, wenn die Bienen nicht in der Wintertraube sitzen.

    Ich denke, dass eine Sprühbehandlung mit Oxalsäure wirksamer wäre. Noch besser für die Bienen wäre Bedampfen, aber das darf man in DE ja nicht...


    Mit Vereinigen würde ich in diesem Fall (wenn die Völker wirklich annähernd so stark sind wie angegeben) erstmal warten.


    Sobald sie dann den Sirup nichtmehr annehmen, versuch ich es mit den umgedrehten Gurkenglaesern direkt ueber den Bienen. Dafuer muss ich nur zuerst zwei Leerzargen besorgen.

    Denk dran, den Sirup möglichst warm zu füttern, so 30-40°C. Und sind die Futtertaschen nah am Bienensitz?

    Hast du für die Gurkengläser eigentlich einen Innendeckel mit Ausschnitten, wo man die reinstellen kann?

    Leerzargen müsste ja der Nachbar noch haben. So eine Leerzarge hat ziemlich viel Volumen. Wenn man Platz für eine Fütterungseinrichtung braucht (Gurkenglas oder Kunststofftrog mit Domaufstieg) kann man auch einfach aus Brettern einen passenden Rahmen schrauben, flacher als eine komplette Zarge.


    Du hattest, glaube ich, etwas von Zweizargern geschrieben. Vielleicht genügt auch eine Zarge pro Volk. Das würde die Varroabehandlung erleichtern, denke ich. Und wenn die Bienen enger sitzen kann das auch vorteilhaft sein. Das erwähnte Wärmebrett auf dem Gitter wäre dann aber vorteilhaft.


    Grüße,

    Robert

  • mit Ausschnitten im Zwischendeckel meint Re-Mark Lochkreis von z.B. 72mm, an der vorderen Drittellinie. Da kann das Glas mit dem Lochdeckel aufgesetzt werden- Abstandshalter z.B. ein Karton, Korb oder leere Gläser an den Ecken- Dach mit Stein oder Gurt befestigt. Dazu eine Plastikkarte zum Loch abdecken beim Wechsel, und sonst knabbern sie die wieder aufgelegte Isolierung an.


    Jeder Räuberei geht eine Eselei vom Imker voraus! Ich habe in Berlin - bis auf die Nachfütterungen der letzten 2 Wochen bei den Ablegern - nur Zucker gefüttert.

    Weizensirup ist nur billiger als Sirup auf Rübenzuckerbasis, weitere positiva gibt es nicht!

    Da mein Vater bei den letzten Containern vor Jahren diesen Preisvorteil nicht nutzte, wird es an unseren Ständen in MV wohl mehr Probleme als Nutzen gebracht haben.

  • Weizenstärkrsirup würde ich bei diesen Temperaturen nicht nehmen. Ist jetzt zu zähflüssig.

    Muss man sich und den Bienen nicht antuen.


    Gruss

    Ulrich

  • Mit Zucker und Apiinvert heizt Du nur die Räuberei erneut an.

    Das kann ich nicht bestätigen. Als Spurbienen im August an meinen Ablegern herum suchten,

    habe ich, einer Empfehlung aus dem Verein folgend, sofort von Zucker auf Apiinvert umgestellt und die

    Spur war gelöscht .

    Apiinvert ist absolut geruchlos, auch für allerfeinste Nasen bzw. hier für suchende Bienen.