Varromed Erfahrungen

  • Hatte gerade in der aktuellen Bienen&Natur in einem Artikel gelesen, dass mit Varromed im Frühling behandelt wird.

    Beim Imkerkurs wurde aber ausdrücklich gesagt, dass die letzte Behandlung bis zum 31.12. passieren muss, wenn man den Honig ernten möchte.

    Warum ist das bei Varromed anders? Oder habe ich das falsch verstanden?

  • Die neuen Anwendungsvorschriften sind offenbar nicht mehr so streng wie früher, obwohl auch früher der 31.12. nirgends rechtlich geregelt war (nur verbal bei OX-Träufelung: Honiggewinnung erst im darauffolgenden Frühjahr). In der Anwendungsvorschrift für Varromed heißt es nur noch: "5. Gegenanzeigen: Nicht während der Tracht anwenden." und "10. Wartezeiten: Null Tage". Letzteres ist logisch, da bei Einhaltung von Zf. 5 ein Konflikt ja nicht entstehen kann.

    https://www.ema.europa.eu/docu…roduct-information_de.pdf


    Man sollte allerdings berücksichtigen, daß sich OX und AS in Futtervorräten anreichert und daraus nicht wieder verschwindet außer durch den Verdauungsprozeß von Bienen oder anderen Honigessern.

  • Habe im Sommer mit dem Nassenheider Professionell eine Behandlung gemacht.


    Mitte-Ende September dann nochmal

    nachbehandelt mit Varromed. Es kamen einige Milben runter und war sehr positiv ūberrascht ūber Varromed.

  • Also wie schon erwähnt, bei uns im Verein (auch Berufsimker) schwören auf Varromed.

    Ich hatte auch schon gute Ergebnisse, bin mir aber trotzdem nicht mehr sicher.

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Habe im Sommer mit dem Nassenheider Professionell eine Behandlung gemacht.


    Mitte-Ende September dann nochmal

    nachbehandelt mit Varromed. Es kamen einige Milben runter und war sehr positiv ūberrascht ūber Varromed.

    Was heißt einige? 5 oder 10 oder 20?

    Wann nachbehandelt? Machst du eine Winterbehandlung.

    Paar mehr Angaben über das ganzjährige Varroakonzept wäre schon gut.

  • Ich habe mit Varromed die Winterbehandlung durchgeführt und war überrascht wieviele Milben am nächsten Tag und in den Folgetagen auf der Windel lagen.

    Ich für mich kann denk ich sagen hat funktioniert, ich nehme es wieder.

  • Man kann ja zuerst einmal den Hersteller nur vertrauen, dass er einem nicht nur das Geld aus der Tasche ziehen will.

    Varromed ist im Wesentlichen nichts anderes als eine weitere Formulierung von OX-Zuckerlösung zur Träufelbehandlung - dazu mit 44 mg OX/ml in noch höherer Konzentration als vorherige OX-Träufelmittel (Oxuvar 3,7% z.B. 35 mg OX/ml). Daß das gegen Milben wirkt, ist wohl unbestreitbar.


    https://www.ema.europa.eu/docu…roduct-information_de.pdf


    https://www.andermatt-biovet.d…UVAR_DE_20181030_v3.0.pdf


    Die subletalen Wirkungen solcher Träufelbehandlungen jedoch sind vom Imker nur schwer zu erkennen.

    Dr. Saskia Schneider hat in ihrer Dissertation die subletalen Wirkungen von OX in Zucker- bzw. Glycerinlösungen wissenschaftlich untersucht und beschrieben:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

  • Beim Treffen der Vereinsvorsitzenden unseres Landesverbandes gab es auch viel positive Rückmeldungen von Imkern.

    Es wurde beschlossen, Varromed auf die Liste der geförderten Medikamente zu setzen. Das ist deswegen interessant, weil der Preis ja relativ hoch ist.


    Was mir bei der Rezeptur aufgefallen ist: Anders als die OS-Medikamente zum Träufeln enthält es keinen Zucker. Dafür ist die OS-Konzentration mit 4,4% höher. Ob die 0,5% AS eine große Rolle spielen, weiß ich nicht. Bei brutfreien Völkern muss eine Blockbehandlung erfolgen. Eine Wirkung in die verdeckelte Brut gibt also nicht.

