Varromed Erfahrungen

  • Beigabe von AS dient wohl als Unterscheidungsmerkmal zu anderen TAM und um die Zulassung auch für die (im Abszand von je 6 Tagen 3 ...5 x zu wiederholende) Behandlung von Völkern mit Brut zu erwirken.


    In Zf. 4.. der Fachinformation wird ausdrücklich auf die sehr häufige Nebenwirkung (bei mehr als 10% der behandelten Völker) hingewiesen: erhöhte Bienensterblichkeit.

    VarroMed - europa.eu


    https://www.ema.europa.eu › varromed-epar-product-information_de

    Die Dissertation von Dr. Saskia Schneider beschreibt die subletalen Nebenwirkungen von OX-Zuckerformulierungen näher (verminderte Leistungsfähigkeit, verkürzte Lebenserwartung, eingeschränkte geistige Fähigkeiten, Verätzung des Verdauungsapparates und der Ausscheidungsorgane etc.):

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

    Freiwillig nehmen Bienen niemals mit OX befrachtete Nahrung auf, wie das Fütterungs-/Vergrämungsexperiment von IF Brüning eindrucksvoll zeigt (Bericht 1 von Sept. 2004 S. 3 oben):http://www.varroamilbe.ch/http://www.varroamilbe.ch/

  • :daumen:


    Darum ist die OXS aus der Gasphase ja nebenwirkungsarm und effizient gegen die Milbe. Die anderweitig genannten Winterverluste aufgrund dieser Behandlung ist vernachlässigbar.

  • Kurze Zusammenfassung der bisherigen VarroMed Beobachtungen:

    • Kein außergewöhnlicher Totenfall bemerkbar
    • Es kommt zu keinen Brutpausen,
    • Nach der zweiten Behandlung fällt deutlich mehr als nach der ersten,
    • Die Brutnester sehen besser aus als vor der Behandlung, wobei hier diverse Faktoren infrage kommen,
    • Es sind überraschend viele Milben auf der Windel noch lebendig,
    • Es sind auch viele abgestorbene Jungmilben zu finden, die nicht voll ausgereift sind. Scheinbar wirkt es wirklich in die Brut?!
    • OXS sublimiert für schneller zu mehr Milbenfall als VarroMed

    Ob und wie die Völker über den Winter kommen, wird sich zeigen.

    Ich zähle derzeit wie verrückt und werde das ganze noch aufarbeiten.


    Grüße

    Ralf

  • Moin Ralf,

    danke für das Teilen deiner Beobachtungen!

    Magst du bitte zusätzlich kurz dein Vorgehen beschreiben?

    In welchem Abstand hast du behandelt und wieviel ml hast du pro Volk gegeben?

    Ich gehe mal davon aus, dass du das Mittel für eine genaue Dosierung mit einer Spritze aufziehst und dann ins Volk gibst.

    Mittel auf die Oberträger gegeben oder in die Wabengassen geträufelt?

    Das gekaufte Mittel ist gebrauchsfertig, korrekt? Kein Anmischen mit Zuckerlösung, etc. notwendig.

    Gibt es witterungsbedingte Beschränkungen, wie zu heiß, zu kalt, zu feucht?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Hamburger-Jung,

    folgender Link dürfte alles erklären https://www.ema.europa.eu/en/d…roduct-information_de.pdf ... is ja auch glaub ich in vorherigen Posts schon beschrieben wie man mit Varromed vorgeht! Ich kann nur Positives bis jetzt erkennen! Sehr leicht anzuwenden und Völker stehen 1A da!

    Gruß Andrea

  • Moin,


    ich sehe bei dem Mittel folgende Vor- und Nachteile


    + Wetterunabhängig

    + Gute Wirksamkeit

    + Gute Bienenverträglichkeit


    - Aufwand nicht wirklich geringer als Schwammtuch oder Dispenser

    - Hoher (!) Preis

    - Imkerverträglichkeit auch nur mittelgut


    Das Mittel könnte somit für die Sommerbehandlung bei ungünstigen Wetterbedingungen als Alternative zur Ameisensäure eingesetzt werden. TBE und Oxalsäure sind meiner Einschätzung nach aber nach wie vor das überlegene Verfahren.


    Wird Varromed nur in der Sommerbehandlung eingesetzt dann reicht eine Flasche für etwa zwei Völker. Beim derzeit günstigsten Internetpreis von etwa 28€ für die Flasche sind das also schonmal 14€ pro Volk. Auch vom Kostengesichtspunkt ist Varromed also der TBE nicht überlegen.


    Sollte sich am Preis nicht noch wesentlich etwas ändern fällt es mir schwer, hier ein wirklich alternatives Varroizid zu erkennen. Oder habe ich etwas übersehen?



