Varromed Erfahrungen

  • Diese lehnt Bernhard aber ab, weil er behauptet, dass diese die Wintertraube auflöst.

    (konnte ich übrigens, wie auch andere seiner Thesen, nicht bestätigen, auch nicht mit Temperaturfühler im BN).

    Hier (!) löst sich durch eine Winterbehandlung keine Traube auf - sei es OXS geträufelt oder sublimiert. Beim Sprühen wäre ich mir jedoch nicht so sicher...

    Es kommt sehr auf die Applikationsform an.

  • Hier (!) löst sich auch kaum bereits um den 12. Februar die Wintertraube auf, um dann VarroMed einzusetzen, wie es Bernhard beschreibt.


    Dass Bienen im Winter am besten in Ruhe gelassen werden sollten, ist wohl unstrittig.

    Dass jegliche Form der Behandlung mit Säuren im brutfreien Zustand am effektivsten ist, wohl ebenso.


    Wie zwischen beidem ein guter Weg gefunden werden kann, ist die (individuell-imkerliche, regional witterungsbedingte und bienen-zustandsspezifische) Frage. Die Antwort heißt eben "Imkern".


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • dafür gibt es aber seit Jahr und Tag die Restentmilbung im Dezember.

    Diese lehnt Bernhard aber ab, weil er behauptet, dass diese die Wintertraube auflöst.

    (konnte ich übrigens, wie auch andere seiner Thesen, nicht bestätigen, auch nicht mit Temperaturfühler im BN).

    Also diesen speziellen Punkt kann ich explizit bestätigen. Wiederholt nachvollzogen durch eine Stockwaage mit Temperaturfühler im Bereich der Traube sowie durch das Abhören entsprechender Geräusche im Innern.


    Schon das Öffnen des Deckels bewirkt beginnende Unruhe und Temperaturanstieg, Dieser setzt sich ab einer gewissen Schwelle auch dann fort, wenn man den Deckel wieder schließt und nichts weiter macht. Sobald man träufelt, wird die Unruhe noch stärker, die Bienen wollen sich gegen die Nässe wehren, merken dass was los ist.


    Im Gegensatz zu Bernhard bin ich aber der Meinung, dass sich die Traube nach etwa einem Tag wieder ganz normal in Winterruhe begibt. Zumindest die Temperaturkurven der Stockwaage legen das nahe und natürlich, dass es am nächsten Tag wieder ganz still ist.


    Generell wirkt die Unruhe genau so wie die ganz normalen Phasen, in denen sich die Traube auch ohne äußeren Anlass alle paar Tage vorübergehend auflöst, um sich neu zu sortieren, siehe Tautz und Seeley.


    Es kann natürlich schon sein, dass es beim Verhalten der Traube im Winter bei Störungen große Unterschiede zwischen dem milden, ozeanischen Niederrhein und dem kalten, kontinentalen Oberbayern gibt.

    Ich träufele z.b. immer bei leichten Minustemperaturen - am Niederrhein kann es passieren, dass es die im Winter mal überhaupt nicht gibt oder zumindest nicht während der Behandlungszeit.

  • Diese lehnt Bernhard aber ab, weil er behauptet, dass diese die Wintertraube auflöst.

    Wenn ich mich korrekt erinnere, war die Argumentation von Bernhard Heuvel im Artikel nicht die Auflösung der Traube, sondern insbesondere die Störung des Mikrobioms zu einem frühen Zeitpunkt im Winter.


    Gleichwohl habe ich bei meinen zwei Ablegern, die ich dieses Jahr im Spätsommer mit Varromed behandelt habe, ähnliche Erfahrungen wie rall0r gemacht: Beide habe ich im Herbst noch nachbehandeln müssen. Auch meine Idee war es, nach Milchsäure/OX-Sprühen bei Erstellung des Ablegers, im September mit Varromed eine weitere Entmilbung durchzuführen. Das werde ich im kommenden Jahr so nicht mehr machen

  • Zitat

    Also diesen speziellen Punkt kann ich explizit bestätigen. Wiederholt nachvollzogen durch eine Stockwaage mit Temperaturfühler im Bereich der Traube sowie durch das Abhören entsprechender Geräusche im Innern.


    Schon das Öffnen des Deckels bewirkt beginnende Unruhe und Temperaturanstieg, Dieser setzt sich ab einer gewissen Schwelle auch dann fort (...)

    Das kann ich nachdrücklich bestätigen. Ich habe die entsprechende Temperaturkurve auch schon hier gepostet, da ich einen entsprechenden Sensor das ganze Jahr über eingelegt habe.

    Es dauert mitunter nach solchen Störungen mehrere Tage bis zur Normalisierung, aber dann ist wieder Ruhe.

  • Wenn ich mich korrekt erinnere, war die Argumentation von Bernhard Heuvel im Artikel nicht die Auflösung der Traube, sondern insbesondere die Störung des Mikrobioms zu einem frühen Zeitpunkt im Winter.

    Dem könnte man entgegenhalten: "Hit hard and early"! Umso weniger werden die Bienen noch durch die Milben beeinträchtigt. Ausserdem hat das "Mikrobiom" dann reichlich Zeit sich zu regenerieren bis die Aufzucht der Jungbienen wieder losgeht und damit der Massenwechsel mit gesunder Bienenmasse geschehen kann.

  • rall0r : Das ist ein interessantes Meßergebnis. Verstehe ich richtig: Die Bienen eines Volkes brauchen ca. 16 h, um sich die Zuckerlösung gegenseitig aus den Pelzen zu schlecken? Die Milben wären also 16 h dem Direktkontakt mit 3,5% OX ausgesetzt (mit abnehmender Menge/Wahrscheinlichkeit), danach nur noch indirekt, wenn sie den Fettkörper einer übersäuerten Biene verstoffwechseln.

    Gibt es auch vergleichbare Messungen bei OX-Sublimation? IF Brüning hatte dabei ja beobachtet (bestätigt durch das Petrischalenexperiment BI Liebefeld), daß ein einmaliger Kontakt der Milben(füße) mit OX (100%) ausreicht, um diese binnen 12 h abzutöten - vorausgesetzt, daß die durch den Erstkontakt gestartete Osmose der OX ins Körperinnere der Milbe nicht abgebrochen wird (bspw. durch Abwaschen der Milbenfüße im Futtersaft von offenen Brutzellen).

  • Und die Bienen haben in diesem Fall 16 h gebraucht, um sich soweit wieder zu beruhigen, dass die Aktivität sich nicht mehr in der Temperatur zeigte. Mehr kannst dem nicht entnehmen.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Ich hab jetzt mal nach Temperaturanomalien der letzten Jahre geschaut (man erkennt sie am besten im Winterhalbjahr)

    Es dauert gleich oder ähnlich lang, egal welche Störung vorliegt. Das gilt übrigens auch für Bagatellen: Auflegen eines Steines oder Ruckeln beim Abnehmen der Anflugbretter