Varromed Erfahrungen

  • So war das. Frau Dr. Rademacher hatte auch in Mayen beschrieben, wie sie versuchte die Zulassung von Varromed durch einen Brief an die zulassende Kommision zu verhindern. Grund war die mangelnde Wirksamkeit von 50 - 60% bei brütenden Völkern, was in Ihren Augen für eine Zulassung zur Sommerbehandlung viel zu niedrig ist. Für zugelassene Mittel sollte eine Wirksamkeit von 90% angepeilt werden.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

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  • Heuvel ist in die Imkerei, so wie er es jetzt macht, pragmatisch hineingewachsen.

    Eine größere Völkerzahl verlangt das eben. Ich erinnere die Zigarre die ich bekam als ich ihm vor Jahren

    Bayerprodukte für seinen Milbennotstand empfahl...;) Nun, so langsam hat er sich den Tatsachen angepasst.

    Was Kleinimker als erstrebenswerte Betriebsweise anstreben kann ein Berufsimker eben nicht. Die Arbeitsspitzen sind zu hoch und er kann und darf auch nicht sein Betriebskapital, hier die schiere Bienenmasse, riskieren.

    Die von ihm konsequent angewandte Betriebsweise Apitraz/Varromed/Beestrong ermöglicht ihm das Auskommen, innerhalb des gesetzlichen Rahmen.

    Apitraz ist nicht das schlechteste.....,

    an seinem schlechten Ruf (Apitraz) , ist Heuvel selbst eben nicht ganz unschuldig;)

    Apitaz wirkt, richtig benutzt, eben so gut, das die Behandlung im Februar so richtig Sinn macht.

    Er hat das immerhin erkannt,

    sagt was er denkt und tut das was er sagt!

    Damit hilft er denen die sich helfen lassen (wollen).

    Der, der seine Ratschläge gelesen hat, weiss das es ihm nicht unbedingt Freude (und Freunde) macht...

    Über seine Suche nach Gesünderen Bienen berichtete er ja auch!

    Versucht zu durchdringen was er warum wann macht, wenn die Not das verlangt.

    Randy Oliver und Andere, lesen könnte helfen.

    So wie er das macht, langt Varromed.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • ... wie sieht es denn da mit den anderen verwendeten Mitteln aus? Milchsäure, Oxalsäure, AS und auch das, jetzt als Oxybee verkaufte, Bienenwohl dürften vom ph- Wert auch nicht viel besser da stehen.

    ...

    gehe eher davon aus, dass Jeder letztendlich sein eigenes Behandlungskonzept finden muss. Was beim Einen klappt, kann beim Anderen durchaus versagen.

    Wir haben es hinreichend hier im IF diskutiert (Suchfkt.). Ich gebe hier nur meine eigene Meinung wieder, nicht die gültige Gesetzeslage:


    Jede Säure, ins Bienenvolk eingebracht, bewirkt etwas. Dabei sind zwei Aspekte wichtig - die Säurewirkung als solche (hängt ab von der Konzentration am Wirkort und der individuellen Säurestärke) sowie die Applikationsform.

    Der Wirkort ist die unmittelbare Umgebung der Milbe; damit wird klar, wie entscheidend die Applikationsform ist (das Zeug muss an die Milbe, bei mgl. geringer Schädigung des Biens).


    Indiv. Säurestärke und Konz. sind additiv zu betrachten - je stärker die Säure, um so geringer die notw. Konzentration.

    MS - 15 %ig in Lsg.

    AS - 60 %ig in Dampfform

    OXS - 3 - 5 %ig in Lsg.

    OXS - Sublimat (Staub) - 100 %ig


    Nun muss die Applikationsform betrachtet werden, die entscheidend für die Konz. am Wirkort ist. Nach steigender Konz. am Wirkort grob geordnet:


    MS < AS (Dampf) < OXS (Lsg.) < OXS (Staub).


    Die Verteilung der Säure ist am Besten in der sog. Gasphase - das kommt überall leicht hin. MS- und OXS-Lsg. muss gesprüht werden bzw. geträufelt, damit es an die Bienen/Milben kommt. Die gasförmigen Säuren wie AS oder OXS-Sublimat sind am Besten verteilt.


    Betrachtet man nun alles zusammen, ergibt sich die sublimierte OXS als bestwirksames Mittel aufgrund der

    - optimalen Verteilung

    - höchsten Konz. am Wirkort

    - stärksten Säurewirkung infolge vorgenannte Parameter.