    Wenn man sich die Anwendungshinweise anschaut, scheint die Dosierung auch nicht ganz unproblematisch zu sein.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ...Varromed...

    Was mir bei der Rezeptur aufgefallen ist: Anders als die OS-Medikamente zum Träufeln enthält es keinen Zucker. Dafür ist die OS-Konzentration mit 4,4% höher.

    Glycerin ist hier (und auch anderswo) Ersatzstoff für Zucker. Nach der in #21 verlinkten Dissrtation von Dr. Saskia Schneider soll Glycerin etwas besser verträglich sein als OX-Zuckersirup. Aber am Grundproblem ändert auch Glycerin nichts, weil es diesselbe Funktion umsetzt: OX möglichst lange auf den Bienenkörpern anzukleben. Dadurch werden die Bienen gezwungen, sich gegenseitig abzuschlecken und so gegen ihren Willen und Instinkt OX in ihr Verdauungssystem aufzunehmen mit den nachgewiesenen Schadfolgen: zunächst rein körperlich: Verätzungen im Verdauungs- und Ausscheidungsapparat und v.a. subletal: neurologisch (stark erhöhter Wasserbedarf bereits kurz nach Beginn der Abschleckphase - was geschieht, wenn dieser wetterbedingt nicht ausreichend gedeckt werden kann?, Verminderung von Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung, verringerte körperliche Aktivität nach Abschleckphase -> mit absehbaren Folgen für unzureichend gepflegte Brut + Varroa etc.).

  • Glycerin ist hier (und auch anderswo) Ersatzstoff für Zucker.

    Von Glycerin steht in der Zulassung aber nichts.

    Ich sehe aber gerade, dass doch Zucker drin ist (Zuckersirup).

    Außerdem:

    • Propolis-Tinktur 20 %
    • Sternanisöl
    • Citronenöl
    • Citronensäure-Monohydrat

    Glycerol ist dagegen in Bienenwohl.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von WFLP ()

  • Entschuldigung, da habe ich VArromed mit anderen Träufel-TAM verwechselt (z.B. Oxybee). Aber prinzipiell ändert sich nichts an den von mir zitierten Nebenwirkungen. Neben Zuckercouleur E 150d ist als Bestandteil für Varromed ausdrücklich aufgeführt: Zuckersirup (Zf. 6.1.) In Zf. 5.2. Pharmakokinetik wird recht nett nett umschrieben, daß die Bienen durch die Klebrigkeit des Medikamentes gezwungen werden, dieses oral aufzunehmen mit der Folge erhöhter Toxizität:

    https://www.ema.europa.eu/en/d…roduct-information_de.pdf

  • Hallo,


    ich muss mal diesen Faden erneut hochholen.


    Hat wer schon Varromed als Spätsommerbehandlung verwendet und kann mal berichten? Im jüngsten "Biene & Natur" wird es ja viel beworben und auch unser Bernhard erklärt dort, dass er es vewendet.


    Angesichts der kommenden Hitzewelle halte ich sogar die Behandlung mit dem Nassenheider Verdunster mit AS in der nächsten Woche für sehr kritisch, obwohl ich bisher gute Erfahrungen bis 33°C habe, aber schon nicht mehr so gute bei 35°C. Aber unabhängig davon ist mir die AS-Behandlung von Jahr zu Jahr mehr Graus.


    Varromed hätte den Charme, dass man nur einen passenden Tag braucht, Deckel auf, träufeln, Deckel zu und erst mal fertig. Im Sommer wäre die Träufelei ruck-zuck und ohne Kälteschock für die Bienen einfach machbar.


    Zwar muss man das womöglich noch 1 bis 4x wiederholen im Laufe des Spätsommers, aber das klingt für mich als Imker trotzdem insgesamt sehr viel angenehmer und stressfreier als die Aktion und anschließende Bienenquälerei mit den Verdunstern. Und dass es für die Bienen schlimmer ist als die tagelange Ameisensäuredusche, glaube ich nicht.


    Das Varromed könnte man noch Anfang nächster Woche geben, die Ameisensäure frühestens ab nächstem Wochenende (Hitze!), das wäre immerhin eine Woche Zeitgewinn.


    Nimmt also jemand das Zeug schon und hat es womöglich schon in den letzten Tagen verwendet und kann bitte mal berichten?