Segeberger Beute Brutraum auf einer Zarge

  • Hallo!


    Ich bin auf der Suche nach Tipps oder einem Buch zur o.g. Betriebsweise.


    Jetzt habe ich hier schon einiges zu dem Thema gelesen, aber es bezog sich auf Zander. In einem weiteren Thread ging es um mein Maß, aber hier gabs nicht viele Beiträge.


    Da ich bisher kein ganzes Bienenjahr mitgemacht habe, fehlen mir noch einige Informationen, die ich mittels Forum bzw. Buch aufholen möchte.


    1. Benötige ich ein Schied, oder nicht? Das wurde in beiden Threads angesprochen, aber so richtige Gründe für und wider verstehe ich noch nicht. Das Schied sorgt dafür, dass ich das Brutnest einenge, die Brutwaben voll mit Brut werden und kein Honig ins Brutnest eingelagert wird. Nach und nach gebe ich mehr Brutraum frei, der für Brut aber nicht für Honig verwendet wird, richtig? Verhindert es gleichzeitig einen virtuellen Brutraum im 1. Honigraum?


    2. Sollte ich (ohne Schied ?) einen 1/2er Honigraum aufsetzen und den Bienen dauerhaft lassen, damit sich das virtuelle Brutnest auf diesen HR beschränkt? Eigentlich sehe ich den Vorteil an DNM darin, ein einheitliches Rähmchenmaß zu haben.


    3. Warum sollen Brutwaben in den Honigraum gehangen werden? Das habe ich ebenfalls in den verlinkten Threads gelesen. Verhindert das die Schwarmstimmung? Wird das gemacht, wenn man keine Ableger machen möchte, oder geht es darum, die Bienenmasse im Volk zu erhalten? Eigentlich will ich kommendes Jahr mindestens 4 Ableger machen, weil ich von 2 auf 6 - 8 Völker kommen möchte, daher ist das zumindest im 1. Jahr kein Problem für mich.


    4. Der Übergang vom Überwinterungssetup zum Schied ist mir nicht ganz klar (wie gesagt, ich habe noch kein volles Jahr). Komme ich im März eh so raus, dass die meisten Futterwaben leer sind, und ich nur wenige Waben mit Brut habe, die ich dann vor das Schied setze?


    Naja, wie gesagt, ich bin jetzt auf der Suche nach Infos, wie ich das im kommenden Jahr machen soll und bin für Tipps dankbar!


    Beste Grüße


    Paul


  • 1. Benötige ich ein Schied, oder nicht?

    Das wäre nur bei sehr mikrigen Völkern im Frühjahr sinnvoll.

    Ansonsten ist das Volk auf einem Brutraum eng genug gesetzt.

    Sollte ich (ohne Schied ?) einen 1/2er Honigraum aufsetzen und den Bienen dauerhaft lassen,

    Das Problem verstehe ich jetzt nicht. Eine Brutraum heisst ja nicht, dass die Völker außerhalb der Trachtzeit nur auf einer Zarge geführt werden. Ist das Volk nicht allzu schwach, wird es auf zwei Zargen überwintert, Halbe Räume sind da nicht geeignet, weil man dann evtl. bebrütete Halbrähmchen hat, und das Volk dann nicht auf eine Vollzarge eingeengt werden kann (bzw. nur mit Wildbau unter den halben Rähmchen). Halb- oder Flachzargen also nur als Honigraum, nicht zu Überwinterung.

    Warum sollen Brutwaben in den Honigraum gehangen werden?

    So was soll man nicht und macht man auch nicht, da leidet die Honigqualität.

    Der Übergang vom Überwinterungssetup zum Schied ist mir nicht ganz klar (wie gesagt, ich habe noch kein volles Jahr).

    Wie gesagt kein Schied. Falls Du auf zwei Zargen überwinterst, wird das Volk im Frühjahr auf eine Zarge eingeengt. Später kommen die Honigräume drauf.


    Mir scheint, Du bringst hier verschiedene Betriebweisen durcheinander.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • 1. Benötige ich ein Schied, oder nicht?