    Alles was mit/ohne div. ätherischen Öle, Zucker, Glycerin etc. angeboten wird, sind letztlich nur Spielarten davon, wobei die Zusätze einerseits dazu dienen sollen, die Verteilung / Haftung zu verbessern und andererseits mglw. (!!) synergistische Wirkung zu entfalten.


    Meine Meinung!

  • Hast du für Fr. Dr. Rademachers Brandbrief eine Quelle?

    Leider nein. Sie hatte das auf der Mayener Vortragsreihe vorgetragen und konnte nicht verstehen, warum sie nicht von der Kommision angehört wurde.


    Sie hatte noch die Vorgehensweise und Kriterien bei der Nichtzulassung von HopGuard in guter Erinnerung. Ihr Team war an der HopGuard Studie beteiligt.

    Sie meinte das eine Zulassung für HopGuard als Winterbehandlung duchgegangen wäre, aber nicht als Winter- und Sommerbehandlung. Der Hersteller hat es aber drauf ankommen lassen und somit wurde die gesamte Zulassung angelehnt.

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  • Lieber Wasi,

    das war gerade so ein Augenöffner, vielen Dank!


    Ich habe ein halbes, dreiviertel Jahr an Bernhards Lippen gehangen und alles gelesen und Vorträge geschaut, auch gerne mehr als einmal. Ich habe alles aufgesaugt, alles verinnerlicht. Alles war so plausibel, was er erzählte.


    Deswegen habe ich dann auch das VarroMed Experiment gestartet, obwohl noch im September 2018 bei einer Schulung Frau Dr. Rademacher nachdrücklich von VarroMed abriet. Bernhards Empfehlung als Praktiker habe ich einfach höher bewertet, als das Urteil einer Uni-Professorin, ist er doch der Berufsimker, der seine Völker nicht verlieren darf, und sie lediglich die Labortante, hahaha.


    Als ich dann im Herbst auf die ernüchternden Zahlen meiner VarroMed Behandlung blickte, schob der Bernhard, beinahe verschämt, in einer weiteren Monatsbetrachtung das mit dem Amitraz hinterher.

    Da war beim Lesen mein erster Gedanke: "VarroMed kann der nur machen, weil der das mit Amitraz koppelt! Der wusste ganz genau, dass das alleine nicht funktioniert!"


    Ich war einfach sauer. Nicht auf Bernhard, sondern auf mich und meine grenzenlos bekloppte Leichtgläubigkeit.


    Und jetzt lese ich deine nüchterne Herangehensweise des Praktikers, und verstehe das mit den Arbeitsspitzen etc. Aber sauer bin ich immer noch: Hätte Bernhard gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass man VarroMed mit etwas die Amitraz koppeln muss, dann hätte ich das entweder auch getan oder von dem Experiment die Finger gelassen.

    Stattdessen lernen meine Bienen es gerade auf die harte Tour, dass ihr Imker nur allzu gerne irgendwelchen Propheten hinterher läuft.


    Aber wie sagst du immer so schön: Mund abwischen und weitermachen.

    Grüße

    Ralf

  • In #65 schreibst du detailiert, dass du dich f. Varromed als Restentmilbung nach früher TBE, bzw OX Sublimation(Ableger) entschieden hast, nachdem beide Verfahren bei dir nicht so ganz den gewünschten Behandlungserfolg ergaben. Also letztendlich auch gekoppelt an eine vorgehende Behandlung, die aber Völker mit erhöhtem Befallsdruck ergaben, sofern ich dein Post richtig lese.


    Varromed ist, in meinen Augen, eine Möglichkeit der Senkung des Befallsdruckes, wenn andere Anwendungen, wegen fehlender Rahmenbedingungen, nicht kurzfristig in Frage kommen.

    Dafür ist es ok, hat die gewünschten Effekte und ich sehe das jetzt im dritten Herbst. Nur im frühen Frühjahr, würde ich es nach meinen subjektiven Erfahrungen nicht anwenden.

    Ansonsten bin ich bei wasi, die Monatsbetrachtungen von Bernhard haben vielleicht Einige so nicht erwartet, aber es zeigt eigentlich eine konstante Entwicklung und Anpassung an die Umstände, anstatt sich an imkerlichen Dogmen, aus welcher Ecke auch immer, festzuklammern.

