Varroabehandlung

  • Hallo,

    Ich habe noch Ende Juli zwei Ableger bekommen. MIR wurde gesagt ich bräuchte sie jetzt nicht mehr behandeln erst im Winter Oxalsäure träufeln. Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste. Ich habe vor 3 Tagen die Windeln eingeschoben und heute kontrolliert. Bei dem stärkeren Ableger keine Milbe dafür aber 2 Ameisen die da rumwuselten. Bei dem etwas schwächeren Ableger waren es 9.

    Ich bin mir jetzt nicht sicher ob der stärkere Ableger wirklich keine Milben hat oder Die Ameisen nur eine gute Futterquelle gefunden haben. Soll ich nochmal mit der Windel schauen oder lieber eine andere Methode ausprobieren ? Puderzucker ? Der schwächere Ableger nimmt das Futter auch nicht so schnell ab wie der andere. 2,5 kg Zucker 1 zu 1 braucht der Stärke 2 Tage und der andere 4

    Mit dem Auffüttern bin ich aber fast durch.

    Behandeln würde ich mit Nasenheider pro die Rähmchenversion

    LG

    Chris

  • Moin Chris. Wurden die Ableger vom Ersteller nach der Bildung (brutfrei) mit MS oder OX behandelt? Das wäre erstmal die Grundvoraussetzung dafür, jetzt evtl. nicht behandeln zu müssen und bis zur Winterbehandlung warten zu können.

    3 Milben pro Tag (9 in 3 Tagen) ist für einen Ableger noch grenzwertig, würde ich sagen. Im Oktober sollten es nicht mehr als 10 pro Tag sein. Davon ausgehend, dass sich die Milbenpopulation bis Mitte Oktober noch verdoppelt, wären das also ca. 6 bei Dir. Was die Ameisen weg getragen haben, weiß aber niemand. Wenn du dir unsicher bist, kann die PZM sicher nicht schaden.


    Ich selbst hatte im letzten Jahr ebenfalls 3 Ableger, die bei Erstellung mit MS behandelt wurden und um diese Zeit dann einen nat. Milbenfall von 2-3 Milben pro Tag hatten. Habe daraufhin bis zur Winterbehandlung mit OX-Träufelung gewartet und es haben alle überlebt.

    Allerdings habe ich keine Langzeiterfahrung, da ich auch erst seit knapp anderthalb Jahren dabei bin und erst einen Bienenwinter durch habe - kann also auch Glück gewesen sein. ;)

  • ja die sind mit Oxalsäure behandelt worden. Hab die vom 2. Vorsitzenden bei uns im Verein mit eigener Königinnenzucht usw. Peschetz Insel Nachzuchten.

    Ich werd mal am Wochenende noch die Puderzuckermethode ausprobieren dann hab ich wenigstens Ruhe

  • Mal eine Frage zum Nasenheider pro Rähmchenversion.


    Gibt es dazu Erfahrungsberichte? Aktuell wird ja immer über die Nassenheider prof. Version
    gesprochen.
    Bin aktuell noch Anwender des Schwammtuchs, überlege aber nächste Saison zu wechseln.


    Verwende 12er Dadant mod und beim Nasenheider pro Rähmchenversion wäre ja die Anwendnung im Brutnest, ich müsste nicht extra eine Leerzarge aussetzten, wie beim Nassenheider prof.

  • ja die sind mit Oxalsäure behandelt worden.

    ... Nach der Erstellung, denke ich. Messen ist besser als spekulieren - völlig richtig. Aber nicht kirre machen lassen; denn es fallen nicht gleichmäßig kontinuierlich Milben. Da gibt's schon mal Häufungen und dann wieder tagelang nix. Und dass Ameisen tote Milben wegtragen, halte ich für eher unwahrscheinlich.


    Berichte mal über die Zählung!

  • Gibt es dazu Erfahrungsberichte?

    Ich habe Erfahrungen mit dem Nassenheider im Rähmchen, zusammen mit dem blauen Vliestuch.

    Die sehen wie folgt aus:

    • Ich hänge immer an die Beutenwand, weg vom BN.
    • I.d.R. gehen die Völker aus der Brut, räumen aber keine Zellen aus.
    • Totenfall an Bienen hält sich absolut in Grenzen, selbst als es die Tage hohe Temperaturen hatte.
    • Bisher keine Königinnen verloren (toi, toi, toi).
    • Ich überprüfe nach 24-48 Stunden die Verdunstungsmenge und korrigiere ggf. die Dochtgröße. Denn:
    • Die Dochtgrößen sagen nur bedingt etwas darüber aus, wie viel sie durchleiten. Ich habe kleine Dochte mit 30ml/Tag, ich habe mittlere Dochte mit 20/ml am Tag.
    • Deswegen fange ich IMMER mit dem kleinen Docht an und kontrolliere dann (s.o.)
    • Der Behandlungserfolg war bisher so, dass ich keine Völker über den Winter verloren habe. Aber ich habe viel zu wenig Winter geimkert, um diese Aussage als repräsentativ gelten zu lassen.

