Bienengiftallergie

  • Liebe Imkerkollegen,
    vorgestern bekam ich nach einem Bienesich in die Nase einen anaphylaktischen Schock (Rötung und Schwellungen am ganzen Körper ,Kreislaufkollaps) mußte per Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die dortigen Ärzte haben mir die Hobbyimkerei verboten - sie sagten, der nächste Bienenstich könne tödlich sein. Ich muss jetzt immer ein Notfallset mit Cortison und Adreanlin bei mir tragen. Später soll ein Desensibilisierungsprogramm durchgeführt werden - dennoch könne ich auch danach nicht mehr imkern,so die Ärtzte.
    Ich bin natürlich geschockt, habe gerade erst mit der Imkerei angefangen, villeicht insgesamt 10 Stiche abbekommen und dann so was.
    Meine Fragen an Euch:
    -kennt Ihr jemanden, der trotz Bienengiftallergie imkert?
    -hat schon mal jemand an einem Desensibilierungsprogramm teilgenommen und kommte danach, mit Schutzkleidung wiedern imkern?
    Ich kann mich einfach nicht mit der Aufgabe der Imkerei abfinden, will natürlich auch nicht mein Leben riskieren.
    Ein Freud hat gestern abend meine Bienen abgeholt - heute irrten nur noch ein paar "Spätheimkehrer" um den verlassenen Stand...wars das ?



    _________________
    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ulli Kehnen am 2002-05-09 19:51 ]</font>

    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen

  • Lieber Uli,


    einem bekannten Imker erging es ähnlich heftig. Er wurde von seinen Bienen gestochen und konnte sich anschließend gerade noch so ins Dorf retten, wo er gefunden wurde und landete auf der Intensivstation.
    Weil er aber auch die Imkerei nicht an den Nagel hängen wollte, ging er für 10 Tage in eine Spezialklinik zur Desensibilisierung.
    Nach Entlassung aus der Klinik mußte er noch für 2 Jahre einmal im Monat ins Kreiskrankenhaus um kontrolliert Bienengift injeziert zu bekommen.
    Nun kann er unbeschwert imkern, denn dieser Aufwand hatte Erfolg.
    Ich wünsche Dir auch einen Weg zu finden, damit Du wieder imkern kannst.


    Mit Imkergruß
    Bernd

  • Hallo Ulli!
    Auch ich habe schon von imkern gehört die sich erfolgreich desensibilisieren lassen haben. Also kopf hoch und durch!
    Vielleicht solltest du hier in dem forum
    eine rubrik eröffnen und gleichgesinnte suchen um erfahrungen auszutauschen.
    Ich hoffe das du uns hier erhalten bleibst.
    Alles gute und viel glück
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas

  • Lieber Bernd, lieber Andreas,
    vielen Dank für Euren Antworten. Der Zuspruch tut gut, denn ich merke erst jetzt richtig, daß das Imkern weniger ein Hobby als vielmehr eine Leidenschaft ist. Damit für immer aufzuhören kann und will ich mir nicht vorstellen. Insofern bin ich sehr daran interessiert mit Menschen zu sprechen, die sich erfolgreich gegen eine Bienengift allergie desensibilisiert haben. Könnt Ihr Eure Bekannten fragen, ob ich mal mit ihnen sprechen kann?
    Ausserdem habe ich Hartmut Ebert gefragt, ob er ein Extra Forum einrichten kann. Möglicherweise gibt es so eine Allergie ja öffter und ist damit für Imker von Interesse.
    Ich hoffe sehr, daß ich irgentwann wieder beginnen kann.


    _________________
    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ulli Kehnen am 2002-05-11 22:04 ]</font>

    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen

  • Hallo Ulli!
    Obwohl ich nicht derart schlimm davon betroffen bin wie Du es bist, kann ich total nachvollziehen wie es Dir gehen muß!
    (Ich hab einen ähnlichen Beitrag unter "Bienengift" stehen, schau doch mal nach)Es sieht so aus, als wenn es sich aber bei mir ein bischen normalisiert hat.
    Erstaunlicherweise werden solche Sachen von den anderen Imkern oft ein bischen belächelt Zu meiner großen Schande muß ich gestehen, daß ich vor meiner Überempfindlichkeit auch (zumindest gedanklich) in diese Richtung tendierte, nach dem Motto: Was jammert das Weichei denn wegen so einem kleinen Pieck rum? Soll er doch Stricken gehen oder einen Töpferkurs besuchen anstatt zu imkern!


    Mein Ratschlag: Beginne sofort mit einer Desensibilisierungskur! Das hilft wirklich.
    Ansonsten kannst Du -bist die Kur angeschlagen hat - meiner Meinung nach nur mit einem Vollschutz (Ganzkörperanzug) in Begleitung imkern. Mit diesen schweren Allergien ist nicht zu spaßen!
    Und selbst mit diesem Vollschutz kann man Stiche nie ganz ausschließen.
    Ich war z.B. gerade gestern bei einem meiner friedlichsten Völker im Raps. Ich hab die gar nicht wiedererkannt. Schon auf 10m Abstand fingen die ihre Angriffe an und ruck zuck hatte ich zwei Stiche!