  • würde ich es nach meinen subjektiven Erfahrungen nicht anwenden.

    Gut so, das kannst du nur (musst aber nicht) machen wenn der Milbendruck "wirklich niedrig" ist.

    (du belügst dich selber am leichtesten! also zuverläßig testen!) Dann, aber nur dann, ist es besser den Dauerbienen nicht den Darm frühzeitig zu belasten, was sich geringfügig??, auf die Lebenserwartung und den wichtigen Fettkörper auswirkt.:u_idea_bulb02:

    Im Zweifel um Weihnachten Behandeln

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Gut so, das kannst du nur (musst aber nicht) machen wenn der Milbendruck "wirklich niedrig" ist.

    (du belügst dich selber am leichtesten! also zuverläßig testen!) Dann, aber nur dann, ist es besser den Dauerbienen nicht den Darm frühzeitig zu belasten, was sich geringfügig??, auf die Lebenserwartung und den wichtigen Fettkörper auswirkt.:u_idea_bulb02:

    Im Zweifel um Weihnachten Behandeln

    Bin durch mit meiner Behandlung. OS am Samstag. Ganz normal.

    Das eine Mal, als ich Varromed im Frühjahr anwandte, kam es in den behandelten Völkern zu einer hohen Königinverlustrate. Die könnte zwar auch auf unzureichende Begattung im Vorjahr zurückzuführen sein(2017er Quote), aber trotzdem lasse ich die Finger davon.

  • So stellt sich der Hersteller die 3xige Anwendung/Jahr (Frühling, Sommer +Herbst) vor:

    Varroa Behandlung im Winter mit VarroMed® und NEU: die ...


    www.imkerbw.de › fileadmin › daten_badwaldsee › Daten › Dateien › Var...


    Damit wird der Mindestumsatz gesichert, die Zulassungskosten refinanziert und noch das Gewinninteresse der Gesellschafter befriedigt. Nach den Bienen, den subletalen und sonstigen Wirkungen fragen allenfalls Imker, die sich Gedanken machen. Die anderen haben sicher nur "ein gutes Gefühl" (Zitat), das der Hersteller mit ätherischen Ölen unterstützt und damit nebenbei auch das sauberste Bienenwachs bleibend verunreinigt...

  • Du kannst das drehen und wenden wie du willst, es ist die einzige halbwegs vernüftige Möglichkeit, im Rahmen der Gesetze, den Milbendruck im Frühjahr nachhaltig zu senken. Je weniger um so besser, Völker mit minimalem Milbenbefall stehen immerhin Regelmäßig im Ertrag besser da.....

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Du kannst das drehen und wenden wie du willst, es ist die einzige halbwegs vernüftige Möglichkeit, im Rahmen der Gesetze, den Milbendruck im Frühjahr nachhaltig zu senken. Je weniger um so besser, Völker mit minimalem Milbenbefall stehen immerhin Regelmäßig im Ertrag besser da.....

    dafür gibt es aber seit Jahr und Tag die Restentmilbung im Dezember.

    Diese lehnt Bernhard aber ab, weil er behauptet, dass diese die Wintertraube auflöst.

    (konnte ich übrigens, wie auch andere seiner Thesen, nicht bestätigen, auch nicht mit Temperaturfühler im BN).


    Er rät explizit von einem bewährten Verfahren ab, und propagiert bewusst mit VarroMed im Februar ein Verfahren, dass weder flächendeckend erprobt noch unbedenklich hinsichtlich der HonigV ist.


    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

    Ich weiß ja, jede Kritik am Bernhard ist Gotteslästerung hier, aber ich habe halt Fragen...

  • Du kannst das drehen und wenden wie du willst, es ist die einzige halbwegs vernüftige Möglichkeit, im Rahmen der Gesetze, den Milbendruck im Frühjahr nachhaltig zu senken. Je weniger um so besser, Völker mit minimalem Milbenbefall stehen immerhin Regelmäßig im Ertrag besser da.....

    Oxuvar 5,7% hat laut Datenblatt von Andermatt ebenfalls keine Wartefrist/Absetzfrist für Honig.

    Könnte damit ebenfalls im Rahmen der Gesetze im Frühjahr genutzt werden.

  • Beim Bernhard ist wahrscheinlich eh selten eine Wintertraube.

    Das sieht bei mir ganz anders aus.

    So muss jeder für sich sein Grsamtkonzept finden und gelegentlich an Stellschrauben drehen.