Varromed Erfahrungen

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    Hallo Bernd, ein so großer Hersteller wie Bayer wird sich keine Laus in den Pelz setzen und schreiben man darf danach den Honig ernten und in Wirklichkeit ist er nicht verkehrsfähig. Was ihr hier macht sind Mutmaßungen, wenn das Medikament eine Zulassung hat, um es kurz vor der Honigernte zu benutzen, dann ist auch der Honig in Ordnung.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Liebe Imkerfreunde,

    habe mir Heute mal die Zeit genommen, Euer Für und Wieder der Varro Med Behandlung, und ebenso der da aus gewonnenen Ergebnisse zu Bedenken. Was ich nicht Verstehe, weshalb Ihr immer auf die in der Beschreibung angeführte Behandlung wehrend der Trachtzeit rumreitet.

    Wie ich schon in meinen Beitrag angeführt habe, benutze ich das Varro Med nur zur Behandlung nach Trachtende, also ca. ab 25.07. Ende der Lindenblüte ( Tracht ) .

    Ergebniss : Wir hatten Anfang Oktober 3 -4 Tage Frost, eine Behandlung Anfang November brachte einen Höheren Milbenfall als die zuvor. Nur bei einem Volk hatte es den Anschein als seien alle Milben geschlossen runtergefallen. Die Endbehandlung am 27.11. hätte ich mir Sparen können, der Milben fall lag nach 5 Tagen bei 0-bis Max 5 Milben a. Volk.

    Schlussfolgerung : Die Völker waren durchweg Brutlos.

    Eine Behandlung wehrend der Tracht bringt außer Arbeit Nichts.


    Gruß Jürgen

  • ... Behandlung nach Trachtende, also ca. ab 25.07. Ende der Lindenblüte ( Tracht ) .

    ...eine Behandlung Anfang November brachte einen Höheren Milbenfall als die zuvor...

    Hallo Jürgie,

    das sagt mir eigentlich, dass die Sommerbehandlung nicht besonders wirksam war und du im Herbst, bei Brutfreiheit (schräges Wort!), die Milben dann doch gekriegt hast.

    Und warum über die Freigabe während der Trachtzeit diskutiert wird - weil das ansonsten nicht erlaubt ist und offenbar von vielen Leuten dann gemacht wird.


    Gruß Jörg

  • Hallo Bernd, ein so großer Hersteller wie Bayer wird sich keine Laus in den Pelz setzen und schreiben man darf danach den Honig ernten und in Wirklichkeit ist er nicht verkehrsfähig. Was ihr hier macht sind Mutmaßungen, wenn das Medikament eine Zulassung hat, um es kurz vor der Honigernte zu benutzen, dann ist auch der Honig in Ordnung.

    Bis bald

    Marcus


    Alle Hersteller sind nur an den Beschränkungen für die Medizin interessiert, nicht an den internen Gesetzen für den Verkauf von Honig in jeder kleinen Ecke der Welt. Das medizinische Gesetz und der Honig sind zwei verschiedene Dinge. Der Honig mit erhöhten Medikamente kann nicht in Deutschland verkauft werden.


    VG Patrick

  • Nochmal bitte, Georgie, keine Kritik an Dir. Echt nicht.

    Eher Kritik an einem System, das uns Imker zwingt, totkranke Bienen hoch dosiert mit einem anerkannten Gift zu traktieren, um sie irgendwie am Leben zu erhalten.

    So ein interessanter Spruch.

    Wie sieht es aus, wenn wir mal einiges ändern...

    Totkranker Patient und wir können mit einem Gift ihm vielleicht das Leben erhalten....

    Ist in allen Krankenhäusern normal und Gift hilft.....nimmt man Marcumar oder Digitalis, alles anerkannte Gifte.


    Totkranke Patient und wir geben kein Gift und warten auf das Ende..? Obwohl wir wissen, dass das Gift helfen könnte. Die Chance für das Überleben erhöht wird. Tun wir es nicht..... ethisch, sehr schwierig. Trotzdem bei den Bienen möglich.


    Warum ist unser Patient totkrank? Hätte man vorher die Situation ändern können? Patient also nur krank, nicht totkrank.

