Entdeckelungsmaschine für kleinere Imkereien

  • Hallo Bienenfreunde!


    Das Arbeiten mit einer Entdeckelungsmaschine hört sich gut an, aber die Realität schaut dann doch anders aus. In den Werbevideos werden immer schönste Waben verwendet, aber wer hat denn immer solche. Dann muss man sich noch überlegen wir man mit dem vermehrten Entdeckelungswachs umgeht. Es entsteht gezwungenermaßen mehr davon. Also sind die nächsten Kosten für eine Entdeckelungswachspresse schon vorprogrammiert.


    Ich hatte einmal eine Entdeckelungsmaschine mit Schlagmessern im Einsatz, bin aber davon wieder abgekommen. Alles trieftet, an manchen Stellen muss man nachentdeckeln und was macht man mit der vielen Waschs/Honigpampe.


    Momentan bin ich beim Heißluftentdeckeln mit einem speziellen Fön. Sollten da manche Stellen nicht zufriedenstellend geöffnet werden, dann fahre ich noch mit der Entdeckelungsgabel über die warme Oberfläche und fertig ist die Sache.


    MfG

    Honigmaul

  • Kein Deckelwachs, keine Korrekturen bei welligen Waben (alle schön in der richtigen Reihenfolge zurück), riesen Sauerei, geht nur bei 100% unbebrüteten Waben und auch da nur bei ganz frischen richtig gut. Ich bin dafür zu doof. Und ich will möglichst viel frisches Wachs, aber kratze ungern Rähmchen nach dem Schmelzer.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Meine Entdeckelungsmaschine ist meine Frau (oder ein armer Helfer, der vor die Aufgabe des Entdecklens gestellt wird;-)))

    Haben uns extra ein zweites Entdecklungsgeschirr zugelegt, damit wir hier keinen Engpass bekommen. Dieses Jahr mussten wir mehrfach feststellen, dass nicht das Entdeckeln der Engpass ist, sondern die Schleuder (12-Waben DN bzw. 24Waben 0,5DN Radschleuder), hier insbesondere der Sumpf, bzw. Auslauf (habe das blöderweise nur einen 3/4" Anschluss dran. Muss den dieses Jahr unbedingt auf 2" o.ä. vergrößern).

    Hm, hier im Forum hat der Wentorfer mal eine Entdecklungsmaschine vorgestellt, finde die aber auf die schnelle nicht. Ich glaube, das ist die hier:

    WT1? Da finde ich Carl Fritz ca. 5800€.

    Die lief/läuft klasse, inkl. Deckelwachs- und Honig-Trennung.

    Ist aber preislich auch nicht gerade günstig.

    Ah, hier mal der Fred dazu:

    Entdeckeln, endlich mal anders

    Vielleicht hilft das.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Kein Deckelwachs, keine Korrekturen bei welligen Waben (alle schön in der richtigen Reihenfolge zurück), riesen Sauerei, geht nur bei 100% unbebrüteten Waben und auch da nur bei ganz frischen richtig gut. Ich bin dafür zu doof. Und ich will möglichst viel frisches Wachs, aber kratze ungern Rähmchen nach dem Schmelzer.

    Deckelwachs gibt's genauso nur später im Jahr. Einfach im Winter mal hinsetzen und die Waben bis aufs Rähmchenholz runter scheiden / kratzen. Geht Ruck zuck wenn es kalt ist und du musst das Wachs nicht vom Honig trennen.

    Eben keine Sauerei weil du die Wachspampe nicht hast und mit einem Gasbrenner spritzt auch kein Wachs.

  • Die Wachsarbeiten verschieben sich in den Winter wenn eh nicht so viel zu tun ist!

    Bebrütete Waben werden bei mir eh nicht geschleudert und wenn dann muss ich halt die Gabel nehmen.

    Messer hab ich auch aber keine Lust auf die ganze Sauerei. .......

