Varroabehandlung

  • ..ich gestehe, dass ich in den letzten Tagen bei einigen Völkern noch eine Brutentnahme durchgeführt habe.

    Und es zeigt sich wieder das seltsame Phänomen, welches ich dieses Jahr schon mehrfach gesehen bzw. auch von anderen Imkern gehört habe: die meisten Völker haben kaum Varroen. Aber eines ist immer mal wieder dazwischen, welches total vermilbt ist.

    Na warum machst Du dann so etwas? Wenigstens hast Du nicht mit AS sofort alles gekillt.

    Hättest Du...

    Zum common-sense der Institute gehört seit vielen Jahren die Behandlung abhängig von Schadschwellen im Herbst.

    ... wie RalfK geschrieben hat :daumen: die Varroabelastung ermittelt dann hättest Du zielgerichtet behandeln können, bei den Völkern wo die Schadschwelle überschritten ist, mit minimalen Schaden im Bienenwinter für den Rest der Völker. In Deinem Fall hättest Du dann nur ein Volk behandlen müssen und nicht alle, sofern ich Dich richtig verstanden habe! ;-)
    (Varroabelastung kann man nicht mit natürlichen Varroenfall ermitteln! Aber das wurde schon vielfach diskutiert, hier im Forum.)

    ...stand ich vor der Wahl, mit den schwarzen Waben und nicht wirklich bekanntem Varroastatus (wie gesagt gebe ich auf den natürlichen Totenfall auf der Windel nicht viel) bis zum Frühjahr weiterzuwursteln

    Warum hast Du die Varroabelastung dann nicht gemessen? "CO2" oder "Auswaschen" sind hier Deine Freunde. Negative Auswirkungen der schwarzen Waben werden überschätzt, Du hättest auch im Frühjahr die Randwaben wegnehmen können und dann rechtzeitig mit Mittelwänden das Wabenalter etappenweise verjüngen können. 6 Monate hin oder her machen nicht wirklich einen großen Unterschied.

    dass ich in den letzten Tagen bei einigen Völkern noch eine Brutentnahme durchgeführt habe. Zur rechten Zeit habe ich es mal wieder nicht geschafft

    Imkern heißt nach festen Jahresablaufplan arbeiten, relativ zur Entwicklung der Natur und relativ zu Deine lokalen Gegenheiten (deshalb ist hier im Forum die Ferndiagnose oft so schwer). Wer das nicht kann sollte sich überlegen ob er seine Betriebsweise anpasst oder das imkern ganz bleiben lässt.


    Ich würde Dir raten, höre mehr auf erfahrene Imker! (Und nicht immer an das was Institute, Wissenschaftler oder Pseudowissenschaftler propagieren, die haben oft nicht viel langjährige Erfahrung mit Bienenhaltung und ändern alle 3 Jahre ihre Empfehlungen.)



    Gruß

    Franz

    P.S.: Vielleicht sollte einmal jemand eine Studien in Auftrag geben die untersucht wie viele Völker an der Varroabehandlung sterben... ;-(

  • Da könntest Du ältere Publikationen gelesen haben. Zum common-sense der Institute gehört seit vielen Jahren die Behandlung abhängig von Schadschwellen im Herbst.

    Hier nicht... Völlig im Gegenteil, aus unserem Liebefeld kommt nach wie vor die ganze klare Ansage, eine 2te Somerbehandlung mit Ameisensäure, oder alternativ mit Thymovar durchzuführen. Auch die Vereine pfeifen das von allen Dächern und die Ausblider für die Grundkurse werden auch so indoktriniert, das entsprechend an Ihre Leute so weiterzugeben. Erst ist grad die Erinnerung dazu auf Bienen Schweiz aufgeschalten worden.

    Von schadschwellenbedingten Behandlungen hält hier niemand was. Es wäre einfach zu riskant. Schadschwellen können täuschen und wenn der IQ auch nur Ansatzweise ähnlich verteilt ist, wie bei der Normalbevölkerung, kriegst du das in 50% der Köpfe nicht rein, was wann wie zu machen wäre mit allen Eventualitäten...