    Gruß und alles Gute



    Andreas

  • Hallo, zusammen!
    Ich hab was ähnliches unter "Pollenallergie" stehen; mir geht's genauso wie dem Kollegen mit dem Schock.
    Da ich aber absolut nicht aufhören will, muß ich halt mit Handschuhen,Gummistiefeln und bienendichtem Overall mit Helm arbeiten.
    Ich finde die Imkerei zu schön, um wegen sowas damit aufzuhören; mal ganz abgesehen von den Unmengen an Geld, die da nach und nach drinstecken!
    Wer allergisch ist, muß halt einfach nur aufpassen und sich schützen (auch wenn ich zugeben muß, daß das Arbeiten mit den Handschuhen nicht wirklich richtig viel Spaß macht).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Lieber Uli
    Deine Allergie ist ein schwerer Nachteil für Dich. Wenn Du gründlich damit aufräumen möchtest und alle die hier mitlesen und auch von Allergien stark geplagt sind, möchte ich eine Lösung bekannt geben.
    Die Schulmedizin desensibilisiert. Richtig. Aber auf welche Reizgifte desensibilisiert sie?
    Lass Dir eine Allergie- Vakzine aus Deinem eigenen Blut bauen!
    Es gibt eine renommierte Firma in Deutschland die solche Vakzinen herstellt.
    Hier die Anschrift:
    Fa. VitOrgan Arzneimittel GmbH
    http://www.vitorgan.de
    Tel 0711 448 12.0
    Fax0711 44812.41
    Postf. 4240
    73745 Ostfildern (Ruit)


    Ruf dort an und lass Dir einen Therapeuten in Deiner Nähe nennen der mit ALLERGOSTOP 1 oder ALLERGOSTOP 2 Erfahrungen hat


    Die Behandlung läuft so:
    Es wird Dir Blut abgenommen, in die Firma hingeschickt, dort wird die Vakzine angefertigt und Deinem Therapeuten zurückgeschickt.
    Soviel ich weiß, sind es ca 5 Spritzen die Dich von den meisten der in Dir sitzenden Allergene befreien.
    Ein Grundpräparat bleibt bei Deinem Behandler, damit er bei Bedarf selber neue en anfertigen kann, sollte eine zweite Behandlung nötig sein.
    Nicht alle Krankenkassen zahlen diese Behandlung.


    Mit den besten Wünschen
    Hermann.

    Hermann Eiglmaier
    Veilchenweg 18
    85591 Vaterstetten

  • Hallo ImkerkollegInnen,
    aufgrund meiner Bienengiftallergie kann ich nur noch "gepanzert" an die Völker gehen. Hat jemand einen Tip für den "besten Schutz"? Ich suche einen Overall bei dem mitReisverschluss Kopfbedeckung und Gesichtschutz verbunden ist. Oder Anderes mit guter Alltagstauglichkeit. Wer kann mir entsprechende Hinweise, möglichst mit Bezugsquelle, geben?

    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen

  • Hallo Ulli,


    auch Ich habe erst nach ein paar Jahren eine Alllergie gegen Stiche bekommen. Ich imkere seither mit einem Ganzkörperanzug (incl. Haube) mit Reißverschluss der Firma Wienold. Der Anzug ist wirklich in Ordung.


    Hier die Anschriftder Firma:
    Inh. Ingeburg Wienold
    Dirlammer Str. 20
    36341 Lauterbach
    Tel. 06641-3068
    Fax 06641-3060


    Geschäftszeiten:
    Mo-Sa, 08-12 Uhr
    Mo, Di, Do, Fr 14-17 Uhr



    Da Ich kein Freund von Desensibilisierung bin habe Ich mich dazu entschlossen mit Ritterrüstung zum imkern. Ich komme damit ganz gut zurecht. Man sollte aber auch darauf achten nur bei gutem Wetter an den Bienen zu arbeiten, das erhöht die Sicherheit. Und aufpassen wenn man den Anzug auszieht. Meißt sitzt noch irgend eine Biene drauf die an nicht sieht. Mir ist dann schon mal eine in meine normale Hose beim umziehen gekrabbelt, und dann hatte ich den Salat.


    Und nun viel Spaß wieder beim Imkern. Mich würde interessieren ob Du mit der Sensibilisierung erfolg hast.


    Jörg


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: joergjjwagner am 2002-06-12 08:13 ]</font>


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: joergjjwagner am 2002-06-12 08:14 ]</font>


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: joergjjwagner am 2002-06-12 08:15 ]</font>

