Bienen nehmen kein Futter ab.

  • Fremde Fehler beurteilen wir als Staatsanwälte, die eigenen als Verteidiger.

    (aus Brasilien)


    Das Fehler machen gehört nicht nur in der Imkerei einfach dazu. Imkern ist ein ständiges Lernen und Verbessern der eigenen Fähigkeiten. Und wenn man sich zu sicher und zu erfahren ist, dann passieren einem auch Fehler. Immer wieder! Manchmal auch die selben, die man schon mal gemacht hatte. Das Vergessen ist halt auch allgegenwärtig...


    Schlimm ist nur manchmal die Kultur des Diskutierens hier im IF.


    Aber von beiden Seiten!


    Den erfahrenen Imkern und den Neuimker. Es fällt einem als Erfahrener manchmal einfach schwer, ruhig zu bleiben. Vor allem dann, wenn man auf Beiträge antworten soll, die jegliche Achtung vor dem Bien und vor guter imkerlicher Praxis vermissen lassen. Wird die Antwort zu heftig, dann wird sich beleidigt in die Ecke verzogen.


    Etwas Achtung und respektvoller Umgang miteinander wäre allen Seiten angeraten. Vor allem aber Demut!

    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo zusammen ,

    zwei meiner Völker nahmen auf einmal kein Futter mehr ab , obwohl sie vorher wie alle anderen ziemlich Zeitgleich , immer in kleine Portionen Futter abnahmen und die Adamsfütterer ausschleckten ( die ersten Futtergaben sind bei mir immer Zucker 1:1 dann Apinvert ) .

    Nach der Honigernte alle Völker ein bischen Aufgefüttert , dann AS Langzeitbehandlung , dann wieder in kleinen Portionen aufgefüttert .

    Vor drei Wochen als die Fütterer wieder einmal leer wahren habe ich die zweite Varroabehandlung mit ApiLife Var gestartet , also Adamsfütterer runter , Behandlungssteifen wie immer diagonal

    versetzt auf die Rähmchen aufgelegt und den Fütterer mit rundem Aufstiegsdom ,

    Fluglochfern , aufgesetzt .

    Alles klappte super , und ich gab allen fröhlich eine kleinere Portion Apinvert dazu !! .

    Eine Woche später Kontrolle , zwei meiner Völker steigen nicht mehr auf , null, gar nicht mehr .

    Alle anderen das gewohnte Bild , sie nehmen das Futter ab .

    Mir schwante etwas , die Kundstoffabdeckung des Aufstieg`s abgehoben , und siehe da ,

    bei beiden Völker wahren Teile vom Apilife Var Streifen zu sehen .

    Ist mir noch nie passiert , weil ich immer darauf geachtet habe den Aufstieg frei zu halten , warum diesmal , wahrscheinlich Gedankenverloren dahingearbeitet !!

    Die Streifen versetzt und eine Spur Apinvert in den Dom gelegt , es dauerte einige Zeit ,

    jetzt wieder das gewohnte Bild .

    Die Bienen meiden die Behandlungssteifen , und fanden den direkt darüberliegenden

    Aufstieg nicht .

    Einen schönen Sonntag,


    Bertram

  • Der Aufstieg sollte aber nicht nur fluglochfern, sondern auch brutnestnah sein.

    Hast Du aber bestimmt gemacht.


    Gruss

    Ulrich

  • Mal eine ergänzende Frage:

    Können Völker auch "satt" sein, und deswegen kein Futter mehr abnehmen?


    Hintergrund:

    Habe ein paar Völker, die für sich genommen gut aussehen (Volksstärke, Varroabelastung, Königin vorhanden, etc.).

    Laut Kofferwaage können/sollten da ruhig noch 2-3 KG rein. Und so habe ich denen das bei dem warmen Wetter letzte Woche auch angeboten, dargereicht im Nicot-Fütterer.

    Nur findet eine Abnahme seeehr zögerlich statt, um nicht zu sagen "deutlich zu langsam".


    Platz hinsichtlich Wabenwerk ist noch, bei den Völkern handelt es sich um Ableger ebenso wie ein WV, die Ableger sind auch noch gut in Brut, das WV hat jedoch schon ordentlich eingeschränkt.


    Das verwirrt mich etwas.

    Grüße

    Ralf

  • Können Völker auch "satt" sein, und deswegen kein Futter mehr abnehmen?

    Ja, das können sie.