  • ...aus unserem Liebefeld kommt nach wie vor die ganze klare Ansage, eine 2te Somerbehandlung mit Ameisensäure, oder alternativ mit Thymovar durchzuführen...

    Aber doch nicht "blind" in der zweiten Septemberhälfte...(das ist in den meisten Jahren schon im Bienenwinter!) - das ist doch in vielen Gegenden viel zu spät... - na ja, die Völker sterben dann wenigstens nicht an der Varroa... - wenn das das Ziel ist dann... ;-(

  • Aber doch nicht "blind" in der zweiten Septemberhälfte...(das ist in den meisten Jahren schon im Bienenwinter!) - das ist doch in vielen Gegenden viel zu spät... - na ja, die Völker sterben dann wenigstens nicht an der Varroa... - wenn das das Ziel ist dann...

    Nö, einfach im September. Es wird gesagt "um den 15. rum". Dieses Jahr wurde die Empfehlung am 10.09. aufgeschaltet.

    ATM ist es hier sowieso für keinen Standort zu spät.

  • ...aus unserem Liebefeld kommt nach wie vor die ganze klare Ansage, eine 2te Somerbehandlung mit Ameisensäure, oder alternativ mit Thymovar durchzuführen...

    Aber doch nicht "blind" in der zweiten Septemberhälfte...(das ist in den meisten Jahren schon im Bienenwinter!) - das ist doch in vielen Gegenden viel zu spät... - na ja, die Völker sterben dann wenigstens nicht an der Varroa... - wenn das das Ziel ist dann... ;-(

    Leider doch. «Das hat man schon immer so gemacht» ist bei den Schweizern ein ganz tief verwurzeltes Prinzip, scheint mir manchmal. Die zweite AS-Behandlung wird als Pflicht propagiert. So heisst es in der von Vivajohn erwähnten Warnung von Bienen Schweiz:


    Zitat

    Beginnen Sie jetzt die 2. Ameisensäure-Behandlung. Haben Sie statt der 1. Sommerbehandlung einen Brutstopp gemacht oder eine Fangwabe eingesetzt, ersetzt dies nicht die 2. Ameisensäure-Behandlung. Nur mit letzterer ist sichergestellt, dass Sie die Milbenpopulation bis zur Winterbehandlung im Griff haben. Die zweite Sommerbehandlung ist übrigens auch für Jungvölker Pflicht.

    Jahr für Jahr habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich keine Herbstbehandlung durchführe, aber bislang haben mir die ausbleibenden Verluste Recht gegeben.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Aber sowohl die natürlichen Fallzahlen und deren Grenzen als Orientierung als auch die Verhältnisse in der Brut und auf den Bienen sind bekannt und nachles- und auffindbar.

    Zum common-sense der Institute gehört seit vielen Jahren die Behandlung abhängig von Schadschwellen im Herbst.

    Ihr habt beide recht - natürlich!

    Aber jetzt mal das ganze aus Sicht des Anfängers, der Fragen hat und selbige hier stellt:


    Neuimker (NI): Ich habe jetzt 2 Varroen auf meiner Windel und weiss nicht, ob ich behandeln soll...


    Altimker 1 (AI1): Du musst auf jeden Fall behandeln, die Aumeier hat dazu ein Video gemacht - alles was mehr als eine Milbe am Tag hat, muss behandelt werden!


    Altimker 2 (AI2): Nee, da macht man noch gar nichts. Da sind halt immer Milben im Volk. Mach mal Puderzuckermethode, dann weisst du bescheid!


    AI3: Puderzuckermethode ist Quatsch, wenn die Luftfeuchtigkeit nicht stimmt oder du nicht genug schüttelst, fällt da garnichts! Bleibe mal bei der Windel, nur mal über mehr als 3 Tage!


    AI2: Die Windel ist Schrott, die Ameisen verfälschen das Ergebnis total!


