Erlaubte Toleranzen beim Füllgewicht von Honig

  • Was sind die erlaubten Toleranzen für das Füllgewicht von Honig in den Gläsern?


    Hier gab es dazu den Beginn einer Diskussion und es gibt wohl noch immer verschiedene Meinungen dazu.


    Die Abweichung nach untern ist wohl eindeutig im Fertigpackungsverordnung (FertigPackV) geregelt.

    Für Honig, sind sie auf der Honigmacher.de-Seite etwas genauer beschrieben.

    In keiner der beiden Quellen gibt es einen Hinweis auf eine maximal erlaubte Überschreitung der Toleranz nach oben.

    Ach die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau erwähnt in ihren "Rechtsgrundlagen Honigabfüllung" nur eine obere Toleranzgrenze.


    Es gibt hier eine Andeutung, dass ein zu hohes überschreiten des Füllgewichts ein Wettbewerbsvorteil darstellt. Ist es deshalb verboten?

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Offizeill scheint die Fertigverpackungsverordnung ein "Zuviel" in Maßen gar nicht mit abzudecken, das stimmt.

    In der früheren Fassung der Verordnung war das glaub ich mal anders beschrieben - leider finde ich den alten Text nicht mehr. Die aktuellen stehen oben in den Links.


    Ein früherer Thread dazu hier


    Darin durchaus auch Anprangerungen durch Kollegen nachzulesen.

    s. auch meinen letzten Anschubser im Thema DIB und Neutralglas und deren Kontrollen.

    Sehr viele DIB-Kontrollen stellen eingeschickte Gläser durch Imkerkollegen dar - hübsch


    Wie sagte ich: " Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche" und offensichtleich reicht bei vielen die Völkerzahl noch gar nicht, weil sie nix anderes zu tun haben als Korinthen zu puhlen

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Danke für den Link. Mit meiner Suche habe ich den Thread nicht gefunden.


    - Es wird zum Ende berichtet, dass das Eichamt mit einem mehr an Gewicht keine Probleme hat. Das passt zum Text in der Fertigverpackungsverordnung.


    - Es gibt noch Berichte von der Auffassung einzelner im DIB.

    Gibt es vom DIB etwas schwarz auf weiß zu der maximalen Füllmenge?


    - Zum Schluss bleibt noch die Variante Wettbewerbsvorteil, mit der der benachbarte Imker über seinen Anwalt droht. Hierzu kann man die "Wahrheit" bestimmt nur vor Gericht finden.


    beetic

    Die alten Versionen der Fertigverpackungsverordnung findet man über den verlinkten Wikipediaartikel. In der Tabelle mit den Basisdaten, aber der Inhalt wird nicht so wichtig sein. Interessant ist, was im Moment in der Verordnung steht.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Juristen sind ja auch nicht ganz blöd. Die Toleranzregelung ist eine Verbraucherschutzregelung. Der braucht keinen Schutz vor einer Mehrmenge.

    Legen wir die Regelung also teleologisch aus, wie die Juristen sagen, macht nur eine Toleranzgrenze nach unten Sinn.

    Man muss ja nicht jeden Blödsinn herbeimutmaßen, wenn nicht einmal die Gesetzesvorschrift Zweifel zulässt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nun, mir wurde beim Honigschein eingetrichtert das es nach oben und unten max 2 % sein dürfen und das darf auch nur bei 2 % von 100 Gläser abweichen.

    Was ja nun nichts weiter beweist, als dass der Dozent keine Ahnung hatte. Leider sind beide Angaben falsch.


    Die Fertigpackungsverordnung (§ 22) erlaubt bei einem 500-Gramm-Glas eine maximale Abweichung nach unten von 15 Gramm (das sind

    3%). Außerdem darf im Mittel die Nennfüllmenge nicht unterschritten werden.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

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  • Noch eine Ergänzung: 2 Prozent der Gebinde dürfen die Minusabweichungen unterschreiten. Es dürfen also nicht etwa nur 2 Prozent Minusabweichungen haben.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Juristen sind ja auch nicht ganz blöd. Die Toleranzregelung ist eine Verbraucherschutzregelung. Der braucht keinen Schutz vor einer Mehrmenge.

    Legen wir die Regelung also teleologisch aus, wie die Juristen sagen, macht nur eine Toleranzgrenze nach unten Sinn.

    Man muss ja nicht jeden Blödsinn herbeimutmaßen, wenn nicht einmal die Gesetzesvorschrift Zweifel zulässt.

    Schön gesagt. :) Soweit ich mich erinnere und was mir einleuchtet, ist eine «Überfüllung» problematisch, wenn man diese anpreist oder wenn man damit eine ungenaue Messung kompensieren will. Beispiel: Man hat keine geeichte Waage und weiss auch nicht, ob die eigene Waage auch nur ungefähr zuverlässig ist. Da kann man nicht einfach immer 20g mehr ins Glas geben und hoffen, damit sicher z.B. die 500g zu erreichen. Ebenso wenig ist es zulässig, das zu tun und dann «mind. 500g» aufs Etikett zu schreiben.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich hab das vom alten Gesetzestext her im Kopf nach einer Diskussion irgendwo auch noch so im Kopf gehabt.


    Aber est stimmt: nach oben gibt es da keine Regelung!


    Was sie Dir ankreiden können, ist: keine geeichte Waage zu haben. Oder keinen Zugang zu einer solchen.

    Da kann man nicht einfach immer 20g mehr ins Glas geben und hoffen, damit sicher z.B. die 500g zu erreichen

    Wo steht das?


    Ich hab gesucht gestern. Lange...


    Solange Du nicht exorbitant mehr verkaufst und Dir dadurch bewusst einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten willst.


    Warum kann man nicht theoretisch immer 10 bis 15 g mehr ins 500 g Glas geben?

    damit eine ungenaue Messung kompensieren

    Die ist ja nicht ungenau, sondern da ist immer ein Hauch mehr drin.;) Mit Postivüberschreitungen den Mittelwert absichern ist OK.


    Es ist wohl ein neus Hobby, wegen jedem Mist zu klagen aber ich glaube nicht, dass bei 510 g im Honigglas die juristische Seite eine Chance sieht, was draus zu drehen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • beetic Klar, wo kein Kläger, da kein Richter. Aber bei uns in der Schweiz kannst Du nicht eine ungeeichte Waage verwenden und Dich dann damit verteidigen, dass Deine ungeeichte Waage immer deutlich mehr als verlangt angezeigt habe. Nicht die Überschreitung der Füllmenge an sich ist das Problem, sondern die Nichtverwendung einer ungenauen Waage. Capisce? :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Genau das sagte ich oben oder nicht?


    Was sie Dir ankreiden können, ist: keine geeichte Waage zu haben. Oder keinen Zugang zu einer solchen.

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    Hans Kasper