    Ja, hier handeln viele früh und sorgen dafür, dass nicht der Patient totkrank, sondern nur krank ist. Zwar chronisch krank, aber noch so gut zurecht, das Ableger in der Saison, oder Schwärme passieren. (Also Kinderkriegen ermöglicht ist.... Was normalerweise auch ein Zeichen für eine nur geringe Schädigung ist.)

    Somit besteht ein Versäumnis, wenn man Totkranke Bienen hat und man sollte dann aus der Situation lernen und nicht dem System oder dem Gift die Schuld geben. Wir tragen die Verantwortung für Handeln oder Nichthandeln.


    Somit ist der Spruch gefährlich.....

  • Medikament ist immer Gift, kommt nur auf die Dosis an. Selbst Hustendrops sind in großen Mengen giftig.

    Alternativen?

    Es erst gar nicht so weit kommen lassen, daß wir irgend etwas "bekämpfen" müssen.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Die Diskussion erinnert mich jetzt an die berühmten drei Atropin spritzen bei der Bundeswehr, die bei Giftgasvergiftungen gesetzt werden sollen.

    Mit jeder Spritze sinkt die Wahscheinlichkeit der Überlebenrate rapide, dass der behandelnde Kamerad überlebt.

    Nach der dritten Spritze lag das nur noch im einstelligen Prozentbereich und ich würde auch diese Dosis geben, wenn nur noch einer von Hundert überlebt.

    Die Alternative ist schliesslich das Ende.

    So sind Chemotherapie usw oft die einzige Chance zu überleben und im Laufe der letzten Jahre trotz der hochgradigen Schädigung des nicht mit Krebs gefallenen Gewebes ein gutes Mittel geworden zu überleben.

    So wird auch von mir das Bienenvolk so lange behandelt, wenn noch eine Chance zum überleben existiert

    So habe ich bei Bienen ja häufig die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Wie hier beschrieben muss ich immer abwägen zwischen Rückstandsproblematik, Bienenverträglichkeit und Arbeitsaufwand.

    So lehne ich persönlich es ab, mit Amitraz und Thymol zu arbeiten aufgrund der Rückstandsproblematik. Also bleiben nur organische Säuren und/ oder arbeitsaufwendige Methoden übrig.

    Um das kurz zu machen, muss jeder letztendlich für sich entscheiden, welche Wahl er trifft und welche Probleme er in kauf nimmt.

    Letztendlich sollen die Behandlungen ja eine möglichst hohe Überlebenrate garantieren unter Berücksichtigung von den genannten anderen Faktoren.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Leute so langsam schweift das hier ins Weltanschauliche ab. Steinigt mich nicht, wenn ich hier auf den Artikel verweise wo Lecter fast als Verfechter der Glyphosatmafia gebranntmarkt wird.

    Gift oder nicht Gift ist beim Einsatz in der Beute nicht die Frage, sondern wie können wir die Anwendung dessen minimieren.

    Bei aller Liebe, wenn ich hier immer wieder Jahr aus Jahr ein lese, wie die Bienen an den anhaftenden Milben totbehandelt werden, bekomme ich Albträume. Da ereifern wir uns an Ökologie und Umweltschutz, zeigen mit Finger auf den PSM Bauern und Haun noch ne Ladung Gift in die Beute, denn es fielen ja noch 5 Milben die Woche nach TBE und 2 maliger Blockbehandlung plus Sprüh und Träufeln.

    Sorry so geht's doch nicht weiter.

    Mit vielen Themen.

    Fingerzeig hier Fingerzeig da, immer weg von einem selbst.


    Nachdenklich, traurig und irgendwie deprimiert.

    Mit welchen kleinen Steinchen beginnt man beim Umdenken und Handeln, bis man die Großen zerbröselt hat.

    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Es ist mir leider nicht möglich die Augen zu verschließen.


    Varroa ist ein Parasit.

    Und wie jeder Parasit zu behandeln.

    Beim Hund macht man es gegen Milben und Flöhe.

    Bei den Hühnern macht man es gegen Milben.


    Nur bei den Imkern, da wird totbehandelt? Vielleicht sollte man erstmal vernünftig behandeln?


    Was fehlt bei den Imkern und was haben die anderen Tierhalter?

    Die haben eine Instanz, den Tierarzt. Der sagt, wie man ein Mittel einsetzt.

    Der Imker macht es selber, mit mehr oder weniger Infos. Trotzdem gibt es hier im Forum Imker die jedes Jahr erfolgreich behandeln und andere eben nicht.


