Versuch buckelbrütiges Volk zu vereinen

  • rase
    :thumbup: das ist genau auch einer der Gründe, warum ich mich hier angemeldet habe.

    Hat ja auch schon in einigen Fällen, durch gute Beiträge für mich geklappt. Dafür bin ich auch sehr dankbar, zumal ich keinen Imkerpaten an meiner Seite habe und mir alles, auch mit Unterstützung hier aus diesem Forum erarbeiten und anlesen muß.

    Meistens klappt es ja auch. Vieles kann ich mir auch aus anderen Beiträgen anlesen, wenn ich sehe, dass andere User ähnliche Probleme in gleicher Sache haben.

    Nochmals allen, die hier ihr Wissen geduldig an uns Neulinge weitergeben, meinen herzlichsten Dank.

    Gruß
    Bernhard

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Der Meinung das Afterweisel sehr wohl fliegen können, teile ich voll und ganz.

    Ich hatte bei mir im Garten Bienen stehen. Als eines der Völker drohnenbrütig war,.habe ich das im Garten abgeschüttet. Bei der Gartenarbeit konnte ich dann langsam beobachten, wie nach und nach die Bienen in die anderen Völker verschwanden. Was am Ende blieb waren ein paar tote Bienen. Die waren aber nicht verklammt. Daraus schliesse ich, dass die sehr wohl fliegen können. 15 Meter weiter war in den verbliebenen Völkern an den Fluglöchern das entsprechende getöse.

    Ich gehe davon aus, dass die Torwache hier die Guten von den schlechten trennt.

    Daher kursieren auch die unterschiedlichen Entfernungsangaben.
    Je weiter man weg geht von den zufliegenden Volk, desto mehr verteilt sich die Bienenmasse und die Torwache wird nicht überrollt. Das hängt naturlich auch von der Größe und der Verteidigungbereitschaft des aufnehmenden Volkes ab.


    Zum Glück sind drohnenbrütige Völker bei mir selten geworden. Wabenabgleger erhalten nach vier Wochen eine neue Brutwabe oder Wirtschaftsvölker nach der dritten Kontrolle ohne Stifte. Den Rest machen meine Damen dann von alleine.

  • Die einzige Möglichkeit eine Afterweisel zu identifizieren,ist wohl sie beim Legen zu erwischen.

    Das scheint noch niemendem gelungen zu sein. Ansonsten bräuchte man diese ja nur zeichnen, um dann herauszufinden, ob sie fliegen können oder nicht.

    Des öfteren habe ich ein junges Volk ohne Fluglochwache vor dem Abfegen an die Stelle des Drohnenbrütlers gestelt. und das hat bisher immer geklappt.

    Meine Theorie ist, das Bienen harmoniesüchtig sind und wenn es zu einem Bruch (Entfernen der Drohnenbrut und Abfegen) kommt, diese freudig eine echte Königin annehmen.

    Hieißt: Nicht die Afterweisel sind entscheidend, sondern die Auflösung einer Illusion im drohnenbrütigem Volk.

  • Ich bin immer bemüht zum Ende des Jahres nur starke Völker am Stand zu haben.

    Trotzdem kommt es vor, das ich dann doch mal Einheiten habe, die sich nicht ausreichend schützen können; sei es eine spät eintreffende Königin oder oder oder.

    Dronenbrütler sind letzlich kein Volk, sondern ein Haufen Flugbienen, die als solche prima geeignet sind, als Wächter oder Sammlerinnen solche schwache Einheiten zu ergänzen bzw. zu verstärken.

    In dieser Weise nutze ich sie, sollte ich sie dummerweise haben.

  • Aus meinem brandgefährlichen Halbwissen mal 2 Theorien mit der bitte um Kommentierung:


    Afterweislerinnen können fliegen (nach dem Abfegen) und schmuggeln sich an den Wachen eines intakten Ablegers vorbei


    1.: Sie stechen meine gute Königin ab und nun ist auch das Volk in Gefahr

    2.: Sie merken, dass in diesem Volk alles i.O. ist und legen ihre Arbeit als "Afterweislerinnen" ab.

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Guten Morgen zusammen,


    ich habe ich etliche drohnenbrütige Völker abgefegt. Manchmal klappt das ganz easy und manchmal könnte ich die Kiste umtreten...

    Bei Problemen mit der Begattung von kleinen Ablegern im Mai/Juni stecke ich gern eine Unbegattete unter Teigverschluss in die neue Kiste und die abgefegten Bienen nehmen die neue Königin sicher an.

    Dieses Jahr hatte ich vermehrt Probleme an einem Stand. Da sind von etwa 15 Mai-Ablegern 7 oder 8 drohnenbrütig geworden. Davon haben mir 3...4 echt Sorgen bereitet. Zwei habe ich einfach aufgelöst und mit einem Mickerling doktere ich immer noch herum.

    Edgrr Wahrscheinlich sind beide Theorien richtig. Es kommt halt immer auf die Gegebenheiten an. Ablegergröße, Königinnenqualität, Volksharmonie usw.