    AI4: Ich habe das getestet, die Ameisen schleppen da gar nichts weg! Aber wenn du sicher sein willst, nimm den CO2 Tester!


    AI5: CO2 Tester kannst du nur nehmen, wenn du eine CO2 Flasche mit Druckminderer aus dem Aquaristikhandel benutzt - sonst werden die Milben gar nicht richtig betäubt und das Ergebnis ist verkehrt!


    AI6: Behandeln du musst!


    AI7: Frage mal deinen Imkerpaten oder deinen BSV!


    Neuimker: OK, ich habe meinen 80 Jahre alten Paten gefragt. Der sagt, ich solle sicherheitshalber behandeln!


    AI8: Das haben wir schon 100x behandelt - benutze mal die SuFu!


    AI4: Dein Imkerpate behandelt vermutlich auch noch mit dem Bierdeckel oder Perizin *rolleyes*


    AI6: Wenn du behandelst, dann killst du alle Winterbienen. Mir egal, deine Bienen. So Leuten wie dir verkaufe ich dann halt im Frühjahr Ableger. Mach ma.


    AI2: Leute, Leute! Was fragt ihr erst hier, wenn dann doch keinen Rat annehmen wollt. Mach halt, wie dein Imkerpate sagt. Der wird schon wissen, was Sache ist.


    Neuimker: Sorry, tut mir leid. Aber beim Imkerkurs haben die auch gesagt, dass man im September noch mal behandeln soll...


    AI9: Musst du OS sublimieren! Kaufst du dir einen Oxamat - ist die Investition auf jeden Fall wert!


    AI7: Oxamat ist ok, aber das dauert ja alles ewig. Kauf dir den Varroxverdampfer.


    AI5: Die Sublimation ist in D nicht zugelassen - aber ich habe da ein Gutachten gelesen, dass OS zwar nicht erlaubt, aber auch nicht verboten ist.


    AI7: Ich fahre meine Völker immer nach Östereich *hihihi*


    AI11: Füll mal dein Profil aus. Ohne deinen Wohnort kann dir hier keiner helfen!!


    NI: *füllt Profil aus* So, Wohnort steht jetzt drin.


    AI11: Ja sorry, da wohne ich nicht. Kann dir nicht helfen.


    NI: Irgendwie weiss ich jetzt immer noch nicht so recht...


    AI2: Der Imkerboom hat nicht nur Vorteile. Gottseidank habe ich schon vor 20 Jahren angefangen!


    AI12: AS geht gar nicht! Mit der richtigen Beute, mit eigenem Honig ist jedes Bienenvolk stark genug, es aus eigener Kraft durch jeden Winter zu schaffen!


    AI5: Oh Gott, bitte nicht du schon wieder!


    AI4: Ich behandle ja seit Jahren ohne AS, ohne jede Verluste!


    NI: Hmm. Ja, vielen Dank. Also ich habe jetzt auf der Windel 1,5 Milben am Tag. Also ich würde jetzt erst mal abwarten. Mein Imkerpate sagt zwar, ich solle behandeln, aber der Milbenfall ist ja nicht so hoch...


    AI2: Das kann man so aus der Ferne nicht sagen! Ist das ein Ableger oder ein Wirtschaftsvolk? Wieviel Brut? Bienenmasse?


    NI: Das ist ein Ableger, der sitzt auf einer Zarge und hat 4 bebrütete Waben und..


    AI6: Volk ist eh schon tot.


    AI2: Das lohnt gar nicht, mit so kleinen Einheiten in den Winter zu gehen. Bleiben immer Kümmervölker!


    AI7: Also ich habe solche Völker immer erfolgreich durch den Winter gebracht, und teilweise haben die nächstes Jahr richtig stark Honig gebracht!


    AI2: @AI7 definiere mal "richtig stark"!


    AI1: Also wenn du jetzt noch länger wartest, ist das Wetter zu schlecht und dann schaust du im Frühjahr in leere Kisten... Aber deine Entscheidung.


    NI: Also wenn ich das jetzt richtig verstehe: Wenn ich behandle ist es falsch, wenn ich nicht behandle, ist es auch falsch?!