    Es immer auf die Methode oder das Gift schieben, funktioniert nicht.


    Man muss drei Infos wissen.

    1. Wie schauen die Völker aus?

    2. Wie sieht es gerade mit der Milbe aus?

    3. Welche Methode bringt in der Situation den besten Erfolg und macht am wenigsten Schaden?


    (4. Wann ist der beste Zeitpunkt? )


    Ganz ehrlich, um ein Volk tot zu behandeln, braucht es. Und dann ist es oft schwierig zu sagen, war der Schaden durch Milben und den Viren das Problem, oder doch das eingesetzte Gift. Oder die Interaktion von Schaden und Gift.


    Es gibt die Aussage, dass man bis zu 6 x Ox sublimieren kann ohne Schaden für das Volk. Aber wenn da nur geschädigte Bienen sind, kann ich das nicht glauben.


    Deshalb bitte Kirche im Dorf lassen.


    Die meisten Imker halten sich an Vorgaben, und somit ist ein totbehandelt nicht die Regel. Leider gilt das nicht für falschen Zeitpunkt, oder zu wenig Behandlung, falsche Behandlung, dass kommt jedes Jahr wieder.

  • Es gibt die Aussage, dass man bis zu 6 x Ox sublimieren kann ohne Schaden für das Volk. Aber wenn da nur geschädigte Bienen sind, kann ich das nicht glauben.


    Deshalb bitte Kirche im Dorf ...

    Kann man und es fördert bei stärker befallenen Völkern die Überwinterungsfähigkeit ungemein. Für den "Normalfall" reichen ein bis drei Behandlungen bei Brutfreiheit.


    Schon richtig - Kirche im Dorf lassen.

  • Für mich als (alten) Anfänger in der Bienenhaltung ist das alles sehr problematisch.


    Zitat: " ... immer abwägen zwischen Rückstandsproblematik, Bienenverträglichkeit und Arbeitsaufwand. "

    Aber in welcher Reihenfolge, als verantwortungsvoller Bienenhalter?


    "totbehandeln" !

    Wo stehen da die 30 Jahre "Varroa-Behandlung"?


    Ich will nicht meckern und Personen & Meinungen kritisieren, eigentlich suche ich Antworten - für den Erhalt der Bienen.

    Wer wird länger existieren - Menschheit oder Bienen?


    Ich weiß, dass ist alles nur pauschal "herausgegriffen", aber was machen, was wird helfen?


    Ich glaube, es muss sich das "Große & Ganze" ändern ...


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • ich bin gerade etwas erschrocken...

    habe dieses Jahr zum ersten Mal Varromed flächendeckend bei allen Völkern genutzt.

    Ich bin meiner Meinung nach der Empfehlung vorgegangen...

    Und gerade bei der Winterbehandlung habe ich festgestellt, dass bereits 3 Völker von 12 komplett leer geräumt sind...

    Dabei waren 2 welche im September noch mit zu meinen stärksten gehört haben..

    Habe mich schon gewundert, als der Befall mir im Oktober vergleichsweise hoch vorkam.

    6 weitere sehen sehr schwach aus. vorallem meine Ableger sind deutlich geschwächter als in den Vorjahren. Wenn ich Pech hab werde ich diesen Winter mit 3 Völkern überstehen...

    Futter war genug vorhanden..die Temperaturen waren bisher auch nicht zu krass..

    Bin gerade echt verwirrt was ich davon halten soll.


    Anscheinend bin ich der Marketingmachinerie auf den Leim gegangen und meine Bienen mussten dafür bezahlen. Behandlungsfehler kann ich nicht ausschließen, aber wie gesagt ich habe versucht so gut es ging mich an die Empfehlung zu halten. habe noch keine genaue Obduktion vorgenommen um evtl. noch einzelne Fehler auszuschließen aber der Gesamteindruck war schon heftig.

  • Kurze Ergänzung: ich war anfgänglich auch von dem hohen Totenfall bei meiner ersten Behandlung überrascht und bin nach einigen Berichten davon ausgegangen, dass es evtl. als einzige Behandlung taugt. Scheint aber bestenfalls eine zusätzliche Alternative zu sein.

    Mein Fehler hier nicht richtig hinter zu gewesen zu sein...und auf die Bequemlichkeit verlassen...