    Gruß Jörg

  • Hallo zusammen,

    Ich hatte im zeitigen Frühjahr auch ein Drohnenbrütiges Volk, ein befreundeter Züchter gab folgenden Rat. Auf den Boden eine andere Zarge, da ein paar Futterwaben, zwei ausgebaute Mittelwände und eine Brutwabe aus einem anderen Volk. Auf der Brutwabe sollte sich Brut in allen Stadien befinden, an diese Brutwabe habe ich eine von ihm erhaltene Königin im Zuckerteigverschluss gehangen. Danach das Volk in gut 60m Entfernung abgefegt. Der Züchter vertritt die Meinung, wenn eine vollwertige Königin und Brut vorhanden sind, dann stellen die Afterweiseln ihre Tätigkeit wieder ein. Bei meinem Volk hat es ohne Probleme funktioniert.

    Gruß Franz

  • Die Hemmung der Entwicklung der Ovarien bei den Arbeiterinnen erfolgt durch Königinnenpheromon und auch durch Pheromone von offener Brut :u_idea_bulb02:

    Man kann sie auch sanieren durch ca wöchentliche Zugabe einer frischen Brutwabe, ab ca Woche 3 bis 4 ziehen sie nach.

    Hab ich selbst so noch nicht getan, mir wäre das zuviel Material und Zeit im Vergleich zum Auflösen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Intakten Ableger aufsetzen, weisel wird durch ihre Töchter geschützt, nach 1-2 Woche legen die Afterweiseln unten nicht mehr und die unteren Brutwaben können verdrckelt in den Schmelzer. Die 4 Ablegerwaben nach unten. Funktionierte im August mit Kielern und im Frühjahr mit den Ablegern. Alte Weiseln gehen auch mal ein über Winter. So wird der Ableger schneller reif für den Honigraum.

  • Es gibt ein Referat (1968) von Prof. Hüsing vom zoologischen Institut der Universität Halle. Publiziert 1968 von der Lehr- und Forschungsanstalt für Bienenzucht Tälermühle. VVB Tierzucht.

    J. Bauer


    Titel: Versuche zur Frage der Heilbarkeit von buckelbrütigen Bienenvölkern.


    Unter 1. "Die Heilung von buckelbrütigen Bienenvölkern durch Zusetzen einer neuen Königin" werden Versuche geschildert, bei denen die neue Königin gleichzeitig mit Alkohol/Primasprit und Pflanzenextrakten einem buckelbrütigen Volk zugesetzt wird. Es wurde 15 bis 20 ml Primasprit verwendet. Die Methode hat sich offensichtlich nicht durchgesetzt, ich habe mit Ausnahme dieser Publikation nie etwas davon gehört.


    Interessant sind aber die in diesem Zusammenhang ermittelten Vorgänge in einem drohnenbrütigen Volk.


    Die sogenannte Inkubationszeit, d. h. die Zeit in der nach einem Verlust der Königin eierlegende Arbeitsbienen auftreten, schwankt zwischen 7 und 45 Tagen im Durchschnitt beträgt sie ca. 23 Tage.

    die kurze Inkubationszeit von 7 Tagen trat bei Völkern auf, die keine Brut hatten und bei denen die Königin beim Begattungsflug verloren ging.

    Die langen Inkubationszeiten traten bei Völkern auf, die viel und vor allem auch junge Brut hatten und bei denen die legende und intakte Königin entfernt wurde.

    Es wurden bei ca. 15% der Arbeiterinnen Ovarien mit legereifen Eiern gefunden.


    Die Rückbildung der Ovarien bei Drohnenmüttern nach Zusetzen einer neuen Königin geht relativ schnell. Nach ca. 6 Tagen wurden nur noch einzelne Drohnenmütter gefunden, nach 10 Tagen keine mehr.


    Die Flugfähigkeit der Drohnenmütter ist nicht eingeschränkt und die Drohnenmütter kommen problemlos durch ein Absperrgitter. Bei Versuchen wurden bei 10% der zurückgeflogenen Bienen aus abgekehrten Völkern Ovarien mit legereifen Eiern gefunden.


    Die Weiselunruhe, die nachdem Verlust der Königin auftritt hört auf, wenn sich legende Drohnenmütter gebildet haben. Die Völker sind dann ruhig.


    Ich habe auf drohnenbrütige Völker schon über ein bienendichtes Sperrgitter Ableger oder Begattungskästchen mit eigenem Flugloch aufgesetzt, das Sperrgitter nach ca. 10 Tagen entfernt und die Völker vereinigt. Die Königinnen haben fast immer überlebt. Im Frühjahr bringt die Sache etwas, das drohnenbrütige Volk unterstützt den Ableger beim Brutgeschäft. Im Spätherbst bringt's nicht viel, da die Bienen aus dem drohnenbrütigen Volk doch meistens alte Tanten sind, die dann den Winter nicht überstehen.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Vielen Dank!


    Das passt ja zur Aussage, dass nicht nur das Pheromon der Königin hemmt, sondern auch die Brut.


    Nachschwärme können ja bekanntlich schnell drohnenbrütig werden oder Begattungseinheiten.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ok, danke für die Antworten.

    Jetzt mal noch abwarten, das Volk macht für mich im Moment einen normalen Eindruck.

    Werde am Freitag oder Samstag mal richtig rein schauen, dann ist eine Woche vorbei.


    Ich hoffe das alles gut geht :|

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)