  • Hallo Jörg,
    danke für Deine Antwort. Ich bin sehr an einem Erfahrungsaustausch mit anderen Allergikern interessiert. Grund ist natürlich, dass die Ärzte sagen, es sei unverantwortlich für mich weiter zu imkern. Ich möchte mir dazu gerne eine eigene Meinung bilden, denn mir ist klar, die Ärzte können nichts anderes sagen. Sie müssen auf die sichere Seite gehen. Ob ich das auch muss, ist mir noch nicht ganz klar.
    Letzte Woche habe ich im Krankenhaus einen Allergietest machen lassen. Das Ergebnis - ich bin allergisch gegen Bienengift, nicht gegen Wepengift. Das hätte ja auch wirklich andersherum sein können. Ich werde jetzt im September eine Hyposensibilisierung machen. Das geht so, daß ich 10 Tage Bienengift gespritzt bekomme, am Ende soviel wie ein Bienenstich. Nach den 10 Tagen bekommt man Depotspritzen. Sinn dieser Übung ist, das das Immunsystem sich immer mit dem Gift auseinandersetzen muss und Abwehrkräfte aufbaut, die einen nicht umhauen. Diese Depotspritzen bekommt man alle 4 Wochen. Nach 3 Jahren hat man dann einen Schutz von 95 %.
    Ganz schön aufwendig das Verfahren - aber ich werde es durchziehen. Mein Ziel ist natürlich, das ich einen Schutz habe, der es mir erlaubt, trotz Bienengiftallergie- natürlich mit Schutzkleidung- zu imkern,ohne das ich in lebensbedrohliche Zustände geraten, wenn mich mal eine erwischt. Eigentlich bin ich mir sicher, wenn ich gewusst hätte, dass ich allergisch bin, dann hätte ich auch noch keinen (oder kaum einen) Stich bekommen.
    Hier sind natürlich auch die Bücher verführerisch. Überall Bilder wo ohne Schutz geimkert wird. Immerhin sind 4% der Bevölkerung gegen Insektengift allergisch- und das sind die gefährlichsten Allergien, wie ich es am eigenen Leib erlebt habe (der 10. Stich hat mich umgehauen und einen schweren Schock ausgelöst). Insofern müssten viele Imker ihr Hobby (oder ihre Leidenschaft)wegen der Allergie aufgegeben haben. Oder sie machen weiter - mit einem nicht ganz geringem Risiko. Diese Risikoabschätzung interssiert mich. Über Erfahrungsberichte und Einschätzungen würde ich mich freuen.

    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen

  • Hallo Ulli,


    welcher Test wurde denn gemacht - RAST? Welche Stufe kam denn raus?
    Ich hatte als Imkeranfänger gewaltige Schwierigkeiten mit starken Schwellungen. Der Hautarzt machte eine RAST (eigentlich unsinnig, da ich toxische Reaktionen zeigte und keine allergischen). Ergebnis: Stufe 3 auf Bienengift. Auf meine Frage, wieso ich dann keine allergischen Reaktionen zeigen würde: Imker entwickeln da manchmal Abwehrmechanismen. Witziger Weise imkerte ich erst ein paar Wochen. Ich erinnere mich aber, daß mir als Kind bei jedem Bienenstich sehr übel und schwindlig wurde. Wahrscheinlich eine "natürliche" Desensibilisierung (hätte auch schiefgehen können). Und die wird durch regelmäßige Auffrischung, jedes Jahr ein paar Stiche, aufrechterhalten.


    Mein Rat - versuche die Desensibilisierung. Gehe umsichtig vor, es klappt nicht zwangsläufig.
    Viel Erfolg, Thomas

  • Hallo Thomas,
    über die Testungsart und über Ergebnisse (Stufe? Auf meinen Arm wurde ein Gitternetz gemalt mit 4 Rubriken. Darauf wurde Bienengift geträufelt und die Haut angepiekt. Bei der 3.und 4. Rubrik gab es eine Hautreaktion) habe ich keine Informationen.
    Gibt es denn Sensibilisierungen, die gar keinen Erfolg gebracht haben?

    Mit feundlichen,imkerlichen Grüßen
    Und Tschüss


    Ulli Kehnen

  • Hallo Ulli,


    bei einer RAST wird Blut entnommen, also ein anderer Test als der auf der Haut. RAST soll aber genauere Aussagen liefern.
    Desensibilisierungen sollen unterschiedlich gut anschlagen und wegen eventueller Auswirkungen (im schlimmsten Fall eben bis zum allergischen Schock) nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
    Ein Hautarzt wird Dir da viel mehr helfen können als ich Laie.
    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo, ich habe vor ca. 4 Jahren mit dem Imkern angefangen. Hatte anfänglich keine Probleme mit einzelnen Stichen. Das änderte sich aber schnell. Nach einiger Zeit wurden die Schwellungen immer stärker und ich musste zweimal nach Stichen eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Habe dann eine Desensibilisierung beim Hautarzt gemacht. Musste dazu jede Woche eine Stunde opfern. Habe aber jetzt nach fast 1 1/2 Jahren abgebrochen, da ich im Imkerfreund eine Heilpraktikerin fand, die gegen Bienengiftallergie "vorgeht". Schaut mal in den Imkerfreund, Kleinanzeigen, habe leider die Adresse nicht griffbereit. Falls Interesse besteht, kann ich die Seite, bzw. die genaue Adresse jederzeit raussuchen. Sie behandelt für einen Pauschalpreis von 250 DM (war noch 2001) mit Globoli. Leider kann ich noch nicht mit großen Erfolgen dienen, da ich aufgrund eines Schutzanzuges noch nicht gestochen wurde. Werde aber sofort nach Stich Mitteilung machen.