    Ist vermutlich Geschmackssache. Ich habe es mitunter verwendet, einfach weil mein innerer Monk es aufgeräumter fand.



    2. Sollte ich (ohne Schied ?) einen 1/2er Honigraum aufsetzen und den Bienen dauerhaft lassen

    Habe ich nicht gemacht, und war auch kein Problem.

    Die Begriffe "Honigraum" und "lassen" bringe ich vor allem damit in Verbindung, bei der Honigernte dem Volk genug Reserven da zu lassen und nicht alles zu ernten.


    Eigentlich sehe ich den Vorteil an DNM darin, ein einheitliches Rähmchenmaß zu haben.

    Ja. Aber das gilt auch für Zander oder Langstroth, im Unterschied zu DD oder DNM 1,5, wo im BR große Waben und in den HRen kleine Waben zu finden sind.

    Hier musst du aufpassen, welche Betriebsweise du eigentlich meinst.

    3. Warum sollen Brutwaben in den Honigraum gehangen werden?

    Das wird ab und an empfohlen, wenn die Bienen den HR nicht annehmen. Das zieht dann wohl die Bienen nach oben.

    Ich habe bisher auf solche Maßnahmen verzichtet. Wenn die Bienen nicht hochgehen, dann ist das Volk vermutlich noch zu schwach oder der Raum zu groß.

    4. Der Übergang vom Überwinterungssetup zum Schied ist mir nicht ganz klar

    Du winterst mit zwei Zargen DNM 1.0 ein.

    Die Brut sitzt unten, Futter oben drauf. Die obere Zarge ist vermutlich ein HR aus dem Sommer, zur Auffütterung drauf gesetzt.

    Das Volk zehrt sich im Winter von unten nach oben.

    Im Frühjahr sitzt es dann in der oberen Zarge.

    Die untere Zarge ist weitestgehend leer und wird weggenommen, das Volk sitzt jetzt wieder einzargig.

    Wabenhygiene ist somit im Spätsommer erfolgt - alles schön.


    Du möchtest mit dem angepassten Brutraum arbeiten, wie es auch die DD Imker machen.

    Deswgen wäre mein Tipp, in diese Richtung zu recherchieren ("Imkern mit dem angepassten Brutraum").

    Da gibt es ganz viel Literatur, Forumsbeiträge, YT-Videos etc.


    Die Kiste, in der man das dann umsetzt, ist dann erst mal nachrangig.

  • Das wird ab und an empfohlen, wenn die Bienen den HR nicht annehmen. Das zieht dann wohl die Bienen nach oben.

    Das sollte aber bei einem Brutraum DNM kein Problem sein. Ich habe noch nie erlebt, dass da ein Volk den Honigraum nicht angenommen hat. Solche Probleme hat man nur bei zwei Bruträumen.

    Ist vermutlich Geschmackssache.

    Eher eine Sache des Platzes. In einer Segeberger sind 11 Waben. Was will man da noch schieden - außer bei kleinen Völkern im zeitigen Frühjahr? 6 bis 9 Waben werden in der Regel bebrütet, wenn das kein Mickerling ist. Dazu Baurahmen und evtl. eine Pollenwabe. Dann ist gerade noch Platz für das Schied.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

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  • WFLP ich bin jetzt mobil unterwegs, da klappt das mit den Zitaten nicht.


    Das Problem verstehe ich jetzt nicht. Eine Brutraum heisst ja nicht, dass die Völker außerhalb der Trachtzeit nur auf einer Zarge geführt werden. Ist das Volk nicht allzu schwach, wird es auf zwei Zargen überwintert, Halbe Räume sind da nicht geeignet, weil man dann evtl. bebrütete Halbrähmchen hat, und das Volk dann nicht auf eine Vollzarge eingeengt werden kann (bzw. nur mit Wildbau unter den halben Rähmchen). Halb- oder Flachzargen also nur als Honigraum, nicht zu Überwinterung.“


    In den von mir verlinkten Thread (finde ich grade nicht wegen Mobil) wurde über den Brutraum mit ASG ein 1/2 HR aufgesetzt. Dadrüber ein „echter“ HR in Ganzzarge. Der Gedanke war, die Bienen legen im 1/2er ein virtuelles Brutfeld an, was aber nicht so schlimm ist, wie in einer Ganzzarge. Diesen 1/2 HR würde man frühestens mit der letzten Schleuderung abnehmen. Dadurch hätten die Bienen Reserven z.B. nach dem Raps und man müsste nicht in Trachtlücken füttern.