    AI6: Also lesen und verstehen sind ja zweierlei...


    AI22: Mach mal eine Kontrollbedampfung!


    NI: Kontrollbedampfung?


    AI8: Herrgott - das die Leute nie die SuFu benutzen können!


    AI22: Ja, einmal mit OS bedampfen, dann nach 72 Stunden, was gefallen ist. Wenn unter 50 Milben, dann ist alles ok.


    NI: Gilt das auch für Ableger?


    AI4: Ich schaue immer nach 24 Stunden rein. Alles unter 30 Milben ist ok.


    NI: OK, es sind jetzt in 24 Stunden noch mal 2 Milben auf der Windel gewesen. Ich habe jetzt den Liebig Dispenser...


    AI5: Ist auch ein guter Weg, deine Völker zu killen. Erst mal schön alle Winterbienen platt machen!


    AI6: Naja, so kann ich wenigstens meine Ableger im Frühjahr verkaufen. Alle gut!


    Und so weiter und sofort..


    Es ist für Anfänger gar nicht so leicht, aus den vielen Meinungen jene herauszufiltern, die für die eigene Situation vielleicht die richtige ist :-)


    Grüße

    Ralf


    PS.: Ähnlichkeiten mit lebenden Forenteilnehmern sind rein zufällig und nicht beabsichtigt!

  • «Das hat man schon immer so gemacht» ist bei den Schweizern ein ganz tief verwurzeltes Prinzip

    :-) - na ja, das kann nicht so sein, das "immer" ist ja wohl relativ. Als ich das imkern angefangen haben gab es in Euopa noch keine Varroa, auch nicht in der Schweiz. Aber wenn Eurer schweizer Verband das so vorschreibt dann halte ich mich raus... ;-)


    Als die Varroa dann kam, hatte zunächst eine Behandlung im Jahr (Winter) genügt und die Völker hatten mit über 4000 Varroen überlebt, damals wurde als Schadschwelle als 10% propagiert.


    Dann wurden die Bienen empfindlicher und man hat propagiert das zusätzlich eine Sommerbehandlung nicht schaden würde und die Schadschwellendefinition wurde herabgesetzt.


    Jetzt werden schon 2 Sommerbehandlungen propagiert. und die Schadschwelle ist momentan oft schon als 2% definiert (aber bei 2 Varroen pro Tag?).

    Ich habe ja kein Problem wenn jemand im September behandeln muss, aber dann bitte nicht mit AS, nehmt OX oder ähnlich weniger aggressive Mittel. Ist denn in der Schweiz nur AS zugelassen?


    Bitte versteht mich nicht falsch, aber ich frage Euch, wo soll das hinführen? (Ich habe das mich schon vor 15 Jahren gefragt...)


    Jahr für Jahr habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich keine Herbstbehandlung durchführe, aber bislang haben mir die ausbleibenden Verluste Recht gegeben.

    Na ja, da gibt es einen schmalen Grad. Nur weil die Völker überleben heißt es ja nicht das die Varroabehandlung notwendig gewesen wäre. Aber es heißt auch nicht das die Behandlung im September geschadet hat. (Da geb ich Dir recht...) Welcher Weg risikoreicher ist, weis keiner und wurde auch noch nie untersucht. Ich bin aber der Meinung das eine unnötige Varroabehandlung, spät im jahr, auch ein erhebliches Risiko darstellt, vor allem behandeln mir AS. (Wem ist noch nie eine Königin ausgefallen nach einer AS Berhandlung?)


    Ich bin da voll bei luffi , Varroalast messen und behandeln nur falls notwendig und das Problem züchterisch angehen...


    Ich wünsch Euch noch einen schönen Tag and diesem wunderschönen Septembertag... ;-) :-) (frei nach Heike...)