  • Vielleicht kauft sich in meiner Gegend mal jemand eine Schleuderstrasse und macht meine paar Kisten im Lohn nebenbei mit.... Das würde mir gefallen.

    Deine paar Kisten???

    Aber ich bezweifele, dass sich das lohnt für einen Lohnschleuderer. Das ginge höchstens, wenn die Straße für die eigenen Völker sowieso gebraucht würde, als Zubrot. Da fällt mir nicht wirlich einer ein in der Gegend. Wenn Du schon nicht willst.

    Ich hätte auch Bedenken, dass genügend Imker auf die "ach so stressige" Honigernte verzichten würden. Hat doch eh jeder eine eigene Schleuder im Keller stehen. Bei mindestens 80 % überdimensioniert. Dann statt wenig gar nicht mehr schleudern? Und auch noch sooo weit fahren und "Was soll das kosten? Ist der irre?" "Sicher krieg ich dann einen ganz anderen Honig wieder."

    Ich hab mal drüber nachgedacht, konnte es aber nicht wirklich schönrechnen.


    Aber zum Ursprung:

    Eigentlich gibts da was für jede Größe und jeden Geschmack. Mit der kurzen Formel versehen, je mehr Euro, desto größer die Handgelenkschonung (und der Putzaufwand und Platzbedarf meistens) Für deine Ansprüche könnte ich mir eine mit Schlegelmessern als angemessen vorstellen. Nur wenn die Waben runter und wieder hoch fahren, muss man noch irgendwie ne Tropfunterlage über die Maschine machen, damit man beim rausnehmen nicht alles vollsaut. Irgendwo ist mir eine für knapp 1,5 Kilo€ untergekommen. Sind dir das deine Handgelenke wert?

    Das sind aber auch nur zweiteHandratschläge und ohneeigeneErfahrungtipps.

  • Spart man denn wirklich viel Zeit und Geld mit solchen hochtechnischen Lösungen? 30 EUR für zwei gute Gabeln gegen viele Tausend EUR eines solchen Monstergerätes müssen erst mal rein kommen.


    Ich für mich bin eigentlich sicher, dass ich bis ca. 100 Völker ohne Probleme mit Entdeckelungsgabel (maximal 2 Personen!) zurecht komme. Es geht doch erstaunlich schnell, sehr sauber und obendrein hat man eine sehr gute Kontrolle (und ggf. Sortierung!) der Einzelwaben, weil man jede genau sieht.


    Und Handgelenk-Probleme? Zumindest bei gesunden Gelenken und der richtigen Technik kann ich mir das nur schwer vorstellen - wenn die Gelenke aus anderen Günden schon angeknackst sind, sieht es natürlich wieder anders aus.


    Demgegenüber die Hochtechnik. Viel Honigverluste. Auch wenn man sie durch einen Wachsschmelzer verringern kann und der Honig verkaufsfähig bleibt, die Qualität sinkt trotzdem.

    Und das Aufstellen, Reinigen, Warten solcher Anlagen dürfte auch ziemlich zeitaufwändig sein, von Reparaturen und dem dann entstehenden Chaos im Falle des Falles mitten in der Hochsaison ganz zu schweigen. Arbeitszeit kostet, um so mehr bei Imkereien dieser Größe. Auch der Platzbedarf ist immens - das Ding kann man ja nicht zusammenklappen und im Schrank verstecken.


    Bei jeder Schleuderung vermutlich mehrere Stunden gegenüber wenigen Sekunden beim Reinigen und Weglegen der Entdeckelungsgabel...


    Und dann muss man doch noch bei vielen Waben mit der Gabel nacharbeiten. Und die anschließende Versorgung der riesigen Menge von Honig-Wachspampe dauert natürlich auch und benötigt weiteres Gerät....


    Lohnt sich das für Nebenerwerbsimker unter +- 100 Völker wirklich?