    Natürlich würde das mit einer Ganzzarge auch gehen, aber hier ließen sich nur die Randwaben gut Schleudern.

    Zur Überwinterung würde man -so wie ich es verstanden habe- den 1/2er mit ASG Überwintern oder zumindest mit ASG auffüttern.


    Auf der einen Seite klingt das nachvollziehbar, auf der anderen Seite bedeutet es zusätzliches Material in anderem Format.


    Daher meine Fragen.

    Zitat
  • Hallo PaBa ,


    wenn Du Buchtips suchst, siehe hier:Gedankenspiel - Trogbeute / Einraumbeute für nächstes Jahr

    Da habe ich einmal Buchtips zu drei grundverschiedenen Betriebsweisen gegeben... - natürlich gibt es für jeder Richtung auch noch dutzende von anderen Büchern...

    Diese Bücher sollten dir einen groben Überblick über die heute häufig verwendeten Betriebsweisen geben - so als Start sind die gut. Die von Dir verlinkten Threads sind weniger hilfreich, da sie für erfahrenere Imker sind. Das heißt, sie diskutieren Details und dabei fehlen die Grundlagen die für Anfänger unerlässlich sind.


    Gruß

    Franz

    Dieser Beitrag wurde bereits 6 Mal editiert, zuletzt von FranzXR ()

  • Moin, moin,


    ich habe da immer ein Schied drin, in der Saison am Rande, da es sich besser ziehen lässt, als eine Wabe und dann der Raum zum Schieben da ist,,, Bei quadratischen Kisten geht das gut.

    Was ich aber wohl nie wieder probieren werde, ist 2räumig zu überwintern. Den Raum braucht kein Volk. Die sitzen dann im Frühjahr meistens zwischen den Zargen, und ich mache Kunstschwärme und will und brauche kein überschüssigen Futterwaben für Ableger.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • PaBa Ich habe dieses Jahr einige Wirtschaftsvölker in einem Brutraum Zander durch die Saison geführt. Zander ist ja nochmals ein Stück grösser als DNM. Ich konnte aber genau das beobachten, was hier oben schon beschrieben wurde: Die Völker waren nicht gerade stark und haben meiner bescheidenen Meinung nach von den etwas beengten Verhältnissen profitiert. Ich habe ihnen nur acht Brutwaben gegeben, damit ich leichter operieren konnte (ähnlich wie Clas): Schied raus, genug Platz zum Verschieben der Waben. In den Honigräumen hat sich das virtuelle Brutnest deutlich gezeigt, da gab es deutlich erkennbare Halbkreise mit leeren, geputzten Zellen.


    Da DNM kleiner ist, würde ich den vollen Brutraum geben oder so vorgehen, wie es Clas beschrieben hat, nicht weniger. Der Begriff Brutraum bedeutet übrigens: Raum für die Brut, nicht: gesamter zur Verfügung stehender Platz! Die Völker müssen immer genug Futter (immer über 5kg) in der Beute haben. Wenn im Brutraum alles voll Brut ist, benötigen sie eben einen Honigraum für ihre Futtervorräte, den man ihnen bis zum Ende der Saison belässt.


    Übrigens würde ich nicht nur aus diesem Grund generell halb hohe Honigräume verwenden. Diese haben auch noch weitere Vorteile: Der Rauminhalt verändert sich beim Aufsetzen nicht so extrem wie bei ganzen Honigräumen, was im Frühjahr von Vorteil sein dürfte; Ganzrähmchen kannst Du mit einer Radialschleuder nicht gut ausschleudern; das Heben und Tragen ist etwas rückenschonender.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).