    Ich persönlich ziehe den Nassenheider im Rähmchen jenem mit der Wanne (Prof.) vor, und zwar aus folgendem Grund:


    • Man muss das Beutenvolumen zur Unterbringung nicht vergrößern, es bedarf keiner zusätzlichen Zarge. Es gab Untersuchungen, die belegen, dass mit größerem Leervolumen der Beute die Wirksamkeit der AS nachweislich nachlässt. Jens Radkte verweist in seiner Doktorarbeit darauf.
    • Der Verdunster ist ein Ende weg von der Brut und damit auch von der Königin. Wenn es also zu irgendeiner Art von "Stoßverdunstung" kommt, dann passiert das nicht unmittelbar an/in der Brut. Wenn man den NH-Prof auf die Oberträger über das BN stellt, sieht das schon ganz anders aus.
    • Wenn der Nassenheider aus irgendeinem Grund tropfen sollte (undicht, Temperatur zu niedrig etc.), dann tropft es aus dem Rähmchen durch das Bodengitter auf den Varroaschieber, aber nicht auf eine eventuelle Bienentraube darunter.
    • Wenn in der Nacht die Verdunstungsmenge über das Vlies temperaturbedingt nachlässt, dann sammelt sich u.U. in dem Prof. eine Pfütze, welche dann, wenn tagsüber die Temperatur schnell ansteigt, zu einer kurzfristig hohen AS Konzentration unmittelbar in BN-Nähe führt. Bei der Rähmchenvariante verdunstet die gesammelte AS zwar auch, allerdings hat selbige sich auf der Windel gesammelt, ist dabei möglicherweise abgelaufen oder hat sich auf der Windel verteilt oder unter dem Rähmchen gesammelt und verdunstet dann ggf. auch BN fern stoßweise.
    • Die Verdunstungsfläche ist bei der Rähmchenvariante größer - beide Seiten des Vliestuch hängen frei. Beim Prof liegt eine Seite in der Wanne. Wenn man an ein nasses Handtuch denkt, und es einmal auf eine Wäscheleine aufhängt und einmal auf einen Fliesenboden legt, dann wird das Trocknen auf der Leine wohl schneller vonstatten gehen, was auf eine bessere Verdunstung hinweisen sollte. So verhält es sich m.E. auch mit dem Nassenheider Horizontal.

    Das wären so meine wesentlichen Punkte zum Thema :-)

    Grüße

    Ralf

  • Chrisbee : Leider ist Dein Profil leer. Mglw. stehen Deine Bienen dort, wo bienen- und v.a. brutschonende Behandlungsmethoden zugelassen sind, konkret das Sublimieren ("Bedampfen") mit Oxalsäure. In D ist nur das Besprühen mit OX bzw. MS zugelassen - fachgerecht angewendet (MS nach 1 Woche zwingend wiederholen!) schädigt das ebenfalls nicht die Brut, wirkt aber auch nicht auf die in der Brut sitzenden Milben -> zu wiederholen.

    Ohne Blick in den schwächeren Ableger ist es kaum zu beurteilen:

    - warum der Milbenfall vergleichsweise so hochgestiegen ist

    - ob eine brutschädigende AS-Behandlung jetzt angezeigt ist und

    - wann das Wetterfenster dafür an Deinem Standort passt


    Für D kannst Du hier Deine PLZ eingeben:

    http://www.dlr.rlp.de/Internet…=D2KEU5C709&p4=XJPZBV4849


    Bitte bedenke: Jetzt werden die Winterbienen aufgezogen


    Nach meinen Beobachtungen verfälschen Ameisen das Windelzählergebnis nicht. Du kannst es selbst überprüfen: Täglich 1 x oder sogar früh + abends Milben auf der Windel mit dem Fingenagel flachquetschen (der fehlende Knacks unterscheidet sie beim Auszählen i.d.R. von frisch gefallenen Milben) und in geometrischen Zählmustern (z.B. 2er-Reihe in 10er Gruppen) ablegen/anordnen und 12/24h später Veränderung des Zählmusters überprüfen. Mglw. gerät das Zählmuster etwas durcheinander durch Windböen oder Insektenflugbewegung. Aber Quetschmilben fehlen zumindest hier so gut wie nie.

    Die Schadschwellen sind nur grobe Richtwerte und müssen immer im Zusammenhang mit der Volksstärke und dem Anteil an Brut gesehen werden, wo die Milben noch unentdeckt untergekrochen sind. Zur Populationsschätzung:

    https://www.bienenjournal.de/f…sstaerken-genau-erfassen/


    RoWa Bielitz : Für einen Ableger, noch dazu einen schwachen, ist die Schadschwelle von 10/Tag jetzt oder gar im Oktober viel zu hoch. Im September sollte sie bei 1/Tag liegen, m.E. eher noch niedriger:

    https://www.bienenjournal.de/fachberichte/kopf-hoch/

  • Hallo,


    ich klinke mich nochmal in die Diskussion ein. Vorneweg: Meine Information aus dem Imkerkurs ist, dass die Schadschwelle im September bei 5-10 Milben liegt und dann dringend behandelt werden muss. Richtig? Das wollte ich mir überprüfen und mir bestätigen lassen.


    Bei meinen vier Völkern sieht es aktuell folgendermaßen aus:

    - Volk 1: Ableger ist 2017, mittlerweile Wirtschaftsvolk: 6 Milben in 2,5 Tagen gefallen, also 2,4 Milben pro Tag.

    - Volk 2: Ableger aus 2017, mittlerweile Wirtschaftsvolk: 7 Milben in 2,5 Tagen gefallen, also 2,8 Milben pro Tag.

    - Volk 3 ist ein schwächelnder Ableger. Der wurde in einem anderen Thread behandelt. Bei dem hoffe ich, dass ich ihn durchbekommen.

    - Volk 4: Ableger aus 2018: 5 Varroen in 2,5 Tagen gefallen, also 2 Milben pro Tag.

    - Volk 5: Ableger aus 2018:5 Varroen in 2,5 Tagen gefallen, also 2 Milben pro Tag.


    Zurück zur Frage: Bei diesen Befallswerten besteht gemäß meiner Einschätzung kein Handlungsbedarf. Sehe ich das richtig?


    Vielen Dank im Voraus für die Unterstützung.