    Ich habe noch nicht gezählt wie viele Waben ich mit der Gabel entdeckeln muss, um 30kg Entdeckelungswachs zusammen zu bekommen. Das ist aber etwa die Portion, die bei mir einer Ladung des Entdeckelungswachsschmelzers entspricht und davon habe ich einige pro Schleuderung. Bei mir darf das Entdeckelungswachs lange abtropfen, daher ist es ziemlich trocken. Daraus kriege ich dann über den Entdeckelungswachsschmelzer aber immer noch ca. 10kg Honig raus. Verkaufsfähig, aber trotzdem qualitativ 2. Wahl meiner Meinung nach.

    Für mich hat er eine sehr deutliche Wachsnote, von den verschlechterten chemisch-physikalischen Parametern ganz zu schweigen, auch wenn man das nicht schmeckt.

    Mit hochtechnisierten Entdeckelungsmaschinen dürfte ein Vielfaches dieser Honigmenge durch den Entdeckelungswachsschmelzer laufen, der Anteil von Honig 2. Wahl also entsprechend höher sein.


    Kleinere Mengen solchen Honigs kann man vielleicht noch unter guten Honig untermischen, aber größere Mengen?


    Das sind jetzt nur in paar Aspekte, die mir auf die Schnelle so einfallen, aber ich war echt überrascht, als ich Melanies Anfrage gelesen habe. So Anlagen hätte ich jetzt frühestens bei Imkereien wie die von rase verortet...oder bei gut organisierten Zusammenschlüssen, die sowas gemeinschaftlich nutzen.

  • 100 Völker sind 2 mal je ca 4000-5000 HRähmchen. Und das mit Gabel. Rase würde sagen sportlich. Was ich sagen würde, wäre unhöflich.

    Und immer wieder die Behauptung des Honigs 2 ter Wahl. Müssen die Berufsimker also keinen ordentlichen Honig anbieten?


    Auch wenn die Gelenke das mitmachen, die Sehnen und Bänder nehmen Schaden. Durchblutungsstörungen der Hand mit Nervenschädigung nicht auszuschliessen.

    Bei vielen Friseuren sind die Hände deshalb kaputt.


    Gruss

    Ulrich

  • ...


    Aber ich bezweifele, dass sich das lohnt für einen Lohnschleuderer. Das ginge höchstens, wenn die Straße für die eigenen Völker sowieso gebraucht würde, als Zubrot....

    Und auch noch sooo weit fahren und "Was soll das kosten? Ist der irre?" ...

    Für diesen Lohnschleuderer scheint es sich z.B. zu lohnen: http://www.duensing-imkereibedarf.de/lohnschleuderei/


    Was die da aufrufen, wäre ich schon bereit zu bezahlen - wenn dafür hier die Investitionen in Gebäude und Maschinen unterbleiben könnten. An Verwendung für Arbeitszeit mangelt es hier auch nicht.

    Im landwirtschaftlichen Umfeld ist diese Vorgehensweise ja auch völlig alltäglich. Nicht Jeder hat da zwingend auch jede Maschine selbst.


    Dein zweiter Einwand ist aber völlig berechtigt - auf den Stacheldraht in Imkers Hosentasche weist Du in Deiner Signatur ja auch hin - die HR zu einem Lohnschleuderer zu bringen, könnte auch ein Ausdruck von Sparsamkeit sein, wenn es einfach billiger wäre als Eigenmechanisierung.... s.o.

  • Erstmal muß ich sagen das sich eine Entdeckelungsmaschiene auch bei 100 Völkern rechnet, ich weiß ja nicht wie schnell Ihr mit der Gabel seit aber ich schaff keine 1/2 Tonne in 3Stunden nur mit Gabel.

    Die unsinnige Diskussion wg. 2. Wahlhonig übergehe ich mal!

    Man sollte auch absolut nicht unterschätzen was für ein Vorteil durch die Gleichmäßigkeit der Waben entsteht. Ich lass meine Waben recht tief entdeckeln (WT1), dadurch gewinne ich recht viel Deckelwachs, muß absolut nix mit der Gabel nachfrickeln und die Waben sind vom Gewicht her sehr einheitlich. Hierdurch kann man die Schleuder einfach vollpacken und muß absolut nix ausbalancieren um Unwuchten auszugleichen.