  • 3. Warum sollen Brutwaben in den Honigraum gehangen werden? Das habe ich ebenfalls in den verlinkten Threads gelesen. Verhindert das die Schwarmstimmung? Wird das gemacht, wenn man keine Ableger machen möchte, oder geht es darum, die Bienenmasse im Volk zu erhalten? Eigentlich will ich kommendes Jahr mindestens 4 Ableger machen, weil ich von 2 auf 6 - 8 Völker kommen möchte, daher ist das zumindest im 1. Jahr kein Problem für mich.

    Moin,


    diesen Punkt hat der Kuden-Imker hier im Forum einmal ganz hervorragend erläutert:


    !!!Man hängt keine Brutwaben in den Honigraum!!!


    Durch das Hochhängen von Brut reißt man das Brutnest auseinander, und zwingt die Bienen, sich räumlich auszudehnen. Da die Bienen immer sehr genau wissen, warum sie wie und wo brüten ist das also schonmal doof. Das eigentliche Problem ergibt sich nun aber daraus, dass die Bienen die hochgehängte Brut schlechter wärmen können, da die Bienen ihr Brutnest eigentlich nur soweit ausdehnen, wie sie es wärmen können (siehe der Satz davor). In Folge schlüpft die Brut dort also erst später. Dieser spätere Schlupf erlaubt es nun aber den in der Brut sitzenden Varroamilben, eine weitere weibliche Milbe zu erzeugen !


    Brutwaben im Honigraum sind also nichts anderes als ein Varroamultiplikator ! Darüber hinaus erlaubt eine saubere und konsequente Trennung von Brut- und Honigwaben eine unkomplizierte Winterlagerung der Honigwaben.


    Was die Honigraumannahme angeht: Honigräume mit ausgebauten Waben geben, das ist viel attraktiver als nackte, kalte Mittelwände. Hat man nur nackte, kalte Mittelwände, geht's auch damit, dauert dann freilich etwas länger.


    Beste Grüße


    Peter

  • 1. Nein, die Segerberger ist gut genug isoliert.
    2. Nein, überwintern geht auch super auf einer Zarge. Ob du ganze Waben oder aber Flach/Halzzargen als Honigraum nimmst, ist deine Sache. Ich rate aber defnitiv zu Flachzargen, nur ein Mass bringt eigentlich keine Vorteile. Eine Volle Segeberger wiegt fast 40 kg!

    3. Das mach man nur für die Schwarmvehinderung nach Demare, wird aber nicht benötigt.

    4. Kein Schied.

  • Wieviel füttert ihr dann bei einräumiger Überwinterung ?


    Wie handhabt ihr das mit dem Futtervorrat bei der 1. Schleuderung ?

    Kompletten Honigraum mitnehmen und dann Honigraum mit unvollständig verdeckelten und nicht ausgeschleuderten und ausgeschleuderte Waben abends wieder drauf ? Oder am Stand gleich unverdeckelte Waben raus ? Oder 2 volle Honigwaben zurücklassen ? Dieser Punkt ist mir noch schleierhaft....

    DANKE

  • Wieviel füttert ihr dann bei einräumiger Überwinterung ?


    Wie handhabt ihr das mit dem Futtervorrat bei der 1. Schleuderung ?

    Kompletten Honigraum mitnehmen und dann Honigraum mit unvollständig verdeckelten und nicht ausgeschleuderten und ausgeschleuderte Waben abends wieder drauf ? Oder am Stand gleich unverdeckelte Waben raus ? Oder 2 volle Honigwaben zurücklassen ? Dieser Punkt ist mir noch schleierhaft....

    DANKE

    So ein Volk hat ganz schnell drei Räume drauf, ganzen Rauum abnehmen wenn er schleuderreif ist.

  • Eine Volle Segeberger wiegt fast 40 kg!

    11 mal 1,6 kg sind 17,6 kg. Wie kommst Du auf 40 kg?

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Ich will mal eben, weil mich das gerade mächtig juckt, folgendes einwerfen.

    sicher OT, aaaber,

    In DD......... wäre das alles nicht nötig!

    Kiste klein, Kiste groß....

    Es gibt nur eine Lehre, gaaanz sicher!

    Tschuldigung, macht ma weiter!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill