Alter Kunstschwarm zu schwach zum Überwintern?

  • Einen kleinen Kunstschwarm, der 2 Waben besetzen kann, Mitte Juli Naturbau machen zu lassen, war ein falscher Rat. Das ist schon auf Mittelwänden schwierig. Normalerweise würde man den auf Mittelwänden beginnen lassen und dann, wenn der Bau mangels Bienenmasse ins Stocken kommt, mit Leerwaben auffüllen.

    Wenn der kleinere der beiden noch gut baut, kann man vermuten, dass der gesund ist und daher für eine Vereinigung mit dem stärkeren infrage kommt. Auch dessen Königin kann durchaus gut sein, da die jetzige Situation nicht an der Königin sondern an Imkerfehlern liegt.

    Ich würde deshalb den kleinen durch ein umlaufbares Schied getrennt zu dem andern in die Kiste setzen und dann beide Völkchen entscheiden lassen, welche Königin sie behalten wollen.

    Gruß Ralph

  • Ralph, warum noch ein Schied, die Zeit läuft weg und die Randwaben sind aussen eh nicht bebrütet.


    Gruss

    Ulrich

  • Dazu kommt andauernde Wespenräuberei trotz eingeengtem Flugloch im schwachen Völkchen.

    Die fliegen seit einem Monat ein und aus , an den besetzten Waben vorbei zur Futterzarge als ob sie darin wohnen ,

    Da hast du leider auf eines klares Symptom nicht reagiert. Wespen sind kein Problem, sie zeigen ein Problem: Das Volk war seit langem zu schwach oder hatte anderweitige Probleme.

    Und eine Grundregel beim Imkern lautet: Man schaut dem Elend nicht zu! Schon gar nicht einen Monat lang.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Einen kleinen Kunstschwarm, der 2 Waben besetzen kann, Mitte Juli Naturbau machen zu lassen, war ein falscher Rat. Das ist schon auf Mittelwänden schwierig. Normalerweise würde man den auf Mittelwänden beginnen lassen und dann, wenn der Bau mangels Bienenmasse ins Stocken kommt, mit Leerwaben auffüllen.

    Wenn der kleinere der beiden noch gut baut, kann man vermuten, dass der gesund ist und daher für eine Vereinigung mit dem stärkeren infrage kommt. Auch dessen Königin kann durchaus gut sein, da die jetzige Situation nicht an der Königin sondern an Imkerfehlern liegt.

    Ich würde deshalb den kleinen durch ein umlaufbares Schied getrennt zu dem andern in die Kiste setzen und dann beide Völkchen entscheiden lassen, welche Königin sie behalten wollen.

    Gruß Ralph

    Danke an alle die kompetent geantwortet haben.

    Das wird wohl letztlich an der zu geringen Bienenmasse gelegen haben und am falschen Rat Naturwabenbau so spät zu betreiben. ?(

    Ich werde es wohl vereinigen und dann nächstes Jahr daraus einen Ableger bilden.:thumbup:

  • Hallo AndreasVonDerSaar  


    soll jetzt nicht angreifend klingen, aber "1 1/2 Jahre Theorie und Imkerkurs besucht" ist halt eine ganz andere Welt als nachher an den Völkern zu stehen und selber zu knüppeln. Wenn du in deinem Kurs und Selbststudium alles gelernt hättest würdest du dich ja nicht an ein Forum wenden müssen. Das eigentliche Lernen beginnt jetzt erst und die Bücher bringen dir auch jetzt erst das "Aha-Erlebnis" wenn du ein paar Sachen in der Praxis selbst erlebt hast.


    Gut gemeinter Rat: Vereine sind gut und schön. Jedoch die eigenen Völker/Kunstschwärme in die Vereinsrunde zu werfen und danach zu handeln ist ne blöde Idee.
    Such dir einen Imker im Verein raus der das schon ein paar Jährchen macht und schau dass er dir an deinem Stand als Pate hilft wenn du ein Problem hast. Ohne sich die Völker dann am Stand in den Situationen anzuschauen eine Ferndiagnose stellen find ich dann immer sehr fragwürdig.


    Aber zurück zu deinem Problem.

    Zu lange gewartet, wie schon gesagt bei einem normal entwickelten Volk/Kunstschwarm kommen die Wespen auch nicht ran. Jetzt ist der September schon fast rum, dass Bienenjahr eigentlich auch schon seit Wochen, die Völker sollten jetzt schon winterfertig sein.