    Gruß

    Franz

  • FranzXR Du hast mich komplett falsch verstanden. :) Meiner Meinung nach ist bei den Schweizern ganz grundsätzlich das Prinzip «so wie bisher» tiefer als bei anderen Völkern verwurzelt. Tagtäglich begegnet man überall dieser Haltung. Die Sache mit den 2 AS-Behandlungen und einer OX-Behandlung im Winter hat sich vor Jahren etabliert; daran wird in nächster Zeit nicht gerüttelt. Drohnenschnitt gehört natürlich auch zur Pflicht. Ich selber habe noch nie eine September-Behandlung durchgeführt. Bin halt ein Querschläger. ;) Mein schlechtes Gewissen (das ich erfolgreich Jahr für Jahr unterdrücke) rührt daher, dass mir mit diesen Warnungen immer wieder weisgemacht wird, ich würde falsch vorgehen. :)


    rall0r Herrlich! ^^ Ist allerdings auch überall so. Mein Lieblingsbeispiel, über das ich mal gestolpert bin: In einem Cocktail-Forum hat sich jemand, der mit Cocktails nichts am Hut hat, nach einem geeigneten Whisky für einen Manhattan erkundigt. War offensichtlich, dass es nur um einen einzigen Anlass ging. Zuerst kam eine Antwort, dann kam die Rückfrage: Hast Du Dir schon Gedanken über die Anzahl und die Grösse der Eiswürfel gemacht, auf denen Du Deine Manhattans rühren willst? :D Ab jenem Moment war der arme Fragesteller völlig verloren … 8o

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Mit dem Strom zu schwimmen ist immer einfacher als gegen den Strom. Das ist eine alte Lebensweisheit.

    Trotzdem erreichen wir den größten Fortschritt - zumindest auf vielen Gebieten - doch nur durch Querdenker und durch Gegen-den-Strom-Schwimmer.

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Meiner Meinung nach ist bei den Schweizern ganz grundsätzlich das Prinzip «so wie bisher» tiefer als bei anderen Völkern verwurzelt. Tagtäglich begegnet man überall dieser Haltung. Die Sache mit den 2 AS-Behandlungen und einer OX-Behandlung im Winter hat sich vor Jahren etabliert; daran wird in nächster Zeit nicht gerüttelt.

    Ich würd das nicht so grundsätzlich verteufeln. Liebefeld ist eng verbandelt mit dem BGD und den Verbänden. Wenn man dort was empfiehlt, muss dahinter das gesammte Bildungskonzept angepasst werden. Das macht man nicht von heute auf morgen und dafür muss alles top top belegt und vorbereitet sein. Und ein vernünftiges Bildungskonzept liegt schwerer, als die meisten, insbesondere hier im Forum, sich vorstellen können. Bereits das gegenwärtige Bildungskonzept ist genug schwer an die Leute zu bringen. Du musst vorstellen, wie es ist, Leute mit knapper Intelligenz in nem Kurs zu haben und denen ein Konzept zu indoktrinieren. Manchmal ist einfacher, wenn auch suboptimaler, dennoch besser über alles gesehen.

  • Vivajohn Ich verteufle das nicht. Ist nur eine Beobachtung, die ich in verschiedenen Situation wiederholt gemacht habe. Natürlich sehe ich ein, dass wir hier wohl einen typischen Anwendungsfall der 80/20-Regel haben, d.h. mit einem suboptimalen Konzept operieren müssen, um möglichst viele Imker dazu zu bringen, wenigstens dieses zu befolgen. Bin da ganz bei Dir (und habe hier ja auch schon empfohlen, sich einfach an ein Konzept zu halten, wenn man nicht genau weiss, was man tun soll). Aber es ist schon auffällig, dass bei uns der aktuelle Stand der Wissenschaft einem Stand entspricht, der in Deutschland offenbar schon längst überholt ist, wie es hier im Thread mal erwähnt worden ist.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Da ist etwas (weil es doch so pfui bäh ist?) verschwiegen worden!

    Der Gang zur Apotheke nämlich.

    Pfui bäh Streifen haben einen unschlagbaren Vorteil, da kann ma als Imker in Sachen Milben nix falsch machen.
    (ausser man erzählt das!)

    Duck und wech

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill