Rähmchen drahten/ Mittelwände

  • Hallo Imkerfreunde,
    da ich gerade erst mit der Imkerei angefangen habe, habe ich eine "dumme" Frage an Euch:
    Habe bislang mit "Kuntzsch-hoch"-Rähmchen aus Holz geimkert, nun netterweise Rähmchen aus Kunststoff geschenkt bekommen. Aber wie drahte ich diese und löte die Mittelwände ein? Die Kunstoffrähmchen sind "Bausätze", kann man komplett zerlegen. Bei den Holzrähmchen ist es mir klar, lochen - drahten - löten! Aber bei "Kunstoff-Bausätzen"??
    Vielleicht kann mir einer von Euch weiterhelfen!


    Viele Grüße

    ... werterhin erfolgreiches und zufriedenes Imkern ! ...


    Marco

  • Hallo,


    und sorry, aber jetzt kommt eine etwas blöde Antwort. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren dass du das Opfer von Altimkern bist. Erst Kuntzsch-hoch und dann Plastikrähmchen als Bausatz. Das sieht sehr nach Entsorgung aus. All diese Dinger sind nicht recht zeitgemäss. Für Jungimker ist es eine wahnsinns Hypothek mit den "übrigen" Teilen von Altimkern anzufangen...


    Von Plastikrähmchen im Brutraum kann ich nur abraten. Wenn, dann nur im Honigraum einsetzen. Zu den Plastikbausatzrähmchen gehören meines Wissens auch Plastikmittelwände die dann nur eingerastet werden müssen. Aber vielleicht hat da ein Kollege einen heißen Tipp.

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  • Hallo Maju2,


    so geht es bei Kunesa-Rähmchen:

    • Abstandsklammern entfernen
    • Rähmchen mit einem Messer längs "halbieren"
    • Draht um die Zapfen führen: oben beginnen, Draht 2-mal um den 1. Zapfen, dann unten um 2 Zapfen, nach oben ebenfals über zwei, usw. zuletzt wieder mit 2 Windungen am letzten Zapfen befestigen
    • dabei Draht auf den Grund drücken!
    • Mittelwand auflegen und einlöten
    • überstehenden Draht abschneiden, Enden in den Rähmchenhohlraum drücken
    • Gegenhälfte fest einquetschen
    • Abstandsklammern und Trageohren eindrücken


    in welcher Beute imkerst du mit Kuntzsch-hoch?



    Hallo Reiner Schwarz,


    deinen ersten Satz möchte ich nicht kommentieren. :wink: 
    Kuntzsch-hoch wird von Imkern verwendet, die zB. wegen Rückenbeschwerden nur zargenlos imkern können.
    Brut- und Honigraum liegen in einer Ebene, das geht nur mit einer Hochwabe. Zugriff auf jede einzelne Wabe. Dazu gehören
    * Golz-Beute, eine Längs-Lager-Beute, Brut- und Honigraum hintereinander
    * Bremer-Beute (Kunesa), eine Warmbau-Lager-Beute, Brut- und Honigraum nebeneinander


    " ... All diese Dinger sind nicht recht zeitgemäss ... "
    aber für manchen Imker notwendig, der sonst sein geliebtes Hobby aufgeben müsste.
    Zu diesen Rähmchen gehören keine Plastikmittelwände, sie können problemlos auch im Brutraum eingestzt werden


    Viele Grüße
    Frieder



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-05-13 23:02 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Ist die zargenlose Imkerei zeitgemäss, der Natur der Biene entsprechend und dem Anfänger zu empfehlen?


    Es gibt auch bei Magazinimkerei Möglichkeiten die nicht von den gebräuchlichen Maßen abweichen und Rückenfreundlich sind.

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  • Hallo Reiner Schwarz,


    " ... Ist die zargenlose Imkerei zeitgemäss, ... und dem Anfänger zu empfehlen? ... "


    ... natürlich nicht, ich bin nur gegen deine pauschale Verurteilung.


    " ... der Natur der Biene entsprechend ... "


    ... na ja, die wild lebenden Vorfahren unserer "Haustiere" haben wohl den Nektar im hohlen Baum genau so nach oben getragen wie im gestürzten Stamm zur Seite oder nach hinten.
    Und sie machen das in einer Lagerbeute genauso wie im Magazinturm. Die Plastikrähmchen überziehen sie genauso mit mit Kittharz wie die Holzrähmchen.
    Oder was meinst du mit "der Natur der Biene entsprechend"?


    " ... Es gibt auch bei Magazinimkerei Möglichkeiten die nicht von den
    gebräuchlichen Maßen abweichen und Rückenfreundlich sind. ... "


    ... da kenne ich von zahlreichen Ausstellungen leider nur solche mit zusätzlichem technischen Aufwand (warum einfach, wenn es auch umständlich geht, nur wegen "gebräuchlichen Maßen"?)
    Aber ich lerne gerne dazu und erwarte deine Vorschläge für einfache rückenfreundliche Magazinimkerei.
    Zwar nicht mehr für mich, aber ich könnte dann einige Vereinsfreunde beraten, die ihre Magazine behalten wollen, aber denen der finanzielle und technische Aufwand für Erleichterungen zu groß ist.


    "Glaubenskriege" gibt es hier beim Stammtisch genug, ich möchte keinen neuen anfangen,
    über sachliche Infos freue ich mich.