    Schau erstmal dass du das Volk durch den Winter bekommst. Aus einem Kunstschwarm würde ich im Folgejahr keine Ableger bilden, das ist noch ein Jungvolk dass in seinem ersten Jahr erstmal aufgebaut wird.


    Gruß Chris

  • Ich werde es wohl vereinigen und dann nächstes Jahr daraus einen Ableger bilden.:thumbup:

    Hierzu noch einen (ungefragten) Rat: Arbeite mit deinem einen Volk im nächsten Jahr bis zum Trachtende und ernte Honig. Beachte die in diesem Forum gegebenen Ratschläge gegen Schwarmtriebigkeit (wann und wie Honigraum, Brutraumanpassung u.s.w.).

    Nach dem Trachtende mache TuB (Teilen und Behandeln), danach hast du 2 Völker, die auch schon gegen die Varroa behandelt sind.

    Gruß Ralph

  • Aus einem Kunstschwarm würde ich im Folgejahr keine Ableger bilden, das ist noch ein Jungvolk dass in seinem ersten Jahr erstmal aufgebaut wird.

    Diese ewigen Einteilungen in 'Jungvölker' und 'Altvölker' habe ich nie verstanden und bin ehrlich gesagt immer ein wenig genervt, wenn hier im Forum hin und wieder bei der Beschreibung des Bestandes noch zwischen 'jung- und Altvölkern' unterschieden wird, selbst wenn die 'Jungvölker' im Vorjahr gebildet wurden.


    Für mich ist der Winter ein Reset. Danach gibt es nur noch starke, mittlere und schwache Völker (und Abstufungen dazwischen). Ein altes Wirtschaftsvolk aus dem Vorjahr kann im Frühjahr ein schwaches Volk sein, und ein Ableger aus dem Vorjahr kann im Frühjahr zu den stärksten gehören.


    Manchmal gelingt es den Bienen irgendwie, dass im Frühjahr aus einer Handvoll Bienen, bei denen man kaum glaubte, dass sie es überhaupt schaffen, bis Juni ein Wirtschaftsvolk wird.


    Letztendlich tauschen wir Imker alles mögliche aus, und manchmal machen es auch die Bienen selber: die Königin kann ausgetauscht werden, die Waben können entnommen und durch neue ersetzt werden, die Kiste kann ausgetauscht werden, der Standplatz natürlich auch.

    Wenn ich eine Totale Bauerneurung an einem Wirtschaftsvolk durchführe, womöglich verbunden mit Umweiselung, wie unterscheidet sich das von einem Kunstschwarm?

    Was ist der grundlegende Unterschied zwischen einem Wirtschaftsvolk, das im August nur zwei Waben Brut pflegte, und einem Sammelbrutableger, der zur gleichen Zeit z.B. mit vier Brutwaben und einer begatteten Königin gebildet wurde?


    Relevant sind letztendlich die Bienenmenge, die Brutmenge, die Legetätigkeit, u.U. das Wabenalter, die Vorräte, das Alter der Königin und natürlich die Varroabelastung.

    Wann ein Volk in den Büchern des Imkers als eigenständige Volkseinheit auftauchte erscheint mir dagegen nicht relevant.


    Grüße,

    Robert

  • Klasse, vielleicht erkennst nun selbst, dass man sich Wissen zwar erkaufen kann aber das Verständnis und die Erfahrung eben nicht.

    Ich lerne täglich dazu und freue mich über jeden neuen Aha Effekt!

    Wenn mir dann noch jemand passende Wege vorzeitigen ohne alles zu vermitteln ist mir das lieber wie wenn ich es virgekaut bekomme und nicht mehr denken muss.

    Also zieh dir zwischen den Zeilen das wichtige heraus und davon nicht was dir gefällt und du hören wolltest sonderneiat ist es das was trifft und weh tut.

    Einen KS hätte auch im Juli nach mit unter 2 kg was werden müssen. Da hättest viel früher reagieren müssen und nach der Ursache suchen sollen. Meist liegt es an der Königin oder falschem Füttern

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hierzu noch einen (ungefragten) Rat: Arbeite mit deinem einen Volk im nächsten Jahr bis zum Trachtende und ernte Honig. Beachte die in diesem Forum gegebenen Ratschläge gegen Schwarmtriebigkeit (wann und wie Honigraum, Brutraumanpassung u.s.w.).


