Nashornkäfer, überleben die ein Umsetzen des Komposts um diese Zeit?

  • Wir haben hier (in unserem 'Ferngarten', nördliches Brandenburg) mehrere Kompostsilos, die schon seit etlichen Jahren nicht umgesetzt worden sind. Jetzt habe ich endlich den größten davon in Angriff genommen: zwei Abteile, jedes mehr als ein Kubikmeter. Und in der Erde habe ich schon ein Dutzend großer, kastanienbrauner Nashornkäfer gefunden. Die meisten Weibchen, aber auch zwei Männchen mit Horn. Und ein halbes Dutzend orangefarbene Puppen des Nashornkäfers, männliche und weibliche. Und eine fingerdicke Käferlarve.


    Ich frage mich, ob die Käfer das bis zur nächsten Brutsaison (kommenden Juni?) überleben, wenn ich sie jetzt alle ausgrabe. Und ob der frische Kompost, auf dem Eimerweise faule Äpfel sind, dazu Grasschnitt und Eichenstreu, ob der überhaupt ein geeigneter Lebensraum ist? Am Rand habe ich schon einige Schaufeln Erde vom alten Kompost draufgetan und die bisherigen Käfer sich dort vergraben lassen.

    Aber die Apfelbäume hängen voll, es werden noch viele Eimer Fallobst folgen. Und ich hatte gehofft, dass ich es schaffe, dass sich der Kompost im inneren erhitzt. Ob das für die Käfer und die Larven in der Erde am Rand ein Problem ist?

    Verflixt, diese Käfer gelten im Garten ja schon als etwas rarer Fund, und ich habe wahrscheinlich dutzende. Wäre schade, wenn ich jetzt mehrere Generationen auslösche.


    Ich hatte gelesen, dass die sich in der Erde eine Art 'Kapsel' machen, in der die Käfer im Frühjahr schlüpfen. Rauskommen würden sie aber sehr spät, erst Ende Mai oder im Juni. Ich habe an einigen Erdbrocken glatte, eiförmige Hohlräume in der Erde gefunden. Das könnten solche Käferkapseln gewesen sein. Aber ich habe auch Käfer direkt von verdichteter Erde umschlossen gefunden. Die sind erstmal starr, aber nach kurzer Zeit beginnen sie sich zu bewegen, werden sehr aktiv. Setzt man sie dann wieder auf Erde graben sie sich in kürzester Zeit senkrecht nach unten hinein.

    Auch die Puppen bewegen sich etwas. Was tun?


    Grüße,

    Robert

  • hallo, das habe ich gefunden.

    Ist ja ein echter Schatz in deinem Kompost. steht auch unter Naturschutz.

    Allerdings können sich die Larven nur bis zum Endstadium entwickeln, wenn sie während der Wachstumsphase nicht gestört werden. Das ist jedoch häufig schwierig, da Komposthaufen häufig umgesetzt werden oder dem Kompost reife Erde entnommen wird.

    Mehr infos unter diesem link.


    https://www.gartenratgeber.net…r-oryctes-nasicornis.html



  • Der alte Kompost ist bereits halb abgetragen. Selbst wenn ich es jetzt abbrechen würde, würden die Käfer und die Puppen wahrscheinlich im Winter nicht mehr im richtigen Temperaturbereich liegen.


    Ich vermute, dass es die Puppen nicht schaffen werden. Die Käfer haben sich mit viel Elan in die Erde gebuddelt. Es wäre eigenartig, wenn die keine Chance mehr hätten.

    Aber ich wüsste schon gerne genaueres, wann welche Störungen toleriert werden können oder auch nicht.


    Danke merops , ich habe soeben ein paar Leuten gemailt, mal sehen ob jemand von denen mehr weiß.


    Grüße,

    Robert

  • Bisher habe ich zwei Antworten bekommen. Beide gehen in die gleiche Richtung: um die Käfer soll ich mir nicht allzuviel Sorgen machen. Um die Larven auch nicht.

    Die Puppen allerdings sind wohl verloren.


    Hm, vielleicht sollte ich mal das Rezept für die Maikäfersuppe raussuchen und für Nashornkäferpuppen abwandeln...? ;)