Varromed Erfahrungen

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    Und dann steh in einem Artikel in eine Fachzeitschrift: Ich verzichte auf die Winterbehandlung und setze dafür im Februar VarroMed ein.

    Ich habe die gleiche Zeitschrift und weiß auch, wer das schreibt.

    Zweifelsohne ist dessen Fachkunde unstrittig und der Leumund tadellos.

    Ohne die Zeitschrift oder gar den Autor zu kennen, wäre eine Milbenbehandlung im Honigerntejahr nicht erlaubt. Dies eher aus Vorsicht, denn aus stofflicher Begründung.


    Zum Beispiel:

    Sublimation von 1000 mg OXS - verbleiben geschätzt 750 mg im Volk (Bienen, Oberflächen);

    FJ-Honigernte 20 kg => durchschnittlich 0,00375 % OXS-Gehalt im Honig bzw. 100 g enthalten 3,75 mg OXS. Das liegt in der natürlich vorkommenden Größenordnung, unter der "worst case"-Annahme, dass sämtliche OXS bis zur Honigernte im Volk verbliebe (unrealistisch!) - s.hier:


    https://www.lebensmittellexikon.de/o0000170.php


    Insofern gibt es aus der Faktenlage wohl kaum Gefahr für das Produkt Honig. Aber das nur nebenbei - war ja nicht Thema...


    Zur Wirkung von Varroamed: Schon mal überlegt, was diese saure Brühe mit all den Strukturen im Bienenvolk macht ? Bestandteile u.a. (neben Zitronenöl, Anisöl): Ameisen-, Oxal-, Zitronensäure, nicht im Dampf- oder staubförmigen Zustand, sondern gelöst in Wasser. Der pH-Wert dürfte weit unter pH 4 liegen, sprich ziemlich sauer.

  • Meines Wissens hat man bei VarroMed keine Wartezeit für die nächste Honigernte, eine Anwendung während der Tracht ist allerdings nicht erlaubt.


    Grüße vom Apidät

  • Zur Wirkung von Varroamed: Schon mal überlegt, was diese saure Brühe mit all den Strukturen im Bienenvolk macht ? Bestandteile u.a. (neben Zitronenöl, Anisöl): Ameisen-, Oxal-, Zitronensäure, nicht im Dampf- oder staubförmigen Zustand, sondern gelöst in Wasser. Der pH-Wert dürfte weit unter pH 4 liegen, sprich ziemlich sauer.

    Da du ja über den Background verfügst, wie sieht es denn da mit den anderen verwendeten Mitteln aus? Milchsäure, Oxalsäure, AS und auch das, jetzt als Oxybee verkaufte, Bienenwohl dürften vom ph- Wert auch nicht viel besser da stehen.

    Letzteres beinhaltet, wenn ich es richtig erinnere, ausser Oxalsäure ebenfalls Zitronensäure und ätherische Öle.

    Kann mich noch sehr gut an den Hype um die Milchsäure erinnern und gehe eher davon aus, dass Jeder letztendlich sein eigenes Behandlungskonzept finden muss. Was beim Einen klappt, kann beim Anderen durchaus versagen.

  • Apidät, das beisst sich doch. Ich behandele meine Völker und stelle sie am nächsten Tag in die Tracht. Also habe ich nicht während der Tracht behandelt.


    Gruss

    Ulrich

    Diese Vorgehensweise ist von der Zulassung - meines Wissens - gedeckt. Ob es aus Sicht der Rückstandsbelastung und Varroadezimierung sinnvoll ist, ist eine andere Frage.


    Das beißt sich nicht nur für Dich mit den Zulassungen der bisherigen Medikamente, aber das ist in diesem Fall kein Kriterium.


    Grüße vom Apidät

  • Wenn ich das in Mayen richtig verstanden habe, dann bedeutet die arzneimittelrechtliche Zulassung "ohne Wartezeit", dass der bei ggf. direkt anschließender Tracht gewonnene Honig dem ihn verzehrenden Menschen gesundheitlich nicht schadet. Das ändert aber nichts daran, dass dieser Honig nach der Honigverordnung nicht verkehrsfähig ist, weil er Stoffe enthält, die dort nicht hineingehören.

    Womit dann der Arzneimittelverkäufer Reklame macht (und was er verschweigt), ist seine Sache.


    Viele Grüße

    Kikibee

  • Wenn ich das in Mayen richtig verstanden habe, dann bedeutet die arzneimittelrechtliche Zulassung "ohne Wartezeit", dass der bei ggf. direkt anschließender Tracht gewonnene Honig dem ihn verzehrenden Menschen gesundheitlich nicht schadet. Das ändert aber nichts daran, dass dieser Honig nach der Honigverordnung nicht verkehrsfähig ist, weil er Stoffe enthält, die dort nicht hineingehören.

    Womit dann der Arzneimittelverkäufer Reklame macht (und was er verschweigt), ist seine Sache.


    Viele Grüße

    Kikibee

    Genau so steht es auch in einem Infobrief vom Bieneninstitut Celle.

  • Wie das bei der Zulassung zustande kam, fragt man sich schon. Wird da mit zweierlei Maß gemessen ?


    Faktisch hinterlässt eine OX-Sublimation im Winter (s.o. Bsp.Rechnung) im ungünstigsten Fall, dass 75 % dauerhaft im Bienenvolk verbleibt (gesamt ca. 750 mg) OXS-Konzentrationen im Honig in der natürlich vorkommenden Größenordnung.


    Bsp.rechnung für Varromed:

    1 ml enthält u.a. 44 mg OXS-Dihydrat + 5 mg AS. Anwendungsempfehlung für bspw. Völker mit ca. 10.000 Bienen (FJ) 30 ml entspricht somit 1.230 mg OXS + 150 mg AS. Ernte ich wieder die 20 kg FJ-Honig, bin ich bei gast doppelt soviel wie die o.g. Größenordnung.


    Es möge jeder selbst urteilen, wie das für den Fall aussähe, den Ulrich hier nannte.