    Nach dem Trachtende mache TuB (Teilen und Behandeln), danach hast du 2 Völker, die auch schon gegen die Varroa behandelt sind.

    Gruß Ralph

    Noch etwas: Wenn du die beiden Völkchen zusammengesetzt hat, füttere unverzüglich ein, vorzugsweise mit Sirup. Wenn kein Sirup da ist, mit Zucker:Wasser=3:2. Es ist jetzt schon kritisch, dass die Völker Futter abnehmen. Die Futtermenge sollte ca. 16kg betragen.

    Nach 7 Tagen musst du das Schied heraus ziehen. Die Völkchen bekämpfen sich dann nicht mehr.

    Gruß Ralph

  • Irgendwie muss ich als Jungimker im ersten Jahr auch noch was sagen. Aber bitte nicht falsch verstehen, da es meine Erfahrungen sind.

    Ich hatte mich schon seit Jahren eingelesen und informiert. Nur die Zeit hat gefehlt mir wirklich Bienen zuzulegen.

    Dieses Jahr habe ich den Imkerkurs gemacht und dachte mir, ok passt da kenne ich schon viel davon.

    Dann den ersten Ableger bekommen und ein Minischwarm gefangen und es war, direkt an den Bienen, doch alles irgendwie anderst als gelernt. Aber das macht es ja auch aus, man lernt mit jeder Situation dazu (wie mit meiner Buckelbrut)

    Mein Imkerpate sagte mir, dass man etwa 5 Jahre benötigt um ein "Imker" zu werden.

    Ich glaube er hat recht ;)

    Ich für meinen Teil schwöre auf die Antworten hier.

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Es gibt auch Leute die nach 20 Jahren keinVerständnis für Bienen haben.

    Ich selbst wollte einem Anfänger helfen und bot ihm Hilfe in Form von einem Standplatz und Betreuung an.

    Er hatte Kurse in der Schlossimkerei Tonndorf, beim Jürgen Binder und noch einige andere gemacht.

    Am Anfang wollte er noch 20 Völker jetzt stehen noch 4 von denen ich 2en ein baldiges Ende vorhersage.

    Wenn er seine Völker öffnet(Deckel hoch und einmal richtig auf die Beute schlagen ) kann man nur noch die Beine in die Hand nehmen und rennen. Schuld ist dann aber natürlich die schlechte Genetik. ....

    Er weiß aber alles besser da er ja bei den Profis gelernt hat......

    So etwas passiert mir nie wieder!


    Also lernen an den Bienen ist angesagt! Rückschläge gibt es immer nur sollte man daraus seine Konsequenzen ziehen und wenn du die Bienen richtig 'lesen ' kannst wird alles viel einfacher und es macht erst richtig Spaß!

    Du kannst auch im Frühjahr Futterteig auflegen falls du jetzt nicht mehr genug Futter reinbekommst.

    Viel Spaß in Zukunft mit den Bienen!

  • Da hast du leider sehr viel Quatsch gemacht.
    14 kg Futter? Sirup oder trocken Zucker? Unter 30 kg Zucker wird das nichts.
    Wenn ich es richtig sehe, hast du Apikel genommen, da sind 14 kg nur 10 kg Zucker. Zwei Futterwaben mit rein gegeben? Wozu, ein Schwarm soll bauen und wird gefüttert, der Braucht keine Futterwaben, die Bremsen den Bautrieb nur.

    Das einzige was jetzt noch hilft, beide Völker auseinander nehmen, mit MS behandeln, im kleineren die Königin suchen und abdrücken, 1 h später vereinigen. Dann sofort einen umgedrehten Eimer mit Futter rauf (bei der Volksstärke und der Temperatur jetzt, ist das die einzige wirklich funktionierende Methode zum Füttern).

  • Da hast du leider sehr viel Quatsch gemacht. (...) Unter 30 kg Zucker wird das nichts. (...) Wenn ich es richtig sehe, (...) Das einzige was jetzt noch hilft, (...) ist das die einzige wirklich funktionierende Methode (...)

    ;)


    Muehlendrohn Dein Post war wirklich angenehm zu lesen, Danke!

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