    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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  • Hallo,


    ich bin auch gegen Glaubenskriege oder "Flamewars" wie es so schön neudeutsch heisst.


    Ich bin aber gegen das deutsche Rähmchen-Wirr-Warr, das uns allen die Imkerei nur verteuert.


    Eine Möglichkeit um rückenschonend im Magazin zu imkern ist das kompatible System nach Kiess. Dort können vier Maße miteinander kombiniert werden und je nach gehaltener Rasse
    kann man also mit Dadant arbeiten (wie oft wird denn der Brutraum verstellt?) und mit 2/3 Waben, 1/2 Waben oder Dickwaben im Honigraum. Bei weniger schwarmträgen Rassen greift man zu Flachmagazinen, die die Schichtenbeweglichkeit herstellen. Für DN schauts da allerdings nicht so gut aus.


    Mit diesem System arbeitet auch ein Imkerkollege mit drei Bandscheibenvorfällen!

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  • Hallo Reiner,


    Danke für deine schnelle Antwort.
    Leider ist dein Vorschlag keine echte Alternative, denn das eigentliche Problem, mehr oder weniger schwere Honigräume zu handhaben, bleibt bestehen.
    Vor der Umstellung auf "zargenlos" habe ich 17 Jahre zur vollsten Zufriedenheit mit Trogbeuten (T 120 mit DN) geimkert, da kam das Verstellen des Brutraumes auch nicht vor. Der erste im Frühjahr aufgesetzte Honigraum war immer eine Halbzarge, wahlweise mit 10 DN-Halbrähmchen oder 8 Dickwaben (ist ja noch etwas honigschwerer).


    Noch heute wäre ich bei diesem System, wenn mich nicht (wegen eines sich abzeichnenden Bandscheibenvorfalls) vor 6 Jahren ein befreundeter Arzt ganz dringend zur Umstellung gedrängt hätte. So ging es bei mir glücklicherweise ohne Operation ab.


    Dein bedauernswerter Imkerkollege hätte spätestens nach seinem ersten Bandscheibenvorfall auf zargenlos umstellen sollen, möglicherweise hätte er damit die weiteren vermieden.
    Auch wenn es gegen deine Prinzipien ist, solltest du ihn auf das rückenschonende Arbeiten mit diesen zargenlosen Lagerbeuten hinweisen und ihn über die Vorteile informieren,
    zB. die Beute wird in der bequemsten Arbeitshöhe aufgestellt,
    es gibt kein Bücken zum Anheben und kein Strecken um eine Zarge von oben herunter zu nehmen oder sie oben abzustellen,
    jede Wabe ist einfach von oben zugänglich, usw.
    Vielleicht vermeidet er dadurch den vierten Bandscheibenvorfall?


    Kuntzsch-hoch-Rähmchen haben noch den gleichen Preis wie die "zeitgemäßen", scheinen also noch keine Exoten zu sein, der Rähmchen-Wirr-Warr geht also notgedrungen weiter :wink:


    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder




    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-05-13 00:10 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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  • Hallo Frieder,


    mach' ruhig weiter mit der Trogbeute. Das Teil ist ja auch bei uns in der Gegend weit verbreitet und es gibt wahrlich schlechtere Bienenwohnungen! Aber in einem Punkt reden wir vielleicht aneinander vorbei. Sehe ich das Richtig, dass du den Honig wabenweise entnimmst? Das wäre ja auch beim Magazin möglich und die Arbeitshöhe bestimme ich mir halt auch so wie es mir am bequemsten erscheint.


    Hab' noch was vergessen, mein Kollege hatte mit seinen 71 Jahren drei Vorfälle AUFEINMAL!! Das war wirklich eine harte Sache für ihn.
    _________________
    Volle Honigtöpfe wünscht...


    Reiner Schwarz
    auch Systemweisel bei buckfast.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Reiner Schwarz am 2002-05-13 12:20 ]</font>

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  • Hallo,
    vielen Dank für die Antworten/Tipps.
    Ich imker sowohl mit "Bremer-Beuten" als auch mit "Golz-Beuten".
    Bin eigentlich sehr zufrieden mit den Beuten und dem Wabenmaß!
    Und ob es nun "zeitgemäß" ist, mit diesen Beuten zu imkern oder nicht! Egal.
    Ich habe jedenfalls noch keine Nachteile entdecken können. Durch die "Oberbehandlung" der Völker hat man doch einen sehr guten Überblick.
    Kurz Deckel auf und man sieht durch die Plexiglas-Scheibe grob was los ist!


    Weiterhin erfolgreiches Imkern!

    ... werterhin erfolgreiches und zufriedenes Imkern ! ...


    Marco

  • Hallo Maju2,


    heute habe ich meinen neuen Scanner in Betrieb genommen, die ersten Versuchsobjekte waren Skizzen, die Kunesa seinen Rähmchen beilegt. Es handelt sich um die
    * Drahtführung und den
    * Selbstbau einer Rähmchenlehre, sehr praktisch zum Drahten und Einlöten.
    Falls du an den Bild-Dateien interessiert bist, schicke mir bitte eine Mail (mit der Angabe ob GIF- oder JPG-Datei, evtl. auch andere), du bekommst sie dann als Mail-Anhang.


    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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