    Beste Grüße


    Peter

  • Hallo Elbdorfbiene,


    wenn ich 3x die maximale Menge verabreiche komme ich auf 135ml, dann kann ich doch 4 Völker mit einer Flasche (555ml) behandeln, oder?

    Also ich denke, dass ich für eine Flasche je nach Völker und Befall zwischen 3 und 6 Völker behandeln kann


    Grüße Heiko

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Servus,


    für die Spätsommerbehandlung werden 3-5 Anwendungen empfohlen. Ab 30 TBI können (sollen?) auch mehr als die 45ml pro Anwendung verwendet werden. Mit mehr als 3 Völkern pro Flasche würde ich nicht rechnen. Aber am Ende geht's ja auch um (noch nicht zahlreiche) Erfahrungswerte, und die können mich womöglich widerlegen.


    Beste Grüße


    Peter

  • Magst du bitte zusätzlich kurz dein Vorgehen beschreiben?

    Man benötigt keine Hilfsmittel, wie eine Spritze - eine Skalierung ist auf der Flasche imprägniert.

    Mithilfe der Tülle und Druck kann man das gut dosieren, den Dreh hat man schnell raus.


    Das einzige Hilfsmittel für mich ist ein Edding:

    Nach jedem Volk markiere ich mithilfe des Eddings den Füllstand und kann dann ablesen, wie viel ich geträufelt habe. Das notiere ich mir pro Volk, damit ich später Rückschlüsse ziehen kann - von Anwendungsmenge, Milbenfall, Totenfall auf Auswinterungsstärke, etc.


    In welchem Abstand hast du behandelt und wieviel ml hast du pro Volk gegeben?

    Ich behandle im Abstand von 6-7 Tagen. Die Menge ist mittlerweile recht konstant, bei 7-12 ml für Ableger, und 15-20 ml für WV.
    Ich fahre einfach immer mit einer relativ gleichen Geschwindigkeit und gleichmäßigem Druck auf die Flasche die Wabengassen ab, und daraus ergibt sich dann eigentlich immer eine sehr ähnliche Menge.


    Der Hersteller empfiehlt mitunter deutlich höhere Mengen - bei manchen Völkern hätte ich eigentlich 30 ml träufeln müssen.
    Aber ich hatte ein gemischtes Gefühl dabei, jene Bienen, die oben in den Wabengassen sitzen, so stark zu beträufeln. Stattdessen gehe ich jeweils einmal die Wabengassen lang, und belasse es dabei.

    Dazu hat mich auch Immenreiner inspiriert - der genauso dosiert, wie seinerzeit mit Bienenwohl.

    Tatsächlich habe ich bei der ersten Behandlung noch mit mehr (30-45 ml bei WV) gearbeitet, habe aber bei einer geringeren Dosierung keine schlechtere Wirkung ausmachen können - im Gegenteil.

    Nach der zweiten Anwendung ist jeweils deutlich mehr gefallen.

    Das gekaufte Mittel ist gebrauchsfertig, korrekt?

    Korrekt. Nur einmal schütteln.

    Gibt es witterungsbedingte Beschränkungen, wie zu heiß, zu kalt, zu feucht?

    Der Hersteller äußert sich dazu nicht. Ich nehme aber an, dass die Wirkung sehr wohl etwas mit dem Bienensitz zu tun hat, wie auch bei der OXS Behandlung im Winter.

    Wird Varromed nur in der Sommerbehandlung eingesetzt dann reicht eine Flasche für etwa zwei Völker.

    Also ich habe mit einer Flasche etwa 30 Anwendungen durchgeführt. Anders ausgedrückt: 10 Völker wären im Schnitt damit 3 x behandelbar - was bei einer normalen Milbenlast im besten Fall ausreichen sollte.


    Ich muss aber ganz klar dazu sagen: VarroMed ergänzt bei mir die TBE, die ich Ende Juni durchgeführt habe - bzw. bezogen auf Ableger, die OXS Sublimierung Ende Mai im brutfreien Zustand.

    Die TBE war dieses Jahr bei mir nicht 100 % zufriedenstellend, da ich "nur" mit einer Fangwabe gearbeitet habe. Und die Ableger, die zwar alle Ende Mai, bzw. Mitte Juni einmal mit OXS behandelt worden sind, haben teilweise auch mehr Milben auf der Windel, als ich gut finde.


    Insofern benutze ich VarroMed zur Zeit als eine Art Restentmilbung.

    Für mich ist das gerade ein größer angelegter Test. Ich werde beizeiten genauer darüber berichten.

  • Hallo Ralf,


    wenn man WV auf 2 Zargen führt, würdest du nur von oben behandeln oder auch was in den unteren BR träufeln?


    Grüße Heiko

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)