    In diesem Jahr haben Völker oft, bedingt durch das gute Wetter, noch ziemlich viel Brut und da kann es sein das ihnen die leere Wabenfläche ausgeht, dann wird eingelagert so wie Wabenfläche durch auslaufende Brut frei wird... ;-)

    Andere Möglichkeit ist das sie die Abnahme in der Nacht oder ganz aussetzen, wenn es zu kalt wird. Daher habe ich oft schon geschrieben, das man damit rechnen muss das sie kein Futter mehr abnehemen, nach dem ersten Bodenfrost im September... :-)

    Teilweise ist das Verhalten auch abhängig von der Bienenherkunft...

  • da kann es sein das ihnen die leere Wabenfläche ausgeht

    Platz haben die noch - dazu gibt es noch genug freie Wabenfläche.

    Aber ebend nicht unmittelbar in Brutnestnähe, sondern eher zu den Randwaben hin.


    Bodenfröste waren noch nicht, aber in Bodennähe sinken die Temperaturen schon auf so 2-3 Grad.


    Wäre es sinnvoll (oder geboten), Waben mit Leerraum ans BN ranzuhängen, damit sie dort noch einlagern können, oder sollte man einfach den Bienen vertrauen, Futtergeschirr abräumen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen?

  • Wäre es sinnvoll (oder geboten), Waben mit Leerraum ans BN ranzuhängen, damit sie dort noch einlagern können, oder sollte man einfach den Bienen vertrauen, Futtergeschirr abräumen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen?

    Nein, ich würde die Ordnung der Waben um diese Jahreszeit nicht mehr ändern. Solange sie das Futter langsam abnehmen, lass es drauf. Aber wenn es abgenommen ist, füttere bei dem betroffenen Volk nicht mehr nach. 2-3 Grad ist auch fast wie Bodenfrost...

    Kommt es denn auf die 2-3 Kg an? Hast Du so knapp kalkuliert?

    Evtl. ist das Volk etwas schwächer und es reicht.

    Du kannst ja bei einem Volk, das das Futter noch abnimmt, etwas mehr füttern und dann hast Du im Frühjahr Futterwaben die Du bei Bedarf umhängen kannst...

  • Einfach auf dem Stockzettel vermerken, dass wenig Futter im Volk gegeben wurde.

    Nach der Winterbehandlung bzw wenn das Volk in der oberen Zarge sitzt über Absperrgitter auf ein anderes starkes Volk mit genug Futter

    aufsetzen. (Methode Schwächlinge)

    Rechtzeitiges Teilen nach Witterung nicht vergessen.

    Im Winter passiert da erstaunliches und ich vermute bei etwas wärmeren Tagen tauschen sich die Bienen aus.
    Das funktioniert nicht, wenn das aufgesetzte Volk viel zu wenig Futter hat.
    Ich habe das aber nur einmal gemacht und es hat funktioniert.

    Ich wohne hier aber in einer gemäßigten Klimazone Deutschlands.

    Kann auch einfach Glück gewesen sein.

    Alles daher ohne Gewähr.

    :saint:

  • Selbst ich verschätze mich noch und werde überrascht.

    Hatte gut aufgefüttert und wähnte mich sicher.

    Gestern abend per Zufall an den Ständen vorbeigefahren, kurz die Lage gepeilt, im Working Dress.

    Und??? Ein Volk gefühlt 10kg leichter als vor 2 Wochen. Eben reingeguckt. Ist auch so. Nein, nicht geräubert. Zwei Futterwaben am Brutnest plus seitliche Randbereiche an zwei Brutwaben (mehr brauchte ich nicht angucken) ratzeputz leergefressen. Die Kränze drüber sind noch fett, und es ist eine Reserve da, aber nie und nimmer reicht das für den Winter.

    Also Eimer wieder drauf. Ich hab leider keine vollen FuWa mehr ;(;(;(.

    Die Jungkö aus diesem Jahr hatte so eine nette Brutpause eingelegt, tja, und nu hat se flächig ordentlich verdeckelte Brut angelegt. Und die hat nunmal Hunger...

    Vertrauen in die eigenen (auch langjährigen) Erfahrungen ist zwar gut, Selbstkontrolle aber noch wichtiger...von daher find ich das gut, wenn einer eher einmal zuviel als einmal zuwenig fragt/guckt/nervt.

    Am Ende vor ner stummen Kiste zu stehen, ist nur traurig und oft genug vermeidbar.

    Fragt weiter, Ihr Unsicheren.

  • Oh wie gut!

    Das hatte ich auch mal vor ein paar Jahren ganz unverhofft bei einem Volk ca 50m vor deren Haustür. Die kamen propper durch den Winter!

    Seitdem gibts auf dem Feld (übrigens das einzige weit und breit, der Landwirt hats wohl nur noch aus Hobby...) nur noch Getreide. Und brach liegts auch schonmal.

    Gelbsenf ist ansonsten eher selten hier.