    @Melanie: Schau Dir doch mal den "Gerdeshobel" von Keller an, hab ich noch nicht probiert aber der soll echt fix sein und kostet auch nicht die Welt, damit dürftest Du den Flaschenhals vom Deckeln zum Schleudern verschoben haben, jetzt reicht nur die Schleuder nicht mehr, mit ner größeren Schleuder bekommst Du Probleme mit dem Sieben, danach mit dem Rühren, ....

    Mir hat mal ein Imker gesagt endweder Du bleibst bei 10 Völkern im Garten und machst alles per Hand oder Du machst 100+ mit Technik, alles dazwischen ist unrentabel!

    Damals hab ich drüber gelacht....

    Nochmal kurz zum Lohnschleudern:

    Wir reden hier von IMKERN.

    Da schreit bestimmt jeder 10. er hätte zuwenig Honig zurück bekommen, was ist wenn der Honig zu feucht geliefert wird...

    Beim Wachsverarbeiten gibt es ja schon (z.T. sehr berechtigtes Mißtrauen) wie soll das dann beim Honig funktionieren? Ist ja ne schöne Idee aber die Umsetzung möcht ich nicht am Hals haben...

  • Das ginge höchstens, wenn die Straße für die eigenen Völker sowieso gebraucht würde, als Zubrot.

    Bei Duensing ist das doch so, oder? Ich hab dafür zu wenig eigene.

    Im landwirtschaftlichen Umfeld ist diese Vorgehensweise ja auch völlig alltäglich.

    wenn es wirklich nicht anders geht. Wobei es beim Wachs ja jetzt wohl funktioniert. Aber da braucht auch nicht so viel an Gewicht transportiert werden, wie beim Honig. Das macht sogar der Postbote oder Paket/Kurierdienst.

    Sich einen gewünschten Weg schönzurechnen ist in Imkerkreisen sehr beliebt. Wie wirtschaftliche Argumente? Neee.

    Man kann auch 100 Völker mit der Gabel entdeckeln und sich das wirtschaftlich rechnen...

  • 100 Völker sind 2 mal je ca 4000-5000 HRähmchen. Und das mit Gabel. Rase würde sagen sportlich. Was ich sagen würde, wäre unhöflich.

    Und immer wieder die Behauptung des Honigs 2 ter Wahl. Müssen die Berufsimker also keinen ordentlichen Honig anbieten?

    Ich behaupte das explizit als meine persönliche Meinung! Und zwar aufgrund dessen, was ich selber sehe und schmecke. Für mich ist der Honig auch noch halbwegs ok, aber eben wirklich kein Spitzenhonig mehr, schon wegen dem Beigeschmack. Was nicht 1. Liga ist, ist aber 2. Wahl. Von Unordentlich habe ich nicht geschrieben. Wohl aber würde ich diesen Honig in der Tat nicht als Top-Honig anbieten - das ist halt mein Qualitätsanspruch, weil man es einfach schmeckt.


    Es soll sogar Leute geben, die lehnen gerührten oder melithermisierten Honig als 2. Wahl ab, obwohl da noch ein riesen Unterschied zum Entdeckelungswachsschmelzer ist.


    Und zum Thema 100 Völker: Dann sind eben einige Imker sportlich. Ich selbst bin noch nicht ganz so weit, aber ich habe noch Luft beim Entdeckeln. Soviel, dass ich sicher bin, es auch bei 100 noch zu tun.

    Und ich arbeite eng mit einem anderen Imker zusammen, der schon so weit ist, auch nur zu Zweit arbeitet und das ebenfalls nach wie vor mit Entdeckelungsgabel macht und nicht plant das zu ändern. Nicht alles, was man sich nicht vorstellen kann, ist deswegen gleich "sportlich", um den höflichen Ton beizubehalten!